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Seroquel (Quetiapine)

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Seroquel (Quetiapin) ist ein Medikament zur Behandlung von psychischen Erkrankungen wie Schizophrenie, bipolaren Störungen und Depressionen. Es hilft, Stimmungsschwankungen auszugleichen und Gedanken zu ordnen. Die Einnahme erfolgt nach Anweisung Ihres Arztes. Beachten Sie mögliche Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit oder Gewichtszunahme. Bei Fragen oder Unsicherheiten wenden Sie sich bitte an Ihr medizinisches Fachpersonal.

Seroquel (Quetiapin): Umfassende Patienteninformation für Österreich

Grundlegende Produktinformationen

Internationaler Freiname (INN): Quetiapin
Handelsnamen in Österreich: Seroquel®, Quetiapin Zentiva®, Quetiapin-Teva®, Quetiapin Glenmark® u.a.
ATC-Code: N05AH04
Verfügbare Darreichungsformen: Filmtabletten, Retardtabletten (Quetiapin XR)
Stärken: 25 mg, 50 mg, 100 mg, 150 mg, 200 mg, 300 mg, 400 mg (je nach Hersteller)
Hersteller: AstraZeneca, Zentiva, Teva, Glenmark u.a.
Verschreibungsstatus: Rezeptpflichtig (Rx); keine Selbstmedikation erlaubt

Wirkmechanismus

Für Patienten einfach erklärt: Quetiapin gehört zu den sogenannten atypischen Antipsychotika. Es wirkt, indem es die Aktivität bestimmter Botenstoffe im Gehirn, insbesondere Serotonin und Dopamin, beeinflusst. Dadurch werden Symptome wie Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Stimmungsschwankungen oder Schlafstörungen gebessert.

Für Fachkreise: Quetiapin wirkt als Antagonist an Serotonin-5HT2A-, Dopamin-D2-, Histamin-H1- und adrenergen Alpha1-/Alpha2-Rezeptoren. Es hat ein günstiges Verhältnis zwischen antipsychotischer Wirkung und Nebenwirkungsprofil verglichen mit klassischen Neuroleptika.

Pharmakokinetik (Aufnahme, Verstoffwechselung, Ausscheidung, Wirkdauer)

  • Resorption: Nach oraler Einnahme wird Quetiapin rasch und nahezu vollständig aufgenommen.
  • Metabolismus: Hauptsächliche Verstoffwechselung über CYP3A4 in der Leber.
  • Ausscheidung: Etwa 73% mit dem Urin, der Rest mit den Fäzes.
  • Halbwertszeit: ca. 7 Stunden (Retard-Formen länger anhaltend).
  • Wirkdauer: Tabletten: 12–24 Stunden; Retard: bis zu 24 Stunden.

Anwendung & Alltagsintegration – Praktische Hinweise

  • Nehmen Sie Seroquel immer genau nach ärztlicher Verordnung ein.
  • Die Tabletten werden meist ein- bis zweimal täglich eingenommen.
  • Unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit schlucken.
  • Langzeittherapie ist häufig notwendig, ein plötzlicher Abbruch sollte vermieden werden.
  • Regelmäßige Kontrollen (z.B. Blutbild, Blutzucker, Leberwerte) sind wichtig.
  • Besonders zu Beginn auf Schläfrigkeit oder Kreislaufbeschwerden achten!

Morgens oder abends einnehmen?

Seroquel kann abhängig von Ihrer Erkrankung und individuellen Wirkung entweder morgens, abends oder aufgeteilt eingenommen werden:

  • Abendliche Einnahme: Bevorzugt wegen beruhigender und ermüdender Wirkung, kann Schlaf fördern.
  • Morgendliche Einnahme: Bei stärker depressiven Zuständen oder wenn Schläfrigkeit kein Problem darstellt.
Tipp: Halten Sie einen festen Einnahmezeitpunkt ein und kombinieren Sie ihn ggf. mit täglichen Routinen.

Einnahme mit oder ohne Mahlzeit?

Die normalen Tabletten können unabhängig von der Nahrung eingenommen werden. Retardtabletten (XR) sollten jedoch auf nüchternen Magen (mindestens 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach einer Mahlzeit) eingenommen werden, da fettreiche Speisen die Aufnahme beeinflussen und die Wirkung verzögern können. Typische Ernährung in Österreich (z.B. Brotmahlzeiten, warme Hauptmahlzeit mittags oder abends) sollte daher bei der Planung berücksichtigt werden.

Wechselwirkungen – Wichtige Warnhinweise

Interaktionspartner Empfohlene Maßnahmen
Alkohol Meiden (verstärkte Müdigkeit, Sturzrisiko, Atemdepression möglich)
Andere Psychopharmaka (Antidepressiva, Beruhigungsmittel, Schlafmittel) Nur nach ärztlicher Rücksprache; Wirkveränderungen und Nebenwirkungen möglich
CYP3A4-Hemmer (z.B. Ketoconazol, Grapefruitsaft) Quetiapin-Wirkung kann stark ansteigen; Kombination vermeiden
CYP3A4-Induktoren (z.B. Carbamazepin, Johanniskraut) Wirkverlust möglich; ggf. Dosisanpassung
Herzglykoside, Diuretika Risiko von Herzrhythmusstörungen; Kontrolle empfohlen

Anwendungsgebiete (Indikationen)

Offiziell zugelassene Indikationen (Österreich) Off-Label-Anwendungen
  • Schizophrenie (Erwachsene, Jugendliche ab 13 J.)
  • Bipolare Störungen (manische und depressive Episoden)
  • Major Depression (als Zusatz, „add-on“ zu Antidepressiva)
  • Unruhe und Schlafstörungen bei Demenz
  • Angststörungen, Zwangsstörungen (im Einzelfall)
  • PTBS, Borderline-Störung (nur nach Facharztentscheidung)

Dosierung nach klinischer Indikation

Indikation Erwachsene Jugendliche (13–17 J.) Ältere Patienten (>65 J.)
Schizophrenie 150–750 mg/Tag, in 2 Dosen Start 50 mg, Steigerung auf 400–800 mg/Tag Startdosis meist 25 mg, langsame Steigerung
Bipolare Manie 200–800 mg/Tag, meist abends Individuell, meist max. 600 mg Startdosis 25 mg, langsam erhöhen
Bipolare Depression 50–300 mg/Tag, abends Dosierung vom Spezialisten Start niedrig, ggf. Steigerung bis 300 mg
Major Depression (add-on) 50–300 mg/Tag, abends Keine Zulassung Start mit niedriger Dosis; Vorsicht

Die tatsächliche Dosierung sollte immer individuell vom behandelnden Arzt festgelegt werden.

Sicherheitsprofil / Nebenwirkungen

Sehr häufig / Häufig (>1:10 / >1:100) Gelegentlich (>1:1.000) Selten / Sehr selten (<1:1.000) Warnhinweise
  • Müdigkeit, Schläfrigkeit
  • Schwindel, Benommenheit
  • Gewichtszunahme, Appetitsteigerung
  • Verstopfung, Mundtrockenheit
  • Niedriger Blutdruck (bes. beim Aufstehen)
  • Blutzucker- oder Fettstoffwechselstörungen
  • Muskelzittern, Muskelsteifigkeit
  • Ruhigeinblutung, Blutbildveränderungen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Krampfanfälle
  • Schwere allergische Reaktionen
  • Leberschäden, Gelbsucht
  • Diabetes-Risiko steigt
  • Erhöhtes Sturzrisiko bei älteren Menschen
  • Selten: malignes neuroleptisches Syndrom

Richtige Anwendung – Beratung aus der Apotheke/Praxis (speziell für Österreich)

  • Bewahren Sie das Medikament stets außer Reichweite von Kindern auf.
  • Nie Tabletten teilen oder zerkleinern, wenn nicht ausdrücklich verordnet.
  • Regelmäßige ärztliche Nachkontrollen (Stoffwechsel, Blutdruck, Gewicht) wahrnehmen!
  • Innerhalb Österreichs Apothekenpflicht – Verkauf ausschließlich gegen Rezept.
  • Entsorgen Sie nicht gebrauchte Tabletten in der Apotheke oder Sammelstelle.
  • Informieren Sie alle behandelnden Ärzt:innen über die Quetiapin-Einnahme.
  • Fahruntüchtigkeit beachten: Kein Auto fahren direkt nach Einnahme und bei Müdigkeit.

Therapiealternativen – Kassenpflichtig in Österreich

Wirkstoff / Präparat Vor-/Nachteile Kassenerstattung (NFZ)
Olanzapin (z.B. Zyprexa®) Ähnliche Wirkung, Gewichtszunahme stärker möglich ÖGK / alle Kassen
Risperidon (Risperdal®, Generika) Guter Wirksamkeitsnachweis; Prolaktinanstieg möglich ÖGK / alle Kassen
Aripiprazol (Abilify®, Generika) Weniger sedierend, weniger metabolisch wirksam ÖGK / alle Kassen
Amisulprid (Solian®) Besonders bei Negativsymptomen; QTc-Verlängerung möglich ÖGK / alle Kassen

Die Auswahl des Antipsychotikums erfolgt stets individuell nach klinischer Situation und ärztlicher Einschätzung.

Rechtliche Hinweise, Zulassung & Erstattung (Österreich)

  • Zulassung: Durch die AGES Medizinmarktaufsicht (ehem. Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen, BASG).
  • Kennzeichnung: Verschreibungspflichtig, apothekenpflichtig.
  • Erstattung: Aufnahme im Erstattungskodex (EKO), Leistung aller österreichischen Sozialversicherer (z.B. ÖGK).
  • Import & Online-Verkauf: Keine Selbstimporte erlaubt; Versand nur von in Österreich registrierten Apotheken möglich.

Aktuelle Forschung & Leitlinien (2022–2025)

  • Die aktuellen DGPPN S3-Leitlinien empfehlen Quetiapin weiterhin als Erstlinie bei bipolaren Depressionen, als eine Option bei Schizophrenie und als Add-on bei therapieresistenter Depression (DGPPN 2023).
  • Die deutschsprachigen Behandlungsstandards betonen die Stoffwechselkontrolle und individuelle Dosisanpassung.
  • Meta-Analysen bis 2024 zeigen: Seroquel ist in niedriger Dosierung auch als Schlafmittel off-label im Einsatz, birgt dabei jedoch ein erhöhtes Risiko für Gewichtszunahme und Blutzuckeranstieg.
  • Evidenzbasierte Empfehlungen aus Österreich betonen die Risiko-Nutzen-Abwägung vor allem bei älteren und multimorbiden Patienten.

Verfügbarkeit, Packungsgrößen und Preise in Österreich

Packung Inhalt Unverbindliche Apothekenpreise* Erstattung
Seroquel 25 mg 60 Filmtabletten ~28–35 € Ja
Seroquel XR 200 mg 30 Retardtabletten ~45–50 € Ja
Quetiapin Generika 100 mg 100 Tabletten ~38–42 € Ja
*Preise Stand Q1/2024. Preisabweichungen zwischen Apotheken möglich.
Lieferort Reguläre Lieferzeit (Werktage)
Wien 1–2
Graz 2–3
Linz, Salzburg 2–3
Innsbruck, Klagenfurt 2–4
Landgemeinden 2–5

FAQ – Häufige Fragen von Patient:innen

  1. Wie lange dauert es, bis Seroquel/Quetiapin wirkt?
    Die Wirkung beginnt oft innerhalb weniger Tage (Sedierung), für antipsychotische Effekte sind meist 2–6 Wochen notwendig.
  2. Macht Seroquel abhängig?
    Nein, Quetiapin macht nach bisherigem Wissen nicht körperlich abhängig. Ein plötzlicher Abbruch kann aber Entzugssymptome verursachen – immer langsam ausschleichen!
  3. Kann ich mit Seroquel Alkohol trinken?
    Alkoholkonsum sollte gemieden werden, da es zu starker Müdigkeit, Konzentrationsverlust und erhöhter Unfallgefahr kommen kann.
  4. Nehme ich mit Seroquel immer zu?
    Gewichtszunahme kann vorkommen (bes. bei längerer Anwendung); regelmäßige Gewichtskontrollen und gesunde Ernährung helfen, diesem Risiko entgegenzuwirken.
  5. Was tun bei vergessener Einnahme?
    Nehmen Sie die Tablette ein, sobald Sie sich erinnern. Wird die nächste Einnahmezeit bald fällig, lassen Sie die vergessene Dosis aus – niemals doppelt einnehmen!

Letzte Aktualisierung: 12. Juni 2024. Bei weiteren Fragen oder Unsicherheiten wenden Sie sich bitte an Ihre behandelnden Ärztinnen/Ärzte oder Ihre Apotheke vor Ort.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

25mg, 50mg, 100mg, 200mg, 300mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill