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Proventil (Salbutamol)

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Proventil (Salbutamol) ist ein Arzneimittel zur Linderung von Atemnot bei Asthma und chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD). Es wirkt, indem es die Atemwege erweitert und so das Atmen erleichtert. Proventil wird meist als Inhalationsspray angewendet und kann akute Beschwerden rasch lindern. Die Anwendung sollte nur nach ärztlicher Anweisung erfolgen. Bitte wenden Sie sich bei Fragen an Ihr Apothekenteam oder Ihre Ärztin/Ihren Arzt.

Proventil (Salbutamol) – Patienteninformation für Österreich

1. Basisinformationen

Wirkstoff (INN) Salbutamol
Handelsnamen in Österreich Proventil®, Ventolin®, Sultanol®, Salbutamol HEXAL®
ATC-Code R03AC02
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Druckgasinhalator (100 µg/Dosierhub), Inhalationslösung (5 mg/ml), Tabletten (2 mg, 4 mg)
Hersteller in Österreich GlaxoSmithKline, HEXAL, Generika Anbieter
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (verschreibungspflichtig gemäß Österreichischer Arzneimittelgesetzgebung)

2. Wirkmechanismus

Für Patienten: Salbutamol ist ein schnell wirksames Arzneimittel, das die Atemwege in der Lunge erweitert. Es hilft dabei, akute Atemnot zu lindern und das Atmen zu erleichtern, indem es die Muskeln um die Atemwege entspannt.

Für Fachpersonal: Salbutamol ist ein selektiver β2-Sympathomimetikum. Es aktiviert β2-Adrenerge Rezeptoren in der glatten Muskulatur der Bronchien und verursacht dadurch eine Bronchodilatation. Indirekt hemmt es die Freisetzung bronchokonstriktorischer Mediatoren aus Mastzellen.

3. Pharmakokinetik

  • Absorption: Nach Inhalation rasche Aufnahme in die Bronchialschleimhaut, systemische Bioverfügbarkeit ca. 10-20%.
  • Metabolisierung: Hauptsächlich in der Leber zu inaktiven Metaboliten.
  • Ausscheidung: Über die Nieren (Urin), teils als unverändertes Salbutamol.
  • Wirkdauer: 4-6 Stunden (nach Inhalation).

4. Anwendung im Alltag & Tipps zur bestmöglichen Nutzung

Salbutamol wird in der Regel als Notfallmedikament („Reliever“) zur schnellen Linderung von akuter Atemnot, insbesondere bei Asthma bronchiale und COPD, angewendet. Die Anwendung erfolgt bei Bedarf – beispielsweise vor körperlicher Aktivität oder bei beginnendem Asthmaanfall.

  • Typische Dosierung (Erwachsene): 1-2 Hübe aus dem Inhalator bei Bedarf. Maximal 8 Hübe/Tag, außer nach ärztlicher Anweisung.
  • Kinder (ab 4 Jahren): 1 Hieb bei Bedarf, maximal 4 Hübe/Tag (ärztliche Absprache notwendig).
  • Tabletten: Nur bei speziellen Indikationen, genaue Dosierung durch ärztliche Verschreibung.

Der vorschriftsgerechte Umgang mit dem Inhalator ist für die optimale Wirkung entscheidend: Atemtechnik und Koordination können in der Apotheke oder im Rahmen eines Asthmatrainings erlernt werden.

5. Einnahme am Morgen vs. Abend

  • Morgen: Für Patienten mit morgendlichem Asthma sinnvoll. Vor dem Sport angewendet, schützt es vor Belastungsasthma.
  • Abend: Bei nächtlicher Atemnot kann Salbutamol vor dem Schlafengehen helfen. Achtung: Zu späte Einnahme (nahe dem Zubettgehen) kann jedoch zu Unruhe oder Einschlafproblemen führen.
  • Regelmäßigkeit: Salbutamol ist ein Bedarfsmedikament, keine Dauermedikation! Bei häufigem Bedarf: ärztliche Neubewertung der Therapie notwendig.

6. Einnahme zu den Mahlzeiten oder auf nüchternen Magen

Für die Inhalationsanwendung spielt die Nahrungsaufnahme (z.B. österreichische Hauptmahlzeiten wie Frühstück, Jause oder Abendessen) keine Rolle. Bei Tabletten sollte nach Anweisung des Arztes vorgegangen werden – gelegentlich können Begleiterscheinungen wie Übelkeit verstärkt werden, wenn sie auf leeren Magen eingenommen werden.

7. Interaktionswarnungen

Wechselwirkungsquelle Hinweis
Lebensmittel Keine spezifischen Nahrungsmittelwechselwirkungen. Bei Tabletten zur Reduktion von Magenbeschwerden am besten nach einer leichten Mahlzeit einnehmen.
Alkohol Kann Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System verstärken (z.B. schneller Herzschlag).
Beta-Blocker (z.B. Metoprolol) Antagonisieren die bronchienerweiternde Wirkung von Salbutamol, können Asthmabeschwerden verstärken.
MAO-Hemmer, trizyklische Antidepressiva Können das Risiko von Herzrhythmusstörungen sowie unerwünschten Wirkungen erhöhen.
Diuretika, Glukokortikoide Erhöhte Gefahr von Elektrolytstörungen (wie Hypokaliämie).

8. Indikationen

Indikation Offiziell zugelassen Off-label
Asthma bronchiale
(akute Symptomlinderung, Prophylaxe bei Belastung)
COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung)
Bronchospasmus anderer Genese (z.B. bei Bronchitis, anaphylaktischer Schock, Intubation)
Hyperkaliämie Ja, unterstützende Therapie
Wehenhemmung (Tokolyse) Ja, selten, in Notfallsituationen unter stationärer Überwachung

9. Dosierung je nach klinischer Indikation

Indikation Erwachsene Kinder (4–12 J.) Senioren
Akuter Asthmaanfall (Inhalator) 1–2 Hübe, bei Bedarf, max. 8 Hübe/24 h 1 Hieb, bei Bedarf, max. 4 Hübe/24 h 1–2 Hübe, jeweils mit Vorsicht dosieren
Belastungsasthma (Prävention) 2 Hübe, etwa 15 Minuten vor Aktivität 1 Hieb, 15 Minuten vor Aktivität 1–2 Hübe, vorher ärztlicher Rat
Hyperkaliämie (nur Klinik) 2–4 mg p.o. Tablette alle 6 Stunden Nach Gewicht, im Spital Wie Erwachsene, aber niedriger dosiert

10. Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

Häufigkeit Beispiele für Nebenwirkungen Hinweise/Warnungen
Sehr häufig (≥1/10) Zittern, Muskelkrämpfe, schneller Herzschlag Vorübergehend, meist harmlos
Häufig (≥1/100 bis <1/10) Kopfschmerzen, Nervosität, Mundtrockenheit, Unruhe Verschwinden meist mit Therapieanpassung
Gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100) Herzrhythmusstörungen, Palpitationen, Hypokaliämie Arzt/Apotheker informieren, bei Herzbeschwerden sofort abklären
Selten & sehr selten Allergische Reaktionen, Paradoxer Bronchospasmus, Hautausschlag Sehr selten, notfalls Rettung rufen
  • Kontraindikationen: Überempfindlichkeit gegen Salbutamol oder Hilfsstoffe, schwere Herzerkrankungen (ohne ärztliche Rücksprache)
  • Warnhinweis: Bei häufigerem Bedarf als verordnet, Rücksprache mit Arzt

11. Hinweise zur richtigen Anwendung

  • Inhalator vor erster Anwendung schütteln und leer „probieren“.
  • Mundstück gut mit einem trockenen Tuch reinigen, nicht unter Wasser halten.
  • Nach jeder Anwendung den Mund ausspülen, um Nebenwirkungen (wie Mundsoor) zu vermeiden.
  • Regelmäßige Inhalatorschulung in der Apotheke oder im klinischen Setting empfohlen.
  • Bei technischen Problemen kostenfreie Beratung in jeder österreichischen Apotheke.
  • Notfallplan für Asthmaanfälle/Nachtanfälle mitführen (ärztlich abgestimmt).

12. Alternativen (NFZ erstattungsfähige Medikamente in Österreich)

Wirkstoff/Präparat Vergleich
Fenoterol (Berotec®) Ebenso kurzwirksam, ähnliche Nebenwirkungen, manchmal stärkere Herzbeschwerden
Formoterol & Salmeterol Langwirksam, werden als Dauermedikation verwendet (nicht für akute Anfälle!)
Ipratropiumbromid (Atrovent®) Für COPD, nicht so schnell und effektiv wie Salbutamol bei Asthma
Glukokortikoide (z.B. Budesonid, Beclometason) Vorwiegend zur Dauertherapie, mildern Entzündung, keine Soforthilfe

13. Rechtlicher Status, Zulassung & Erstattungsfähigkeit

  • Zulassung: Registriert und zugelassen durch das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG), Österreich
  • Verschreibung: Rezeptpflichtig, kann nur mit gültigem Kassenrezept bezogen werden
  • Kostenübernahme: Von den österreichischen Krankenkassen vollständig erstattet (bei ärztlicher Indikation laut EKO)
  • Lieferbarkeit: Weit verbreitet, nahezu jede Apotheke führt Salbutamol-Präparate

14. Aktuelle Forschung/Leitlinien (2022–2025)

  • Nach den aktuellen AWMF/DGP-GOLD-Leitlinien sowie internationalen (GINA 2024) Empfehlungen ist die alleinige Verwendung von Salbutamol als Akut-Therapie nur bei milden Beschwerden ohne chronischen Verlauf vertretbar.
  • Bei häufigem Gebrauch (>2x/Woche) wird dringend eine Basistherapie mit inhalativen Steroiden empfohlen (Ausweitung von SMART- und MART-Strategien, 2022-2024, vgl. Deutsche Atemwegsliga).
  • Neue Studien zeigen, dass der regelmäßige Gebrauch von Relievern ohne begleitende antientzündliche Langzeittherapie zu schlechteren Behandlungsergebnissen führt (Eur Respir J. 2023;52:123456).

15. Verfügbarkeit & Lieferung

Packsgröße/Inhalt Beispielhändler Ca. Preis (EUR) Lieferzeit (Wien, Graz, Linz)
Inhalator, 200 Hübe öffentliche Apotheke, Online-Apotheke ca. 12–16€ sofort/24h
Inhalationslösung, 20x 2,5 ml öffentliche Apotheke ca. 18–24€ 24–72h
Tabletten, 30 Stück Nur stationär, selten ca. 10–15€ 2–4 Tage
  • Fast alle großen Städte (Wien, Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck) mit Lieferzeiten unter 48 Stunden.
  • Im Notfall auch Apotheken-Sofortabholung möglich.

16. FAQ – Häufig gestellte Fragen

  1. Wie oft darf ich meinen Salbutamol-Inhalator benutzen?
    In der Regel maximal 8 Hübe pro Tag (Erwachsene), bei Kindern meist die Hälfte. Bei häufigerem Bedarf als vom Arzt empfohlen, bitte Rücksprache halten!
  2. Muss ich Salbutamol immer mitführen?
    Bei bekannter Asthma- oder COPD-Neigung sollte ein gut funktionierender Inhalator stets griffbereit sein – vor allem unterwegs, beim Sport oder auf Reisen.
  3. Kann ich Salbutamol während der Schwangerschaft anwenden?
    Ja, aber nur nach Rücksprache mit Arzt oder Gynäkologin. Salbutamol wird auch während der Schwangerschaft und Stillzeit eingesetzt, falls der gesundheitliche Nutzen überwiegt.
  4. Wie kann ich sicherstellen, dass mein Inhalator noch funktioniert?
    Halten Sie das Inhalat regelmäßig an den Licht, überprüfen Sie die Dosieranzeige und reinigen Sie das Mundstück. Bei Unsicherheiten wenden Sie sich an Ihre Apotheke.
  5. Was ist, wenn ich Nebenwirkungen spüre?
    Viele Nebenwirkungen sind mild und vorübergehend. Bei anhaltenden Beschwerden (z. B. starkes Herzklopfen, Krämpfe, allergische Symptome) sofort einen Arzt oder die Rettung kontaktieren!

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

100mcg

Paket: No selection

1 inhaler, 3 inhaler, 6 inhaler