Angebot!

Diltiazem (Diltiazem Hcl)

€0.00

-17%
Diltiazem (Diltiazem Hcl) ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Bluthochdruck und bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Angina pectoris. Es wirkt, indem es die Blutgefäße erweitert und das Herz entlastet, sodass Blutdruck und Herzbelastung sinken. Diltiazem wird in der Regel regelmäßig eingenommen. Bitte halten Sie sich genau an die ärztliche Dosierungsanweisung und sprechen Sie bei Fragen mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Cardizem (Diltiazem): Umfassende Patienteninformation für Österreich

1. Basisinformationen zum Produkt

Wirkstoff (INN) Diltiazem
Handelsnamen in Österreich Cardizem®, Dilzem® u.a.
ATC-Code C08DB01
Verfügbare Darreichungsformen und Stärken Tabletten: 30 mg, 60 mg
Retardkapseln/-tabletten: 60 mg, 90 mg, 120 mg, 180 mg
Ampullen zur Injektion: 25 mg/5 ml (im Krankenhausbereich)
Hersteller Sanofi-Aventis, Takeda, diverse Generika-Anbieter
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (nur auf ärztliche Anordnung!)

2. Wirkmechanismus (einfach & für Fachleute)

Für Patienten einfach erklärt:

Diltiazem ist ein sogenannter Calciumkanalblocker. Er hilft, die Blutgefäße zu entspannen und zu erweitern, wodurch der Blutdruck gesenkt und das Herz entlastet wird. Dies erleichtert dem Herzen die Arbeit und kann Angina pectoris (Brustschmerzen beim Herzen) vorbeugen.

Für Fachkreise:

Diltiazem hemmt selektiv den L-Typ-Calciumkanal im Myokard sowie in arteriellen glatten Muskelzellen, was zu einer negativen chronotropen Wirkung am Sinusknoten, einer Hemmung der AV-Überleitung und zu einer vasodilatatorischen Wirkung an den Koronargefäßen und der peripheren Gefäßmuskulatur führt.

3. Pharmakokinetik

  • Resorption: Nach oraler Einnahme werden 70–80 % resorbiert, jedoch First-Pass-Metabolismus in der Leber.
  • Metabolisierung: Starker First-Pass-Effekt, Hauptmetaboliten sind weniger aktiv. Primär hepatisch über CYP3A4.
  • Elimination: Ausscheidung über Niere (ca. 35 %) und über Galle/Stuhl (ca. 65 %).
  • Halbwertszeit: Variiert je nach Formulierung, ca. 3–7 Stunden bei Standardtabletten, 8–11 Stunden bei Retardformen. Wirkungseintritt nach ca. 30–60 Minuten.

4. Anwendung im Alltag und bewährte Vorgehensweisen

Typische Dosierungen: Die Dosis wird individuell vom Arzt festgelegt. Meist beginnt man mit 60–90 mg zweimal täglich. Retardpräparate werden oft 1× oder 2× täglich eingenommen.
Anwendung: Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit. Retardkapseln nicht öffnen oder zerkauen!
Bedeutung für den Alltag in Österreich:

  • Regelmäßige Einnahme zur selben Tageszeit wichtig.
  • Da Cardizem sowohl Blutdruck als auch Puls beeinflussen kann, wird oft empfohlen, diesen zu Hause zu überwachen.
  • Medikamentenpass oder Notfallausweis ist ratsam.

5. Einnahme morgens vs. abends

  • Morgens: Vorteilhaft bei Bluthochdruck mit Anstieg zu Tagesbeginn. Günstig bei Retardpräparaten (lange Wirkdauer).
  • Abends: Sinnvoll, wenn der nächtliche Blutdruck kontrolliert werden muss (z. B. Non-Dipper). Hilft bei nächtlicher Angina.
  • Tipp: Die regelmäßige Einnahme ist wichtiger als die Tageszeit – wählen Sie die für Sie einfachste Routine! Bei Retardformulierungen reicht meist die Einnahme abends oder morgens.

6. Einnahme mit oder ohne Nahrung

  • Diltiazem kann unabhängig von Mahlzeiten eingenommen werden. Kleine Schwankungen in der Aufnahme – relevante klinische Unterschiede sind nicht zu erwarten.
  • Für empfindlichen Magen empfiehlt sich die Einnahme nach einer Mahlzeit.
  • Tipp für österreichische Patienten: Auch bei typisch fett- und fleischreichen Hauptmahlzeiten sind keine besonderen Anpassungen nötig.

