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Prevacid (Lansoprazole)

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-17%
Prevacid enthält den Wirkstoff Lansoprazol und wird zur Behandlung von Magenbeschwerden wie Sodbrennen, Magengeschwüren und Reflux eingesetzt. Es wirkt, indem es die Magensäureproduktion verringert und so die Beschwerden lindert. Prevacid wird meist einmal täglich eingenommen. Die Einnahme sollte genau nach ärztlicher Anweisung erfolgen. Bei Fragen oder Nebenwirkungen wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Prevacid® (Lansoprazol) – Patienteninformation für Österreich

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN) Lansoprazol
Handelsnamen in Österreich Prevacid®, Lanzostad®, Agopton®
ATC-Code A02BC03
Verfügbare Darreichungsformen und Stärken Hartkapseln mit magensaftresistenten Pellets (15 mg, 30 mg), magensaftresistente Tabletten (15 mg, 30 mg), Pulver zur Herstellung einer Suspension
Hersteller TAKEDA Pharma Ges.m.b.H. (Österreich); weitere Generikahersteller
Rezeptpflicht Rezeptpflichtig (Verschreibungspflicht gemäß österreichischem Arzneimittelgesetz)

Wirkmechanismus

Für Patienten verständlich erklärt: Lansoprazol gehört zur Gruppe der so genannten Protonenpumpenhemmer (PPIs). Diese Arzneimittel verringern die Säuremenge, die vom Magen produziert wird. Indem Lansoprazol ein spezielles Enzym – die sogenannte „Protonenpumpe” – hemmt, reduziert es gezielt die Magensäureproduktion. Weniger Magensäure bedeutet weniger Beschwerden bei Sodbrennen, Reflux oder Geschwüren.

Für medizinisches Fachpersonal: Lansoprazol bindet kovalent und irreversibel an H+/K+-ATPase-Komplex der parietalen Zellen im Magen. Die Blockade der Endphase der Säuresekretion hat eine starke antisekretorische Wirkung, die den basalen sowie den stimulierten Säureausstoß deutlich senkt.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Nach oraler Einnahme ist Lansoprazol rasch resorbiert. Die maximale Blutkonzentration wird nach 1,5–2 Stunden erreicht. Die Bioverfügbarkeit beträgt ca. 80–90 %.
  • Metabolisierung: Lansoprazol wird vorwiegend in der Leber über das Cytochrom-P450-System (insbesondere CYP2C19, CYP3A4) verstoffwechselt.
  • Elimination: Die Metaboliten werden überwiegend renal (über den Urin) ausgeschieden, ein geringer Teil auch biliär (über die Galle).
  • Wirksamkeitsdauer: Aufgrund der irreversiblen Enzymblockade hält die Wirkung etwa 24 Stunden an, obwohl die Plasmahalbwertszeit mit 1–2 Stunden kurz ist.

Alltagsanwendung und bewährte Praxis

Typische Dosierungen:

  • Sodbrennen/Reflux: meist 1x täglich 15 oder 30 mg
  • Magengeschwüre: meist 1x täglich 30 mg (je nach Schwere und Dauer der Erkrankung)
  • H. pylori-Eradikation (meist in Kombination): 2x täglich 30 mg
Die Einnahme erfolgt morgens oder abends, idealerweise immer zur gleichen Tageszeit. Kapseln oder Tabletten bitte nicht zerkauen oder teilen, da der Wirkstoff magensaftresistent umhüllt ist.

Hinweis: Für die Behandlung chronischer Beschwerden empfiehlt sich eine regelmäßige und konsequente Einnahme gemäß ärztlicher Anweisung. Bei kurzfristiger Einnahme (z. B. zur Vorbeugung von durch NSAR ausgelösten Geschwüren) ist die Therapiedauer individuell festzulegen.

Morgendliche vs. abendliche Einnahme

  • Vorteile der morgendlichen Einnahme: Die Säureproduktion ist tagsüber am stärksten. Morgendliche Einnahme vor dem Frühstück erzeugt die beste Wirkung beim Eindämmen typischer Symptome.
  • Vorteile der abendlichen Einnahme: Geeignet für Patienten, die vor allem nachts Symptome haben (z. B. nächtliches Sodbrennen).
  • Tipp: Wichtig ist die Regelmäßigkeit! Nehmen Sie Lansoprazol möglichst immer zur selben Uhrzeit, ohne das Medikament auszusetzen.

Einnahme zu den Mahlzeiten – Auswirkungen der Ernährung in Österreich

Lansoprazol sollte mindestens 30 Minuten vor einer Mahlzeit (am besten morgens vor dem Frühstück) mit einem Glas Wasser eingenommen werden. Der Wirkstoff entfaltet seine beste Wirkung auf nüchternen Magen, da Mahlzeiten die Aufnahme und damit die Wirksamkeit beeinträchtigen können.

Hinweis zu österreichischen Ernährungsgewohnheiten: Klassische österreichische Frühstücke – ob Semmel mit Marmelade oder Kaffee und Kipferl – sollten erst nach der Medikamenteneinnahme erfolgen.

Warnhinweise und Wechselwirkungen

Substanz / Faktor Mögliche Auswirkung Besondere Hinweise
Alkohol Keine direkte Interaktion, kann jedoch die Magenschleimhaut zusätzlich reizen. Alkoholkonsum möglichst vermeiden.
Lebensmittel/Milchprodukte Beeinträchtigung der Resorption, wenn gleichzeitig mit Lansoprazol eingenommen. Einnahme nüchtern, mind. 30 Min. vor der Mahlzeit.
Weitere Medikamente (z. B. Ketoconazol, Clopidogrel, HIV-Proteasehemmer) Abgeschwächte oder verstärkte Wirkung der Begleitmedikation; Risiko für Nebenwirkungen! Rücksprache mit Arzt/Apotheker zwingend erforderlich.
NSAR (z. B. Ibuprofen) Lansoprazol kann Magennebenwirkungen durch NSAR vermindern. Gleichzeitige Einnahme nach ärztlicher Empfehlung.
Wirkstoffe gegen Herzrhythmusstörungen (z. B. Digoxin) Verstärkte Digoxin-Wirkung möglich – Toxizität! Kontrollen durch den Arzt, Dosisanpassung möglich.

Indikationen

Offizielle Indikationen (Zulassung in Österreich) Off-label-Anwendungen
  • Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD/Sodbrennen)
  • Magengeschwüre (Ulkus ventriculi)
  • Zwölffingerdarmgeschwüre (Ulkus duodeni)
  • H. pylori-Eradikation (in Kombinationstherapie)
  • Prävention von NSAR-induzierten Ulzera
  • Zollinger-Ellison-Syndrom
  • Funktionelle Dyspepsie
  • Stressulkusprophylaxe (bei Intensivpatienten)
  • Andere Krankheitsbilder nach individueller ärztlicher Beurteilung

Dosierungstabellen nach Anwendungsgebiet und Patientengruppe

Indikation Erwachsene Kinder/Jugendliche (6–17 Jahre) Ältere Patienten (>65 Jahre)
Reflux (GERD) 1x 15–30 mg/Tag (abhängig von Schwere) 1x 15 mg/Tag (max. 30 mg/Tag) 1x 15–30 mg/Tag
(niedrige Dosierung bevorzugt)
Magengeschwür 1x 30 mg/Tag, 2–8 Wochen Siehe Arzt – i. d. R. wie Erwachsene ab 30 kg KG 1x 15–30 mg/Tag
(niedrige Dosierung bevorzugt)
H. pylori-Eradikation
(Trippeltherapie)
2x 30 mg/Tag (mit Antibiotika) 2x 30 mg/Tag 2x 15–30 mg/Tag
Zollinger-Ellison-Syndrom 60 mg oder mehr/Tag (nach Bedarf) Kinder: off label! Start mit niedriger Dosierung

Hinweis: Für Kinder unter 6 Jahren liegen keine ausreichenden Daten vor. Dosierungsanpassungen können bei Leberinsuffizienz oder fortgeschrittenem Alter notwendig sein.

Nebenwirkungen und Sicherheitsprofil

Häufigkeit Beispiele
Sehr häufig (≥1/10) Kopfschmerzen, Durchfall
Häufig (≥1/100, <1/10) Übelkeit, Bauchschmerzen, Verstopfung, Schwindel, Hautausschlag
Gelegentlich (≥1/1.000, <1/100) Müdigkeit, Schlafstörungen, Juckreiz, Blähungen
Selten (<1/1.000) Leberfunktionsstörungen, allergische Reaktionen (Schwellung, Atemnot), Panzytopenie, schwere Hautreaktionen
Warnungen
  • Langzeitgebrauch: Vitamin-B12-Mangel, erhöhter Knochenbruch-Risiko, Hypomagnesiämie
  • Bei Symptomen wie schwarzem Stuhl, starkem Bauchschmerz oder hartnäckigem Erbrechen bitte sofort an Arzt wenden!

Richtlinien für den richtigen Gebrauch (Apotheken- und Kliniktipps)

  • Medikament unzerkaut und mit ausreichend Wasser mindestens 30 Minuten vor einer Mahlzeit einnehmen.
  • Kapseln/Tabletten dürfen nicht zerkleinert, geteilt oder gekaut werden (Verlust der Magensaftresistenz).
  • Bei Schluckbeschwerden kann die Kapsel geöffnet und der Inhalt z. B. mit Joghurt eingenommen werden (nicht kauen!).
  • Regelmäßige Einnahme zur selben Tageszeit unterstützt Therapieerfolg.
  • Bei Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Verdauungsbeschwerden zunächst weiterführen, bei anhaltender Symptomatik Rücksprache mit Arzt/Apotheker.
  • Während der Schwangerschaft/Stillzeit nur nach ärztlicher Rücksprache!
  • Kontrolluntersuchungen gemäß ärztlicher Empfehlung (z. B. Kontrolle von Vitamin B12, ggf. Magnesiumspiegel bei Langzeittherapie).

Alternative Behandlungsmöglichkeiten (Erstattung durch österreichische Krankenkassen)

Wirkstoff (Handelsname) Vorteile Nachteile Erstattungsstatus in Österreich (NFZ)
Omeprazol (Antra® u. a.) Breite Erfahrung, günstig Interaktionen ähnlich, Wirkung kann langsamer eintreten Erstattet
Pantoprazol (Somac® u. a.) Gute Verträglichkeit, geringere Arzneimittel-Interaktion Preisniveau ähnlich, Wirkung nicht bei jedem Patienten gleich Erstattet
Esomeprazol (Nexium® u. a.) Stärkere/konstantere Wirkung Teurer als andere PPIs Teilweise erstattet
H2-Blocker (Ranitidin*, Famotidin) Kostengünstig, bei leichteren Beschwerden Wirkverlust bei Langzeitgabe, Ranitidin derzeit vom Markt genommen Famotidin: Erstattet, Ranitidin: nicht mehr verfügbar
Antazida Schnelle Linderung, frei verkäuflich Keine Langzeitbehandlung, symptomatisch Nicht erstattungsfähig

*Ranitidin wurde 2020 aufgrund von Verunreinigungen vom Markt genommen.

Rechtlicher, Zulassungs- und Erstattungsstatus in Österreich

  • Zulassung: Registriert bei der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES, Abteilung Medizinmarktaufsicht)
  • Rezeptpflicht: Nur gegen Vorlage eines ärztlichen Rezepts in öffentlichen österreichischen Apotheken erhältlich.
  • Erstattungsfähigkeit: Lanosprazol-Präparate sind in der „roten Box“ des Österreichischen Erstattungskodex (EKO) gelistet, d. h. sie werden von sämtlichen gesetzlichen Kassen (NFZ) für zugelassene Indikationen übernommen.

Aktuelle Studienlage und Leitlinien (2022–2025)

  • Laut der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie (ÖGGH) bleibt Lansoprazol eine zentrale Option bei Reflux und Ulkustherapie.
  • Neue klinische Studien (z. B. „Proton Pump Inhibitors: Balancing Benefits and Risks“ (Wien Klin Wochenschr 2024)) betonen die Notwendigkeit eines individuellen Therapiekonzepts, vor allem bei Langzeiteinnahme.
  • Internationale Leitlinien – so etwa der Deutsche Helicobacter pylori Konsens 2022 und die European Society for Paediatric Gastroenterology (ESPGHAN) – bestätigen den Stellenwert von Lansoprazol in Kombinationstherapien zur H. pylori-Eradikation.

Verfügbarkeit, Packungsgrößen, Preis und Lieferzeiten in Österreich

Packungsgröße Preis (UVP, Stand März 2024, €) Lieferzeiten Wien Lieferzeiten Graz Lieferzeiten Salzburg Lieferzeiten Innsbruck
14 Kapseln 15 mg 14–18 € 0–1 Werktag 1 Werktag 1 Werktag 1–2 Werktage
28 Kapseln 30 mg 23–29 € 0–1 Werktag 1 Werktag 1 Werktag 1–2 Werktage
56 Kapseln 30 mg 43–55 € 0–1 Werktag 1–2 Werktage 1–2 Werktage 2 Werktage

Hinweis: Preise können regional abweichen. Eine Rezeptabgabe ist Pflicht. Für chronische Erkrankungen gibt es Zuzahlungsbefreiung unter bestimmten Voraussetzungen.

FAQ – Häufige Patientenfragen zu Prevacid®/Lansoprazol

  1. Wie lang darf ich Lansoprazol einnehmen?
    Die Dauer hängt von Ihrer Erkrankung ab (z. B. kurzzeitig bei Sodbrennen, länger bei Ulkus). Langzeitgebrauch (< 1 Jahr) nur nach ärztlicher Kontrolle; regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind dann Pflicht.
  2. Kann ich meine Mahlzeiten wie gewohnt einnehmen?
    Ja, aber bitte Lansoprazol immer mindestens 30 Minuten vor dem Essen nehmen – typisch österreichisches Frühstück wie Brot, Semmel, Kipferl oder Kaffee danach!
  3. Gibt es Alternativen, wenn Lansoprazol nicht wirkt?
    Ja, es gibt andere PPIs (z. B. Omeprazol, Pantoprazol) und H2-Blocker (z. B. Famotidin), die ebenfalls in Österreich erhältlich und erstattet sind. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die beste individuell passende Option.
  4. Darf ich Lansoprazol in Schwangerschaft und Stillzeit einnehmen?
    Nur nach ärztlicher Rücksprache! Kurzzeitige Anwendung bei zwingender Notwendigkeit möglich, Sicherheit langfristig nicht abschließend belegt.
  5. Was soll ich tun, wenn ich eine Dosis vergessen habe?
    Holen Sie die Einnahme möglichst bald nach. Liegt schon der nächste Einnahmezeitpunkt nahe, überspringen Sie die vergessene Dosis. Niemals die doppelte Dosis auf einmal einnehmen.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

15mg, 30mg

Paket: No selection

10 pill, 30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill