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Furosemide

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Furosemid ist ein sogenanntes harntreibendes Mittel (Diuretikum), das dabei hilft, überschüssige Flüssigkeit aus dem Körper auszuschwemmen. Es wird häufig bei Bluthochdruck, Herzschwäche oder Nierenerkrankungen eingesetzt. Durch die verstärkte Wasserausscheidung können Beschwerden wie Schwellungen an den Beinen gelindert werden. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin legt die passende Dosierung fest und bespricht mögliche Nebenwirkungen mit Ihnen.

Lasix (Furosemid) – Umfassende Information für Patient:innen in Österreich

Basisinformationen zum Arzneimittel

Wirkstoff (INN)Furosemid
Österreichische HandelsnamenLasix®, Furosemid ratiopharm®, Furosemid Genericon®, Furosemid Teva®
ATC-CodeC03CA01
Verfügbare Darreichungsformen und StärkenTabletten: 20 mg, 40 mg, 500 mg; Injektionslösung: 10 mg/ml
HerstellerSanofi-Aventis, ratiopharm, Genericon, Teva und weitere Generikaanbieter
VerschreibungsstatusVerschreibungspflichtig (Rezept erforderlich, § 3 Arzneimittelgesetz)

Wirkmechanismus (Einfach und für Fachkreise erklärt)

Für Patient:innen:

Furosemid, bekannt als Lasix®, ist ein sogenanntes Schleifendiuretikum. Es hilft Ihrem Körper, überschüssiges Wasser und Salz über die Nieren mit dem Urin auszuscheiden. Dadurch wird z. B. Wassereinlagerung (Ödeme) oder zu hoher Blutdruck verringert.

Für Fachkreise:

Furosemid hemmt den Natrium-Kalium-2Chlorid-Cotransporter (NKCC2) im aufsteigenden Teil der Henle-Schleife. Dies führt zu einer erhöhten Ausscheidung von Natrium, Chlorid und Wasser sowie zu einer verstärkten Kaliurese und temporärer Kalzium- und Magnesiumausscheidung.

Pharmakokinetik (Aufnahme, Wirkungsdauer, Ausscheidung)

  • Resorption: Oral eingenommenes Furosemid wird rasch, aber variabel (ca. 60–70 %) aufgenommen.
  • Wirkungseintritt: Nach ca. 30 bis 60 Minuten (oral), innerhalb weniger Minuten bei intravenöser Gabe.
  • Halbwertszeit: 1–2 Stunden (verlängert bei Nieren- oder Leberinsuffizienz).
  • Metabolisierung: Hauptsächlich hepatisch (Leber), teils unverändert renal eliminiert.
  • Ausscheidung: Überwiegend mit dem Urin (>80 %).
  • Wirkdauer: Oral 4–6 Stunden, intravenös 2–3 Stunden.

Anwendung im Alltag & Praktische Hinweise

  • Typische Dosierung: Erwachsene beginnen üblicherweise mit 20–40 mg 1x täglich, individuell steigerbar je nach Indikation (z. B. Ödeme, Herzinsuffizienz, Nierenerkrankungen).
  • Anwendung: Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen. Die Einnahme erfolgt meistens morgens, um nächtlichen Harndrang zu vermeiden.
  • Regelmäßigkeit: Einnahme möglichst täglich zur gleichen Uhrzeit. Nicht eigenmächtig die Dosis verändern oder das Medikament absetzen.
  • Kontrolle: Regelmäßige Arzt- und Laborbesuche zur Kontrolle von Blutwerten (v. a. Elektrolyten wie Kalium, Natrium, Kreatinin) und Blutdruck sind empfehlenswert.

Morgens oder abends einnehmen? – Tipps zur Einnahmezeit

  • Vorteile der morgendlichen Einnahme: Vermeidung von nächtlichem Harndrang und Schlafstörungen.
  • Abendliche Einnahme: Nur in Ausnahmefällen oder auf spezifische ärztliche Anweisung (z. B. bei zweifacher Tagesdosierung), ansonsten erhöhtes Risiko für nächtliche Störungen.
  • Empfehlung österreichischer Fachgesellschaften: Einnahme vor 16 Uhr.

Einnahme mit oder ohne Mahlzeiten – Einfluss der Ernährung in Österreich

  • Grundsätzlich kann Lasix unabhängig von Mahlzeiten eingenommen werden.
  • Die Aufnahme kann bei Einnahme auf nüchternen Magen minimal schneller und stärker erfolgen, ist aber auch nach teig- und fettreichen österreichischen Speisen noch gewährleistet.
  • Bei empfindlichem Magen empfiehlt sich die Einnahme nach einer kleinen Mahlzeit.
  • Natriumarme Kost (z. B. wenig Fertigprodukte, reduzierte Salzaufnahme) kann die Wirksamkeit unterstützen.

Wechselwirkungen: Nahrung, Alkohol & Medikamente

Wechselwirkungspartner Möglicher Effekt Hinweis/Empfehlung
Bestimmte Medikamente (ACE-Hemmer, NSAID, andere Diuretika) Erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen oder Wirkungsverlust Nur unter ärztlicher Kontrolle kombinieren
Digitalispräparate Erhöhte Empfindlichkeit bei niedrigen Kaliumwerten Regelmäßige Kalium-Kontrolle
Antidiabetika Wirkungsabschwächung möglich Blutzucker häufiger kontrollieren
Alkohol Verstärkte Blutdrucksenkung, Kreislaufprobleme Alkoholkonsum vermeiden oder reduzieren
Litium Erhöhte Toxizität Regelmäßige Spiegelkontrolle
Johanniskraut Reduzierte Wirksamkeit Kombination nach Rücksprache mit Arzt/Apotheker

Anwendungsgebiete (Indikationen)

Offizielle Indikationen (zugelassen in Österreich) Off-Label-Use (Sonderfälle)
  • Ödeme bei Herzinsuffizienz, Leberzirrhose oder Nierenerkrankung
  • Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck)
  • Chronisches und akutes Nierenversagen (unter Überwachung)
  • Hyperkalzämie
  • Forcierte Diurese bei Vergiftungen (nur unter stationären Bedingungen)

Dosierungen nach klinischer Indikation (Erwachsene, Kinder, ältere Menschen)

Indikation Erwachsene Kinder Ältere Menschen
Ödeme/Herzinsuffizienz Initial 20–40 mg, ggf. steigerbar auf 80–120 mg/Tag 1–2 mg/kg KG pro Tag, max. 6 mg/kg KG/Tag Mit verringerter Anfangsdosis starten (z. B. 20 mg)
Hypertonie 20–40 mg 1x täglich, ggf. ergänzend zu anderen Antihypertensiva Individuelle Anpassung, meist nicht als Mittel erster Wahl Langsam auftitrieren, engmaschige Überwachung
Akutes Nierenversagen Bis zu 250 mg i.v., ggf. mehrfache Gaben nach Klinikprotokoll Nur intensivmedizinisch, individuelle Dosierung Sehr zurückhaltender Einsatz, enge Überwachung

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
  • Erhöhter Harndrang, Wasserverlust (Dehydratation)
  • Elektrolytstörungen (Kalium-, Natrium-, Magnesiumverlust)
  • Kopfschmerzen, Schwindel, niedriger Blutdruck
  • Erhöhter Blutzucker, erhöhter Harnsäurespiegel
Seltene, aber wichtige Nebenwirkungen:
  • Schwerwiegende Elektrolytstörungen (Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle)
  • Veränderungen im Hörvermögen (ototoxisch, v.a. bei hoher i.v. Dosis)
  • Allergische Reaktionen, Hautausschlag
  • Verschlechterte Nierenfunktion
Warnhinweise:
  • Vor allem bei älteren Patient:innen, Nierenschäden, Diabetes oder Kombination mit anderen Medikamenten engmaschige Kontrollen nötig.
  • Symptome wie extreme Müdigkeit, Herzstolpern, trockener Mund, Krämpfe oder Schwäche sollten sofort ärztlich abgeklärt werden.

Richtige Anwendung – Empfehlungen aus österreichischer Praxis

  • Nehmen Sie Lasix immer wie mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin abgesprochen ein.
  • Auf ausreichend Trinkmenge achten, es sei denn, Ihr Arzt empfiehlt Einschränkungen.
  • Bei Nebenwirkungen, Veränderungen des Ernährungs- oder Trinkverhaltens (wie verstärktem Durst, Appetitlosigkeit) sowie bei jeder ungewöhnlichen Symptomatik Arzt oder Apotheker aufsuchen.
  • Vermeiden Sie „Über-Nacht“-Einnahme, um Schlafprobleme durch häufiges Wasserlassen zu verhindern.
  • Ernährung mit ausreichender Zufuhr von Obst und Gemüse zur Mineralstoffkontrolle – bei salzarmer Diät ggf. Anpassung nach Rücksprache.

Alternative Therapieoptionen – Vergleich und Erstattung durch die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK)

  • Hydrochlorothiazid (HCT): Vor allem bei Bluthochdruck und leichteren Ödemen, geringere Wirksamkeit bei fortgeschrittener Herzschwäche. ÖGK-erstattungsfähig.
  • Torasemid (Torem® etc.): Längere Wirkdauer als Furosemid, vergleichbare Effektivität, teils besser verträglich. Ebenfalls ÖGK-erstattungsfähig.
  • Spironolacton, Eplerenon: Wirken zusätzlich „kaliumsparend“ bei Herzinsuffizienz, Kombinationspartner, ÖGK-erstattungsfähig.
  • Indapamid: Bei arterieller Hypertonie, geringeres Risiko für Störungen im Zucker- und Lipidstoffwechsel, ÖGK-erstattungsfähig.

Rechtlicher, regulatorischer & erstattungsbezogener Status in Österreich

  • Zulassung: Österreichische Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG/AGES-Medizinmarktaufsicht)
  • Verfügbarkeit: Verschreibungspflichtiges Arzneimittel, nur in Apotheken erhältlich (§ 3 AMG)
  • Erstattung: Voll erstattungsfähig durch die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) bei zulässigen Indikationen, E-Card Lesung beim Arzt erforderlich

Neuste Empfehlungen und klinische Erkenntnisse (2022–2025)

  • Die aktuelle deutsche und europäische Leitlinie (ESC, 2023) empfiehlt bei symptomatischen Ödemen und Herzinsuffizienz weiterhin Furosemid als Mittel der ersten Wahl.
  • Neue Studien (z. B. EMPEROR-Reduced-Studie, 2022) bestätigen die Bedeutung der engmaschigen Elektrolytkontrolle und individualisierten Diuretikadosierung.
  • Ein Trend geht in Richtung „De-Prescribing“: Niedrigstmögliche effektive Dosis, regelmäßige Therapiekontrolle, ggf. Pausen oder Umstellung auf andere Diuretika bei unangemessener Wirkung/Nebenwirkungen (Quelle: ESC Heart Failure Guidelines 2023; Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft aktuell 2024).

Verfügbarkeit & Lieferung – Packungsgrößen, Kosten, Lieferzeiten

Packungsgröße Typischer Apothekenverkaufspreis (ungefähr) Lieferzeit Wien Lieferzeit Graz Lieferzeit Linz
Lasix® 20 mg, 30 Tabletten ca. 8 € 1 Werktag (vorrätig) 1–2 Werktage 1–2 Werktage
Lasix® 40 mg, 60 Tabletten ca. 15 € 1 Werktag (vorrätig) 1–2 Werktage 1–2 Werktage
Furosemid 500 mg, 30 Tabletten ca. 24 € Auf Bestellung (2–3 Werktage) Auf Bestellung (3–4 Werktage) Auf Bestellung (3–4 Werktage)
Furosemid 10 mg/ml, 5 Ampullen ca. 18 € 1 Werktag (Apothekenpflicht) 1–2 Werktage 1–2 Werktage

FAQ – Häufig gestellte Patientenfragen zu Lasix®/Furosemid

  1. Kann ich Lasix absetzen, wenn die Schwellungen weg sind?
    Nein, bitte setzen Sie das Medikament nur in Absprache mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin ab. Ein eigenmächtiges Absetzen kann zu erneuter Wassereinlagerung oder einer Verschlechterung Ihrer Grunderkrankung führen.
  2. Kann ich während der Einnahme von Lasix Alkohol trinken?
    Alkoholkonsum verstärkt die blutdrucksenkende und harntreibende Wirkung, was zu Kreislaufproblemen führen kann. Am besten verzichten Sie auf Alkohol oder sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt über Ausnahmen.
  3. Was muss ich bei der Ernährung beachten?
    Achten Sie auf eine ausgewogene, möglichst salzarme Ernährung, ausreichend Flüssigkeit (sofern nicht anders verordnet), und besprechen Sie Obst-/Gemüsekonsum zur Kaliumausgleich mit Ihrem Arzt.
  4. Ich habe einen empfindlichen Magen. Soll ich Lasix vor oder nach dem Essen nehmen?
    Bei empfindlichem Magen empfiehlt sich die Einnahme nach einer kleinen Mahlzeit oder einem Frühstück. Die Wirkung bleibt vergleichbar gut, der Magen wird dadurch geschont.
  5. Muss ich regelmäßig zur Kontrolle?
    Ja, regelmäßige Blutdruckmessungen, Blutkontrollen (Elektrolyte, Nierenfunktion) und ärztliche Überwachung sind sehr wichtig für Ihre Sicherheit bei längerer Einnahme von Furosemid.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

40mg, 100mg

Paket: No selection

60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 240 pill, 270 pill, 360 pill