Protopic (Tacrolimus)

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Protopic enthält den Wirkstoff Tacrolimus und wird zur Behandlung von mittelschweren bis schweren Ekzemen (atopische Dermatitis) eingesetzt, wenn andere Therapien nicht ausreichen. Es wird als Salbe direkt auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen. Protopic lindert Entzündungen und Juckreiz, ohne Kortison zu enthalten. Die Behandlung sollte nach ärztlicher Anweisung erfolgen. Bei Fragen oder Unsicherheiten wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.

Protopic® (Tacrolimus) – Patienteninformation für Österreich

Basisinformationen zum Produkt

Wirkstoff (INN) Tacrolimus
Handelsnamen in Österreich Protopic®, Advagraf®, Prograf® (je nach Wirkstoffform und Verabreichung)
ATC-Code D11AH01 (topische Anwendung), L04AD02 (systemische Anwendung)
Verfügbare Darreichungsformen Salbe 0,03% und 0,1% (topisch); Hartkapseln, Retardkapseln (systemisch)
Hersteller LEO Pharma, Astellas Pharma, verschiedene Generika-Hersteller
Verschreibungspflicht Ja, in Österreich nur auf ärztliche Verschreibung erhältlich

Wirkmechanismus (einfach erklärt und für Fachpersonal)

Für PatientInnen: Tacrolimus ist ein Immunsuppressivum. Es hemmt gezielt die Aktivität von Immunzellen (Lymphozyten) in der Haut, die bei verschiedenen chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen eine Rolle spielen, insbesondere bei Neurodermitis (atopischer Dermatitis). Dadurch reduziert Tacrolimus Entzündungen, Rötungen und Juckreiz ohne die Haut zu verdünnen.

Für Fachkreise: Tacrolimus bindet an das FKBP-12-Protein und hemmt dadurch Calcineurin, was die transcriptionelle Aktivierung von Interleukin-2 und anderen Zytokinen bei T-Lymphozyten unterbindet. Dies führt zu einer gezielten Suppression der T-Zell-vermittelten Immunantwort in der Haut.

Pharmakokinetik

Resorption:
Systemische Aufnahme nach topischer Anwendung ist gering (weniger als 1% der Dosis).
Metabolisierung:
Über die Leber durch das CYP3A4-System; topisch meist vernachlässigbar.
Ausscheidung:
Hauptsächlich über die Galle mit dem Stuhl.
Wirkeintritt und Wirkdauer:
Die Linderung von Beschwerden beginnt meist innerhalb weniger Tage. Die Wirkung lässt nach mehreren Tagen Pause nach.

Anwendung im Alltag & Best Practices

  • Salbe ein- bis zweimal täglich dünn auf die betroffenen Hautstellen auftragen, gemäß ärztlicher Anweisung.
  • Vorher die Hände waschen und ggf. reinigen, nachher ebenfalls gründlich waschen.
  • Keine: Okklusivverbände, auf Schleimhäuten oder bei bakteriellen/viralen Infektionen verwenden.
  • Vermeiden Sie Sonnenlicht oder Solarium an behandelten Stellen.
  • Nicht in Augen oder auf offene, stark geschädigte Haut auftragen.
  • Regelmäßige Kontrollen beim Hautarzt empfohlen.

Morgendliche vs. abendliche Anwendung

  • Beides ist möglich; abendliche Anwendung hat den Vorteil, dass die Medikamente über Nacht einziehen und weniger „abgerieben“ werden.
  • Wichtig ist die tägliche konsequente Anwendung zur gleichen Zeit.
  • Tipp: Viele PatientInnen bevorzugen abends die Anwendung, um die Kleidung nicht zu verschmutzen und potenzielle Reaktionen durch Sonnenlicht zu minimieren.
  • Regelmäßigkeit fördert eine gleichmäßige Wirkung und reduziert das Risiko von Schüben.

Anwendung mit/nach dem Essen – Einfluss der Mahlzeiten (bei Salbe und Kapseln)

  • Topische Anwendung: Keine Beeinflussung durch Nahrung.
  • Systemisch (Kapseln): Einnahme möglichst immer zur gleichen Tageszeit, mit oder ohne Mahlzeit, aber stets konsequent auf dieselbe Weise.
  • Schwere, fettige österreichische Speisen (wie Schweinsbraten, Käsespätzle) können die Aufnahme leicht beeinflussen – beachten Sie die ärztliche Empfehlung.
  • Alkohol: Sollte während der Behandlung generell gemieden werden.

Interaktionshinweise

Interaktionspartner Mögliche Konsequenz Empfehlung
Grapefruitsaft Erhöhte Tacrolimus-Konzentration (systemisch) Vermeiden
Alkohol Verträglichkeitsprobleme, mögliche Hautreaktionen Reduzieren oder vermeiden
MAO-Hemmer, Ciclosporin Stärkere Immunsuppression, Risiko für Nebenwirkungen Keine Kombination ohne Rücksprache
Makrolid-Antibiotika (z. B. Erythromycin) Verzögerter Abbau von Tacrolimus Arzt/Ärztin informieren
Johanniskraut Wirksamkeitsverlust Vermeiden

Indikationen (zugelassene und Off-Label-Anwendungen)

Indikation Zugelassen in Österreich Off-Label
Atopische Dermatitis (Neurodermitis) Ja
Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) Nein Ja
Lichen planus Nein Ja
Transplantatabstoßung (systemisch) Ja (Kapseln/Infusion)
Weitere entzündliche Dermatosen Nein In Einzelfällen

Dosierung je nach Indikation und Patientengruppe

Indikation Dosierung Erwachsene Dosierung Kinder (2-15 J.) Dosierung Ältere (>65 J.)
Neurodermitis (Protopic Salbe 0,1%) 1-2x täglich dünn für max. 3 Wochen, dann ggf. Reduktion 0,03% Salbe, 1-2x täglich Wie Erwachsene, ggf. reduzierte Häufigkeit
Vitiligo (off-label) 1-2x täglich halten laut ärztlicher Anweisung Nur in Rücksprache mit Facharzt/Fachärztin Wie Erwachsene
Transplantatprophylaxe (systemisch) Kapseln je nach Körpergewicht und Transplantattyp individuell Spezifisch, stationär eingestellt Wie Erwachsene, engmaschige Überwachung

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

Häufig (≥1/10) Gelegentlich (≥1/100, <1/10) Selten (<1/1.000) Warnhinweise
Brennen, Juckreiz, Rötung der Haut Hautausschlag, Herpesinfektionen, Akne Überempfindlichkeitsreaktionen, Lymphome Vorbestehende Infekte, geschwächtes Immunsystem, Schwangerschaft/Stillzeit

Wichtige Hinweise: Bei starken/ungewöhnlichen Reaktionen Behandlung unterbrechen und umgehend ärztliche Rücksprache halten!

Anwendungshinweise & Hinweise vom Apotheken-/Klinikpersonal

  • Vor Gebrauch stets die Packungsbeilage beachten.
  • Keine Anwendung im Gesicht bei stärkeren Sonnenbestrahlungen im Sommer ohne Sonnenschutz!
  • Keine gleichzeitige Anwendung von corticosteroidhaltigen Cremen an derselben Stelle ohne Rücksprache.
  • Bei längerem Gebrauch regelmäßig Hautarztbesuch zur Verlaufskontrolle.
  • Salbe darf NICHT eingenommen werden!
  • Systemische Präparate (Kapseln) immer exakt nach ärztlicher Verordnung einnehmen.

Alternative Therapien (NFZ-erstattungsfähig), Vergleich

  • Corticosteroide (Kortisonpräparate): Schnell wirksam, aber Risiko bei Langzeitgebrauch (Hautverdünnung etc.)
  • Pimecrolimus (Elidel®): Ähnlicher Wirkmechanismus, weniger lokale Reizungen, aber geringere Datenlage zur Langzeitanwendung.
  • Phototherapie: Besonders bei großflächigem Befall; Behandlungsaufwand höher, potentielles Hautalterungsrisiko.
  • Systemische Immunsuppressiva (bei schweren Formen): Methotrexat, Ciclosporin – stärkere Nebenwirkungen, regelmäßige Kontrollen nötig.

Die Wahl der Therapie richtet sich nach Alter, Schweregrad und Begleiterkrankungen sowie Kostenübernahme durch Krankenkassen in Österreich (z. B. ÖGK, SVS, BVAEB).

Rechtlicher, Zulassungs- und Erstattungsstatus in Österreich

  • Für Protopic Salbe (0,03%, 0,1%) besteht in Österreich eine Zulassung durch das BASG (Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen).
  • Rezeptpflicht (ärztliche Verschreibung notwendig).
  • GKV-Erstattung möglich, meist nach Sichtung durch DermatologIn.
  • Regelmäßige Kontrolle der Anwendung nach Vorgabe österreichischer Leitlinien, z. B. ÖGDV (Österreichische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie).

Aktuelle Studien & Leitlinien (2022–2025)

  • Aktuelle deutschsprachige Leitlinien bestätigen die Wirksamkeit und Sicherheit von Tacrolimus-Salbe zur mittel- und längerfristigen Steuerung der atopischen Dermatitis (siehe: Leitlinie Neurodermitis, AWMF 2023).
  • Literaturanalyse 2022–2024 (z. B. J Eur Acad Dermatol Venereol, Hautaerzte): Kein erhöhtes Krebsrisiko bei sachgemäßer Anwendung.
  • Langzeitdaten zeigen, dass Protopic v. a. bei intermittierender Anwendung langfristige Rückfallprävention bietet, ohne Kortisonnebenwirkungen.

Verfügbarkeit & Lieferung

Packungsgröße (Salbe) Apothekenverkaufspreis (Richtwert) Lieferzeit Wien Lieferzeit Graz Lieferzeit Innsbruck
30 g ca. 38–41 € 24–48 h 1–3 Tage 2–4 Tage
60 g ca. 55–60 € 24–48 h 1–3 Tage 2–4 Tage

Die Verfügbarkeit kann regional schwanken, wir empfehlen rechtzeitige Vorbestellung.

FAQ – Häufige Patientenfragen mit Antworten

Kann ich Protopic zusammen mit Sonnencreme verwenden?
Ja, aber tragen Sie die Sonnencreme etwa 2 Stunden nach der Anwendung von Protopic auf, um eine bestmögliche Wirkung beider Produkte zu sichern.
Wie lange darf ich Protopic anwenden?
Die Behandlung erfolgt meist schubweise oder als „proaktive Therapie“ – Ihr/e Hautarzt/Hautärztin legt die Dauer individuell fest. Eine Langzeitdauertherapie ist bei intermittierender Anwendung möglich.
Was mache ich, wenn ich eine Dosis vergessen habe?
Tragen Sie die Salbe so bald wie möglich auf. Überspringen Sie die Anwendung, wenn der nächste Termin kurz bevorsteht, und führen Sie den gewohnten Zeitplan fort. Nicht doppelt anwenden!
Darf ich Protopic in der Schwangerschaft/Stillzeit nutzen?
Eine Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit sollte nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den behandelnden Arzt/die Ärztin erfolgen.
Kann Protopic rezeptfrei gekauft werden?
Nein, in Österreich ist Protopic rezeptpflichtig und darf nur auf ärztliche Verschreibung abgegeben werden.