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Xeloda (Capecitabine)

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Xeloda (Capecitabin) ist ein Arzneimittel zur Behandlung bestimmter Krebsarten, wie Brust- und Darmkrebs. Es gehört zur Gruppe der sogenannten Zytostatika und hemmt das Wachstum von Tumorzellen. Xeloda wird in Tablettenform eingenommen und meist im Rahmen einer ärztlich überwachten Therapie eingesetzt. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin entscheidet über die Dosierung und Dauer der Behandlung, abgestimmt auf Ihre individuelle Situation.

Xeloda® (Capecitabin): Umfassende Patienteninformation für Österreich

Grundlegende Produktinformationen

  • Wirkstoff (INN): Capecitabin
  • Handelsnamen in Österreich: Xeloda®, Generika von verschiedenen Herstellern wie STADA, Accord Healthcare, Sandoz u. a.
  • ATC-Code: L01BC06
  • Verfügbare Darreichungsformen/Stärken: Filmtabletten zu 150 mg und 500 mg
  • Hersteller: Roche Austria GmbH, diverse Generikahersteller
  • Verschreibungsstatus: Rezeptpflichtig (Apothekenpflicht, Suchtgiftkennzeichnung nicht erforderlich)

Wirkmechanismus (Einfach erklärt & für Fachkräfte)

Für Patient:innen: Xeloda® enthält Capecitabin, ein sogenanntes „Prodrug“. Das heißt, der Wirkstoff wird nach Einnahme im Körper in die aktive Substanz 5-Fluorouracil (5-FU) umgewandelt. Diese Substanz hemmt das Wachstum von Krebszellen, indem sie deren DNA-Bildung verhindert und so die Zellteilung stoppt.

Für Fachpersonen: Capecitabin ist ein oral verfügbares Pyrimidinanalogon, das durch Enzyme (insbesondere Thymidinphosphorylase, vermehrt im Tumorgewebe) zu 5-FU metabolisiert wird. 5-FU hemmt die Thymidylatsynthase und wird als falsches Substrat in Nukleinsäuren eingebaut, was die DNA- und RNA-Synthese in Tumorzellen unterbindet.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Nach oraler Einnahme rasche und vollständige Resorption aus dem Gastrointestinaltrakt, Bioverfügbarkeit ~70%.
  • Metabolismus: Hepatisch und tumorselektiv (Thymidinphosphorylase – Aktivierung in Tumorzellen erhöht).
  • Elimination: Hauptsächlich renal (~95% als Metabolite über die Nieren); mäßige Halbwertzeit von etwa 0,7 Stunden (Capecitabin) bzw. ~1 Stunde (aktive Metaboliten).
  • Wirkdauer: Nach Einnahme von Capecitabin werden mehrere Stunden erhöhte aktive 5-FU-Spiegel im Zielgewebe erreicht.

Anwendung im Alltag & Best Practices (Österreich-Spezifika)

  • Typische Dosierung: Bei Erwachsenen häufig 1.250 mg/m² Körperoberfläche morgens und abends, 14 Tage lang gefolgt von 7 Tagen Pause (d.h. 21-Tage-Zyklus).
  • Einnahme: Xeloda® wird als Filmtablette mit Wasser innerhalb von 30 Minuten nach einer Mahlzeit eingenommen.
  • Tablettenhandhabung: Tabletten dürfen nicht zerteilt werden, außer wenn dies laut Arzt ausdrücklich erlaubt ist.
  • Handhabung im Alltag: Einnahme zu festen Tageszeiten erleichtert die Einhaltung der Therapie; Notieren Sie die Einnahme im Medikationsplan. Im österreichischen Kontext können Sie sich Unterstützung durch Hauskrankenpflege oder Angehörige holen.
  • Nach Anweisung des behandelnden Onkologen – keine Selbstanpassung der Dosis!
  • Lebenssituation: Während der Therapie regelmäßig Blutbild- und Leberwertkontrollen (meist beim Onkologen oder Hausarzt).

Einnahme am Morgen oder Abend

Xeloda® wird in 2 gleichen Tagesdosen (morgens und abends, etwa im Abstand von 12 Stunden) eingenommen. Der Vorteil: gleichmäßige Wirkstoffspiegel, geringere Nebenwirkungsraten. Empfehlung: Einnahme morgens zum Frühstück und abends zum Abendessen. Regelmäßigkeit erleichtert die Kontrolle möglicher Nebenwirkungen und die Integration in den Tagesablauf (z. B. vor dem Schlafengehen).

Einnahme mit oder ohne Nahrung – Einfluss von Mahlzeiten & Ernährung in Österreich

Die Einnahme muss mit Nahrung erfolgen, idealerweise innerhalb von 30 Minuten nach einer Mahlzeit (z. B. österreichisches Frühstück oder Abendessen). Die gleichzeitige Nahrungsaufnahme verbessert die Verträglichkeit und kontrolliert die Aufnahmegeschwindigkeit, sodass Magenschleimhautreizungen vermindert werden. Fettreiche oder sehr schwere Mahlzeiten sind zu vermeiden, da sie die Verfügbarkeit beeinflussen können und Übelkeit begünstigen.

Interaktionswarnungen

Interaktion mit… Empfohlene Vorsichtsmaßnahme
Bestimmten blutgerinnungshemmenden Mitteln (insb. Warfarin, Phenprocoumon) Erhöhte Blutungsgefahr – regelmäßige Gerinnungskontrolle erforderlich
Folsäurepräparaten/Folsäureantagonisten Potenzierung der Nebenwirkungen möglich – engmaschige Überwachung empfohlen
Antiepileptika (z. B. Phenytoin) Steigende Plasmaspiegel von Phenytoin – Blutspiegelkontrolle erforderlich
Lebensmittel/Alkohol Alkoholkonsum möglichst vermeiden, keine Wechselwirkungen mit typischen österreichischen Speisen bei normalkalorischer Ernährung
Leber- oder Niereninsuffizienz Dosisanpassung und engmaschige Kontrolle erforderlich

Indikationen: Offizielle & Off-Label (Überblick)

Indikation Zulassungsstatus
Krebs des Kolons (Darmkrebs, adjuvant & metastasiert) Zugelassen
Kolorektales Karzinom (metastasiert, palliativ oder adjuvant) Zugelassen
Mammakarzinom (Brustkrebs, fortgeschritten/metastasiert) Zugelassen
Ösophagus-/Magenkarzinom Zugelassen (allein oder in Kombination)
Andere solide Tumoren (z. B. Bauchspeicheldrüsenkrebs, Off-Label-Anwendung) Off-Label, nach ärztlicher Begründung

Dosierung nach klinischer Indikation & Patientengruppen

Indikation & Patientengruppe Empfohlene Anfangsdosis
Erwachsene (Darm-, Brust-, Magenkarzinom) 1.250 mg/m² Körperoberfläche, zweimal täglich, 14 Tage, 7 Tage Pause = ein Zyklus
Ältere > 65 Jahre Start mit reduzierter Dosis (1.000 mg/m²), Dosisanpassung nach Verträglichkeit
Leichte bis moderate Niereninsuffizienz Dosisreduktion nach ärztlicher Vorgabe (z. B. 75% der Ausgangsdosis)
Kinder & Jugendliche Keine ausreichende Daten, Anwendung außerhalb klinischer Studien nicht empfohlen

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

  • Sehr häufig (≥1/10): Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Stomatitis (Mundschleimhautentzündung), Hand-Fuß-Syndrom (Rötung, Schwellung, Schmerzen an Händen und Füßen), Müdigkeit, Appetitlosigkeit
  • Häufig (≥1/100 bis <1/10): Fieber, Infektionen, erhöhtes Risiko für Blutbildveränderungen (z. B. Neutropenie, Anämie)
  • Gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100): Leberfunktionsstörungen, allergische Reaktionen, Herzrhythmusstörungen
  • Selten (<1/1.000): schwere Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. anaphylaktischer Schock), schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom)

Warnhinweise: Bei starken Nebenwirkungen (insbesondere Durchfall, Hautreaktionen, Schwächegefühl) bitte sofort den behandelnden Arzt oder die Onkologin kontaktieren.

Hinweise zur Anwendung – Empfehlungen aus Apotheke und Klinik (Österreich)

  1. Planen Sie die Einnahme zusammen mit einer kleinen bis normalen Mahlzeit (z. B. Frühstücksbrot, Joghurt oder Abendbrot).
  2. Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit (besonders bei heißem Wetter oder Diarrhoe).
  3. Kombinieren Sie die Einnahme mit Ihren Alltagshandlungen, um die Regelmäßigkeit zu sichern (z. B. Zahnhygiene, Fernsehzeiten).
  4. Blutbildkontrollen und Arzttermine regelmäßig wahrnehmen.
  5. Entsorgen Sie nicht benötigte Tabletten umweltschonend in der Apotheke.
  6. Vermeiden Sie Alkohol, da dies die Nebenwirkungen verstärken kann.
  7. Bei Reisen Tabletten im Originalblister und ggf. mit ärztlicher Bestätigung mitnehmen (Informationen vom Bundesministerium für Gesundheit).

Alternative Behandlungsmöglichkeiten (Stand: Österreich)

  • 5-Fluorouracil (IV): Parenterale Applikation, Krankenhausbindung, vergleichbare Wirkweise, individuell kombinierbar
  • Tegafur/Uracil: Orale Alternative, vergleichbare Wirksamkeit, weniger verfügbar
  • Oxaliplatin-/Irinotecan-haltige Schemata: Für fortgeschrittene/metastasierte Erkrankungen (Kombitherapien)
  • Palliative Therapieregime: Best supportive care, entsprechend Symptomatik
  • Immun- oder zielgerichtete Therapien (z. B. Trastuzumab, Pembrolizumab): Bei bestimmten Subtypen, je nach Molekularbiologie des Tumors

Vergleich: Xeloda® bietet einen großen Anwendungskomfort (orale, ambulante Therapie), erfordert aber strikte Disziplin, während infusible Präparate engmedizinischer Überwachung unterliegen. Die Kosten werden in Österreich bei entsprechender Indikation von der ÖGK/NÖGK (Österreichische/Gemeinde-Krankenkasse) übernommen.

Rechtlicher Status, Zulassung & Erstattung (Österreich)

  • Zulassung: Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES-Medizinmarktaufsicht & EMA)
  • Rezeptpflicht: Verschreibung durch Facharzt für Hämatologie/Onkologie oder Internisten
  • Kostenübernahme: Aufnahme in die "Erstattungsliste" der Sozialversicherungsträger (z. B. ÖGK, BVAEB, SVS) – vollständige Kostenübernahme bei nachgewiesener Indikation
  • Apothekenpflicht: Vertrieb ausschließlich über österreichische Apotheken

Neue wissenschaftliche Leitlinien und Studiendaten (2022–2025)

  • Kombinationsschemata mit Immuntherapien werden vermehrt untersucht (Leitlinie ÖGHO 2023–2025)
  • Konzept der "Dosisindividualisierung" nach DPD-Gen-Status (neue EMA-Empfehlung 2023: genetisches Screening bei Verdacht auf DPD-Mangel)
  • Capecitabin bleibt Bestandteil der ersten Wahl bei kolorektalem Karzinom (S3-Leitlinie, Deutsche Krebsgesellschaft 2024)
  • Innovative Galenik und Therapiebegleitung: Pilotprojekte zur Medikamenteneinnahme-App (u. a. Österreichische Krebshilfe, 2024)
  • Aktuelle Studien (2022–2024) zeigen vergleichbare Überlebensraten für Capecitabin vs. 5-FU bei Kolonkarzinom

Verfügbarkeit & Lieferung in Österreich

Packungsgröße Indikativer Apotheken-Preis (€)* Lieferzeit (Wien) Lieferzeit (Graz) Lieferzeit (Salzburg/Linz)
60 x 500 mg ca. 275–315 € sofort – 1 Tag 1–2 Tage 2 Werktage
120 x 500 mg ca. 540–620 € sofort – 1 Tag 1–2 Tage 2 Werktage
60 x 150 mg ca. 98–115 € sofort – 1 Tag 1–2 Tage 2 Werktage

*Preise können variieren, Erstattung möglich. Für den tatsächlichen Preis wenden Sie sich bitte an Ihre Apotheke oder die Sozialversicherung.

FAQ – Häufig gestellte Patientenfragen

  1. Muss ich während der Behandlung mit Xeloda® strenge Diätvorschriften einhalten?
    Nein, Sie sollten jedoch auf eine ausgewogene Ernährung achten. Nehmen Sie die Tabletten IMMER mit einer Mahlzeit ein, bevorzugt leicht verdaulich (z. B. Brot, Joghurt, Gemüse), um Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt zu reduzieren.
  2. Was mache ich, wenn ich eine Einnahme vergesse?
    Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein! Lassen Sie die vergessene Dosis aus und nehmen Sie die nächste zum geplanten Zeitpunkt wie gewohnt ein. Notieren Sie die vergessene Einnahme und informieren Sie gegebenenfalls Ihren behandelnden Arzt.
  3. Darf ich während der Therapie Auto fahren oder arbeiten?
    Solange Sie sich wohlfühlen und keine stärkeren Nebenwirkungen (z. B. Müdigkeit, Schwindel) haben, ist dies grundsätzlich erlaubt. Bei ausgeprägtem Unwohlsein, Benommenheit oder visuell/kognitiv beeinträchtigenden Nebenwirkungen verzichten Sie bitte auf das Führen von Fahrzeugen und informieren Sie Ihr behandelndes Team.
  4. Können Wechselwirkungen mit gängigen Medikamenten (z. B. Blutdrucksenker, Statinen) auftreten?
    Capecitabin hat nur wenige Interaktionen mit den meisten kardiovaskulären Standardtherapien. Kritisch sind Gerinnungshemmer, Antiepileptika und Folsäure-Präparate. Sprechen Sie jedes neue Medikament mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt ab.
  5. Darf ich während der Chemotherapie reisen?
    Reisen innerhalb Österreichs sind mit Genehmigung Ihrer Onkologin/Ihres Onkologen möglich. Nehmen Sie Tabletten stets im Originalblister und eine ärztliche Bestätigung mit sich. Achten Sie auf ärztliche Erreichbarkeit, ausreichenden Tablettenvorrat und kontaktieren Sie Ihre Stammapotheke bezüglich Lieferzeiten, insbesondere in ländlichen Gebieten.

Wichtiger Hinweis: Diese Information ersetzt nicht das Beratungsgespräch mit Ihrem Arzt oder Apotheker! Für spezifische Fragen wenden Sie sich bitte immer an Ihr onkologisches Fachteam oder Ihre Vertrauensapotheke in Österreich.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

500mg

Paket: No selection

10 pill, 20 pill