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Gabapentin

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Gabapentin ist ein Arzneimittel, das zur Behandlung von Nervenschmerzen und bestimmten Formen von Epilepsie eingesetzt wird. Es hilft, Schmerzen zu lindern, die durch Nervenprobleme verursacht werden, und kann Krampfanfälle verringern. Die Einnahme erfolgt meist in mehreren täglichen Dosen. Ihr Arzt bestimmt die passende Dosis für Sie. Bitte nehmen Sie Gabapentin regelmäßig und gemäß der ärztlichen Anweisung ein. Bei Fragen wenden Sie sich an Ihr Apothekenteam.

Gabapentin: Umfassende Patienteninformation für Österreich

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN) Gabapentin
Handelsnamen (Österreich) Neurontin®, Gabana®, Gabapentin Genericon®, Gabapentin ratiopharm® u.a.
ATC-Code N03AX12
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Hartkapseln (100 mg, 300 mg, 400 mg), Filmtabletten (600 mg, 800 mg), Lösungen zum Einnehmen
Hersteller (Beispiele) Pfizer, Genericon Pharma, ratiopharm, Teva u.a.
Verschreibungsstatus Verschreibungspflichtig (Rezeptpflicht gemäß österreichischem Arzneimittelgesetz)

Wirkmechanismus von Gabapentin

Für Laien: Gabapentin wirkt auf das Nervensystem und wird vor allem verwendet, um Nervenschmerzen und bestimmte Formen von Epilepsie zu behandeln. Es hilft, übermäßige Schmerzsignale zu dämpfen und das Risiko von Krampfanfällen zu reduzieren.

Für Fachpersonal: Gabapentin ist ein strukturelles Analogon von Gamma-Aminobuttersäure (GABA), weist jedoch keine direkte GABAerge Wirkung auf. Es bindet an die α2δ-Untereinheit spannungsabhängiger Calciumkanäle im ZNS. Dadurch wird die präsynaptische Freisetzung exzitatorischer Neurotransmitter wie Glutamat, Noradrenalin und Substanz P reduziert.

Pharmakokinetik

  • Absorption: Bioverfügbarkeit ca. 30–60 % (dosisabhängig, sinkt mit steigender Dosis).
  • Metabolismus: Nicht hepatisch metabolisiert, keine Interaktion zu CYP450-Enzymen.
  • Ausscheidung: Renal, unverändert über die Niere; Halbwertszeit 5–7 Stunden.
  • Wirkdauer: Durch regelmäßige Einnahme werden gleichmäßige Wirkspiegel erreicht.

Anwendung im Alltag & Best Practices

Typische Dosierungen: Die individuelle Dosis wird vom Arzt angepasst. Bei Erwachsenen wird oft mit 300 mg abends begonnen, anschließend wird schrittweise auf 900–1800 mg täglich in 3 Einzeldosen gesteigert.

  • Einnahme zu festen Zeiten, z. B. morgens, mittags, abends
  • Kapseln/Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen
  • Regelmäßige Einnahme beugt Wirkspiegelschwankungen und Nebenwirkungen vor

Dosierung – Morgens oder abends?

  • Am Anfang bevorzugt abends einnehmen, da Müdigkeit als Nebenwirkung auftreten kann.
  • Über den Tag verteilt eingenommen, wenn höhere Dosen erforderlich sind.
  • Regelmäßigkeit ist wichtig: Einnahme immer zur gleichen Tageszeit.
  • Tipp: Nach Plan oder Tagesrhythmus, ggf. Erinnerungsfunktion (z.B. Handy) nutzen.

Einnahme mit oder ohne Nahrung

Die Wirkung und Aufnahme von Gabapentin werden durch Nahrung kaum beeinflusst. In Österreich ist die Einnahme zum Essen üblich, was Magenbeschwerden vorbeugt – Sie können Gabapentin aber auch auf nüchternen Magen nehmen.

  • Keine relevanten Wechselwirkungen mit typischen österreichischen Lebensmitteln (z.B. Brot, Milch, Kaffee).
  • Alkohol kann die müde machende Wirkung verstärken und sollte nur in Maßen konsumiert werden.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungspartner Beschreibung / Hinweis
Antazida (z.B. Aluminium-/Magnesiumhydroxid) Verminderte Gabapentin-Aufnahme; Einnahmeabstand min. 2 Std.
Opioide (z.B. Morphin) Verstärkung von Müdigkeit und Schläfrigkeit, Überwachung empfohlen
Alkohol Erhöht die dämpfende Wirkung; nur in geringen Mengen konsumieren
Andere Antikonvulsiva Keine wesentlichen Interaktionen beschrieben
Nahrungsmittel Keine klinisch relevante Beeinträchtigung

Zulassungsgebiete (Indikationen)

Indikation Status Kurzbeschreibung
Epilepsie zugelassen Anfallskontrolle bei partiellen Anfällen (mit/ohne sekundäre Generalisierung), meist Zusatztherapie
Neuropathische Schmerzen zugelassen z.B. postherpetische Neuralgie, diabetische Polyneuropathie
Generalisiert Angststörung, Migräne, Restless-Legs-Syndrom off-label Nur nach individueller ärztlicher Abwägung

Dosierung nach Indikation & Patientengruppe

Indikation / Gruppe Initialdosis Erhaltungs-/Zieldosis Besonderheiten
Erwachsene (Epilepsie/Schmerzen) 1× 300 mg abends 900–1800 mg/d, auf 3 Dosen verteilt Langsame Dosiserhöhung empfohlen
Ältere Patienten (>65 Jahre) 1× 100–300 mg abends Max. 900 mg/d, je nach Nierenfunktion Kontrolle der Nierenwerte wichtig
Kinder (>6 Jahre) 10–15 mg/kg/d 25–35 mg/kg/d, auf 3 Dosen verteilt Nur als Zusatztherapie bei Epilepsie
Niereninsuffizienz angepasste Dosis 2–3 mal pro Woche (bei Dialyse) Dosisanpassung erforderlich

Sicherheitsprofil / Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Müdigkeit, Schwindel, Gangunsicherheit
  • Häufig: Wassereinlagerungen (Ödeme), Gewichtszunahme, Infektionen der oberen Atemwege, Zittern, Konzentrationsstörungen
  • Gelegentlich: Verwirrtheit, Depression, Sehstörungen, Verdauungsstörungen, Hautausschläge
  • Selten: Allergische Reaktionen, Anaphylaxie, schwerwiegende Hautreaktionen
  • Warnhinweise:
    • Plötzlicher Absetzten vermeiden ‒ Gefahr von Krampfanfällen!
    • Erhöhtes Sturzrisiko bei älteren Patienten
    • Bei Suizidgedanken sofort ärztliche Hilfe suchen

Empfehlungen zur richtigen Anwendung

  • Arztanweisungen und Packungsbeilage beachten
  • Dosis nicht eigenmächtig ändern
  • Plötzliche Unterbrechung der Therapie vermeiden
  • Regelmäßige Kontrolle der Nierenfunktion, besonders im Alter
  • Arztbesuch bei starken Nebenwirkungen oder Unverträglichkeiten
  • Bei Vergessen: Nächste Dosis regulär einnehmen, keine doppelte Dosis

Alternative Therapieoptionen

  • Pregabalin (z. B. Lyrica®): Ähnliche Wirkung, schnellere Dosisanpassung möglich, meist teurer
  • Amitriptylin oder andere trizyklische Antidepressiva: Besonders bei Schlafstörungen, Nebenwirkungen möglich (Mundtrockenheit, Gewichtszunahme)
  • Carbamazepin, Lamotrigin: Bei bestimmten Epilepsieformen, unterschiedliche Nebenwirkungsspektren
  • Topische Schmerzmittel (z.B. Lidocain-Pflaster): Bei lokalisierten Schmerzen, geringe systemische Nebenwirkungen

Vergleich: Gabapentin ist etabliert und von der österreichischen Sozialversicherung für die Hauptindikationen erstattungsfähig. Alternativen werden je nach Verträglichkeit, Nebenwirkungen und Kontraindikationen gewählt.

Rechtlicher Status, Zulassung und Erstattung in Österreich

  • Zulassungsbehörde: Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) / AGES
  • Rezeptpflicht: Ja, nur mit ärztlicher Verschreibung erhältlich
  • Sozialversicherung (ÖGK/NFZ): Erstattung bei belegter Indikation (Epilepsie, neuropathischer Schmerz)
  • Apothekenpflicht: Rezeptpflichtige Abgabe in öffentlichen Apotheken

Aktuelle Studien, Leitlinien & Forschung (2022–2025)

  • Neue S3-Leitlinie (DGN, 2022): Gabapentin empfohlen bei chronischen neuropathischen Schmerzen als First-line-Therapie
  • EMA-Warnhinweis (2023): Risiko für Atemdepression bei vulnerablen Patienten; Dosistitration und engmaschige Kontrolle empfohlen
  • Studienlage bestätigt: Besonders wirksam bei postherpetischer Neuralgie & diabetischer Polyneuropathie, mäßige Wirkung bei anderen Schmerzsyndromen (Cochrane Review 2023)
  • Forschung zu Missbrauchs- und Abhängigkeitsrisiko: In klinischer Praxis geringes Potenzial bei korrekter Anwendung (Deutsches Ärzteblatt, 2024)

Verfügbarkeit & Lieferung

Packungsgröße Preisspanne (€)* Lieferung Wien Lieferung Graz Lieferung Linz Lieferung Salzburg
100 mg, 100 Stück ca. 25–35 innerhalb 1 Werktag innerhalb 1–2 Werktage innerhalb 1 Werktag innerhalb 2 Werktage
300 mg, 98 Stück ca. 38–45 innerhalb 1 Werktag innerhalb 2 Werktage innerhalb 1 Werktag innerhalb 2 Werktage
600 mg, 84 Stück ca. 62–76 innerhalb 1 Werktag innerhalb 2 Werktage innerhalb 1 Werktag innerhalb 2 Werktage

*Preise abhängig von Anbieter/Apotheke; Stand Juni 2024. Rezeptpflichtige Abgabe!

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

  1. Kann ich Gabapentin absetzen, wenn es mir besser geht?
    Nein, Gabapentin sollte nie abrupt abgesetzt werden, da das Risiko für Krampfanfälle und andere Entzugserscheinungen besteht. Eine schrittweise Dosisreduktion nach ärztlicher Rücksprache ist erforderlich.
  2. Darf ich während der Behandlung Auto fahren?
    In der Anfangsphase oder bei Dosiserhöhung kann Gabapentin die Reaktionsfähigkeit einschränken. Fahren Sie kein Auto und bedienen Sie keine Maschinen, bis Sie wissen, wie Sie auf das Medikament reagieren.
  3. Ist Gabapentin für Schwangere oder Stillende geeignet?
    Gabapentin soll in Schwangerschaft und Stillzeit nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt werden. Bitte besprechen Sie dies immer mit Ihrem Frauenarzt oder Neurologen.
  4. Mit welchen Lebensmitteln verträgt sich Gabapentin nicht?
    Es sind keine Unverträglichkeiten mit typischen österreichischen Lebensmitteln bekannt. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen; Alkohol nur in Maßen konsumieren.
  5. Ist Gabapentin in allen Apotheken erhältlich?
    Ja, alle öffentlichen Apotheken in Österreich können Gabapentin auf gültiges Rezept liefern, meist innerhalb eines Werktages.

Wichtige Hinweise: Alle Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Unsicherheiten wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

100mg, 300mg, 400mg, 600mg, 800mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill