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Trandate (Labetalol)

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-17%
Trandate enthält den Wirkstoff Labetalol und wird zur Behandlung von Bluthochdruck (Hypertonie) eingesetzt. Es wirkt, indem es bestimmte Rezeptoren im Herzen und in den Blutgefäßen blockiert, wodurch der Blutdruck gesenkt wird. Trandate kann allein oder in Kombination mit anderen blutdrucksenkenden Mitteln verschrieben werden. Die Anwendung und Dosierung erfolgen gemäß ärztlicher Anweisung. Bei Fragen oder Nebenwirkungen wenden Sie sich bitte an Ihr medizinisches Fachpersonal.

Trandate (Labetalol): Umfassende Patienteninformation für Österreich

Grundlegende Produktinformationen

Internationaler Freiname (INN) Labetalol
Österreichische Handelsnamen Trandate®, Labetalol-ratiopharm®, andere Generika
ATC-Code C07AG01
Verfügbare Darreichungsformen und Stärken
  • Tabletten: 100 mg, 200 mg, 400 mg
  • Injektionslösung: 5 mg/ml (20 ml Ampullen)
Hersteller (Österreich) GlaxoSmithKline, ratiopharm, Sandoz u.a.
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (verschreibungspflichtig gemäß österreichischem Arzneimittelgesetz)

Wirkmechanismus

Für Patient:innen: Labetalol gehört zur Gruppe der Betablocker, genauer gesagt zu den alpha- und beta-adrenergen Rezeptorblockern. Das bedeutet, es blockiert bestimmte Stresshormone (wie Adrenalin) an den Gefäß- und Herzzellen. Dadurch werden die Gefäße erweitert und der Blutdruck gesenkt.

Für Fachkreise: Labetalol wirkt als kompetitiver Antagonist an β1-, β2- und α1-Adrenozeptoren. Die Kombination aus peripherer Vasodilatation (mittels α1-Blockade) und Hemmung der katecholaminvermittelten Stimulation des Herzens (mittels β1- und β2-Blockade) führt zu einer effektiven, gut steuerbaren Blutdrucksenkung mit relativ geringer Reflex-Tachykardie.

Pharmakokinetik (Aufnahme, Verteilung, Stoffwechsel & Ausscheidung)

  • Resorption: Labetalol wird nach oraler Einnahme rasch resorbiert, die Bioverfügbarkeit beträgt etwa 25% (First-Pass-Effekt).
  • Wirkungseintritt: Innerhalb von 20–120 Minuten, maximale Wirkung nach ca. 1.5–3 Stunden.
  • Metabolisierung: Stark in der Leber (Glukuronidierung).
  • Ausscheidung: Hauptsächlich über Urin (ca. 85%), geringer Anteil über den Stuhl.
  • Halbwertszeit: Etwa 6–8 Stunden
  • Dauer der Wirkung: 8–12 Stunden

Anwendung im Alltag & Best Practices

Labetalol wird in Österreich meist als Tablette verwendet. Es ist besonders geeignet für Patient:innen mit Bluthochdruck, auch während Schwangerschaft und Stillzeit (unter ärztlicher Überwachung). Die Medikation sollte regelmäßig zur gleichen Uhrzeit eingenommen werden, vorzugsweise morgens oder abends je nach Empfehlung der behandelnden Ärztin/des Arztes.

  • Typische Anfangsdosis: 100 mg 2-mal täglich (morgens und abends)
  • Dosisanpassung in 100 mg-Schritten im Abstand von einigen Tagen, Maximaldosis: 2.400 mg/Tag
  • Tabletten unzerkaut mit ausreichend Wasser einnehmen
  • Nie abrupt absetzen, sondern ausschleichend in ärztlicher Begleitung

Einnahme morgens oder abends: Vor- und Nachteile

  • Morgens: Vorteilhaft für tagsüber erhöhte Blutdruckspitzen; fördert Compliance, da meist Routine.
  • Abends: Günstig, wenn nächtlicher Bluthochdruck oder Nebenwirkungen tagsüber stören (z.B. Müdigkeit).
  • Tipp: Wichtig ist die regelmäßige Einnahme, idealerweise immer zur gleichen Uhrzeit. Individuelle Empfehlungen durch Ihre Ärztin/Ihren Arzt beachten.

Einnahme zu den Mahlzeiten oder nüchtern

Die Einnahme von Labetalol ist unabhängig von den Mahlzeiten möglich. Bei gleichzeitiger Einnahme mit einer typischen österreichischen Mahlzeit (fettreich, ballaststoffreich) verzögert sich die Resorption geringfügig, ohne wesentlichen Einfluss auf die Wirksamkeit. Manche Patient:innen vertragen das Präparat zu den Mahlzeiten besser, da so mögliche Magenbeschwerden seltener auftreten.

Wechselwirkungen

Substanz/Lebensmittel Wechselwirkung Empfehlung
Alkohol Verstärkte Blutdrucksenkung, vermehrte Schläfrigkeit Genuss in Maßen, Vorsicht geboten
Antidiabetika Kann Warnzeichen für Unterzuckerung verschleiern Blutzucker häufiger kontrollieren
Andere Antihypertensiva Risiko eines zu starken Blutdruckabfalls Nur unter ärztlicher Kontrolle kombinieren
Calciumantagonisten (z.B. Verapamil) Erhöhtes Risiko für AV-Block und Bradykardie Kombination vermeiden oder sehr engmaschig überwachen
MAO-Hemmer Gefahr für starke Blutdrucksteigerung oder -senkung Kombination kontraindiziert
Drogen/Betäubungsmittel Unvorhersehbare Kreislaufwirkungen Unbedingt vermeiden

Indikationen (Einsatzgebiete)

Indikation Status Kurzbeschreibung
Essentielle Hypertonie (Bluthochdruck) Offiziell zugelassen Häufigste Anwendung: Behandlung von Bluthochdruck bei Erwachsenen
Schwangerschaftshypertonie/Präeklampsie Offiziell zugelassen Behandlung und Akutkontrolle von Bluthochdruck in der Schwangerschaft
Hypertensive Krise Off-label/Stationär Kurzfristige Blutdrucksenkung (meist i.v.) bei sehr hohem Blutdruck
Chronische Herzinsuffizienz Off-label Nicht Standard, wird selten eingesetzt
Kinder/Jugendliche Off-label Nutzung nach individueller ärztlicher Abwägung

Dosierung nach Indikation, Alter und klinischem Zustand

Patientengruppe Indikation Empfohlene Dosierung Maximale Tagesdosis
Erwachsene Essentielle Hypertonie 2× 100 mg, schrittweise Steigerung 2.400 mg
Erwachsene Präeklampsie/Schwangerschaftshypertonie 2× 100 mg, unter stationärer Überwachung individuell angepasst 800 mg oral, bei Notfällen i.v.-Bolus 20 mg, dann titriert
Ältere Patient:innen Alle Indikationen Beginn mit niedriger Dosierung (z.B. 50 mg), langsam steigern Nach individueller Verträglichkeit
Kinder/Jugendliche Off-label Hypertonie 1–3 mg/kg/Tag, aufgeteilt auf 2–3 Dosen 6 mg/kg/Tag
Hypertensive Krise (i.v.) Erwachsene Langsame Injektion oder Infusion, individuell Max. 200 mg über 24 h

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen (≥1/100):
  • Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen
  • Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Durchfall)
  • Kalte Hände und Füße
  • Leichter Blutdruckabfall beim Aufstehen
Gelegentlich/selten (<1/100):
  • Bradykardie (zu langsamer Puls), Herzrhythmusstörungen
  • Allergische Reaktionen (Hautausschlag, Juckreiz)
  • Beeinträchtigung der Leberwerte
  • Atemnot bei Asthmatiker:innen
Warnhinweise:
  • Nicht abrupt absetzen (Gefahr von Blutdruckanstieg und Herzproblemen)
  • Vorsicht bei Asthma, Diabetes, Herzrhythmusstörungen, schweren Durchblutungsstörungen
  • Regelmäßige ärztliche Kontrolle und Blutdruck-Selbstmessung empfohlen

Anwendungsrichtlinien & Apotheker:innen-Tipps (speziell für Österreich)

  • Regelmäßige Einnahme ist entscheidend für den Therapieerfolg
  • Verwenden Sie eine Tablettendose oder Erinnerungs-App
  • Blutdruck zuhause regelmäßig dokumentieren (z.B. im Blutdruckpass – erhältlich in Ö-Apotheken und online: gesundheit.gv.at)
  • Bedenken Sie Reisebedarf: Ärztliche Bestätigung für Arzneimitteleinfuhr ins Ausland mitführen
  • Bei Anzeichen stärkerer Nebenwirkungen oder Unwohlsein Arzt/Ärztin oder Apotheker:in konsultieren
  • Kein eigenmächtiges Absetzen oder Dosisänderung ohne Rücksprache

Alternative Behandlungsmöglichkeiten (NFZ-Erstattung Österreich)

  • Amlodipin (Calciumkanalblocker): Gute Verträglichkeit, günstig, 1× täglich
  • Enalapril, Ramipril (ACE-Hemmer): Wirksam, vorteilhaft bei Herz- und Nierenproblemen
  • Valsartan, Candesartan (Sartane): Verträglich, bei ACE-Hemmer-Unverträglichkeit
  • Metoprolol, Bisoprolol (selektive Betablocker): Bei gleicher Indikation, evtl. besser bei Asthma geeignet
  • Hydrochlorothiazid (Diuretikum): Oft kombiniert, geprüfter Langzeiteffekt

Vergleich:
Labetalol ist einer der wenigen Betablocker, die sowohl α- als auch β-Rezeptoren blockieren – besonders geeignet in Schwangerschaft und bei hypertensiven Notfällen. Selektive Betablocker (wie Metoprolol, Bisoprolol) verursachen meist weniger Bronchospasmus und sind für Asthmapatient:innen vorzuziehen. ACE-Hemmer/Sartane bieten Vorteile bei Diabetes und Nierenproblemen, dürfen jedoch während der Schwangerschaft nicht eingesetzt werden.

Rechtlicher, Zulassungs- & Erstattungsstatus in Österreich

Behörde/Status Details
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG/AGES) Trandate® ist zugelassen und steht auf der aktuellen Arzneimittelliste.
Erstattung durch die Krankenversicherung (NFZ) Kostenübernahme bei medizinischer Notwendigkeit; e-card-Abrechnung möglich
Verschreibungspflicht Nur auf gültiges Kassen- oder Privatrezept erhältlich (Suchtgiftgesetz entfällt)
Importstatus In Österreich vollständig registriert, kein Parallelimport notwendig

Aktuelle Studienlage & Fachgesellschafts-Empfehlungen (2022-2025)

  • Leitlinien: Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) und die ESC empfehlen Labetalol als Mittel der Wahl für hypertensive Notfälle in der Schwangerschaft.
  • Studien 2022–2024: Laut aktuellen Meta-Analysen (British Journal of Clinical Pharmacology, 2023) ist Labetalol in der Präeklampsie signifikant sicherer als viele andere Antihypertensiva für Mutter und Kind.
  • Österreichische Praxis: Laut Ärztekammer und Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) unterliegt Labetalol strengen Kontrollen zur Verschreibung und ist für den Akut- und Dauergebrauch geeignet.
  • Weitere Forschung: Laufende Projekte (Stand 2024) untersuchen Labetalol in Kombinationstherapien bei komplexen Hypertonieformen und raschem Blutdruckabfall.

Verfügbarkeitsinformationen & Preise

Packungsgröße Tabletten pro Packung Unverbindlicher Apothekenpreis (ca.) Lieferzeit Wien Lieferzeit Graz Lieferzeit Salzburg
100 mg 50 €25,00 sofort / 1 Tag 1–2 Werktage 2–3 Werktage
200 mg 50 €32,00 sofort / 1 Tag 1–2 Werktage 2–3 Werktage
400 mg 30 €29,00 1 Tag 1–2 Werktage 3 Werktage
5 mg/ml Injektionslösung 20 ml Ampulle Nur auf Anfrage/Stationär 1–2 Werktage 3 Werktage 3 Werktage

FAQ – Häufige Patientenfragen

  1. Kann ich Trandate® (Labetalol) zusammen mit meiner üblichen Medikation einnehmen?
    Viele gängige Arzneimittel vertragen sich mit Labetalol, aber bei Blutdrucksenkern, Diabetesmedikamenten und bestimmten Antidepressiva sind Wechselwirkungen möglich. Fragen Sie immer Ihre Ärztin/Ihren Arzt oder Apotheker:in.
  2. Was sollte ich tun, wenn ich eine Dosis vergessen habe?
    Nehmen Sie die vergessene Tablette ein, sobald Sie sich erinnern. Ist der nächste Einnahmezeitpunkt bereits nah, lassen Sie die vergessene Dosis aus und führen Sie die Einnahme wie gewohnt fort. Niemals die doppelte Menge einnehmen!
  3. Darf ich während der Behandlung mit Labetalol Alkohol trinken?
    Bei moderatem Genuss bestehen keine grundsätzlichen Bedenken, allerdings kann Alkohol die blutdrucksenkende Wirkung verstärken und das Risiko von Schwindel oder Ohnmacht erhöhen. Seien Sie besonders vorsichtig im Straßenverkehr.
  4. Muss ich während der Behandlung spezielle diätetische Vorschriften beachten?
    Nein, aber eine ausgewogene und salzarme Ernährung unterstützt die Wirkung der Therapie. Achten Sie auf ausreichende Zufuhr von Obst, Gemüse und Ballaststoffen im Rahmen der österreichischen Ernährungspyramide.
  5. Wie lange muss ich Trandate® einnehmen?
    Die Behandlung des Bluthochdrucks ist in der Regel langfristig. Setzen Sie das Arzneimittel nicht eigenständig ab und halten Sie Rücksprache mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt zur Therapiedauer und Dosisanpassung.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

50mg, 100mg, 200mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill