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Amiloride

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Amilorid ist ein harntreibendes Medikament, das zur Behandlung von Bluthochdruck und bestimmten Formen von Wassereinlagerungen (Ödemen) eingesetzt wird. Es hilft dabei, überschüssiges Salz und Wasser über die Nieren auszuscheiden, während gleichzeitig der Kaliumspiegel im Körper erhalten bleibt. Ihr Arzt wird die richtige Dosierung für Sie festlegen und regelmäßig Kontrolluntersuchungen empfehlen, um Nebenwirkungen zu vermeiden. Bitte nehmen Sie Amilorid nur nach ärztlicher Anweisung ein.

Amilorid: Umfassende Patienteninformation für Österreich

Basisinformationen zum Medikament

Wirkstoff (INN) Amilorid
Handelsnamen in Österreich Midamor®, Moduretic® (Kombinationspräparat Amilorid + Hydrochlorothiazid), diverse Generika
ATC-Code C03DB01
Verfügbare Darreichungsformen und Wirkstärken Tabletten zu 5 mg (Einzelpräparat und Kombinationspräparat mit Hydrochlorothiazid)
Herausgebende pharmazeutische Unternehmen MSD, diverse Generika-Anbieter
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (verschreibungspflichtig nach österreichischem Arzneimittelgesetz, AMG)

Wirkmechanismus (einfach & für Fachleute)

Für Patient:innen verständlich: Amilorid gehört zur Gruppe der kaliumsparenden Diuretika („Wassertabletten“). Es hilft dem Körper, überschüssiges Wasser und Salz (Natrium) über die Nieren auszuscheiden, ohne dass dabei zu viel Kalium verloren geht. Dadurch wird unter anderem der Blutdruck gesenkt und das Herz entlastet.
Für Fachpersonal: Amilorid blockiert selektiv den epithelialen Natriumkanal (ENaC) im distalen Tubulus der Niere und hemmt somit die Rückresorption von Natrium. Durch Wegfall der Natriumaufnahme wird der durch Aldosteron vermittelte Kaliumverlust gehemmt. Dies führt zu einer mäßigen, aber kaliumsparenden Diurese.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Die orale Bioverfügbarkeit liegt bei ca. 15–25%.
  • Verstoffwechselung: Amilorid wird kaum metabolisiert.
  • Ausscheidung: Hauptsächlich unverändert über die Nieren (renal); ca. 50% innerhalb von 24 Stunden.
  • Wirkdauer: Wirkungseintritt nach 2–4 Stunden, Wirkdauer 12–24 Stunden.

Anwendung im Alltag & Empfehlungen (Deutschland/Österreich)

  • Typische Tagesdosis: 5–10 mg Amilorid täglich (meist in Kombination mit anderen Diuretika)
  • Tabletten sollen mit ausreichend Flüssigkeit unzerkaut eingenommen werden.
  • Regelmäßige Einnahme zur selben Tageszeit verbessert die Wirkung und Verträglichkeit.
  • Amilorid wird primär bei Bluthochdruck (arterielle Hypertonie), Herzinsuffizienz & Ödemen verschrieben.

Praktischer Hinweis: Viele Patient:innen erhalten Amilorid in Kombination mit anderen Diuretika, weil dies die Nebenwirkungen reduziert und die Wirkung verstärkt.

Dosierung: Morgens vs. abends

  • Morgens: Verhindert nächtlichen Harndrang; empfohlen bei den meisten Anwendungen.
  • Abends: Nur in Ausnahmen sinnvoll (z. B. bei geteilten Dosierungen nach ärztlicher Anweisung), jedoch erhöhtes Risiko für nächtliche Toilettengänge.
  • Tipp: Die regelmäßige, feste Einnahme verbessert den Erfolg und verringert Nebenwirkungen.

Einnahme zu den Mahlzeiten oder nüchtern

Amilorid kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Einige Patient:innen berichten von einer besseren Verträglichkeit bei Einnahme zu oder nach dem Frühstück. Im deutschen/österreichischen Alltag – mit einem ausgewogenen Frühstück (zum Beispiel Brot, Müsli, Joghurt) – gibt es keine strengen Vorgaben. Auf eine ausgewogenen, kaliumarme Ernährung sollte geachtet werden, um eine Hyperkaliämie zu vermeiden.

Wechselwirkungen: Warnhinweise zu Nahrungsmitteln, Alkohol und anderen Arzneimitteln

Interaktionspartner Risiko / Effekt Empfehlung
ACE-Hemmer (z.B. Ramipril, Enalapril) Erhöhtes Risiko für Hyperkaliämie (zu hoher Kaliumspiegel) Regelmäßige Kaliumkontrollen erforderlich
Kaliumpräparate/Kaliumreiche Ernährung (Bananen, Trockenfrüchte) Gefahr der Hyperkaliämie Kaliumaufnahme begrenzen
NSAR (Ibuprofen, Diclofenac) Abschwächung der Diurese, Nierenbelastung Nur nach ärztlicher Rücksprache
Alkohol Verstärkte Kreislaufbelastung, Blutdruckabfall möglich Alkoholkonsum einschränken
Andere Diuretika/Entwässerungsmittel Verstärkung oder Änderung der Effekte Nur unter ärztlicher Kontrolle

Indikationen (offiziell & Off-Label)

Indikation Zugelassen in Österreich Off-label
Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) Ja
Herzinsuffizienz (chronische Herzschwäche) Ja
Ödeme (Wasseransammlungen, z. B. bei Nierenerkrankungen) Ja
Verhinderung/Behandlung von Diuretika-induziertem Kaliummangel Ja (in Kombination)
Diagnostik Hyperaldosteronismus Gelegentlich

Dosierung nach Indikation und Patientengruppe

Indikation/Gruppe Empfohlene Dosierung Hinweise
Erwachsene 5–10 mg/Tag (einzeln oder in Kombination) Max. 20 mg/Tag empfohlen
Ältere Patient:innen Anfangs 2,5 mg/Tag (wenn verfügbar), dann Steigerung nach Bedarf Verstärkte Prüfungen der Nierenfunktion & Kaliumwert
Kinder Nicht zugelassen; off-label nach strenger ärztlicher Prüfung (Spezialfall) Nur in spezialisierten Zentren

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

Sehr häufig/häufig (>1 %) Selten (<1 %) Hinweise/Warnungen
Hyperkaliämie (zu viel Kalium im Blut), Kopfschmerzen, Übelkeit, leichter Blutdruckabfall, Magen-Darm-Beschwerden Verwirrtheit, Muskelkrämpfe, EKG-Veränderungen, allergische Reaktionen Regelmäßige Laborkontrollen (Kalium, Nierenwerte), besonders bei älteren Patient:innen und gleichzeitiger Einnahme von ACE-Hemmern/ARBs

Empfehlungen für die richtige Anwendung (Apotheken-/Kliniktipps, Österreich-Fokus)

  • Niemals eigenständig die Dosis verändern oder absetzen – immer Rücksprache mit Ärztin/Arzt halten.
  • Auch bei guter Verträglichkeit regelmäßige Blut- und Nierenwert-Kontrollen vereinbaren (meist 1–2x/Jahr über Hausärzt:in).
  • Informieren Sie Ihre Ärztin/Ihren Arzt über alle anderen Medikamente (auch rezeptfreie und pflanzliche).
  • Viel trinken: 1,5–2 l pro Tag – es sei denn, Ihr:e Ärzt:in empfiehlt eine Einschränkung.
  • Wassereinlagerungen, Schwäche oder Herzrhythmusstörungen umgehend melden.
  • Medikament stets außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
  • Die Einnahme niemals mit Grapefruitsaft kombinieren. Dieser kann, wie auch bei anderen Medikamenten, die Wirkung beeinflussen.

Alternative Therapieoptionen (NFZ-erstattete Medikamente; Vor-/Nachteile)

  • Hydrochlorothiazid (HCT): Klassisches Diuretikum, höhere Wirkung auf Wasserausscheidung, jedoch höheres Risiko für Kaliummangel.
  • Spironolacton: Ebenfalls kaliumsparendes Diuretikum; zusätzliche antiandrogene Wirkung – häufiger bei Herzinsuffizienz.
  • Eplerenon: Selektiver Mineralkortikoid-Rezeptor-Antagonist, geringeres Nebenwirkungsrisiko als Spironolacton.
  • Furosemid: Schleifendiuretikum, bei schweren Ödemen/Herzinsuffizienz, rasch wirksam, jedoch stark kaliumsenkend.

Vorteile von Amilorid: Geringeres Risiko für Kaliummangel, geeignet für Patient:innen, die auf andere Diuretika empfindlich reagieren.
Nachteile: Nicht so stark entwässernd wie andere Diuretika, Risiko für Hyperkaliämie bei unsachgemäßer Anwendung.

Rechtliche, Registrierungs- und Erstattungsstatus in Österreich

  • Amilorid ist in Österreich von der AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) zugelassen und unterliegt der Verschreibungspflicht.
  • Die Erstattung erfolgt über die Österreichische Sozialversicherung (SV) im Rahmen der geltenden Erstattungslisten.
  • Verwendung nur nach ärztlicher Verordnung – keine Selbstmedikation erlaubt.
  • Im Österreichischen Register für Arzneimittel (Österreichisches Arzneimittelregister) gelistet.

Aktuelle Studien & klinische Leitlinien (2022–2025; Literaturbezug)

  • Die ESC-Leitlinien (European Society of Cardiology) 2023 empfehlen kaliumsparende Diuretika wie Amilorid zur Prävention von Kaliummangel, insbesondere bei gleichzeitiger Therapie mit Thiazid-Diuretika. (ESC Guidelines on Management of Arterial Hypertension, 2023)
  • Laut Deutscher Hochdruckliga (2024) soll Amilorid vorrangig als Zusatzbehandlung eingesetzt werden, wenn andere Diuretika zu Kaliummangel führen oder kontraindiziert sind.
  • In der österreichischen Praxis wird Amilorid oft in Kombination mit Hydrochlorothiazid verschrieben (Moduretic®), um Nebenwirkungen zu vermeiden.
  • Wissenschaftliche Übersichten (z. B. „Diuretica-Update 2023“ in Österreichische Ärztezeitung) bestätigen eine anhaltend gute Wirksamkeit und Verträglichkeit von Amilorid für spezielle Patient:innengruppen.

Verfügbarkeit und Lieferzeiten

Paketgröße Unverbindlicher Apothekenpreis (€) Lieferzeit - Wien Lieferzeit - Graz Lieferzeit - Linz/Salzburg
30 Tabletten (5 mg) ca. 17–22 € in der Regel Lagerware; 1 Tag 1–2 Werktage 1–2 Werktage
90 Tabletten (5 mg) ca. 43–55 € meist verfügbar; 1 Tag 1–2 Werktage 1–2 Werktage
Moduretic® 30 Tabletten (5 mg/50 mg) ca. 16–24 € verfügbar; 1 Tag 1–2 Werktage 1–2 Werktage

FAQ: Häufige Fragen zu Amilorid

  • Wie schnell wirkt Amilorid und wann setzt die Wirkung ein?
    Die Wirkung tritt meist 2–4 Stunden nach Einnahme ein und hält etwa 12–24 Stunden an.
  • Kann ich mit Amilorid Sport machen oder arbeiten?
    Ja. Spürbare Einschränkungen sind selten. Bei Schwindel oder Schwächegefühlen sollten Sie langsam aufstehen, insbesondere aus dem Sitzen oder Liegen.
  • Darf ich Amilorid während Schwangerschaft oder Stillzeit einnehmen?
    Amilorid sollte in Schwangerschaft und Stillzeit nur nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt eingesetzt werden, in den meisten Fällen wird es jedoch vermieden.
  • Kann ich meine Ernährung wie gewohnt beibehalten?
    Meist ja, jedoch wird empfohlen, kaliumreiche Lebensmittel einzuschränken; Ihr:e Ärzt:in oder Apotheker:in kann Sie speziell beraten.
  • Was muss ich tun, wenn ich eine Einnahme vergessen habe?
    Nehmen Sie die Tablette, sobald Sie es bemerken. Ist es jedoch bald Zeit für die nächste Dosis, lassen Sie die vergessene Tablette aus – niemals die doppelte Dosis einnehmen!

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

5mg

Paket: No selection

100 pill, 200 pill, 300 pill