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Domperidone

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Domperidon ist ein Arzneimittel, das zur Behandlung von Übelkeit, Erbrechen und Völlegefühl angewendet wird. Es unterstützt die Beweglichkeit des Magen-Darm-Trakts und erleichtert dadurch die Verdauung. Domperidon sollte nur auf ärztliche Anweisung und für einen begrenzten Zeitraum eingenommen werden. Bitte informieren Sie Ihren Arzt über andere Medikamente oder bestehende Erkrankungen, bevor Sie Domperidon verwenden.

Domperidon – Umfassende Patienteninformation für Österreich

Grundlegende Produktinformationen

  • Internationaler Freiname (INN): Domperidon
  • Handelsnamen in Österreich: Motilium®, Domperidon Generika (verschiedene Anbieter)
  • ATC-Code: A03FA03
  • Verfügbare Darreichungsformen & Stärken: Tabletten (10 mg), Filmtabletten (10 mg), Schmelztabletten (10 mg), Suspension zum Einnehmen (1 mg/ml)
  • Hersteller (Beispiele): Janssen-Cilag GmbH, diverse Generikafirmen (z.B. STADA, Sandoz)
  • Verschreibungsstatus: Rezeptpflichtig (in Österreich nur gegen ärztliche Verschreibung erhältlich)

Wirkmechanismus

Domperidon gehört zur Gruppe der sogenannten Antiemetika. Es wirkt als selektiver Dopamin-D2-Rezeptor-Antagonist und beeinflusst in erster Linie das Brechzentrum im Gehirn. Für Laien erklärt: Domperidon hilft, Übelkeit und Erbrechen zu lindern, indem es die Wirkung des Botenstoffs Dopamin im Magen-Darm-Trakt hemmt, wodurch die Magenentleerung gefördert und Übelkeit gehemmt wird.
Für Fachkreise: Die Wirkung basiert auf der Hemmung zentraler und peripherer Dopaminrezeptoren (vor allem D2), wodurch eine motilitätsfördernde und antiemetische Wirkung ohne ausgeprägte ZNS-Durchdringung erzielt wird – Domperidon passiert die Blut-Hirn-Schranke nur in sehr geringem Maße.

Pharmakokinetik

  • Absorption: Domperidon wird nach oraler Einnahme rasch, aber unvollständig resorbiert (Bioverfügbarkeit ~15%), insbesondere durch den First-Pass-Metabolismus in der Leber und Darmwand.
  • Metabolisierung: Hauptsächlich hepatisch (CYP3A4, CYP1A2 und CYP2E1).
  • Elimination: 66% über den Stuhl, 31% über den Urin. Weniger als 10% unverändert.
  • Halbwertszeit: Ca. 7–9 Stunden.
  • Wirkdauer: 6–8 Stunden nach Einzeldosis.

Anwendung im Alltag & Beste Einnahmepraktiken

Typische Dosierung für Erwachsene: 1 Tablette à 10 mg bis zu 3-mal täglich, meist vor den Mahlzeiten.
Für Kinder/Adoleszente (über 12 Jahre, >35 kg): Maximal 30 mg/Tag. Kinder unter 12 Jahren (und <35 kg) – nur Suspension, entsprechend dem Körpergewicht dosiert.
Vor der Anwendung unbedingt ärztliche Rücksprache und Dosieranleitung beachten.
Spezielle Hinweise für Österreich: Viele Patienten nehmen Domperidon zur Vorbeugung oder Linderung von Beschwerden wie Reiseübelkeit, Reflux, verzögerter Magenentleerung oder medikamenteninduzierter Übelkeit. Im Alltag empfiehlt sich, die Einnahme regelmäßig und möglichst zur gleichen Zeit zu planen, um eine gleichmäßige Wirkung zu erzielen.

Dosierung morgens vs. abends

Morgens: Einnahme vor dem Frühstück fördert die Magenbewegung am Tagesbeginn, vorteilhaft bei morgendlicher Übelkeit.
Abends: Eher selten empfohlen, da Domperidon nicht schlafanstoßend ist, aber bei nächtlicher Magenentleerungsstörung manchmal sinnvoll.
Expertentipp: Die Einnahme zu festen Tageszeiten (z.B. vor den Hauptmahlzeiten, morgens/mittags/abends) unterstützt die Wirkkontinuität.
Regelmäßigkeit: Für einen optimalen Behandlungserfolg empfiehlt sich die Einnahme nicht nur bei akutem Bedarf, sondern, wenn ärztlich angeordnet, regelmäßig für die festgelegte Dauer.

Einnahme mit oder ohne Nahrung

Empfehlung: Domperidon sollte am besten vor den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Aufnahme nach dem Essen kann verzögert oder eingeschränkt sein.
Österreichische Ernährungsgewohnheiten: Die klassische österreichische Küche ist häufig reich an Fetten und schwerem Essen, was die Magenentleerung weiter verzögern kann. Daher besonders auf die Einnahme vor dem Essen achten!

Wechselwirkungen & Warnhinweise

Kategorie Beispiele Empfohlene Maßnahmen
Lebensmittel Fettreiche Speisen, größere Mahlzeiten Domperidon vor dem Essen einnehmen; kein Einfluss durch Milchprodukte bekannt
Alkohol Wein, Bier, Hochprozentiges Vermeidung empfohlen, da Alkohol gastrointestinale Nebenwirkungen verstärken kann
Arzneimittel (CYP3A4-Hemmer) Azol-Antimykotika, Makrolid-Antibiotika, HIV-Protease-Hemmer, Kalziumantagonisten (z.B. Verapamil) Kombination vermeiden, Risiko für schwerwiegende Nebenwirkungen (z.B. QT-Verlängerung)
QT-verlängernde Medikamente Amiodaron, einige Antidepressiva, Antipsychotika Nicht gemeinsam verwenden, Gefahr gefährlicher Herzrhythmusstörungen
Antazida & Säureblocker Omeprazol, Pantoprazol, Ranitidin Domperidon vor Säureblockern einnehmen

Indikationen & Off-label-Anwendungen

Indikation Status in Österreich
Übelkeit und Erbrechen (z.B. nach Chemotherapie, Migräne) Zugelassen
Verzögerte Magenentleerung (Gastroparese) Zugelassen
Refluxbeschwerden/ Völlegefühl Teilweise Off-label
Förderung der Milchbildung (Laktationssteigerung) Off-label, nicht offiziell zugelassen
Magenbeschwerden durch Medikamente (Parkinson-Patienten, Opioide) Zugelassen für Übelkeit

Dosierung nach Indikation, Altersgruppe und Gewicht

Patientengruppe Indikation Empfohlene Dosierung Maximaldosis/Tag
Erwachsene Übelkeit, Erbrechen 10 mg 3x täglich vor den Mahlzeiten 30 mg
Ältere Patienten (>65 Jahre) Wie Erwachsene, evtl. vorsichtige Dosierungskontrolle 10 mg 2-3x täglich 30 mg, möglichst kurzzeitig
Kinder >12 Jahre (>35 kg) Übelkeit, Erbrechen 10 mg 1-3x täglich 30 mg
Kinder <12 Jahre (<35 kg) Suspension, ärztlich verordnete Dosierung 0,25 mg/kg KG bis 3x täglich 0,75 mg/kg KG

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

Die meisten Patienten vertragen Domperidon gut. Dennoch sind Nebenwirkungen möglich:

Häufigkeit Beispiele für Nebenwirkungen
Sehr häufig (>10%) Trockener Mund
Häufig (1–10%) Durchfall, Kopfschmerzen, Benommenheit
Gelegentlich (0,1–1%) Angst, Hautausschläge
Selten (<0,1%) Herzrhythmusstörungen (QT-Verlängerung), Milchfluss (Galaktorrhoe), Brustspannen, Menstruationsstörungen
Sehr selten (<0,01%) Allergische Reaktionen, schwere Herzrhythmusstörungen

Warnhinweise:
- Nicht anwenden bei bekannter QT-Verlängerung, Herzerkrankungen oder schwerer Leberfunktionsstörung.
- Bei Anzeichen von Herzrasen, Ohnmacht oder Brustschmerzen sofort ärztliche Hilfe aufsuchen.
- Dauertherapie möglichst vermeiden – Therapie sollte auf das Minimum begrenzt werden.

Tipps zur richtigen Anwendung (Apotheker- & Klinikempfehlungen)

  • Nehmen Sie Domperidon auf ärztliche Anweisung und überwachte Dauer ein – kein Dauergebrauch ohne Rücksprache.
  • Tabletten mit etwas Wasser vor den Mahlzeiten einnehmen.
  • Bei Einnahme anderer Medikamente informieren Sie Ihren Arzt/Apotheker, um Wechselwirkungen zu vermeiden.
  • Die Einnahmezeit möglichst nicht variieren; bei Vergessen keine Doppeldosis nachholen!
  • Regelmäßig EKG-Überwachung bei Langzeitgebrauch – auf Herzsymptome achten.
  • In der Schwangerschaft und Stillzeit kein Einsatz ohne zwingenden medizinischen Grund.
  • Für ältere Menschen und Personen mit Herzbeschwerden engmaschige ärztliche Kontrolle empfohlen.

Therapiealternativen (Kassenfinanzierte Mittel in Österreich)

  • Metoclopramid (MCP): Ebenfalls ein Prokinetikum/Antiemetikum; Nachteil: häufigere ZNS-Nebenwirkungen (z.B. Müdigkeit, extrapyramidal-motorische Störungen).
  • Ondansetron: 5-HT3-Antagonist, vor allem bei Chemotherapie-induzierten Beschwerden; Vorteil: weniger motorische Nebenwirkungen; Nachteil: teuer, nicht immer kassenfinanziert.
  • Dimenhydrinat: H1-Antihistaminikum, überwiegend bei Reiseübelkeit; Nachteil: stark sedierend.
  • Phytotherapien: Ingwerpulver oder -kapseln helfen gegen milde Übelkeit, sind gut verträglich, aber weniger wirksam bei starken Beschwerden.
  • Säureblocker (z.B. Omeprazol): Bei Reflux-Beschwerden, keine direkte Wirkung auf Magenentleerung oder schwere Übelkeit.

Rechtliche Lage, Registrierung & Erstattung in Österreich

  • Registrierung: Domperidon ist in Österreich durch die AGES Medizinmarktaufsicht zugelassen und wird zentral durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) überwacht.
  • Verschreibung & Abgabe: Nur auf ärztliches Rezept, unterliegt strengen Sicherheitsauflagen (Herzüberwachung).
  • Kassenleistung: Bei gezielter, kurzzeitiger Therapie meist voll erstattet (ÖGK, SVS, BVAEB, KFA). Off-label-Einsatz (z.B. Laktationssteigerung) ist nicht erstattungsfähig.
  • Abgabe: Nur in Apotheken mit echtem Arzneimittelstatus, keine Freiverkäuflichkeit.

Neueste Forschung & Leitlinien (2022–2025)

  • Die aktuellen Leitlinien der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie (ÖGGH) und der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) empfehlen Domperidon bei verzögerter Magenentleerung nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung – speziell wegen kardialer Risiken (insbesondere QT-Verlängerungen).
  • Laut EMA-Hinweisen (2022/23) sollte die Therapie möglichst kurz (< 7 Tage) und in niedrigster wirksamer Dosierung erfolgen.
    Quelle: EMA Public statement EMEA/H/A-31/1322 (2023); DGVS S3-Leitlinie "Gastrointestinale Motilitätsstörungen" 2023
  • Eine Meta-Analyse von 2024 (Deutsches Ärzteblatt) bestätigt die Wirksamkeit von Domperidon gegen akute Übelkeit, betont aber die strenge Patientenselektion.
  • Für Kinder ist Domperidon zurückhaltend einzusetzen und nicht als Routinemittel vorgesehen. Anwendung ausschließlich bei gesicherten Indikationen und engmaschiger Überwachung.

Verfügbarkeit & Lieferung

Packsungsgröße Beispiel-Preis (Apotheke, 2024) Lieferzeit Wien Lieferzeit Graz Lieferzeit Linz Lieferzeit Innsbruck
30 Tabletten à 10 mg ca. € 15,50 meist vorrätig / 1–2 Werktage ca. 2 Werktage ca. 2 Werktage 2–3 Werktage
100 Tabletten à 10 mg ca. € 41,00 1–2 Werktage 2–3 Werktage 2–3 Werktage 2–4 Werktage
Suspension 100 ml (1 mg/ml) ca. € 13,00 1 Werktag 1–2 Werktage 1–2 Werktage 2–3 Werktage
  • Die Preise sind Richtwerte und können je nach Apotheke und Hersteller abweichen.
  • Express-Lieferungen sind in Großstädten (z.B. Wien) oft gegen Aufpreis möglich.
  • Rezeptpflichtige Arzneimittel werden in Österreich nach Vorlage des Rezepts von Ihrer Apotheke an Sie abgegeben (auch E-Rezept möglich).

FAQ – Häufige Patientenfragen zu Domperidon

  1. Muss Domperidon immer auf nüchternen Magen eingenommen werden?
    Antwort: Ja, idealerweise vor den Mahlzeiten. Dann entfaltet es seine Wirkung am besten. Die Aufnahme nach dem Essen verzögert den Wirkeintritt.
  2. Wie schnell wirkt Domperidon?
    Antwort: Meist tritt die Wirkung innerhalb von 30–60 Minuten ein. Bei regelmäßiger Einnahme stabilisiert sich die Wirkung nach 1–2 Tagen.
  3. Ist Domperidon sicher bei Herzproblemen?
    Antwort: Bei bestehenden Herzrhythmusstörungen, QT-Verlängerungen oder bekannter Herzerkrankung dürfen Sie Domperidon nicht einnehmen! Bitte informieren Sie Ihren Arzt ausführlich über Ihre Vorgeschichte.
  4. Darf ich Domperidon in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?
    Antwort: Nur nach sorgfältiger ärztlicher Abwägung und bei absoluter Notwendigkeit. Es liegen nur eingeschränkte Studien vor.
  5. Wie lange darf Domperidon am Stück eingenommen werden?
    Antwort: Möglichst kurz, nicht länger als von Ihrem Arzt empfohlen. In der Regel soll die Einnahmedauer 1–2 Wochen nicht überschreiten.

Wichtiger Hinweis: Diese Information ersetzt kein ärztliches Gespräch. Bei Unsicherheit oder Beschwerden wenden Sie sich bitte direkt an Ihren behandelnden Arzt oder Ihre Apotheke in Österreich.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

10mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill