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Motrin (Ibuprofen)

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Motrin enthält den Wirkstoff Ibuprofen und wird zur Linderung von Schmerzen, Entzündungen und Fieber eingesetzt. Es eignet sich bei Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Regelschmerzen sowie Muskel- und Gelenkschmerzen. Motrin wirkt schmerzlindernd, fiebersenkend und entzündungshemmend. Bitte beachten Sie die Dosierungshinweise und sprechen Sie vor der Anwendung mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Apotheker, vor allem bei bestehenden Vorerkrankungen.

Motrin (Ibuprofen): Umfassende Patienteninformation für Österreich

Basisinformationen zum Produkt

Internationaler Freiname (INN) Ibuprofen
Österreichische Markennamen Motrin, Nurofen, Ibumetin, Dolormin, Advil (Import), Brufen
ATC-Code M01AE01
Verfügbare Darreichungsformen Tabletten, Filmtabletten, Kapseln, Suspension zum Einnehmen, Granulat, Zäpfchen, Gel (topisch)
Stärken 200 mg, 400 mg, 600 mg, 800 mg (rezeptpflichtig ab 600 mg), 60 mg/5 ml, 100 mg/5 ml Suspension
Hersteller Johnson & Johnson, Reckitt Benckiser, Zentiva, Sandoz, diverse Generika
Verschreibungsstatus Bis 400 mg pro Einzeldosis rezeptfrei, ≥600 mg rezeptpflichtig

Wirkmechanismus

Ibuprofen gehört zur Gruppe der „nichtsteroidalen Antirheumatika“ (NSAR). Es hemmt die Enzyme Cyclooxygenase-1 und -2 (COX-1/COX-2), wodurch die Bildung von Prostaglandinen blockiert wird – das sind Botenstoffe, die Entzündungen, Schmerz und Fieber fördern. Für Patient:innen heißt das: Ibuprofen lindert Schmerzen, senkt Fieber und wirkt entzündungshemmend.

Fachinfo: Die COX-Hemmung vermindert die Prostaglandinsynthese durch kompetitive reversible Bindung, mit einer relativen Selektivität gegenüber COX-2. Die Hemmung ist dosisabhängig und reversibel.

Pharmakokinetik

  • Absorption: Schnell und nahezu vollständig; maximale Plasmakonzentration nach 1–2 Stunden (orale Einnahme).
  • Metabolismus: Vor allem in der Leber durch Cytochrom-P450-Enzyme (CYP2C9).
  • Elimination: Hauptsächlich über die Nieren; Eliminationshalbwertszeit ca. 2–3 Stunden.
  • Dauer der Wirksamkeit: In der Regel 4–6 Stunden, je nach Darreichungsform.

Anwendung im Alltag und bewährte Praxis

Ibuprofen wird vor allem zur kurzfristigen Linderung leichter bis mäßig starker Schmerzen und zur Fiebersenkung eingesetzt. Häufige Anwendungsgebiete im Alltag sind:

  • Kopf- und Zahnschmerzen
  • Regelschmerzen (Dysmenorrhoe)
  • Rückenschmerzen und Muskel- bzw. Gelenkbeschwerden
  • Fieber bei Erkältungen/Grippe

Typische Dosierung: Erwachsene nehmen meist 200–400 mg als Einzeldosis, maximale Tagesdosis 1200 mg rezeptfrei, maximal 2400 mg unter ärztlicher Aufsicht (geteilt in 3–4 Einzeldosen). Für Kinder erfolgt die Dosierung nach Körpergewicht (maximal 30–40 mg/kg KG/Tag, verteilt auf 3–4 Dosen). Motrin Tabletten werden mit etwas Flüssigkeit unzerkaut eingenommen, idealerweise zum Essen.

Dosierung morgens vs. abends

  • Morgens: Günstig, wenn Schmerzen oder Entzündungen tagsüber auftreten, um schmerzfreie Aktivität zu ermöglichen.
  • Abends: Sinnvoll bei Nachtschmerzen; evtl. bessere Nachtruhe, aber höhere Magenschleimhautbelastung im Liegen beachten.
  • Tipp: Gleichmäßige Einnahmezeiten (z.B. alle 6–8 Stunden) vermeiden Dosisschwankungen. Die Einnahme zum selben Zeitpunkt fördert die Verträglichkeit und Effektivität.

Einnahme zu den Mahlzeiten oder nüchtern

  • Zu den Mahlzeiten: Reduziert das Risiko von Magenproblemen. Empfohlen für Patient:innen mit empfindlichem Magen oder bekannten NSAR-Unverträglichkeiten.
  • Nüchtern: Schnellere Wirkung, aber größeres Risiko für Magenbeschwerden (v.a. bei fettarmer Kost oder typisch österreichischem Frühstück – Kaffee und Gebäck).
  • Empfehlung Österreich: Nach oder während einer Mahlzeit einnehmen, insbesondere mit Brot, Joghurt oder anderen neutralen Lebensmitteln aus der österreichischen Küche.

Warnhinweise zu Wechselwirkungen

Interaktion Empfehlung
Alkohol Erhöht das Risiko für Magenblutungen und Leberschäden – Kombination vermeiden.
Gerinnungshemmer (z.B. Marcoumar, Xarelto) Erhöht Blutungsrisiko; Arzt konsultieren.
Blutdrucksenker (ACE-Hemmer, Diuretika) Abschwächung der Wirkung möglich; Blutdruckkontrolle nötig.
Andere NSAR (z.B. Diclofenac, Naproxen) Risiko von Nebenwirkungen steigt; nicht kombinieren.
Glukokortikoide Erhöhtes Magenulkusrisiko; vermeiden Sie gleichzeitige Einnahme.

Indikationen

Indikation Status
Schmerzen (leicht bis mäßig), Fieber Zugelassen
Rheumatische Erkrankungen (z. B. juvenile idiopathische Arthritis) Zugelassen
Regelschmerzen Zugelassen
Off label: Migräneprophylaxe, Schmerzen bei COVID-19, leichte postoperative Schmerzen Nur nach ärztlicher Anweisung

Dosierungsempfehlungen nach Indikation

Alter Empfohlene Einzeldosis Maximale Tagesdosis Form
Erwachsene 200–400 mg 1200 mg (selbst-medikation) / 2400 mg (mit Rezept) Tablette, Kapsel, Suspension
Kinder (ab 6 Monate, ≥7 kg) 5–10 mg/kg KG 30–40 mg/kg KG/Tag Saft, Suspension, Zäpfchen
Senioren (>65 Jahre) Die niedrigste wirksame Dosis Beobachtung auf Nebenwirkungen Tablette/Saft

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

Sehr häufig/Häufig Gelegentlich Selten Sehr selten
  • Magenbeschwerden (Schmerzen, Übelkeit, Sodbrennen)
  • Kopfschmerzen, Schwindel
  • Blähungen, Durchfall oder Verstopfung
  • Hautausschlag
  • Müdigkeit
  • Blutbildveränderungen
  • Leberwert-Anstiege
  • Schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Anaphylaxie)
  • Schwere Magenblutungen, Nierenversagen

Warnhinweise: Bei bekannten Magen-, Darm-Geschwüren, Blutgerinnungsstörungen, schweren Leber- / Nierenerkrankungen oder Asthma mit Vorsicht, ggf. Rücksprache mit der/m Arzt/Ärztin.

Richtige Anwendung: Praktische Tipps für Österreich

  • Nehmen Sie Ibuprofen immer mit ausreichend Flüssigkeit ein.
  • Bei häufig wiederkehrenden oder stärkeren Schmerzen: Lassen Sie die Ursache ärztlich abklären!
  • Vermeiden Sie den Gebrauch zusammen mit Alkohol oder mehreren Schmerzmitteln gleichzeitig.
  • Bei älteren Patient:innen, Personen mit Vorerkrankungen, Schwangerschaft oder Stillzeit: Anwendung mit Rücksprache des Fachpersonals.
  • Für Kinder gibt es Saft, Suspension oder Zäpfchen – Dosierung nach Körpergewicht und Beipackzettel beachten.
  • Ibuprofen, auch Motrin, ist als Kurzzeit-Therapie gedacht – Anwendung > 3–5 Tage nur auf ärztlichen Rat.

Alternative Behandlungsoptionen (erstattungsfähig durch österreichische Kassen/NFZ)

  • Paracetamol (z. B. Mexalen) – für viele Schmerz- und Fieberindikationen geeignet, magenfreundlicher, aber lebersensitiv; keine entzündungshemmende Wirkung.
  • Diclofenac (z. B. Voltaren) – stärker entzündungshemmend, belastet Herz/Kreislauf etwas mehr; rezeptpflichtig ab 75 mg/Dosis.
  • Naproxen – längere Wirkdauer, vergleichbarer Nebenwirkungsprofil wie Ibuprofen; für viele Kassen indikationsabhängig erstattungsfähig.
  • Metamizol (ausnahmsweise bei sehr starken Schmerzen, z. B. Novalgin, rezeptpflichtig)
  • Physikalische Therapie, Kälte/Wärme-Anwendung, lokale NSAR-Cremes/Gels – ergänzende Maßnahmen bei Muskelschmerzen.
Wirkstoff Vorteile Nachteile
Paracetamol Magenfreundlich, gutes Sicherheitsprofil Keine Entzündungshemmung, Leberschäden möglich
Naproxen Längere Wirkdauer Höheres GI-Risiko, langsamere Wirkungseintritt
Diclofenac Starke entzündungshemmende Eigenschaft Arzneimittelinteraktionen, CV-Risiko

Rechtslage, Registrierung und Kostenersatz in Österreich

  • Zulassung: Durch das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG), Registrierung im österreichischen Arzneimittelregister.
  • Apothekenpflicht: Bis 400 mg rezeptfrei; ≥600 mg rezeptpflichtig.
  • Kostenerstattung: Motrin Generika und Ibuprofen-Präparate als Standard-Medikamente erstattungsfähig, nach den Richtlinien des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger (SvSV, ehemals NFZ).
  • URPL: Die internationale Arzneimittelüberwachung erfolgt über die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA).

Aktuelle Forschung & Leitlinien (2022–2025)

  • Die „Leitlinie Schmerzmanagement“ der Österreichischen Gesellschaft für Allgemein- & Familienmedizin (ÖGAM, 2024) empfiehlt Ibuprofen als Mittel der ersten Wahl bei akuten Schmerzen, Fieber und Dysmenorrhoe.
  • Laut den aktuellen EMA-Benachrichtigungen besteht derzeit kein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Nebenwirkungen unter Ibuprofen in Standarddosierung.
  • Die neue S3-Leitlinie zu Rückenschmerzen (DGRh, 2023) empfiehlt einen sorgsamen, zeitlich begrenzten Einsatz von NSAR wie Ibuprofen und betont die Risikoabwägung hinsichtlich Gastrointestinaltrakt, Niere und Herz.
  • Letzte Metaanalysen (Cochrane, 2022; Österreichische Apothekerkammer, 2023) bestätigen die gute Wirksamkeit und Sicherheit bei kurzfristigem Gebrauch.

Quellen: ÖGAM-Leitlinie Schmerzmanagement (2024); EMA Safety Updates Ibuprofen (2023); S3-Leitlinie Nicht-spezifischer Rückenschmerz (2023); Österreichische Apothekerkammer Informationen (2023); Cochrane Database Systematic Reviews (2022).

Verfügbarkeit & Lieferzeiten

  • Beliebte Packungsgrößen: 10, 20, 30, 50, 100 Tabletten/Filmtabletten, 100 ml/200 ml Saft, 12/24 Zäpfchen.
  • Preisbeispiele: Motrin 20 Tabletten à 200 mg: ca. 4–7 €; Ibuprofen Saft 100 ml: ca. 6–10 €.
  • Lieferzeiten: Abholung in Apotheken < 1 Tag, E-Rezept Service (Online-Apotheken, landesweit): 1–3 Werktage
Stadt Apotheken-Abholung Online-Bestellung
Wien Sofort verfügbar 1 Werktag
Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck Meist am selben Tag 1–2 Werktage
Klagenfurt, St. Pölten, Bregenz 0–1 Werktag 2–3 Werktage

FAQ: Häufig gestellte Patientenfragen

  1. Wie schnell wirkt Motrin (Ibuprofen)?
    Die Wirkung setzt meist innerhalb 20–45 Minuten nach der Einnahme ein, bei flüssigen Formen ggf. früher.
  2. Darf ich Motrin mit anderen Schmerzmitteln kombinieren?
    Kombinieren Sie Ibuprofen nicht routinemäßig mit anderen NSAR. Die Kombination mit Paracetamol ist bei Bedarf möglich, bitte achten Sie auf die jeweilige Tageshöchstdosis und Rücksprache mit Fachpersonal.
  3. Darf ich Motrin in der Schwangerschaft einnehmen?
    Ibuprofen ist in den ersten beiden Trimestern nur nach ärztlicher Rücksprache erlaubt, ab dem 3. Trimenon kontraindiziert.
  4. Kann ich Motrin bei chronischen Erkrankungen (Herz, Niere, Magen) verwenden?
    Nur nach Rücksprache mit Ärztin/Arzt; Motrin sollte bei diesen Erkrankungen zurückhaltend eingesetzt werden.
  5. Wie lange kann ich Motrin ohne ärztliche Kontrolle einnehmen?
    Maximal 3–5 Tage zur Selbstmedikation. Bei anhaltenden Beschwerden bitte medizinischen Rat einholen.

Hinweis: Diese Patienteninformation ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenden Sie sich bei Unsicherheiten immer an Apothekenfachkräfte oder Ihre behandelnde Ärztin/Ihren behandelnden Arzt.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

200mg, 400mg, 600mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill