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Prandin (Repaglinide)

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-17%
Prandin enthält den Wirkstoff Repaglinid und wird zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt. Es hilft, den Blutzuckerspiegel nach den Mahlzeiten zu senken, indem es die Insulinausschüttung der Bauchspeicheldrüse anregt. Prandin wird üblicherweise direkt vor den Hauptmahlzeiten eingenommen. Die genaue Dosierung bestimmt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt individuell für Sie. Eine ausgewogene Ernährung und Bewegung unterstützen die Wirkung von Prandin optimal.

Prandin (Repaglinid) – Umfassende Produktinformation für Patient*innen in Österreich

Basisinformationen zum Medikament

Wirkstoff (International Nonproprietary Name, INN) Repaglinid
Handelsnamen in Österreich Prandin®, NovoNorm®
ATC-Code A10BX02
Verfügbare Darreichungsformen und Stärken Tabletten zu 0,5 mg, 1 mg, 2 mg
Hersteller Novo Nordisk, diverse Generikahersteller
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (in Österreich)

Wirkmechanismus

Für Patient*innen: Repaglinid hilft Menschen mit Typ-2-Diabetes, ihren Blutzuckerspiegel zu senken. Es wirkt, indem es die Bauchspeicheldrüse anregt, mehr Insulin freizusetzen – besonders rasch nach dem Essen.
Für Fachkreise: Repaglinid, ein Glinid, bindet an β-Zellen der Pankreas und reguliert ATP-abhängige Kaliumkanäle (KATP-Kanal), was zu einer gesteigerten Insulinsekretion in Glukose-abhängiger Weise führt. Die Wirkung hält kurzfristig an, was eine flexible, mahlzeitenorientierte Gabe ermöglicht.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Rasche Aufnahme im Darm, maximale Blutspiegel nach ~1 Stunde
  • Metabolisierung: Hauptsächlich in der Leber über CYP3A4/-8
  • Ausscheidung: Über die Galle und zu einem geringen Teil über die Nieren
  • Wirkdauer: Kurz, etwa 4–6 Stunden

Alltag & Therapiepraxis

  • Empfohlene Anfangsdosis für Erwachsene: 0,5 mg vor jeder Hauptmahlzeit. Die Dosis kann vom Arzt individuell erhöht werden, meist auf 1–2 mg pro Mahlzeit, maximal 16 mg/Tag.
  • Die Einnahme erfolgt unmittelbar (bis max. 30 Minuten) vor jeder Mahlzeit.
  • Gibt es keine Mahlzeit, darf die Tablette nicht eingenommen werden.
  • Regelmäßige ärztliche Kontrolle des Blutzuckers ist wichtig.
  • Ideal bei flexiblen, unregelmäßigen Essenszeiten oder bei häufiger Verlagerung der Mahlzeiten (z.B. im Schichtdienst).

Morgens oder abends einnehmen?

  • Vorteile am Morgen: Vor dem Frühstück, hilft morgendlichen Blutzuckerspitzen vorzubeugen.
  • Vorteile abends: Bei spätem Abendessen kann gezielt eine Tablette genommen werden.
  • Hinweis: Einnahme sollte vor jeder Hauptmahlzeit geschehen, nicht „einmal täglich“ wie bei anderen Präparaten. Regelmäßigkeit vor den Mahlzeiten senkt das Hypoglykämierisiko.

Mit oder ohne Essen?

  • Idealer Einnahmezeitpunkt: 15 Minuten (bis maximal 30 Minuten) vor einer Hauptmahlzeit.
  • Bei Einnahme ohne anschließende Nahrung steigt das Risiko einer Unterzuckerung (Hypoglykämie).
  • In österreichischen Ernährungsgewohnheiten mit mehreren Hauptspeisen pro Tag ist Repaglinid flexibel einsetzbar.
  • Achtung: Kein Essen–keine Tablette!

Wechselwirkungen – Vorsicht bei Kombinationen!