7. Wechselwirkungen

Interaktiver Stoff Risiko/Wirkung Besonderer Hinweis
Alkohol Verstärkung von Nebenwirkungen wie Blutdruckabfall Alkoholkonsum während der Einnahme meiden
Grapefruitsaft Verzögerter Abbau, erhöhtes Nebenwirkungsrisiko Grapefruitsaft vermeiden
Betablocker, Digoxin Gefahr von Bradykardie/AV-Block Kombination nur nach ärztlicher Rücksprache
Statine (z.B. Simvastatin) Erhöhte Statinspiegel Dosisanpassung kann erforderlich sein
Antiepileptika (Carbamazepin, Phenytoin) Konzentrationsänderungen bei beiden Wirkstoffen Blutspiegelkontrolle empfohlen
Makrolid-Antibiotika (z.B. Clarithromycin) Herzrhythmusstörungen möglich Vorsicht bei gleichzeitiger Anwendung

8. Zulassungsindikationen und Off-Label-Anwendung

Indikation Status Bemerkung
Hypertonie (Bluthochdruck) Offiziell zugelassen Meist als Reservemedikament, wenn andere Mittel nicht ausreichen
Chronische stabile Angina pectoris Offiziell zugelassen Alternative/Ergänzung zu Betablockern
Prinzmetal-Angina Offiziell zugelassen Besonders wirksam
Supraventrikuläre Tachykardien Teilweise zugelassen (v.a. i.v. im Spital) Notfallintervention
Vorhofflimmern/-flattern (Rhythmuskontrolle) Off-Label Nach individueller ärztlicher Entscheidung

9. Dosierung nach Indikation und Patientengruppe

Indikation/Gruppe Erwachsene Ältere Patienten Kinder/Jugendliche
Hypertonie/Angina pectoris 2× tägl. 60–90 mg oder 1× tägl. 180–360 mg Retard
Max 360 mg/Tag
Startdosis niedriger wählen (z.B. 60 mg 1× tägl.), langsam steigern Sonderfall, nur unter streng ärztlicher Kontrolle
Initial 1–2 mg/kg/d, max. 3–4 mg/kg/d
Akute Tachykardien i.v. Gabe 0,25 mg/kg
bei Bedarf nach 15 Min. wiederholen
Reduzierte Dosierung
(Überwachung unerlässlich)
Sehr selten, nur auf Intensivstation nach Rücksprache

10. Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

Häufigkeit Nebenwirkung Warnhinweis
Sehr häufig/häufig Kopfschmerzen, Schwindel, Ödeme (Beine/Füße), Müdigkeit, Magen-Darm-Beschwerden, Flush Meist milde, oft vorübergehend
Gelegentlich Bradykardie, Hypotonie, Hautausschlag Arzt informieren, bei Symptomen Therapie anpassen
Selten Herzrhythmusstörungen, AV-Block, Leberenzymanstieg, allergische Reaktionen Medikament absetzen, sofort Arztkontakt
Sehr selten Schwere Überempfindlichkeitsreaktion, Lungenödem Notfall – sofort Rettung rufen (Tel. 144)

11. Hinweise für die richtige Anwendung

  • Niemals die Dosierung eigenmächtig ändern oder absetzen!
  • Vergessene Tablette nicht nachholen, sondern regulär fortfahren.
  • Tabletten/Kapseln ganz schlucken, nicht zerkauen.
  • Blutdruck und Puls regelmäßig kontrollieren, Tagebuch führen.
  • Bei plötzlichem Schwindel, Ohnmacht, unregelmäßigem Herzschlag oder schweren Hautreaktionen: sofort Arzt informieren.
  • Im Sommer auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr und ggf. Elektrolyte achten.
  • Kombinationspräparate oder Wechsel mit anderen Medikamenten (auch rezeptfreie!) immer mit Ihrem Apotheker oder Arzt absprechen.

12. Alternative Therapieoptionen (NFZ erstattungsfähig)

  • ACE-Hemmer (z.B. Enalapril, Ramipril): Gut verträglich, weniger Flüssigkeitseinlagerungen – Vorteil bei Herzschwäche.
  • Angiotensin-Rezeptorblocker (z.B. Valsartan, Candesartan): Alternative bei ACE-Hemmer-Unverträglichkeit.
  • Thiazid-Diuretika (z.B. Hydrochlorothiazid): Besonders bei älteren Patienten nützlich, aber Elektrolyte beachten.
  • Betablocker (z.B. Bisoprolol, Metoprolol): Sehr wirksam bei KHK, Angina, Herzinsuffizienz; Vorsicht bei Asthma.
  • Andere Calciumkanalblocker (z.B. Amlodipin, Verapamil): Weniger Wirkung auf Herzrhythmus, hauptsächlich Blutdrucksenkung.

Hinweis: Die Wahl des Medikaments erfolgt immer individuell nach Vorerkrankungen, Begleitmedikation und Verträglichkeit.
Nachteile von Cardizem: Mehr Interaktionen, ungeeignet bei bestimmten Herzproblemen (Herzblock, schwere Herzinsuffizienz).

13. Rechtliche, Zulassungs- und Erstattungsinformationen in Österreich

  • Zulassung durch das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG).
  • Verschreibungspflichtig nach § 7 Arzneimittelgesetz – Abgabe nur in öffentlichen Apotheken gegen ärztliches Rezept.
  • Rezeptgebühren-Befreiung bei chronischer Therapie und Zuzahlungsbefreiung möglich.
  • Im Erstattungskodex (EKO) der Österreichischen Sozialversicherung für die zugelassenen Indikationen gelistet.
  • Registrierung im Österreichischen Pharmakovigilanzsystem – Nebenwirkungen bitte immer melden!

14. Neueste Forschung & klinische Empfehlungen (2022–2025)

  • Laut aktueller ESC-Leitlinien 2022 ist Diltiazem besonders bei chronisch-stabiler Angina und bei Unverträglichkeit von Betablockern empfohlen.
  • Metaanalysen der letzten Jahre zeigen eine gute Wirksamkeit und Sicherheit, insbesondere bei Bluthochdruck und koronarer Herzkrankheit (z.B. Deutsches Ärzteblatt, Ausgabe 19/2023).
  • Neue Studiendaten empfehlen Diltiazem in ausgewählten Fällen auch zur Rhythmuskontrolle bei Vorhofflimmern, sofern Betablocker nicht geeignet sind.
  • Sicherheitsprofil zeigt keine neuen Warnhinweise – bekannte Wechselwirkungen und Kontraindikationen bleiben bestehen.

15. Verfügbarkeit und Lieferung (inkl. Packungsgrößen & Preise)

Stärke Packungsgröße Apothekenverkaufspreis (UVP) Lieferzeit Wien Lieferzeit Graz Lieferzeit Salzburg
60 mg 60 Tabletten ca. 22,80 € sofort/1–2 Werktage 1–2 Werktage 1–3 Werktage
120 mg retard 30 Retardkapseln ca. 18,50 € sofort/1–2 Werktage 1–2 Werktage 1–3 Werktage
180 mg retard 30 Retardtabletten ca. 26,40 € sofort/1–2 Werktage 2–4 Werktage 2–4 Werktage

Erhältlich in jeder öffentlichen Apotheke.
Preise orientieren sich am Apotheken-Verkaufspreis laut Österreichischem Warenverzeichnis (Stand 2024). Zuzahlungsbefreiung je nach Sozialstatus möglich.

16. FAQ – Häufige Fragen von Patient:innen

1. Muss ich Cardizem lebenslang einnehmen?
In der Regel wird Cardizem dauerhaft zur Blutdruck- oder Anginakontrolle eingesetzt. Änderungen, Pausen oder das Absetzen erfolgen grundsätzlich nur nach ärztlicher Rücksprache.

2. Was passiert, wenn ich eine Tablette vergesse?
Nehmen Sie die nächste Dosis zum geplanten Zeitpunkt ein. Verdoppeln Sie niemals die Dosis! Sprechen Sie bei häufigen Einnahmefehlern mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

3. Darf ich Cardizem zusammen mit Betablockern einnehmen?
Nur auf ausdrückliche ärztliche Anweisung. Es besteht ein Risiko für langsamen Herzschlag und Rhythmusstörungen, insbesondere bei Patienten mit vorbestehenden Herzproblemen.

4. Wie erkenne ich Nebenwirkungen frühzeitig?
Achten Sie auf Schwellungen der Beine, ungewöhnliche Müdigkeit, niedrigen Puls, Schwindel oder Hautreaktionen. In solchen Fällen kontaktieren Sie Ihren Arzt.

5. Ist eine Anpassung bei Nieren- oder Leberfunktionsstörung erforderlich?
Ja, es kann eine Dosisanpassung nötig sein. Ihr Arzt wird dies regelmäßig überprüfen, besonders bei eingeschränkter Leberfunktion.

Diese Beschreibung ersetzt nicht die ärztliche Beratung. Für individuelle Rückfragen wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin/Ihren Arzt oder Ihre Apotheke!

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

30mg, 60mg, 90mg, 120mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill