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Provera (Medroxyprogesterone Acetate)

€14.72

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Provera enthält den Wirkstoff Medroxyprogesteronacetat und gehört zur Gruppe der Gestagene (künstliche Gelbkörperhormone). Es wird zur Behandlung von Menstruationsstörungen, hormonell bedingten Blutungen sowie zum Schutz der Gebärmutterschleimhaut bei einer Östrogenbehandlung eingesetzt. Ihr Arzt entscheidet, wann und wie lange Sie Provera einnehmen sollten. Bitte wenden Sie sich bei Fragen oder Nebenwirkungen an Ihr medizinisches Fachpersonal.

Provera (Medroxyprogesteronacetat): Umfassende Patienteninformation für Österreich

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN) Medroxyprogesteronacetat
Handelsnamen in Österreich Provera®, Depo-Clinovir® (Depotform), Generika verfügbar
ATC-Code G03AC06
Verfügbare Darreichungsformen und Stärken Tabletten: 5 mg, 10 mg, 100 mg; Injektionssuspension (Depot): 150 mg/ml
Hersteller Pfizer, diverse Generikahersteller
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (auf Kassenrezept)

Wirkmechanismus

  • Für Patienten erklärt: Provera enthält ein künstliches Gelbkörperhormon (Gestagen), das ähnlich wie das natürliche Progesteron im weiblichen Körper wirkt. Es hilft, den Menstruationszyklus zu regulieren, kann starke oder unregelmäßige Blutungen stoppen und bestimmte Krankheiten behandeln.
  • Für Fachkreise: Medroxyprogesteronacetat bindet an Progesteronrezeptoren in Zielgeweben. Es hemmt die Proliferation des Endometriums, unterdrückt die GnRH- und Gonadotropin-Freisetzung und wirkt damit anti-östrogen. Es besitzt keinen signifikanten androgene oder östrogene Nebenwirkung.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Rasche Aufnahme aus dem Gastrointestinaltrakt; Bioverfügbarkeit ca. 50-60 % bei oraler Gabe.
  • Metabolismus: Leber (CYP3A4); Hauptmetaboliten sind inaktiv.
  • Ausscheidung: Über Nieren, geringfügig hepatisch; Halbwertszeit rund 12-17 Stunden (oral), bei Depots mehrwöchig.
  • Wirkdauer: Tabletten: ca. 1 Tag, Depot: 12-14 Wochen.

Alltag und beste Anwendungspraxis

Provera-Tabletten sollten nach ärztlicher Vorschrift täglich etwa zur gleichen Uhrzeit eingenommen werden – eine Regelmäßigkeit vereinfacht den Therapieverlauf. Bei Depot-Injektionen erfolgt die Verabreichung alle 12–14 Wochen durch medizinisches Fachpersonal. Patienten werden angehalten, Dosierungen nicht eigenmächtig zu verändern und regelmäßige Kontrolltermine wahrzunehmen.

  • Typische Dosierung (Erwachsene): 5–10 mg/Tag, individuell vom Arzt angepasst.
  • Kinderdosierung: Nur nach Rücksprache mit dem Facharzt möglich, selten eingesetzt.

Einnahme morgens oder abends?

  • Morgens: Vorteilhaft für Patienten, die Nebenwirkungen wie Müdigkeit vermeiden möchten.
  • Abends: Kann günstiger bei leichten Schwindel- oder Müdigkeitsnebenwirkungen sein – diese treten dann meist nachts auf.
  • Wichtig: Die regelmäßige Uhrzeit hat Priorität gegenüber der Tageszeit, um die Hormonspiegel stabil zu halten.

Mit oder ohne Nahrung?

  • Provera kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Wirkung ist in klinischen Studien durch Nahrungsaufnahme nicht wesentlich beeinflusst worden.
  • Bei Magen-Darm-Beschwerden kann die Einnahme zu einer Hauptmahlzeit (z. B. Mittagessen oder Abendessen, typisch für die österreichische Ernährung) verträglicher sein.

Interaktionswarnungen

Substanz Interaktion Empfehlung
Alkohol Kein signifikanter direkter Einfluss, jedoch verstärken Alkohol und Medroxyprogesteron sedierende Nebenwirkungen. Zurückhaltender Konsum empfohlen
Enzyminduktoren (Carbamazepin, Rifampicin) Beschleunigter Abbau – verringerte Wirkung Arzt informieren, Anpassung möglich
Antikoagulantien Mögliche Wirkungsverstärkung oder -abschwächung Regelmäßige Blutkontrollen
Kräuterpräparate (Johanniskraut) Schwächung der Gestagenwirkung Vermeiden
Östrogene (HRT) Kombinationsbehandlung möglich, jedoch nur überwacht Facharzt-Rücksprache nötig

Indikationen (zugelassene und Off-Label-Anwendungen)

Indikation Zugelassen (AT) Off-Label
Dysfunktionelle Uterusblutung
Endometriose
Unterstützung einer Hormonersatztherapie
Zyklusregulierung
Palliative Behandlung von Hormon-abhängigen Tumoren (z. B. Mammakarzinom, Endometriumkarzinom)
Kontrazeption (Depot-Injektion)
Appetitsteigerung bei Tumor-Kachexie
Therapie von schweren Akneformen

Dosierungsempfehlungen nach Indikation

Indikation Erwachsene Pädiatrie Ältere Patienten
Dysfunktionelle Blutung 5-10 mg/Tag, 5-10 Tage/Monat Nur spezialärztlich Wie Erwachsene, ggf. niedrigere Initialdosis
Endometriose 10-30 mg/Tag über 90 Tage selten; spez. Facharzt Wie Erwachsene
HRT 5-10 mg/Tag für 12-14 Tage jeden Zyklus nicht empfohlen Wie Erwachsene
Kontrazeption (Depot) 150 mg i.m. alle 12–14 Wochen selten empfohlen untersuchen Leber-/Nierenfunktion

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Menstruationsstörungen, Zwischenblutungen, Amenorrhoe.
  • Häufig: Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme, Akne, Brustspannen, Müdigkeit.
  • Gelegentlich: Depression, Libidoveränderung, Ödeme.
  • Selten: Thromboembolien, schwere allergische Reaktionen, Leberfunktionsstörungen.
  • Warnhinweise: Bei ersten Anzeichen von Thrombosen (Beinschmerzen, plötzliche Seh- oder Atembeschwerden): sofort ärztliche Abklärung! Bei längerer Anwendung regelmäßige Vorsorgekontrollen (u. a. Mammographie beim Einsatz zur Brustkrebsbehandlung).

Richtige Anwendung in Österreich

  1. Tabletten immer mit einem Glas Wasser einnehmen.
  2. Depot-Injektion nur bei geschultem medizinischem Personal.
  3. Keine selbständige Dosisänderung.
  4. Feste Einnahmezeit wählen und Erinnerungshilfen nutzen (z. B. Handyalarm).
  5. Regelmäßig Kontrolluntersuchungen wahrnehmen (u. a. Blutdruck, Leberwerte, gynäkologische Kontrolle).

Alternative Behandlungsmöglichkeiten (Kassenleistung NFZ)

  • Andere Gestagenpräparate: Dienogest (z. B. Visanne®) – bevorzugt bei Endometriose.
  • Kombinierte hormonelle Kontrazeptiva: Verschiedene Pillenpräparate (kurzfristige Zyklusregulierung, nicht bei erhöhtem Thromboserisiko).
  • IUP mit Levonorgestrel: Mirena®, Jaydess® – lokal wirksame Alternative mit geringer systemischer Nebenwirkungslast.
  • Chirurgische Therapie oder Spontanremission: Bei bestimmten Indikationen wie starker Blutung oder Myomen kann ein operatives Vorgehen notwendig sein.

Vorteile von Provera: Bewährte Wirksamkeit, flexible Dosierung, breite Einsatzbereiche.
Nachteile: Hormonelle Nebenwirkungen, regelmäßige Einnahme notwendig, eingeschränkte Anwendung bei bestimmten Vorerkrankungen.

Rechtliche, Zulassungs- und Erstattungsdetails in Österreich

  • Registrierung durch das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG/AGES Medikalmarktaufsicht).
  • Medroxyprogesteronacetat ist verschreibungspflichtig und in Österreich auf Kassenrezept verfügbar.
  • Erstattungsfähigkeit: Ja, bei medizinischer Notwendigkeit und sachgerechter Indikation durch die österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) bzw. alternative Krankenversicherungsträger.
  • Packungsbeilagen stets beachten, deutsche Originalinformationen liegen in Apotheken zur Einsicht auf.

Aktuelle Forschung und Leitlinien (2022–2025)

  • Neue deutschsprachige Leitlinien (z. B. “AWMF S2k-Leitlinie Dysfunktionelle Uterusblutung”, 2023) bestätigen die Wirksamkeit von Medroxyprogesteron in der Therapie starker Blutungen und Endometriose.
  • Laut internationalen Studien (z. B. “FIGO 2024 Clinical Recommendations”) bleibt Provera ein wichtiger Baustein in der gynäkologischen Endokrinologie.
  • Die Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG) empfiehlt Medroxyprogesteron weiter als Therapieoption der ersten Wahl bei bestimmten Hormonerkrankungen.
  • Studien weisen auf eine insgesamt stabile und gute Langzeit-Verträglichkeit bei regelmäßigen Sicherheitskontrollen hin (zusammengefasst in: “Hormonal Cancer Therapy Updates 2024”, European Journal of Gynaecology).

Verfügbarkeit & Lieferung

  • Gängige Packungsgrößen: 30, 60 und 90 Tabletten; Depots als Einzeldosen (1er, 3er-Pack).
  • Ungefähre Preise: z. B. Provera 5 mg 30 Stück: ab 18,90 € (erstattungsfähig); Depo-Injektion 1 Stück: ca. 46,00 €.
Stadt Lieferdauer (Apotheken-Bestellung)
Wien Am selben Tag bis 24 h
Graz 1 Werktag
Linz 1-2 Werktage
Salzburg/Innsbruck 1-2 Werktage
Regionale Apotheken (Land) 1-3 Werktage

Außerhalb der Öffnungszeiten ist ein Notdienst telefonisch erreichbar (Apotheken-Suchdienst Österreich: 1455).

FAQ: Ihre häufigsten Fragen und zuverlässige Antworten

  1. Kann ich Provera einnehmen, wenn ich an Bluthochdruck oder Diabetes leide?
    Provera kann prinzipiell auch bei diesen Vorerkrankungen eingesetzt werden. Ihr behandelnder Arzt wird jedoch engmaschige Kontrollen und ggf. Dosisanpassungen empfehlen, da hormonelle Medikamente den Stoffwechsel beeinflussen können.
  2. Was tue ich, wenn ich eine Dosis vergessen habe?
    Nehmen Sie die vergessene Dosis sobald wie möglich nach. Liegt der nächste Einnahmezeitpunkt jedoch unmittelbar bevor, lassen Sie die vergessene Dosis aus. Niemals eine doppelte Menge einnehmen.
  3. Kann ich während der Behandlung mit Provera schwanger werden?
    Während der Therapie mit Tabletten ist keine vollständige Verhütung gewährleistet. Bei Depot-Präparaten ist der Empfängnisschutz gegeben, sofern die Injektionen pünktlich erfolgen.
  4. Muss ich Provera dauerhaft einnehmen?
    Nein, meist erfolgt die Behandlung kurweise oder im Rahmen definierter Therapiezyklen – die Dauer legt Ihr Arzt individuell fest.
  5. Ist eine Gewichtszunahme unvermeidlich?
    Gewichtszunahme gehört zu den möglichen Nebenwirkungen, lässt sich jedoch durch angepasste Ernährung (z. B. mediterrane, ballaststoffreiche Kost wie in Österreich beliebt) und Bewegung ausgleichen oder verhindern.

Hinweis: Diese Informationen ersetzen nicht das Arztgespräch oder die pharmazeutische Beratung in Ihrer Apotheke. Im Zweifel wenden Sie sich bitte an Ihre behandelnden Fachkräfte.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

5mg, 10mg

Paket: No selection

10 pill, 20 pill, 30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill