Lozol® (Indapamid): Patienteninformation für Österreich
Grundlegende Produktinformationen
| Wirkstoff (INN) | Indapamid |
|---|---|
| Markennamen in Österreich | Lozol® (in Österreich auch unter anderen Handelsnamen, z. B. Indapamid Genericon) |
| ATC-Code | C03BA11 |
| Verfügbare Darreichungsformen und Stärken | Filmtabletten zu 1,5 mg (retardiert) und 2,5 mg |
| Hersteller | Servier, GENERICON Pharma, diverse Generika-Anbieter |
| Verschreibungsstatus | Rezeptpflichtig (verschreibungspflichtig nach österreichischem Arzneimittelgesetz) |
Wirkmechanismus
Indapamid gehört zu den sogenannten Thiazid-ähnlichen Diuretika („Wassertabletten“), die vor allem zur Behandlung von Bluthochdruck und bestimmten Formen der Herzschwäche eingesetzt werden. Es unterstützt die Ausscheidung von überschüssigem Salz (Natrium) und Wasser über die Nieren, sodass Blutdruck und das Flüssigkeitsvolumen im Körper sinken.
- Laienverständlich: Indapamid hilft, überschüssiges Wasser und Salz aus dem Körper zu entfernen, was Ihr Herz entlastet und den Blutdruck senkt.
- Für Fachkreise: Hemmung des Natrium-Reabsorptionsmechanismus im frühdistalen Tubulussegment, mit milder Vasodilatation, wodurch peripherer Widerstand und systolischer sowie diastolischer Blutdruck gesenkt werden.
Pharmakokinetik
- Resorption: Indapamid wird nach oraler Einnahme schnell und nahezu vollständig im Magen-Darm-Trakt aufgenommen.
- Metabolisierung: Hauptsächlich hepatisch (in der Leber) zu inaktiven Metaboliten.
- Ausscheidung: Über die Nieren (ca. 60–70 %) und mit dem Stuhl (Rest).
- Wirkdauer: Bis zu 24 Stunden (retardierte Form), was eine einmal tägliche Einnahme ermöglicht.
Anwendung im Alltag & Best-Practices (typische Dosierung, Anwendung, Österreich-Kontext)
- Empfohlene Tagesdosis bei Bluthochdruck: In der Regel 1 Tablette zu 1,5 mg (retard) oder 2,5 mg morgens einmal täglich.
- Dauertherapie: Die Behandlung sollte regelmäßig erfolgen, eine langfristige Kontrolle ist meist erforderlich.
- Praktische Anwendung in Österreich: Einnahme am besten morgens, da die Wirkung harntreibend ist.
- Tablette unzerkaut mit reichlich Wasser einnehmen.
- Dosisanpassung erfolgt nach ärztlicher Kontrolle von Blutdruck, Nierenfunktion und Elektrolyten.
Einnahme morgens vs. abends
- Vormittagseinnahme: Verhindert nächtlichen Harndrang, optimale Blutdruckkontrolle im Tagesverlauf.
- Abendliche Einnahme: Nicht empfohlen, da es zu Schlafstörungen durch vermehrte nächtliche Harnausscheidung kommen kann.
- Tipp zur Regelmäßigkeit: Einnahme möglichst täglich zur gleichen Uhrzeit, um die Wirksamkeit zu gewährleisten und das Risiko von Nebenwirkungen zu minimieren.
Einnahme mit oder ohne Nahrung
- Indapamid kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Nahrungsaufnahme beeinflusst weder die Wirkung noch die Verträglichkeit wesentlich.
- Für Patienten mit typisch österreichischem Frühstück (Brot, Marmelade, Kaffee): Tabletteneinnahme ist unproblematisch.
- Bei Magenbeschwerden kann eine Einnahme nach der Mahlzeit sinnvoll sein.
Wechselwirkungshinweise
| Interaktionspartner | Hinweis |
|---|---|
| Andere Antihypertensiva | Verstärkung der Blutdrucksenkung; ärztliche Überwachung empfohlen |
| NSAR (z. B. Ibuprofen) | Wirkungsabschwächung von Indapamid möglich |
| Kalium-senkende Mittel (z. B. Cortison, Abführmittel) | Erhöhtes Risiko für Kaliummangel (Hypokaliämie) |
| Antidiabetika | Blutzuckerschwankungen möglich; Blutzuckerkontrolle empfohlen |
| Alkohol | Blutdruckabfall, verstärkte Nebenwirkungen |
| Litium | Keine gemeinsame Anwendung, da erhöhtes Risiko für Litiumvergiftung |
Bitte informieren Sie immer Ihren Arzt oder Apotheker über alle eingenommenen Medikamente!
Indikationen
| Indikation | Status |
|---|---|
| Essenzielle Hypertonie (Bluthochdruck) | Zugelassen |
| Ödeme bei Herzinsuffizienz | Zugelassen |
| Chronische Herzinsuffizienz | Off-label/unter spezieller ärztlicher Kontrolle |
| Nephrogener Diabetes insipidus | Off-label |
Dosierung nach klinischen Indikationen
| Klinische Indikation | Erwachsene | Ältere Patienten | Pädiatrie |
|---|---|---|---|
| Hypertonie | 1,5 mg (retard) oder 2,5 mg, 1x täglich | Gleiche Dosis, engmaschige Kontrolle empfohlen | Nicht empfohlen, kein Zulassung für Kinder/Jugendliche |
| Ödeme | Bis zu 2,5 mg, 1x täglich | Gleiche Dosis, Vorsicht bei Niereninsuffizienz | Nicht empfohlen |
Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen
- Häufige Nebenwirkungen:
- Gesteigerte Harnausscheidung
- Schwindel, Kopfschmerzen
- Muskelschwäche, Krämpfe
- Verdauungsbeschwerden (z. B. Übelkeit, Verstopfung)
- Leichte Erhöhung des Blutzuckers oder -fetts
- Seltene Nebenwirkungen:
- Allergische Reaktionen
- Hautausschlag
- Blutbildveränderungen
- Schwere Elektrolytstörungen (Natrium-/Kalium-Mangel)
- Warnhinweise: Bei Symptomen wie Schwäche, starker Müdigkeit, Herzstolpern, Muskelkrämpfen oder Hautreaktionen bitte sofort einen Arzt aufsuchen!
Leitliniengerechte Anwendung & Tipps aus der österreichischen Praxis
- Regelmäßige Blutdruckselbstmessungen zu Hause
- Routinemäßige Laborkontrollen (Natrium, Kalium, Kreatinin, Blutzucker) empfehlenswert
- Flüssigkeits- und Kochsalzzufuhr (idealerweise 1,5–2 Liter Wasser/Tag, salzarme Kost nach österreichischem Standard)
- Kein Alkoholmissbrauch; keine eigenmächtige Dosisänderung
- Bei Durchfall oder Erbrechen auf Dehydrierung und Elektrolytstörungen achten
- Engmaschige klinische Kontrollen bei älteren oder schwer kranken Patienten
Alternative Therapieoptionen (im Erstattungskatalog des österreichischen Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger/NFZ)
- Thiazid-Diuretika: Hydrochlorothiazid (HCT), Chlortalidon, Xipamid
- Andere Antihypertensiva: ACE-Hemmer (Enalapril, Ramipril), AT1-Blocker (Candesartan, Valsartan), Calciumantagonisten (Amlodipin), Betablocker (Bisoprolol, Carvedilol)
- Vorteile von Indapamid: Geringere Stoffwechselnebenwirkungen als HCT, einmal tägliche Gabe, günstiges kardiovaskuläres Risiko-Profil
- Nachteile: Nicht für alle Patienten geeignet, Kontrolle der Elektrolyte notwendig
Rechtlicher, behördlicher und erstattungsbezogener Status in Österreich
- Zulassungsbehörde: Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES)
- Verschreibungspflicht: Ja, Rezept erforderlich
- Erstattung: Im Erstattungskatalog des Hauptverbandes (EKO) enthalten
- Kartellnummer & Registrierung: Entspricht den aktuellen EU-Vorgaben; alle zugelassenen Präparate sind entsprechend geprüft und zugelassen
Neueste Studien & klinische Leitlinien (2022–2025)
- ESC Leitlinie 2023: Thiazid- und thiazidähnliche Diuretika wie Indapamid werden in ersten Linien der Hypertoniebehandlung bevorzugt, besonders für ältere Personen (www.escardio.org).
- Neue Studiendaten z. B. von der ALLHAT-Studie: Indapamid zeigte in umfangreichen Vergleichsstudien ein günstiges Risiko-Nutzen-Profil und eine vergleichbar gute Wirksamkeit hinsichtlich kardiovaskulärer Endpunkte.
- Österreichische Gesellschaft für Hypertensiologie (2024): Empfiehlt Monitoring von Elektrolyten und Nierenfunktion während der Indapamid-Behandlung ("Österreichische Bluthochdruck Leitlinie 2024").
- Metaanalyse Lancet 2022: Indapamid führt zu vergleichsweise weniger metabolischen Nebenwirkungen als Hydrochlorothiazid.
Verfügbarkeit & Lieferzeiten
| Packsgröße | Typische Apothekenpreise (Richtwert; Stand 2024) | Lieferzeit in Wien | Lieferzeit in Graz | Lieferzeit in Linz | Lieferzeit in Innsbruck |
|---|---|---|---|---|---|
| 30 Tabletten 1,5 mg | ca. 19 € | in 1–2 Tagen lieferbar | 2–3 Tage | 2–3 Tage | 2–3 Tage |
| 100 Tabletten 2,5 mg | ca. 54 € | 1–2 Tage | 2–3 Tage | 2–3 Tage | 2–3 Tage |
Die Preise können je nach Bezugsquelle und Apothekentarif variieren. Für erstattete Rezepte werden ggf. nur die Rezeptgebühr und ein Selbstbehalt fällig.
FAQ – Häufige Patientenfragen
- Wie lange muss ich Indapamid einnehmen?
Indapamid wird meist als Langzeittherapie verordnet. Die Behandlungsdauer richtet sich nach Ihren individuellen Blutdruckwerten und der ärztlichen Empfehlung. - Was tun, wenn ich eine Einnahme vergessen habe?
Holen Sie die Einnahme nicht nach, sondern nehmen Sie die nächste Tablette wie gewohnt am Folgetag zur regulären Zeit ein. Niemals die doppelte Menge einnehmen! - Darf ich während der Einnahme von Indapamid Alkohol trinken?
In kleinen Mengen ist Alkohol meist unproblematisch. Übermäßiger Genuss kann allerdings Blutdruckabfall und Kreislaufprobleme verursachen. Fragen Sie im Zweifel Ihre Ärztin/Ihren Arzt. - Wie merke ich, ob ich Nebenwirkungen habe?
Achten Sie auf ungewöhnliche Müdigkeit, Muskelkrämpfe oder Herzklopfen. Teilweise spüren Sie Nebenwirkungen auch nicht direkt – daher sind regelmäßige Kontrollen wichtig. - Ist das Medikament auch für ältere Menschen geeignet?
Ja. Indapamid wird besonders älteren Menschen mit Bluthochdruck verschrieben. Eine regelmäßige Überwachung von Blutdruck, Nierenfunktion und Elektrolyten ist notwendig.
Bei weiteren Fragen wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihr Apothekenteam oder Ihren behandelnden Arzt.

