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Ampicillin (Acillin)

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Ampicillin (Acillin) ist ein Antibiotikum, das zur Behandlung verschiedener bakterieller Infektionen eingesetzt wird. Es wirkt gezielt gegen die Auslöser von Erkrankungen wie Atemwegs-, Harnwegs- oder Magen-Darm-Infektionen. Die Einnahme erfolgt meist als Tablette oder Kapsel. Bitte befolgen Sie die Dosierung und Empfehlungen Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes genau, um die bestmögliche Wirkung zu erzielen und Resistenzen zu vermeiden.

Ampicillin (Acillin): Umfassende Patienteninformation für Österreich

Grundlegende Produktinformation

Internationaler Freiname (INN) Ampicillin
Handelsnamen (Österreich) Acillin®, Ampicillin-ratiopharm®, Ampicillin Sandoz®, diverse Generika
ATC-Code J01CA01
Verfügbare Darreichungsformen und Stärken
  • Tabletten/Kapseln: 250 mg, 500 mg
  • Pulver zur Herstellung einer Suspension: 125 mg/5ml, 250 mg/5ml
  • Injektions-/Infusionslösung: 500 mg, 1 g, 2 g (nur Klinikgebrauch)
Hersteller (Österreich) Sandoz GmbH, ratiopharm GmbH, diverse Generika-Hersteller
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (§ 5 AMG) – erhältlich nur auf ärztliche Verordnung

Wirkmechanismus

Für Patienten: Ampicillin ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Penicilline. Es wirkt, indem es krankmachende Bakterien abtötet. Es hemmt die Bildung der bakteriellen Zellwand, was für die meisten Erreger lebensnotwendig ist.
Für Fachkreise: Ampicillin bindet kovalent an Penicillin-Bindeproteine (PBPs), hemmt die Transpeptidaseaktivität und unterbindet damit die Quervernetzung der bakteriellen Mureinschichten (Peptidoglykan). Es wirkt bakterizid, besonders gegen grampositive, aber auch einige gramnegative Bakterien.

Pharmakokinetik

Resorption Oral lediglich 30–55% (unabhängig von Nahrung). Nach parenteraler Gabe vollständige Bioverfügbarkeit.
Metabolisierung Nur geringer Anteil (<20%) wird in der Leber metabolisiert.
Ausscheidung Vorwiegend renal als unveränderte Substanz im Urin (70–80%).
Halbwertszeit Etwa 1–1,5 Stunden (verlängert bei Niereninsuffizienz).
Dauer der Wirkung 4–6 Stunden, daher 3–4-mal tägliche Einnahme erforderlich.

Anwendung im Alltag und bewährte Praktiken

Die Therapie mit Ampicillin erfolgt grundsätzlich nach präziser ärztlicher Anweisung. Die übliche Dosierung bei Erwachsenen beträgt 1 bis 2 g pro Tag – aufgeteilt auf 2 bis 4 Einzeldosen. Bei Kindern ist die Dosierung abhängig vom Körpergewicht. Das Arzneimittel ist mit ausreichend Wasser einzunehmen. Die Therapie sollte bis mindestens 2–3 Tage nach dem Abklingen der Symptome fortgeführt werden, um einen Rückfall oder Resistenzbildung zu vermeiden.
Für Patient:innen in Österreich empfehlen sich Erinnerungen (Wecker, App) zur Einnahme, insbesondere bei häufiger Tagesdosis, und Rücksprache mit dem Arzt/der Ärztin bei Unsicherheiten.

Dosierung: Einnahme morgens oder abends?

  • Die Einnahme von Ampicillin erfolgt unabhängig von der Tageszeit, jedoch regelmäßig im Abstand von 6–8 Stunden.
  • Morgens: Vorteil, dass erste Dosis frühzeitig wirkt und leichter in Alltag integriert werden kann.
  • Abends/Nachts: Falls ärztlich verordnet: Praktisch, um die regelmäßigen Intervalle einzuhalten, insbesondere bei Krankenhausaufenthalt.
  • Tipp: Legen Sie feste Einnahmezeiten fest. Ein regelmäßiger Abstand verbessert die Wirkung und beugt Resistenzbildung vor.

Einnahme zu oder zwischen den Mahlzeiten

Ampicillin kann auf nüchternen Magen oder zusammen mit leichter Nahrung eingenommen werden. Allerdings wird die Aufnahme bei gleichzeitiger Nahrungsaufnahme geringfügig reduziert – in Österreich hat dies meist keine klinische Relevanz, insbesondere bei normalen Mahlzeiten mit Brot, Käse oder Wurst. Milch, Joghurt oder fettreiche Speisen sollten vermieden werden, wenn es um eine optimale Aufnahme geht.

Warnhinweise zu Wechselwirkungen (Nahrungsmittel, Alkohol, Medikamente)

Substanz/Bedingung Wechselwirkung / Hinweis
Andere Antibiotika (z. B. Tetrazykline, Chloramphenicol) Können die Wirkung von Ampicillin verringern.
Gerinnungshemmer (z. B. Marcoumar®/Warfarin) Erhöhtes Blutungsrisiko möglich.
Allopurinol (bei Gicht) Erhöhtes Risiko für Hautreaktionen.
Orale Kontrazeptiva ("Pille") Wirkung kann verringert werden – zusätzlicher Empfängnisschutz empfohlen.
Alkohol Kein direkter Einfluss bekannt, jedoch kann Alkohol Nebenwirkungen verstärken und Genesung verzögern.
Milchprodukte Können die Aufnahme leicht verringern; Abstand ca. 1 Stunde empfohlen.

Indikationen (zugelassene & off-label Anwendungen)

Indikation Zugelassen Off-label
Atemwegsinfektionen (akute Bronchitis, Pneumonie) Ja
Harnwegsinfekte Ja
Otitis media, Sinusitis Ja
Meningitis (in Kombinationstherapie) Ja (parenteral)
Salmonellose Bei bestimmten Patientengruppen
Streptokokken-Pharyngitis Ja

Dosierung nach Indikation und Patientengruppe

Indikation Erwachsene Kinder (je kg KG) Ältere Patienten
Leichte bis mäßige Infektionen 500 mg alle 6–8 h 25–50 mg/kg/Tag in 2–4 Dosen Wie Erwachsene, aber evtl. reduzierte Dosis bei Niereninsuffizienz
Schwere Infektionen, Pneumonie 1 g alle 6 h Neugeborene: 50–100 mg/kg/Tag Wie Erwachsene, Dosisanpassung prüfen
Meningitis (i.v.) 2 g alle 4 h 200–400 mg/kg/Tag aufgeteilt auf 4 Dosen Wie Erwachsene, Dosisanpassung prüfen

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

  • Häufig: Durchfall, Übelkeit, Hautausschlag, lokale Reaktionen (bei i.v. Anwendung)
  • Gelegentlich: Juckreiz, Erbrechen, Kopfschmerzen
  • Selten: Allergische Reaktionen (Schwellungen, Atemnot), Leberfunktionsstörungen, schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom), Veränderungen des Blutbildes
  • Warnungen: Patienten mit Penicillin-Allergie dürfen Ampicillin NICHT erhalten! Bei ersten Anzeichen von Unverträglichkeit sofort Arzt/Ambulanz aufsuchen.

Empfehlungen zum richtigen Gebrauch

  • Die Behandlung vollständig und wie verordnet zu Ende führen, auch wenn die Symptome verschwinden.
  • Nicht eigenmächtig die Dosis ändern oder die Einnahme abbrechen.
  • Regelmäßige Einnahmezeiten festlegen, damit der Wirkstoff stets im Körper aktiv bleibt.
  • Passen Sie die Einnahme bei Magenproblemen ggf. an eine leichte Mahlzeit an.
  • Im Falle von Nebenwirkungen oder Unsicherheiten ärztlich oder in Ihrer österreichischen Apotheke nachfragen – dort erhalten Sie kompetente Beratung.

Alternativmedikationen (Erstattungsstatus GKV/NFZ in Österreich)

  • Amoxicillin: Besser oral resorbierbar, weniger häufige Einnahme erforderlich; bei ähnlichen Indikationen zugelassen.
  • Cefuroxim (bei Penicillin-Intoleranz): Breiteres Spektrum, i.d.R. gute Verträglichkeit, höherpreisig.
  • Clarithromycin: Alternative bei Allergien, Wirkspektrum etwas verschieden, aber bei Atemwegsinfekten verbreitet.
  • Alle o.g. Alternativen werden in Österreich erstattet (EKO), sofern medizinisch indiziert.

Rechtliche Aspekte, Registrierung und Kostenerstattung in Österreich

  • Zulassung: Alle in Österreich erhältlichen Präparate werden durch das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG/AGES Medizinmarktaufsicht) geprüft und zugelassen.
  • Rezeptpflicht: Ampicillin ist verschreibungspflichtig, die Abgabe erfolgt nur nach ärztlicher Verordnung (§ 5 Arzneimittelgesetz).
  • Erstattung: Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) und andere Sozialversicherungsträger übernehmen die Kosten, wenn eine medizinische Indikation besteht und die Verordnung über e-card erfolgt.

Aktuelle Forschung und klinische Leitlinien (2022–2025)

  • Österreichische Gesellschaft für Infektionskrankheiten: Ampicillin ist weiterhin Mittel der Wahl bei bestimmten bakteriellen Infektionen, z.B. Enterococcus faecalis, Listeriose, oder speziellen Formen der Meningitis (Kombinationstherapie).
  • Empfohlen wird eine gezielte, möglichst kurz gehaltene Therapie, um Resistenzentwicklungen zu verhindern (Deutsche Gesellschaft für Infektiologie Leitlinien, 2023).
  • Für banale Infektionen (z.B. unkomplizierte Harnwegsinfekte) werden zunehmend Alternativen bevorzugt, um Resistenzen vorzubeugen (siehe AWMF S3-Leitlinien).
  • Quellen: AWMF S3-Leitlinie "Antibiotika" (2023), Österreichische Infektionsgesellschaft, ESCMID Empfehlungen 2022–2024.

Verfügbarkeit, Liefersituation und Preise

Packungsgröße Inhalt Ungefähre Kosten (2024, Erstattung möglich) Lieferzeit (Wien/Graz/Linz/Salzburg/Innsbruck)
Kapseln 500 mg 20 Stück ca. 15–18 € Wien, Graz, Linz: 1 Werktag
Salzburg, Innsbruck: 2 Werktage
Suspension 250 mg/5 ml 60 ml ca. 10–13 € Wien, Graz, Linz: 1 Werktag
Salzburg, Innsbruck: 2 Werktage
Injektion 1 g 10 Ampullen ca. 45 € (nur Klinik) Nur Krankenhausapotheke

FAQ – Häufig gestellte Patientenfragen

  1. Was mache ich, wenn ich eine Dosis vergessen habe?
    Nehmen Sie die vergessene Dosis so bald wie möglich ein. Liegt der Zeitpunkt der nächsten Dosis jedoch nahe, lassen Sie die vergessene Einheit aus – niemals eine Doppel- oder zusätzliche Dosis nehmen. Bei Unsicherheiten kontaktieren Sie Ihre Apotheke oder den behandelnden Arzt.
  2. Kann ich während der Behandlung Alkohol trinken?
    Kleinere Mengen Alkohol beeinflussen die Wirksamkeit nicht direkt. Dennoch ist es aus gesundheitlichen Gründen ratsam, auf Alkohol weitgehend zu verzichten, da dieser die Genesung verzögern und Nebenwirkungen (Magen-Darm-Probleme, Müdigkeit) verstärken kann.
  3. Was tun bei Durchfall unter Ampicillin?
    Vereinzelter, leichter Durchfall ist häufig und meist harmlos. Bei schweren, blutigen oder länger anhaltenden Durchfällen wenden Sie sich bitte umgehend an Ihren Arzt, da dem eine seltene Darmentzündung (Clostridioides difficile) zugrunde liegen kann.
  4. Eignet sich Ampicillin bei Allergikern?
    Patienten mit bekannter Penicillinunverträglichkeit dürfen kein Ampicillin erhalten. Informieren Sie Ihren Arzt und Apotheker unbedingt über bekannte Allergien.
  5. Womit nehme ich Ampicillin am besten ein?
    Am besten mit einem Glas Leitungs- oder Mineralwasser, auf nüchternen Magen oder eine Stunde vor/2 Stunden nach einer Mahlzeit. Milchprodukte sollten zeitversetzt eingenommen werden.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

250mg, 500mg

Paket: No selection

10 pill, 20 pill, 30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 270 pill