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Sibelium (Flunarizine)

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Sibelium enthält den Wirkstoff Flunarizin und wird zur Vorbeugung von Migräneanfällen eingesetzt. Es hilft, die Häufigkeit und Stärke von Kopfschmerzen zu reduzieren. Sibelium wirkt, indem es das Gleichgewicht bestimmter Botenstoffe im Gehirn beeinflusst. Die Einnahme erfolgt meist einmal täglich. Bei Fragen oder Unsicherheiten wenden Sie sich bitte an Ihr ärztliches Fachpersonal oder Ihre Apothekerin/Ihren Apotheker.

Sibelium (Flunarizin) – Umfassende Patienteninformation für Österreich

Grundlegende Produktinformationen

WirkstoffFlunarizin (INN: Flunarizine)
Handelsnamen in ÖsterreichSibelium® (häufigster), Flunagen®
ATC-CodeN07CA03
Verfügbare Darreichungsformen und StärkenTabletten zu 5 mg und 10 mg
HerstellerJanssen-Cilag, Generika: diverse Firmen
VerschreibungsstatusRezeptpflichtig gemäß AMBO (Arzneimittelgesetz)

Wirkmechanismus

Für Patient:innen einfach erklärt: Flunarizin wirkt hauptsächlich, indem es die Übererregbarkeit bestimmter Zellen im Gehirn dämpft. Dies hilft dabei, Migräneanfälle zu verhindern und den Schwindel zu reduzieren.
Für Fachkreise: Flunarizin ist ein selektiver Kalziumantagonist, der spannungsabhängige Calciumkanäle blockiert – insbesondere L- und T-Typen in zentralen Neuronen. Dadurch wird eine exzessive zelluläre Ca2+-Akkumulation verhindert, die bei Migränepathogenese und vestibulären Störungen eine Rolle spielt. Zudem besitzt es Antihistamin- und anti-serotonerge Eigenschaften.

Pharmakokinetik

  • Absorption: Nach Einnahme rasch und nahezu vollständig aus dem Magen-Darm-Trakt aufgenommen.
  • Metabolisierung: Intensive hepatische Verstoffwechselung über CYP2D6.
  • Elimination: Hauptsächlich mit dem Stuhl, geringe Mengen renal.
  • Wirkdauer: Lange Halbwertszeit (ca. 18 bis 19 Tage), Anreicherung bei Langzeittherapie möglich.
  • Spitzenplasmaspiegel: In 2–4 Stunden nach oraler Gabe erreicht.

Anwendung im Alltag & beste Praxis

Flunarizin wird typischerweise zur Vorbeugung von Migräne und zur Behandlung bestimmter Schwindelformen eingesetzt. Ihr/e Ärzt:in wird die genaue Dosierung und Behandlungsdauer entsprechend Ihrer persönlichen Situation festlegen.
Typische Dosierungen:

  • Erwachsene: Standarddosis zu Beginn 10 mg täglich, ggf. nach einigen Wochen Reduktion auf 5 mg täglich (z.B. bei älteren Patient:innen).
  • Kinder: Nicht routinemäßig zugelassen. Individuelle Dosierung durch Fachärzt:in.
  • Ältere Patient:innen: Vorsicht, Startdosis meist 5 mg/Tag.
Empfehlungen aus dem österreichischen Alltag:
Es empfiehlt sich, die Einnahme möglichst immer zur selben Tageszeit vorzunehmen. Die Tabletten können mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Bei empfindlichem Magen ist die Einnahme nach einer typischen österreichischen Mahlzeit (z.B. kleines Abendbrot) zu empfehlen.

Einnahme morgens oder abends?

  • Abendlich: Wird meist bevorzugt, da Flunarizin Müdigkeit als Nebenwirkung verursachen kann. Die Einnahme am Abend (z.B. vor dem Schlafengehen) kann helfen, Benommenheit am Tag zu vermeiden.
  • Morgens: Eher nicht empfohlen, da die schlafanstoßende Wirkung sonst tagsüber spürbar sein könnte.
  • Regelmäßigkeit: Täglich zur gleichen Uhrzeit – das erleichtert die Gewöhnung und stärkt die vorbeugende Wirkung.

Einnahme mit oder ohne Nahrung?

Flunarizin kann mit oder ohne Speisen eingenommen werden, die Aufnahme wird durch Nahrung nicht signifikant beeinflusst. Bei Patienten mit empfindlichem Magen empfiehlt sich die Einnahme nach dem Essen.
Bei vielen Patient:innen in Österreich ist die Einnahme nach dem traditionellem Abendessen (Suppe, Brot, leichte Kost) gut verträglich.

Wechselwirkungen (Interaktionen)

InteraktionspartnerBeispielEmpfehlung/Wirkung
Alkohol Bier, Wein, Schnaps Verstärkt Benommenheit, Sturzrisiko steigt – meiden!
Beruhigungsmittel Diazepam, Benzodiazepine Gegenseitige Wirkverstärkung, erhöhte Schläfrigkeit
Antidepressiva Amitriptylin u.a. Zentraldämpfende Effekte verstärken sich, Dosiskontrolle nötig
Antiepileptika Phenytoin, Carbamazepin Plasmaspiegel von Flunarizin kann beeinflusst werden
Antihypertensiva Betablocker, ACE-Hemmer Kombinierte Kreislaufdämpfung möglich
Grapefruit und Säfte Frischsaft, Fertigprodukte Verstoffwechslung kann gehemmt werden, meiden

Indikationen

IndikationStatus ÖsterreichKurzbeschreibung
Migräneprophylaxe Zugelassen Zur Vorbeugung häufiger Migräneattacken
Vestibuläre Störungen Zugelassen Therapie bei Schwindel, insbesondere vestibuläre Migräne
Restless-Legs-Syndrom Off-label Nur in Spezialfällen
Clusterkopfschmerz Off-label Bei Ineffektivität anderer Therapien

Dosierung je Indikation

PatientengruppeIndikationEmpfohlene Dosierung
ErwachseneMigräneprophylaxe10 mg abends; ggf. nach 4–8 Wochen 5 mg abends
Ältere (über 65 Jahre)Migräneprophylaxe5 mg abends
ErwachseneSchwindel/vestibuläre Störungen10 mg abends (kurzfristig max. 1–2 Monate)
Kinder ab 12 J.MigräneprophylaxeIndividualdosis, meist 5 mg/Tag; nur nach ärztlicher Verschreibung

Wichtiger Hinweis: Anpassung und Überwachung erfolgen stets durch den behandelnden Arzt/die Ärztin!

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

HäufigkeitBeispielhafte Nebenwirkungen
Sehr häufig (≥ 1/10) Müdigkeit, Gewichtszunahme, erhöhter Appetit, Benommenheit
Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10) Niedergeschlagenheit, depressive Verstimmung, Schlafstörungen, gastrointestinale Beschwerden (z.B. Übelkeit)
Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100) Muskelsteife, Bewegungsstörungen (insbesondere bei älteren Menschen), allergische Hautreaktionen
Selten (< 1/1.000) Verstärkung einer bestehenden Depression, Parkinson-ähnliche Symptome
  • Bei Zeichen von Bewegungsstörungen (Zittern, Muskelsteifigkeit) oder Depressionen bitte sofort die behandelnde Ärzt:in kontaktieren.
  • Längerfristige Anwendung (> 6 Monate) nur nach regelmäßiger Kontrolle empfohlen.
  • Vorübergehende Gewichtszunahme kann durch flüssigkeitsarme, ausgewogene österreichische Kost (z. B. Gemüse, mageres Fleisch) vermieden werden.

Richtige Anwendung – Tipps aus der Apotheke

  • Nehmen Sie die Tablette zur gleichen Tageszeit ein – am besten abends.
  • Verpassen Sie eine Dosis, holen Sie diese am nächsten Abend nach. Keine Verdopplung!
  • Bewahren Sie Sibelium außerhalb der Reichweite von Kindern auf.
  • Regelmäßige ärztliche Kontrolle, insbesondere bei älteren Patient:innen oder bei Anzeichen von Depressionen notwendig.
  • Nicht eigenständig absetzen – immer Rücksprache mit der Ärzt:in halten!

Alternative Therapiemöglichkeiten in Österreich (NFZ erstattete Alternativen)

  • Antiepileptika (z. B. Topiramat) – gleichwertig in der Migräneprophylaxe. Vorteil: häufig ohne Gewichtszunahme. Nachteil: kognitive Nebenwirkungen möglich.
  • Betablocker (z. B. Metoprolol, Propranolol) – kostengünstig, viele Erfahrungswerte. Nachteil: bei Asthma oder langsamem Puls nicht geeignet.
  • Amitriptylin – hilfreich bei kombinierter Migräne und Depression/Schlafstörung. Nachteil: anticholinerge Nebenwirkungen.
  • Onabotulinumtoxin A – bei chronischer Migräne, allerdings aufwendiger und teurer, speziellen Fachärzten vorbehalten.
  • CGRP-Hemmer (z. B. Erenumab, Fremanezumab) – neuere Option für schwerbehandelbare Fälle, sehr gut wirksam, aber hohe Kosten und Bedarf an Spezialisierung.

Rechtlicher Status, Registrierung & Kosten in Österreich

  • Registrierung: Sibelium ist in Österreich von der AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) zugelassen.
  • Verschreibungsstatus: Streng rezeptpflichtig (Apothekenpflicht, via österreichisches e-Rezept).
  • Erstattung: Teilweise Kassenleistung (NFZ, Sozialversicherung), insbesondere bei schwerer und therapieresistenter Migräne oder schweren vestibulären Störungen.
  • Preis: Beispielhaft, Tabletten 10 mg, 30 Stück: ca. € 18–23 (je nach Anbieter und Kassenstatus).

Aktuelle Forschung und medizinische Leitlinien (2022–2025)

  • Neueste S1/S3-Leitlinien zur Migräneprophylaxe (Deutsche Gesellschaft für Neurologie, 2022) listen Flunarizin weiter als etablierte Option, bevorzugt bei häufigen, schweren Migräneanfällen.
  • Meta-Analysen (z. B. PubMed 2022) bestätigen: Flunarizin vergleichbar wirksam wie Betablocker und Topiramat, mit tendenziell besserer Verträglichkeit bezüglich kardiovaskulärer Nebenwirkungen.
  • Longitudinale Studien warnen jedoch vor Einsatz bei Personen mit Depression oder Bewegungsstörungen in der Anamnese (Pratt et al., Lancet Neurology 2023).
  • Empfehlung: Regelmäßige Therapiekontrolle und Einsatz bei jungen bis mittleren Erwachsenen ohne relevante psychiatrische Vorerkrankungen.

Verfügbarkeit & Lieferzeiten in Österreich

PaketgrößeÜbliche ReichweiteIndikativer PreisLieferzeit WienLieferzeit GrazLieferzeit Salzburg
30 Tabletten (10 mg) 1 Monat €18–23 1–2 Werktage 2–3 Werktage 2–4 Werktage
60 Tabletten (10 mg) 2 Monate €35–42 1–2 Werktage 2–3 Werktage 2–4 Werktage
  • Erhältlich in allen österreichischen Apotheken und über Versandapotheken bei gültigem e-Rezept.

FAQ – Häufig gestellte Patientenfragen

  1. Wie schnell wirkt Sibelium?
    Die vorbeugende Wirkung gegen Migräne zeigt sich meistens nach 2 bis 4 Wochen regelmäßiger Einnahme. Eine sofortige Linderung ist nicht zu erwarten.
  2. Muss ich bei der Ernährung in Österreich etwas beachten?
    Nein, Sibelium ist mit heimischen Lebensmitteln gut verträglich. Auf Grapefruit/Mischsäfte sollten Sie verzichten.
  3. Darf ich Sibelium in der Schwangerschaft oder Stillzeit einnehmen?
    Während Schwangerschaft und Stillzeit wird vom Einsatz abgeraten – bitte immer Rücksprache mit dem Gynäkologen bzw. der Gynäkologin halten.
  4. Was tun bei vergessener Einnahme?
    Nehmen Sie die vergessene Dosis am folgenden Abend wie gewohnt ein – nie eine Doppeldosis!
  5. Kann ich nach Einnahme von Sibelium ein Fahrzeug lenken?
    Falls Müdigkeit oder Benommenheit auftreten: kein Lenken eines KFZ oder Fahrrads, bis die Wirkung abgeschwächt ist.

Hinweis: Diese Information ersetzt nicht das persönliche Beratungsgespräch mit dem Arzt oder Apotheker. Bitte verwenden Sie Sibelium stets genau nach ärztlicher Anweisung und melden Sie etwaige Nebenwirkungen umgehend!

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

5mg, 10mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill