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Losartan (Losartan potassium)

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Losartan (Losartan Kalium) ist ein Medikament zur Behandlung von Bluthochdruck und bestimmten Herzerkrankungen. Es hilft, die Blutgefäße zu entspannen und dadurch den Blutdruck zu senken. Dies kann das Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt und Nierenerkrankungen verringern. Losartan wird meist einmal täglich eingenommen. Die Dosierung legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Bitte nehmen Sie Losartan regelmäßig und wie verordnet ein.

Losartan (Losartankalium) – Umfassende Patienteninformation für Österreich

1. Grundlegende Produktinformationen

Internationaler Freiname (INN) Losartan (Losartankalium)
Handelsnamen in Österreich Losartan HEXAL®, Cosaar®, Losaprex®, Lorista®, weitere Generika
ATC-Code C09CA01
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Tabletten: 25 mg, 50 mg, 100 mg
Hersteller (Beispiele) Hexal, MSD, Sandoz, Mylan, Krka, Actavis
Verschreibungsstatus Verschreibungspflichtig

2. Wirkmechanismus

Für Patient:innen verständlich erklärt: Losartan gehört zur Arzneimittelgruppe der Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten (Sartane). Es senkt den Blutdruck, indem es die Wirkung des Hormons Angiotensin II blockiert; dieses Hormon verengt normalerweise die Blutgefäße. Mit Losartan entspannen sich die Gefäße, wodurch das Herz weniger arbeiten muss und der Blutdruck sinkt.

Für Fachpersonal: Losartan blockiert kompetitiv die Bindung von Angiotensin II an den AT1-Rezeptor im Gefäßsystem, wodurch eine Vasokonstriktion sowie die Freisetzung von Aldosteron verhindert werden. Dies führt zu einer blutdrucksenkenden und nierenprotektiven Wirkung.

3. Pharmakokinetik

  • Resorption: Nach oraler Einnahme etwa 33% Bioverfügbarkeit.
  • Metabolisierung: Hepatisch durch CYP2C9 zum aktiven Metaboliten E-3174.
  • Ausscheidung: Vorwiegend renal und biliär (Niere und über die Galle), Halbwertszeit ca. 2 Stunden (Losartan) und 6–9 Stunden (aktiver Metabolit).
  • Wirkeintritt & Dauer: Blutdrucksenkung setzt meist nach 1–2 Stunden ein und hält etwa 24 Stunden an.

4. Anwendung im Alltag & Best Practices

  • Typische Einnahme: 1-mal täglich, zur selben Tageszeit.
  • Startdosis meist 50 mg, nach Bedarf Anpassung auf 25–100 mg pro Tag durch den behandelnden Arzt/die Ärztin.
  • Nicht abrupt absetzen ohne ärztliche Rücksprache.
  • Einnahme kann mit Wasser, unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen.
  • Empfohlen ist eine Einnahme morgens oder abends – siehe Punkt 5.
  • Regelmäßige Kontrolle von Blutdruck und Nierenwerten notwendig, insbesondere bei älteren Patient:innen oder Risikopersonen.
  • Packungsbeilage und ärztliche Empfehlungen beachten!

5. Einnahmezeitpunkt: Morgens oder abends?

  • Morgens: Häufig bevorzugt bei Patient:innen, die morgens höheren Blutdruck aufweisen; kann Wachsamkeit tagsüber unterstützen.
  • Abends: Studienaussagen (u.a. HYGIA-Chronotherapy-Trial) deuten Vorteile auf bessere Blutdruckkontrolle und kardiovaskuläre Prognose hin, wenn antihypertensive Medikamente am Abend genommen werden.
  • Wichtig: Die gewählte Tageszeit sollte regelmäßig eingehalten werden.
  • Das persönliche Einnahmeschema sollte mit dem/der behandelnden Arzt/Ärztin abgestimmt werden.

6. Einnahme zu den Mahlzeiten und Ernährung

  • Losartan kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
  • Nahrungsmittel aus der österreichischen Ernährung haben keinen prägenden Einfluss auf die Wirksamkeit.
  • Hoher Konsum von kaliumreichen Lebensmitteln (Bananen, Nüsse, Kartoffeln) ist aufgrund der Gefahr einer Hyperkaliämie mit Vorsicht zu genießen, besonders bei gleichzeitiger Einnahme von kaliumsparenden Diuretika oder ACE-Hemmern.
  • Bitte achten Sie auf die Empfehlungen Ihres Kardiologen/Ihrer Kardiologin oder Ihrer Apotheke.

7. Wechselwirkungen (Interaktionen)

Interaktionspartner Mögliche Wirkungen Empfehlung
Andere blutdrucksenkende Mittel (z. B. ACE-Hemmer, Diuretika) Verstärkte Blutdrucksenkung Kombination nur nach ärztlicher Anweisung
Kaliumsparende Diuretika (z. B. Spironolacton) Erhöhtes Risiko für Hyperkaliämie Regelmäßige Kaliumkontrolle
NSAR (z. B. Ibuprofen, Diclofenac) Abgeschwächter Blutdrucksenkung, mögliche Nierenfunktionsstörung Vorsicht, ggf. Nierenkontrolle
Lithium Verstärkte Lithium-Toxizität Enge Überwachung, ggf. Lithium-Dosisanpassung
Alkohol Blutdruckabfall, Schwindel Niedrigen bis moderaten Konsum, Überwachung
Grapefruitsaft Keine klinisch relevante Interaktion bekannt Normale Ernährung möglich

8. Anwendungsgebiete (Indikationen)

Indikation Zulassungsstatus Kurzbeschreibung
Essenzielle Hypertonie (Bluthochdruck) Offiziell zugelassen Erstlinien- oder Kombinationspräparat zur Blutdrucksenkung
Chronische Herzinsuffizienz (NYHA II–IV) Offiziell zugelassen Zur Unterstützung bei Herzschwäche, besonders bei ACE-Hemmer-Unverträglichkeit
Nierenprotektion bei Hypertonie und Typ-2-Diabetes mit Proteinurie Offiziell zugelassen Verlangsamt das Fortschreiten diabetischer Nephropathie
Off-Label: Sekundärprävention nach Myokardinfarkt Fachärztlich nach individueller Nutzen-Risiko-Bewertung Wenn ACE-Hemmer kontraindiziert

9. Dosierung (nach Indikation und Patient:innengruppe)

Indikation/Personengruppe Empfohlene Startdosis Erhaltungsdosis Maximaldosis
Essenzielle Hypertonie (Erwachsene) 50 mg 1× täglich 25–100 mg 1× täglich 100 mg 1× täglich
Herzinsuffizienz 12,5 mg 1× täglich 50 mg 1× täglich 150 mg 1× täglich
Nierenprotektion bei Diabetes Typ 2 50 mg 1× täglich 100 mg 1× täglich 100 mg 1× täglich
Ältere Patient:innen (ab 65 Jahre) 25 mg 1× täglich (bei Bedarf) 25–100 mg 1× täglich 100 mg 1× täglich
Kinder (ab 6 Jahren, ≥20 kg) 0,7 mg/kg (max. 25 mg) 25–50 mg 1× täglich 50 mg 1× täglich

10. Nebenwirkungen & Sicherheit

Häufigkeit Beispiele Hinweis
Sehr häufig (≥1/10) Keine Losartan wird insgesamt gut vertragen.
Häufig (≥1/100 bis <1/10) Schwindel, niedriger Blutdruck, Hyperkaliämie, Müdigkeit, Kreislaufbeschwerden Nebenwirkungen meist mild und vorübergehend
Gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100) Nierenfunktionsstörung, orthostatische Hypotonie, Husten, Hautausschlag, Muskelschmerzen Arztbesuch bei Auftreten empfohlen
Selten (<1/1.000) Leberfunktionsstörung, Angioödem (Schwellungen), allergische Reaktionen Sofort ärztliche Hilfe suchen
  • Warnhinweise: Nicht empfohlen bei Schwangerschaft (insbesondere 2. & 3. Trimester), schwerer Leberinsuffizienz, Angioödemen in der Vorgeschichte.
  • Regelmäßige Kontrolluntersuchungen auf Nierenfunktion und Serumkalium sind essenziell, vor allem bei älteren Patient:innen und Diabetiker:innen.
  • Bei Anzeichen von schwerer Hypotonie (starker Blutdruckabfall), Schwellungen, Atemnot oder Hauterscheinungen sofort ärztliche Hilfe aufsuchen.

11. Hinweise zur korrekten Anwendung

  • Wählen Sie eine feste Einnahmezeit (morgens oder abends).
  • Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit schlucken.
  • Einnahme unabhängig von Mahlzeiten möglich—but regelmäßige Einnahme ist wichtiger als der genaue Zeitpunkt im Tagesablauf.
  • Verpasste Dosis nicht doppelt einnehmen. Stattdessen wie gewohnt fortfahren.
  • Beachten Sie die Lagerungshinweise auf der Verpackung (vor Feuchtigkeit schützen, bei Raumtemperatur lagern).
  • Fragen Sie Ihre österreichische Apotheke zu Nebenwirkungen, Einnahmeproblemen und Wechselwirkungen.
  • Verordnen Sie Losartan nicht eigenständig ab oder um: Therapieänderungen gehören immer in ärztliche Hand!

12. Alternative Behandlungsmöglichkeiten (in Österreich erstattbar)

  • ACE-Hemmer (z. B. Ramipril, Enalapril, Lisinopril): Effektiv, aber häufig Husten als Nebenwirkung.
  • Andere Sartane (z. B. Valsartan, Candesartan, Irbesartan): Vergleichbar in Wirkung und Verträglichkeit, Auswahl nach individuellen Risiken/Unverträglichkeiten.
  • Calciumantagonisten (z. B. Amlodipin): Besonders bei älteren Personen mit arterieller Hypertonie.
  • Thiazid-Diuretika (z. B. Hydrochlorothiazid): Wirksam, aber mögliche Elektrolytverschiebungen.
  • Betablocker (z. B. Bisoprolol): Besondere Indikationen; nicht für alle Patient:innen als Erstlinientherapie。

Die Auswahl hängt von Begleiterkrankungen, Verträglichkeit und ärztlicher Empfehlung ab. Alle genannten Alternativen sind im österreichischen Erstattungskatalog (Erstattung durch die Sozialversicherung) enthalten.

13. Gesetzlicher Status und Erstattung in Österreich

  • Losartan ist zugelassen durch das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG/AGES Medizinmarktaufsicht).
  • Rezeptpflichtig gemäß österreichischer Arzneimittelgesetzgebung (AMG).
  • Erstattung gemäß Erstattungskodex (EKO) der österreichischen Sozialversicherungsträger (ÖGK, SVS, BVAEB etc.).
  • Keine Selbstdispensation (Abgabe nur in öffentlichen Apotheken).
  • Registrierte Hersteller und Importeure gemäß LZG (Lizenz zur Großhandelsabgabe).

14. Aktuelle Studien & Leitlinien (2022–2025)

  • Die ESC/ESH-Leitlinien 2023 empfehlen Sartane wie Losartan bei essentieller Hypertonie, insbesondere bei ACE-Hemmer-Unverträglichkeit (Quelle: ESC/ESH Guidelines for the Management of Arterial Hypertension, 2023).
  • Neue Studiendaten (Randomisierte Studien HYVET, HYGIA) zeigen für Sartane benotable Vorteile bezüglich Kardioprotektion und Nierenprotektion (siehe "The Lancet" 2022–2024).
  • Regelmäßige Kalium- und Nierenfunktions-Kontrolle wird in allen aktuellen deutschen und europäischen Diabetes-/Hypertonie-Leitlinien ausdrücklich empfohlen.
  • Off-Label-Einsatz sollte in Österreich immer nach Nutzen-Risiko-Abwägung und sorgfältiger Dokumentation erfolgen.

15. Verfügbarkeit & Lieferung (Stand 2024)

Paketgröße Tabletten Indikativer Preis (Apotheke, EUR¹⁾ Lieferzeit in große Städte (Wien, Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck)
Kleine Packung 28 ca. 10–15 € (Erstattet/Eigenanteil: 0–6 €) 1 Werktag (Apotheken-Lager), 2–3 Werktage bei Versand
Große Packung 98 ca. 25–38 € (Erstattet/Eigenanteil: 0–12 €) 1–3 Werktage

¹⁾ Preise sind abhängig von Versicherungsstatus, Sondertarifen und Hersteller. Angaben unverbindlich.

16. FAQ: Häufig gestellte Fragen

  1. Kann ich Losartan problemlos mit Frühstück oder Abendessen einnehmen?
    Ja, Losartan kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Eine regelmäßige Einnahmezeit (z.B. immer zum Frühstück oder Abendessen) hilft jedoch, die Therapie zuverlässig durchzuführen.
  2. Was passiert, wenn ich eine Einnahme vergessen habe?
    Nehmen Sie die vergessene Tablette nicht nachträglich doppelt ein, sondern setzen Sie die Behandlung zur gewohnten Zeit fort. Sprechen Sie bei Unsicherheiten mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin oder Apotheker:in.
  3. Kann ich während der Behandlung Alkohol trinken?
    Gelegentlicher, moderater Konsum ist meist unbedenklich, kann aber die blutdrucksenkende Wirkung verstärken und gelegentlich Schwindel verursachen. Klären Sie risikoreiche Mengen individuell mit dem Fachpersonal ab.
  4. Wie oft sollten Blutwerte kontrolliert werden?
    Vor allem zu Beginn der Therapie und bei Risikogruppen (ältere Patient:innen, Niereninsuffizienz, Diabetiker:innen) sollten Nierenfunktion, Elektrolyte (insb. Kalium), Blutdruck und ggf. Kreatinin regelmäßig (z.B. alle 3–6 Monate) überprüft werden.
  5. Was tun bei Nebenwirkungen?
    Leichte Nebenwirkungen (z.B. Schwindel bei schnellem Aufstehen) verschwinden oft nach kurzer Zeit. Sobald schwere allergische Reaktionen (z.B. Schwellungen, Hautreaktionen oder Atemnot) auftreten, ist umgehend ein Arzt/eine Ärztin zu konsultieren!

Quellen

  • Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG); www.basg.gv.at
  • Österreichischer Erstattungskodex (EKO)
  • ESC/ESH Leitlinien 2023
  • Fachinformation Losartan (Hexal, MSD, 2024)
  • The Lancet, 2022–2024
  • Apothekenkammer Österreich

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

25mg, 50mg, 100mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill