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Frumil (Amiloride)

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Frumil enthält den Wirkstoff Amilorid und wird zur Behandlung von Bluthochdruck und Flüssigkeitseinlagerungen (Ödemen) eingesetzt. Es hilft, überschüssiges Wasser und Salz aus dem Körper auszuscheiden, ohne dabei zu viel Kalium zu verlieren. Frumil wird oft bei Herz- oder Nierenerkrankungen verschrieben. Die Einnahme erfolgt in der Regel täglich, wie von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt verordnet. Regelmäßige Kontrollen sind empfohlen.

Frumil (Amilorid) – Umfassende Patienteninformation für Österreich

Grundlegende Produktinformationen

Internationaler Freiname (INN) Amilorid (meist in Kombination als Amilorid/Hydrochlorothiazid)
Handelsnamen in Österreich Frumil®, Moduretic®, Amiloretic® (je nach Hersteller)
ATC-Code C03EA01
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Tabletten:
  • Frumil® (Amilorid 5 mg + Hydrochlorothiazid 50 mg pro Tablette)
  • Andere Kombinationen möglich (z.B. Amilorid 2,5 mg + HCT 25 mg)
Hersteller Verschiedene Hersteller: Zentiva, Sandoz, Teva, u. a.
Verschreibungsstatus Verschreibungspflichtig (Rezept vom Arzt erforderlich)

Wirkmechanismus (Laien- und Fachinformationen)

Für Patient:innen:
Frumil enthält Amilorid und Hydrochlorothiazid. Beide Wirkstoffe helfen dem Körper, überschüssiges Wasser und Salz über die Nieren auszuscheiden—deshalb wird Frumil als „Entwässerungstablette“ (Diuretikum) bezeichnet. Amilorid sorgt zusätzlich dafür, dass weniger Kalium verloren geht, wodurch das Risiko eines Kaliummangels verringert wird.

Für Fachpersonen:
Amilorid wirkt als kaliumsparendes Diuretikum, das selektiv den epithelialen Natriumkanal (ENaC) im distalen Tubulus der Niere blockiert und so die Natrium-Rückresorption hemmt ohne eine verstärkte Kaliumausscheidung. Hydrochlorothiazid ist ein Thiazid-Diuretikum, das die Natrium- und Chlorid-Reabsorption im distalen Tubulus hemmt. Die Kombination reduziert effektiv Ödeme und Blutdruck, ohne das Risiko einer Hypokaliämie wesentlich zu erhöhen.

Pharmakokinetik

  • Absorption: Amilorid wird nach oraler Gabe zu 15–25 % resorbiert; Hydrochlorothiazid zu etwa 60–80 %.
  • Verteilung: Maximale Plasmaspiegel von Amilorid nach 3–4 h; Hydrochlorothiazid nach 1,5–4 h.
  • Metabolisierung: Amilorid wird kaum metabolisiert, verbleibt größtenteils unverändert.
  • Ausscheidung: Vor allem renal über den Urin innerhalb von 24 h.
  • Wirkdauer: Bis zu 24 h, daher meist 1× täglich ausreichend.

Anwendung im Alltag und bewährte Praktiken

Frumil wird zur Behandlung von Ödemen (Wassereinlagerungen) und Bluthochdruck verordnet. Die typischen Anfangsdosierungen liegen bei 1 Tablette täglich, meist morgens. Ihr Arzt kann die Dosis nach Bedarf anpassen. Die Einnahme sollte regelmäßig, möglichst täglich zur gleichen Zeit erfolgen.

  • Tabletten mit ausreichend Wasser einnehmen
  • Bei Ödemen: Gewicht kontrollieren, Oberschenkelstützen, Beine hochlagern
  • Bei Bluthochdruck: Blutdruck fortlaufend dokumentieren
  • Veränderungen der Dosierung oder des Einnahmezeitpunkts stets mit dem Arzt abstimmen

Einnahme morgens oder abends?

  • Morgens: Vorteil: Harntreibende Wirkung stört nachts nicht, geringeres Risiko für nächtliche Toilettengänge.
  • Abends: Nur in Ausnahmefällen und nach ärztlicher Rücksprache; Nachteil: Gefahr häufiger nächtlicher Miktionen und Schlafstörungen.
  • Tipp: Einnahme möglichst immer zur selben Zeit und mit einem Glas Wasser; Erinnerungswecker kann helfen.

Mit oder ohne Mahlzeit?

  • Frumil kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
  • Manche Patient:innen bevorzugen die Einnahme mit dem Frühstück, um Magenreizungen zu vermeiden.
  • Fettreiche oder stark salzige Mahlzeiten (z.B. Schweinsbraten, Würstel, Käseplatte) können die Wirkung beeinflussen, indem sie die Wasserausscheidung erhöhen oder die Kochsalzbindung erschweren.

Wechselwirkungen und Warnhinweise

Wechselwirkende Stoffe/Präparate Mögliche Folgen
Kaliumreiche Nahrungsmittel (Bananen, Orangensaft), Kaliumpräparate Gefahr einer Hyperkaliämie (zu hoher Kaliumspiegel im Blut)
Andere Blutdruckmedikamente (ACE-Hemmer, Sartane) Verstärkte blutdrucksenkende Wirkung, erhöhtes Risiko für Kaliumanstieg
NSAIDs (Ibuprofen, Diclofenac) Abschwächung der entwässernden Wirkung, Risiko für Nierenprobleme
Alkohol Erhöhte Schwindel- und Sturzgefahr
Insulin/Antidiabetika Blutzuckerschwankungen möglich
Lithium Toxizität kann steigen

Indikationen (Anwendungsgebiete)

Offizielle Indikationen Off-Label/Weitere Indikationen
  • Ödeme bei Herzinsuffizienz
  • Leberzirrhose mit Aszites
  • Hypertonie
  • Behandlung von Diuretika-induzierter Hypokaliämie
  • Seltene alternative Optionen bei nephrotischem Syndrom

Dosierung nach klinischen Indikationen

Indikation Erwachsene Ältere Patienten Kinder/Adoleszente
Ödeme, Herzinsuffizienz, Leberzirrhose 1 Tablette (5 mg Amilorid + 50 mg HCT) morgens, ggf. Steigerung auf 2 Tabletten/Tag Start mit halber Dosis, max. 1 Tablette/Tag Nicht empfohlen; falls unumgänglich, individuell nach Gewicht & ärztlicher Anordnung
Bluthochdruck 1 Tablette morgens; max. 2 Tabletten/Tag Anfangsdosis reduzieren, streng kontrollieren Nur nach individueller Risiko-Nutzen-Bewertung

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

Häufig (≥1/100) Selten (<1/1.000) Warnhinweise
  • Schwindel, Kopfschmerzen
  • Durst, leichte Dehydratation
  • Müdigkeit, Muskelschwäche
  • Veränderungen im Blutbild (z.B. Kaliumerhöhung)
  • Gastrointestinale Beschwerden (Übelkeit, Durchfall)
  • Überempfindlichkeitsreaktionen
  • Starke Elektrolytverschiebungen
  • Leberprobleme (bei bestehender Erkrankung)
  • Nierenfunktionsverschlechterung
  • Regelmäßige Kontrolle der Nierenwerte & Elektrolyte notwendig
  • Kaliumreiche Diät meiden
  • Bei Schwäche, Herzrhythmusstörungen, Muskelkrämpfen: Arzt informieren

Richtige Anwendung – Apotheken- und Klinikempfehlungen

  • Medikament wie verordnet einnehmen; nicht eigenständig absetzen
  • Bei neuen Symptomen wie unregelmäßigem Herzschlag, Schwäche, ungewöhnlicher Müdigkeit: sofort Arzt bzw. Notfallnummer (1450) verständigen
  • Kombination mit anderen Diuretika, Blutdruck-, Nieren- oder Herzmitteln stets mit behandelndem Arzt absprechen
  • Regelmäßig das Körpergewicht und die Blutdruckwerte dokumentieren
  • Vor geplanten Bluttests und Operationen das Behandlungsteam auf Frumil hinweisen

Alternative Therapieoptionen in Österreich (Erstattung durch die ÖGK)

  • Andere Diuretika-Kombinationen: (z.B. Triamteren + HCT, bei Unverträglichkeit möglich)
  • Thiazide als Monotherapie: Hydrochlorothiazid, Chlortalidon
  • Schleifendiuretika: Furosemid, Torasemid – für schwere Ödeme oder Niereninsuffizienz
  • Aldosteronantagonisten: Spironolacton, Eplerenon – besonders bei Herzinsuffizienz oder Leberzirrhose

Vorteile von Frumil: Kaliumsparend, kombiniert entwässernd und blutdrucksenkend, für die Langzeittherapie geeignet.
Nachteile: Nicht für jeden geeignet (z.B. eingeschränkte Nierenfunktion), Kontrolle der Elektrolyte erforderlich.

Rechtlicher Status, Erstattung und Registrierung in Österreich

  • Zulassungsbehörde: Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG/AGES Medizinmarktaufsicht)
  • Erstattungsfähigkeit: Frumil und generische Präparate sind durch die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) erstattungsfähig, sofern medizinisch indiziert
  • Rezeptpflicht: Ja (verschreibungspflichtig gemäß österreichischem Arzneimittelgesetz)
  • Apothekenpflicht: Ja (nur in Apotheken erhältlich)
  • Verordnungsmodalitäten: E-Medikation wird unterstützt; Rücksprache mit Hausarzt empfohlen

Aktuelle Forschung & Klinische Leitlinien (2022–2025)

  • Die Österreichische Gesellschaft für Hypertensiologie und die Deutsche Hochdruckliga empfehlen Diuretika-Kombinationen wie Frumil weiterhin als Standardtherapie bei Hypertonie und Ödemen (Leitlinien 2022–2023).
  • Laut ESC (European Society of Cardiology) Guidelines 2023 ist Amilorid besonders geeignet bei Patienten mit Risikofaktoren für Hypokaliämie oder als Alternative bei Intoleranz gegenüber anderen Diuretika.
  • Studien zeigen: Die Kombination Amilorid/HCT reduziert das Risiko für schwerwiegende Elektrolytstörungen bei langfristiger Anwendung (Deutsche Medizinische Wochenschrift, 2023).
  • Im klinischen Alltag wird eine regelmäßige Überprüfung der Nieren- und Elektrolytwerte empfohlen, besonders bei älteren und multimorbiden Patienten.

Verfügbarkeit, Packungsgrößen & Lieferzeiten in Österreich

Packungsgröße Tabletten Preis (Stand 6/2024; indikativ) Lieferzeit (Wien) Lieferzeit (Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck)
Frumil® 30 ca. 15–21 € (Kassenpatienten zahlen Selbstbehalt) 1 Tag 1–2 Tage
Moduretic® 100 ca. 38 € 1 Tag 1–2 Tage
Generika abhängig ab 9 € (je nach Anbieter und Rabatt) 1 Tag 1–2 Tage

Die Verfügbarkeit in jeder Apotheke kann variieren – bei selteneren Lagergrößen empfiehlt sich eine telefonische Vorbestellung.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Frumil

  • 1. Muss ich Frumil dauerhaft einnehmen?
    Das entscheidet Ihr Arzt! In vielen Fällen (z.B. chronische Herzinsuffizienz, langjähriger Bluthochdruck) ist eine dauerhafte Therapie sinnvoll. Manchmal kann nach Stabilisierung oder bei Nebenwirkungen die Dosis reduziert oder abgesetzt werden – bitte nie eigenmächtig ohne ärztliche Rücksprache wechseln!
  • 2. Was mache ich, wenn ich die Einnahme vergessen habe?
    Holen Sie die Einnahme nach, sobald Sie daran denken – es sei denn, es ist fast Zeit für die nächste Dosis. In diesem Fall wird die vergessene Dosis ausgelassen, und Sie fahren mit dem gewohnten Schema fort. Niemals doppelte Mengen einnehmen!
  • 3. Welche Lebensmittel sollte ich während der Behandlung meiden?
    Verzichten Sie möglichst auf sehr kaliumreiche Speisen (z.B. Bananen, Trockenfrüchte, Nüsse, Orangensaft) sowie übermäßig salzhaltige Produkte. Idealerweise besprechen Sie Ihre Ernährung mit Ihrem Arzt oder Apotheker.
  • 4. Ist Frumil verträglich mit meiner Herz- oder Nierenerkrankung?
    Frumil kann bei Herzschwäche sinnvoll sein, erfordert aber regelmäßige Blut- und Nierenkontrollen. Bei stark eingeschränkter Nierenfunktion ist besondere Vorsicht geboten. Ihr Arzt wägt Nutzen und Risiken individuell ab.
  • 5. Darf ich Frumil während Schwangerschaft/Stillzeit einnehmen?
    Frumil ist in der Schwangerschaft/Stillzeit grundsätzlich nicht empfohlen. In Ausnahmefällen nur nach Rücksprache mit dem betreuenden Arzt.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

5mg

Paket: No selection

100 pill, 200 pill, 300 pill