Beloc (Metoprolol) – Patienteninformation für Österreich
Grundlegende Produktinformationen
| Wirkstoff (INN) | Metoprolol |
| Markenname (Österreich) | Beloc, Beloc-Zok®, Preductal® Metoprolol Generika, diverse andere |
| ATC-Code | C07AB02 (Metoprolol) |
| Verfügbare Darreichungsformen | Tabletten, Retardtabletten, Injektionslösung |
| Typische Stärken | 25 mg, 50 mg, 100 mg, 200 mg |
| Hersteller (Österreich) | AstraZeneca, Generikahersteller (z. B. Sandoz, Ratiopharm) |
| Verschreibungsstatus | Rezeptpflichtig |
Wirkmechanismus
Für Betroffene erklärt:
Beloc (Metoprolol) ist ein sogenannter β-Blocker. Das bedeutet, es hilft dabei, das Herz zu schützen und zu entlasten, indem es die Wirkung von Stresshormonen wie Adrenalin blockiert. Dadurch schlägt das Herz ruhiger und gleichmäßiger, und der Blutdruck sinkt.
Für Fachkreise:
Metoprolol ist ein selektiver β1-Rezeptoren-Blocker ohne intrinsische sympathomimetische Aktivität. Es vermindert die myokardiale Sauerstoffaufnahme, senkt die Herzfrequenz, das Schlagvolumen sowie den Blutdruck und schützt das Herz vor kardialen Arrhythmien.
Pharmakokinetik
- Resorption: Metoprolol wird nach oraler Einnahme gut aus dem Magen-Darm-Trakt aufgenommen. Die Bioverfügbarkeit liegt zwischen 30–50 % (First-Pass-Effekt).
- Metabolismus: Hauptsächlich hepatisch (Leber), CYP2D6 ist das wichtigste Enzym.
- Elimination: Hauptsächlich renal; nur ein kleiner Teil wird unverändert ausgeschieden.
- Wirkdauer: 6–12 Stunden (Kurzzeitformen), bis zu 24 Stunden (Retardformen z. B. Beloc-Zok®).
Anwendung im Alltag & bewährte Vorgehensweisen
In Österreich wird Metoprolol häufig zur Langzeitbehandlung eingesetzt. Die Einnahme sollte stets zur gleichen Tageszeit erfolgen, um eine kontinuierliche Wirkung und optimale Blutdruckkontrolle sicherzustellen.
- Typische Startdosis: 50–100 mg täglich, abhängig von Indikation und Verträglichkeit
- Tabletten sollten mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. Wasser) geschluckt werden.
- Die Anweisung des behandelnden Arztes ist zwingend einzuhalten!
- Retardtabletten dürfen nicht zerkleinert oder geteilt werden, da sie sonst schneller wirken, als vorgesehen.
- Wiederauffüllung rechtzeitig planen: In Österreich kann die Verschreibung und Abholung in Apotheken mittlerweile teilweise auch elektronisch erfolgen.
Einnahme morgens vs. abends
| Vorteile | Nachteile | |
|---|---|---|
| Morgens | Hält Tagesblutdruck stabil, günstiger bei morgendlicher Hypertonie | Anfangs evtl. Müdigkeit am Vormittag |
| Abends | Reduziert Risiko nächtlicher Hypertonie; günstig bei nächtlichen Herzrhythmusstörungen | Evtl. verstärkte Müdigkeit vor dem Schlafen, Harndrang |
Tipp: Wichtiger als die Uhrzeit ist die Regelmäßigkeit. Einnahme täglich zum selben Zeitpunkt, angepasst an Ihren Tagesrhythmus – so wird die Wirkung optimal.
Mit oder ohne Nahrung? (Essgewohnheiten in Österreich)
Sie können Metoprolol unabhängig von den Mahlzeiten einnehmen. Allerdings ist die Aufnahme bei Einnahme mit fettreichen Speisen leicht verzögert. In Österreich wird empfohlen, Metoprolol gleichbleibend – vorzugsweise nach einer kleinen Mahlzeit (z. B. Frühstück, Jause) – einzunehmen, um Unverträglichkeiten (Magenbeschwerden) zu vermeiden.
- Bei empfindlichem Magen: Einnahme nach dem Essen ist oft angenehmer.
- Wichtige österreichische Hinweise: Durchschnittliche Ernährungsweise mit Brot, Wurst, Käse beeinträchtigt die Wirkung nicht signifikant. Alkohol sollte gemieden werden.
Wechselwirkungen (Interaktionen)
| Interaktionspartner | Effekt | Empfehlung |
|---|---|---|
| Alkohol | Verstärkung von Blutdrucksenkung und Müdigkeit | Nur in Maßen, evtl. ganz meiden |
| andere Blutdruckmedikamente (ACE-Hemmer, Diuretika, Kalziumantagonisten) | Verstärkte Blutdrucksenkung, Gefahr von Bradykardie | Sorgfältige ärztliche Überwachung nötig |
| Insulin, orale Antidiabetika | Können Warnzeichen einer Hypoglykämie verschleiern | Besonders aufmerksam bei Diabetes |
| MAO-Hemmer, Antidepressiva | Verstärkte Wirkung bis zur Hypotonie | Dosisanpassung möglich |
| FOOD: Lakritze, Grapefruit | Grapefruit kann verstoffwechselnde Enzyme hemmen, Lakritze kann Nebenwirkungen verstärken | Grapefruit meiden, Lakritze nur gelegentlich |
Indikationen (Anwendungsgebiete)
| Indikation | Zugelassen (AT) | Off-Label |
|---|---|---|
| Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck) | ja | - |
| Koronare Herzkrankheit (KHK), Angina pectoris | ja | - |
| Chronische Herzinsuffizienz (stabil) | ja | - |
| Herzrhythmusstörungen (Tachykardien) | ja | - |
| Prävention nach Herzinfarkt | ja | - |
| Migräneprophylaxe | - | ja |
| Behandlung bei Schilddrüsenüberfunktion (symptomatisch) | - | ja |
| Angst- oder Stresssymptome | - | ja |
Dosierung je nach Indikation
| Indikation | Erwachsene | Ältere Patienten | Pädiatrie* |
|---|---|---|---|
| Bluthochdruck | 50–100 mg 1× täglich (Retard); ggf. steigern | Start mit 25–50 mg, Dosis anpassen | 1–2 mg/kg/Tag, aufgeteilt |
| Herzinsuffizienz | 12,5–25 mg initial, Steigerung bis 200 mg | Startdosis halbieren | Nur nach ärztlicher Anweisung |
| Migräneprophylaxe (off-label) | 50–100 mg 1× täglich | Start mit niedriger Dosis | Nach Rücksprache mit Kinderarzt |
| Akute Tachykardie (i.v.) | 5 mg langsam i.v., ggf. Wiederholung | Geg. Dosis reduzieren | Nur stationär/ärztlich |
* Metoprolol ist für Kinder nur für bestimmte Indikationen und nach Facharzt-Empfehlung geeignet.
Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen
- Sehr häufig (≥10%): Müdigkeit, Schwindel, verlangsamter Herzschlag (Bradykardie)
- Häufig (1–10%): Kopfschmerzen, kalte Hände/Füße, Magenbeschwerden, Übelkeit, Durchfall
- Gelegentlich (0,1–1%): Depression, Schlafstörungen, Kurzatmigkeit, verstärkte Allergien
- Selten (<0,1%): Störungen der Leberfunktion, schwere Herzfunktionsstörungen
- Sehr selten (<0,01%): Halluzinationen, verstärkte Asthmasymptome
Warnhinweise:
Bei Asthma, schweren Durchblutungsstörungen, akuter Herzinsuffizienz, Zuckerkrankheit (Diabetes) oder Schuppenflechte (Psoriasis) nur nach sorgfältiger Abklärung anwenden!
Hinweise zur richtigen Anwendung (Apotheken-& Praxisempfehlung für Österreich)
- Nie eigenständig die Dosis verändern oder absetzen! Entzug kann zu schweren Herzproblemen führen.
- Metoprolol ist nicht zur Behandlung von akuten Schmerzen oder Angstattacken gedacht.
- Vor Operationen und Zahnarztbesuchen dem behandelnden Arzt mitteilen, dass Sie Metoprolol einnehmen.
- Bei geplanten Impfungen (z. B. COVID-19, Grippe), Einnahme unverändert fortführen.
- Regelmäßige Kontrolluntersuchungen (Blutdruck, Puls, ggf. EKG oder Blutwerte) sind wichtig.
- In der heißen Jahreszeit (Sommer in Österreich): Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten und bei Schwindel langsam aufstehen.
- Tabletten immer trocken und bei Raumtemperatur, außerhalb der Reichweite von Kindern lagern.
Alternative Therapieoptionen (in Österreich erstattbar laut NFZ)
- Andere Betablocker: Bisoprolol, Atenolol, Carvedilol, Nebivolol
- Weitere Blutdrucksenker: ACE-Hemmer (Ramipril, Enalapril), Sartane (Losartan, Valsartan), Kalziumantagonisten, Diuretika
- Kurzbewertung:
- Metoprolol: günstig bezüglich Kopfschmerzen/Migräne, variabler Einsatz
- Bisoprolol: längere Wirkdauer, weniger zentrale Nebenwirkungen
- Carvedilol: zusätzlich gefäßerweiternd, Vorteil bei Herzinsuffizienz
- Atenolol: Ausscheidung unverändert renal, weniger geeignet bei Niereninsuffizienz
- Alle genannten Wirkstoffe sind grundsätzlich erstattbar (NFZ), erfordern aber ein gültiges Rezept!
Rechtlicher Status, Registrierung & Kostenübernahme in Österreich
| Registrierungsbehörde | AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) |
| Rechtlicher Status | Rezeptpflichtig (abzugeben nur nach ärztlicher Verschreibung) |
| Kostenübernahme | Kosten werden von österreichischen Krankenkassen (NFZ) übernommen (erstattungsfähig). |
| Packungsgrößen | Blister mit 30, 60 oder 100 Tabletten (je nach Stärke und Anbieter) |
Neueste Forschung & Leitlinien (Stand 2022–2025)
- Die aktuellen ESC/ESH Leitlinien zur Behandlung der Hypertonie (2023) bestätigen die zentrale Rolle von Betablockern wie Metoprolol, insbesondere bei Herzerkrankungen, nach Herzinfarkt und bei bestimmten Formen der Herzinsuffizienz.
- Laut Arzneimitteltherapie 2024 ist Metoprolol weiterhin Mittel der Wahl für Herzschutz und Rhythmusstabilisierung. Die Bedeutung der personalisierten Dosierung nach CYP2D6-Polymorphismus wird untersucht (noch nicht Routine).
- Für spezielle Patientengruppen (z. B. ältere Menschen, multimorbide Patienten) sind niedrige Startdosen empfohlen.
- Im Rahmen der digitalen Gesundheitsversorgung in Österreich kann Metoprolol bereits über E-Rezept verschrieben werden.
Verfügbarkeit & Lieferung
| Stärke/Packung | Preisspanne (EUR)* | Lieferzeit Wien | Lieferzeit Graz | Lieferzeit Innsbruck |
|---|---|---|---|---|
| 25 mg, 30 Tbl. | ca. 6–9 € | 1 Tag | 1–2 Tage | 2 Tage |
| 50 mg, 60 Tbl. | ca. 10–15 € | 1 Tag | 1–2 Tage | 2 Tage |
| 100 mg, 100 Tbl. | ca. 16–24 € | 1 Tag | 1–2 Tage | 2 Tage |
* Die tatsächlichen Preise können abhängig von Apotheke und Zuzahlung variieren. Mit E-Card in Österreich oft nur Rezeptgebühr, ca. 7 €.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
- Darf ich Beloc (Metoprolol) plötzlich absetzen?
Nein! Ein plötzlicher Abbruch kann zu schweren Herzproblemen, z. B. Angina pectoris, Herzinfarkt oder lebensgefährlichen Rhythmusstörungen, führen. Sprechen Sie immer zuerst mit Ihrem Arzt! - Kann ich Alkohol trinken, wenn ich Metoprolol einnehme?
Alkohol sollte nur in geringen Mengen und mit Vorsicht konsumiert werden, da die blutdrucksenkende und beruhigende Wirkung verstärkt werden kann. - Was mache ich, wenn ich eine Dosis vergesse?
Holen Sie die Einnahme nach, sobald Sie es merken. Ist die nächste Einnahme schon bald, überspringen Sie die vergessene Tablette – nie die doppelte Dosis nehmen! - Kann Beloc (Metoprolol) Gewichtszunahme verursachen?
Eine leichte Gewichtszunahme durch Flüssigkeitseinlagerung ist selten möglich. Regelmäßiges Wiegen und Bewegung werden empfohlen. - Darf ich Metoprolol zusammen mit Nahrungsergänzungsmitteln einnehmen?
Grundsätzlich ja, aber bitte lassen Sie sich in der Apotheke oder beim Arzt zu eventuellen Wechselwirkungen beraten (z. B. Kalium, Magnesium, Johanniskraut).
Weitere Fragen?
Für weiterführende Informationen und persönliche Beratung wenden Sie sich bitte an Ihr Apothekenteam oder Ihren Hausarzt in Österreich.