Substanz/Gruppen Interaktion/Risiko Empfehlung
Alkohol Kann Blutzuckersenkung verstärken; Hypoglykämiegefahr Alkoholkonsum einschränken
Makrolid-Antibiotika (z.B. Clarithromycin) Hemmung des Abbaus, erhöhte Wirkung Blutzucker engmaschig überwachen
Azetylsalicylsäure (ASS), NSAR Blutzuckersenkende Wirkung kann verstärkt werden Anpassung der Dosis durch Arzt möglich
Beta-Blocker Warnsymptome für Hypoglykämie können verschleiert werden Besondere Vorsicht, Blutzuckerselbstkontrolle
Antimykotika (z.B. Itraconazol) Erhöhter Repaglinid-Spiegel, Hypoglykämierisiko Ärztlich abklären
Johanniskraut Beschleunigter Abbau, geringere Wirkung Vermeiden oder Überwachung

Zugelassene und Off-Label-Indikationen

Indikation Status Bemerkung
Typ-2-Diabetes (Erwachsene) Zugelassen Bei ungenügender glykämischer Kontrolle unter Diät/Bewegung
Kombination mit Metformin Zugelassen Adjuvante Therapieoption
Kinder/Jugendliche unter 18 Jahren Off-Label Nicht ausreichend untersucht, nur nach Rücksprache mit Spezialisten

Dosierung nach klinischer Indikation und Altersgruppe

Patientengruppe Anfangsdosis Maximaldosis Bemerkungen
Erwachsene 0,5 mg je Hauptmahlzeit 16 mg/Tag Dosisanpassung alle 1–2 Wochen möglich
Ältere Patienten (>75 J.) 0,5 mg je Hauptmahlzeit Niedrige Dosis bevorzugen, engmaschige Kontrolle Erhöhtes Hypoglykämierisiko beachten
Kinder/Jugendliche Keine Empfehlung - Anwendung im Einzelfall (Off-Label)

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
  • Hypoglykämie (Unterzuckerung) – Symptome: Zittern, Schwitzen, Heißhunger, Schwindel
  • Verdauungsbeschwerden – z.B. Übelkeit, Durchfall
Seltener:
  • Allergische Hautreaktionen
  • Leberenzym-Erhöhungen
  • Sehbeeinträchtigungen zu Therapiebeginn
Warnhinweise:
  • Hypoglykämierisiko besonders hoch bei unregelmäßigen Essenszeiten, Verzicht auf Mahlzeiten, hoher körperlicher Aktivität oder Alkoholgenuss
  • Bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion nur nach ärztlicher Rücksprache anwenden

Richtige Anwendung – Tipps aus der Apotheke für Österreich

  • Tablette kurz vor dem Essen nehmen – regelmäßig, immer dabei haben
  • Keine Einnahme ohne geplante Mahlzeit!
  • Blutzucker regelmäßig messen, Tagebuch führen
  • Bei Anzeichen von Unterzucker sofort Traubenzucker, Saft o.ä. einnehmen
  • Ärztliche Überprüfung der Medikation, besonders bei anderen neuen Medikamenten oder veränderten Lebensumständen
  • Im Notfall stets einen Zuckerausweis/Diabetes-Pass mitführen

Alternativen – Vergleich kurz & übersichtlich

  • Metformin (Standard): Gut verträglich, keine Hypoglykämien, Gewichtsneutral, kann Magen-Darm-Nebenwirkungen verursachen.
  • SGLT2-Hemmer: Moderne Therapie, Gewichtsabnahme, günstiger Effekt auf das Herz-Kreislauf-System, aber teurer und Risiko für Harnwegsinfektionen.
  • DPP-4-Inhibitoren ("Gliptine"): Gut verträglich, neutral bezüglich Gewicht, niedrige Hypoglykämiegefahr, aber eingeschränkt bei Niereninsuffizienz.
  • GLP-1-Analoga: Injektion, fördern Gewichtsabnahme, bei Herz-Kreislauf-Risikopatienten bevorzugt, kostenintensiver.
  • Sulfonylharnstoffe (z.B. Glibenclamid): Ähnlicher Effekt auf die Insulinsekretion, aber längere Wirkung und höheres Risiko für Hypoglykämien.

Alle genannten Medikamente sind in Österreich erstattungspflichtig und über Apotheken erhältlich.

Rechtlicher Status, Registrierung, Erstattung

  • Prandin (Repaglinid) ist in Österreich von der AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) registriert.
  • Rezeptpflichtig – Abgabe ausschließlich auf ärztliche Verschreibung.
  • Kassenleistung: Repaglinid wird bei Typ-2-Diabetes nach Scheitern von Diät + Metformin von allen Sozialversicherungsträgern (ÖGK, BVAEB, SVS) erstattet.
  • Nicht zur Initialtherapie geeignet, sondern als Zweitlinientherapie nach Metformin oder in Kombination laut nationalen Leitlinien.

Aktuelle Studien und Empfehlung (2022–2025)

Laut den Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) Leitlinien 2023 und der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG) bleibt Repaglinid eine Option bei Unverträglichkeit oder Kontraindikation von Metformin. Kürzlich publizierte Studien (z.B. Lancet Diabetes Endocrinol. 2024; Diabetologia 2023) zeigen, dass Repaglinid ähnlich effektiv wie Sulfonylharnstoffe ist, jedoch ein etwas geringeres Risiko für schwere Hypoglykämien und keinen Anstieg des kardiovaskulären Risikos aufweist.
Die Individualisierung der Therapie steht im Vordergrund. Moderne Kombinationsstrategien (mit SGLT2-Inhibitoren, GLP-1-Analoga) werden zunehmend empfohlen.

Packungsgrößen, Verfügbarkeit, Preise & Lieferzeiten

Packungsgröße Inhalt Unverbindlicher Apothekenpreis* Übliche Lieferzeit Wien Übliche Lieferzeit Graz Übliche Lieferzeit Innsbruck
Klein 30 Tabletten ca. 22–28 € 1 Werktag 2 Werktage 2 Werktage
Mittel 90 Tabletten ca. 62–70 € 1 Werktag 2 Werktage 2–3 Werktage
Groß 120 Tabletten ca. 82–95 € 1 Werktag 2 Werktage 2–3 Werktage

*Preise können regional und zwischen Apotheken variieren; Stand: Juni 2024.

FAQ – Häufige Patientenfragen

  1. Was passiert, wenn ich eine Dosis Prandin vergessen habe?
    Nehmen Sie die Tablette nur, wenn Sie vorhaben bald zu essen. Haben Sie die Einnahme vor einer Mahlzeit vergessen, holen Sie sie nicht nach – überspringen Sie die Dosis und nehmen Sie die nächste wie gewohnt vor der nächsten Hauptmahlzeit ein.
  2. Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Prandin nehme?
    Alkohol kann das Risiko für eine Unterzuckerung erhöhen. Trinken Sie Alkohol daher nur in Maßen und immer zusammen mit einer Mahlzeit. Bei Symptomen einer Hypoglykämie sofort handeln!
  3. Ist Prandin sicher für ältere Menschen?
    Repaglinid kann auch von älteren Patient*innen eingenommen werden. Die Dosis sollte jedoch niedrig begonnen und engmaschig auf Anpassung und Hypoglykämien überwacht werden.
  4. Kann ich Repaglinid in der Schwangerschaft oder Stillzeit verwenden?
    Zur Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit liegen nicht ausreichend Daten vor. Repaglinid darf daher in dieser Zeit nur nach ausdrücklicher ärztlicher Empfehlung und unter strenger Blutzuckerkontrolle gegeben werden.
  5. Welche Lebensmittel oder Medikamente können die Wirkung von Repaglinid beeinflussen?
    Bspw. Grapefruitsaft, bestimmte Antibiotika, Antimykotika und Johanniskraut können die Wirkung verstärken oder abschwächen. Informieren Sie Ihre Ärztin/Ihren Arzt oder Apotheker über alle zusätzlich eingenommenen Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel.

Wichtiger Hinweis: Diese Informationen stellen keine persönliche Beratung oder ärztliche Diagnose dar. Wenden Sie sich bei Fragen oder Unsicherheiten bitte immer an Ihre Hausärztin/Ihren Hausarzt oder Ihre Apotheke.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

0,5mg, 1mg, 2mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill