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Pentasa (Mesalamine)

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Pentasa enthält den Wirkstoff Mesalazin und wird zur Behandlung von entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa eingesetzt. Das Medikament hilft, Entzündungen im Darm zu lindern und Beschwerden wie Durchfall, Bauchschmerzen und Blut im Stuhl zu verringern. Pentasa wird meist als Tablette oder Granulat eingenommen. Ihr Arzt entscheidet gemeinsam mit Ihnen über die passende Dosierung und Anwendungsdauer.

Pentasa® (Mesalazin) – Umfassende Patienteninformation für Österreich

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN) Mesalazin
Markenname in Österreich Pentasa®, Salofalk®, Claversal®, Mezavant®
ATC-Code A07EC02
Verfügbare Formen & Stärken Tabletten (250 mg, 500 mg, 1.000 mg), Retardgranulat, Suppositorien, Rektalschaum, Rektalsuspension
Hersteller Ferring Arzneimittel GmbH, Dr. Falk Pharma GmbH, Tillotts Pharma GmbH
Verschreibungspflicht Rezeptpflichtig (in Österreich nach AMG § 2)

Wirkmechanismus

Mesalazin, der Wirkstoff von Pentasa®, gehört zur Gruppe der 5-Aminosalicylate. Es wirkt entzündungshemmend direkt in der Darmschleimhaut. Für Patienten einfach erklärt: Pentasa® bindet spezielle Botenstoffe im Dick- und Dünndarm, welche die Entzündung fördern. Dadurch werden Symptome wie Durchfall, Bauchschmerzen und Blutungen gelindert.

Für Fachkreise: Mesalazin hemmt die Synthese proinflammatorischer Mediatoren (z.B. Prostaglandine, Leukotriene) durch Blockade der Cyclooxygenase- und Lipoxygenase-Wege, wirkt antioxidativ und hemmt die Migration von Leukozyten in die entzündete Darmschleimhaut. Die Wirkung ist meist lokal begrenzt, systemische Effekte sind gering.

Pharmakokinetik (Aufnahme, Verstoffwechselung, Ausscheidung, Wirkdauer)

  • Resorption: Die Aufnahme erfolgt lokal im Darm, abhängig von der Darreichungsform. Retardformulierungen (z.B. Tabletten, Granulat) setzen den Wirkstoff langsam frei.
  • Metabolismus: Mesalazin wird hauptsächlich in der Leber und der Darmschleimhaut acetyliert (zu N-Acetyl-Mesalazin).
  • Ausscheidung: Vorwiegend über den Urin und teilweise über den Stuhl.
  • Wirkdauer: Je nach galenischer Formulierung etwa 12–24 Stunden.

Anwendung im Alltag und optimale Einnahme in Österreich

Typische Dosierung:
Erwachsene: Meist beginnt die Behandlung mit 2–4 g/Tag in geteilten Dosen. Die genaue Dosierung und Verteilung wird individuell vom Arzt festgelegt.
Anwendung: Die Tabletten oder das Granulat werden unzerkaut mit reichlich Wasser eingenommen. Suppositorien und Rektalschaum werden nach Anwendungshinweis in den Enddarm eingeführt.
Alltagstipps: Regelmäßigkeit ist entscheidend! Am besten eine Routine (z.B. täglich zur gleichen Zeit) entwickeln und auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Ein Dosierplan oder Erinnerungen auf dem Handy können hilfreich sein.

Morgendliche vs. abendliche Einnahme

  • Morgens: Vorteilhaft, um Symptome über den Tag zu kontrollieren. Geeignet bei zweimal täglicher Dosierung (z.B. morgens und abends).
  • Abends: Besonders bei einmal täglicher Gabe praktisch. Hilfreich, wenn morgens Übelkeit besteht. Langzeitformulierungen unterstützen eine durchgehende Wirkspiegelaufrechterhaltung.
  • Tipp: Halten Sie, wenn möglich, die Einnahmezeit konstant. Die Wirksamkeit ist gleichwertig – wichtiger ist die regelmäßige Einnahme!

Einnahme zum Essen oder nüchtern?

Die Tabletten und das Granulat können sowohl mit als auch unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Für Magenempfindliche empfiehlt sich die Einnahme nach dem Essen, um Magenreizungen zu minimieren. Es bestehen keine wesentlichen Wechselwirkungen mit typischen österreichischen Mahlzeiten (z.B. Brot, Milchprodukte, Gemüse). Bitte achten Sie auf die Anweisungen im Beipackzettel und besprechen Sie Unsicherheiten mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Wechselwirkungen und Warnhinweise

Wechselwirkungspartner Empfehlung/Hinweis
Antikoagulantien (z. B. Warfarin) Erhöhtes Blutungsrisiko – ärztliche Überwachung empfohlen
Azathioprin, 6-Mercaptopurin Risiko für Knochenmarksuppression, Kontrolle erforderlich
NSAR (z. B. Ibuprofen, Diclofenac) Verstärkte Nierenbelastung, Vorsicht bei Langzeiteinnahme
Lebensmittel Keine relevanten Wechselwirkungen bekannt
Alkohol In moderaten Mengen erlaubt, bei Leberschädigung meiden

Indikationen (offiziell, off-label)

Indikation Status Details
Colitis ulcerosa Offiziell Zur Behandlung akuter Schübe und zur Erhaltung der Remission
M. Crohn (leichte bis moderate Formen) Z.T. Off-label Vor allem bei Befall des Kolons, nach ärztlicher Einschätzung
Proktitis, Proktosigmoiditis Offiziell Per rektaler Anwendung

Dosierung nach Indikation

Indikation / Altersgruppe Empfohlene Dosis Bemerkung
Colitis ulcerosa, Erwachsene (akuter Schub) 2–4 g / Tag (in 2–3 Einzeldosen) Anpassung nach Ansprechen
Colitis ulcerosa, Erwachsene (Erhaltung) 1,5–2 g / Tag Einmal- oder Zweimalgabe möglich
Proktitis, Proktosigmoiditis 1–2 g / Tag rektal Suppositorien, Schaum, Klysmen
Kinder/Jugendliche >6 J. 30–75 mg/kg KG / Tag nach ärztlicher Vorgabe
Ältere Patienten Individuell vorsichtig dosieren Nieren-/Leberfunktion berücksichtigen

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen


Häufige Nebenwirkungen (bis 10 %):
  • Übelkeit, Bauchschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Durchfall, Blähungen
  • Leichter Hautausschlag
Seltene bis sehr seltene (<1 %):
  • Allergische Reaktionen (Hautausschlag, Fieber, Atemnot)
  • Nierenfunktionsstörung
  • Leberfunktionsstörung
  • Herzmuskelentzündung (Myokarditis, Perikarditis)
  • Knochenmarkveränderungen
  • Hautausschlag mit Blasenbildung

Bitte bei Atemnot, Herzbeschwerden, Hautveränderungen, Gelbfärbung der Haut oder dunklem Urin sofort ärztlichen Rat suchen! Kontrolluntersuchungen (Blut, Leber-/Nierenwerte) sind während der Therapie wichtig.

Leitfaden zur richtigen Anwendung – Tipps aus der Apotheke in Österreich

  • Immer vollständige Einnahmedauer einhalten, auch wenn Sie sich besser fühlen.
  • Tabletten/Granulat nicht zerkleinern oder teilen – Wirkstofffreisetzung könnte beeinträchtigt werden.
  • Regelmäßige Kontrolltermine zur Überwachung von Blutbild, Leber und Niere wahrnehmen.
  • Bei Problemen mit Einnahmeformen (z.B. Schluckbeschwerden) Ihren Hausarzt oder Apotheker auf Alternativen ansprechen.
  • Achten Sie auf eine abwechslungsreiche, ballaststoffarme Ernährung während akuter Schübe – für Remission ballaststoffreich und ausgewogen ernähren (z. B. nach Empfehlungen der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung – ÖGE).

Alternative Behandlungsmöglichkeiten (in Österreich erstattungsfähig/NFZ-Liste)

  • Andere 5-ASA-Präparate: Salofalk®, Claversal® – ähnlich wirksam und preislich vergleichbar.
  • Corticosteroide: (z.B. Budesonid, Prednisolon) – Einsatz bei schweren Schüben, rascher Wirkungseintritt, aber mehr Nebenwirkungen.
  • Immunmodulatoren: Azathioprin, Methotrexat – wirksam bei häufigen Rückfällen oder Steroidbedarf.
  • Biologika: Infliximab, Adalimumab – für schwere Verläufe reserviert, aufwendige Überwachung, hohe Kosten.
  • Vergleich: Mesalazin ist als Basistherapie bei leichter bis mittelschwerer Colitis ulcerosa empfohlen und verträglicher als Kortison oder Immunsuppressiva; Biologika werden nur eingesetzt, wenn klassische Therapien nicht erfolgreich waren.

Rechtslage, Zulassung und Erstattung in Österreich

  • Pentasa® ist in Österreich zugelassen und wird von der Österreichischen Arzneimittelagentur (AGES) und dem Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) reguliert.
  • Es besteht Verschreibungspflicht.
  • Die Kosten werden bei entsprechender Indikation im Rahmen der Krankenversicherung (ÖGK, SVS, BVAEB) gemäß Erstattungskodex (EKO) übernommen.
  • Verfügbarkeit in allen öffentlichen Apotheken mit elektronischem Rezept.
  • Listenpreis je nach Größe und Darreichungsform (siehe Tabelle unten).

Aktuelle Forschung und Leitlinien (2022–2025)

  • ECCO-Leitlinie 2024 (European Crohn’s and Colitis Organisation): Empfiehlt Mesalazin als Standard bei leichter bis mittelschwerer Colitis ulcerosa zur Remission und Erhaltung, Dosierung 2–4 g/Tag. Kombination rektal und oral bei distalem Befall.
  • Deutsche S3-Leitlinie 2023: Klassifiziert Mesalazin als Goldstandard für Patienten mit Colitis ulcerosa, betont regelmäßiges Monitoring der Nierenfunktion.
  • Neue Studien (2023, 2024): Zeigen keine signifikanten Unterschiede im Langzeitrisiko gegenüber anderen 5-ASA-Präparaten, gute Verträglichkeit und Wirksamkeit bei proktosigmoidalen Formen.

Verfügbarkeit, Packungsgrößen und Lieferzeiten

Packungsgröße Unverbindlicher Apothekenpreis (€) Lieferzeit Wien Lieferzeit Graz Lieferzeit Salzburg Lieferzeit Innsbruck
Tabletten 500 mg, 100 Stk. ca. 98,00 € am selben/folgenden Werktag 1–2 Werktage 1–2 Werktage 1–3 Werktage
Retardgranulat 1g, 60 Beutel ca. 155,00 € am selben/folgenden Werktag 1–2 Werktage 1–2 Werktage 1–3 Werktage
Rektalschaum 28 Applikationen ca. 125,00 € 1 Werktag 1–2 Werktage 1–2 Werktage 1–3 Werktage

Häufige Patientenfragen (FAQ)

  1. Darf ich während der Schwangerschaft oder Stillzeit Pentasa® einnehmen?
    Ja, Pentasa® kann nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung auch während der Schwangerschaft und Stillzeit eingenommen werden. Sprechen Sie jedoch unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt.
  2. Kann ich Pentasa® mit meinen anderen Medikamenten (z.B. Blutdrucksenker, NSAR) kombinieren?
    Im Regelfall ja, aber Wechselwirkungen sind möglich, insbesondere mit NSAR oder Immunsuppressiva. Informieren Sie Ihren Arzt über alle eingenommenen Präparate.
  3. Welche Kontrollen sind während der Behandlung erforderlich?
    Regelmäßig sollten Blutbild, Leber- und Nierenwerte überprüft werden. Besonders zu Beginn der Behandlung erfolgen meist Kontrollen nach 14 Tagen, danach regelmäßig alle 3–6 Monate.
  4. Kann ich Alkohol trinken?
    In kleinen Mengen ist Alkohol in Ordnung. Bei vorbestehender Lebererkrankung oder Unsicherheiten fragen Sie Ihren Arzt.
  5. Was mache ich, wenn ich eine Einnahme vergesse?
    Nehmen Sie die vergessene Dosis baldmöglichst ein, lassen Sie sie aber aus, wenn der nächste Einnahmezeitpunkt kurz bevorsteht. Keinesfalls die Doppelmenge einnehmen!

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

400mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill