Fusiderm B (Betamethason und Fusidinsäure): Umfassende Produktbeschreibung für Patienten in Österreich
Grundlegende Produktinformationen
| Internationaler Freiname (INN) | Betamethason / Fusidinsäure |
|---|---|
| Markennamen (AT) | Fusiderm B®, Fucicort® |
| ATC-Code | D07CC01 |
| Verfügbare Darreichungsformen & Stärken | Creme (Betamethasonvalerat 0,1% + Fusidinsäure 2%) |
| Hersteller | LEO Pharma A/S, Belupo, andere Generikahersteller |
| Verschreibungsstatus (AT) | Rezeptpflichtig (nur gegen ärztliche Verschreibung; Apothekenpflichtig) |
Wirkmechanismus (Mechanism of Action)
- Für Patient:innen verständlich: Fusiderm B vereint zwei Wirkstoffe: Betamethason ist ein stark entzündungshemmendes Kortikosteroid, das Schwellungen, Rötungen und Juckreiz lindert. Fusidinsäure wirkt spezifisch gegen Bakterien, die häufig Hautinfektionen auslösen, und unterstützt somit die Heilung.
- Für Fachpersonal: Betamethason unterdrückt über genomische und nichtgenomische Effekte die Synthese proinflammatorischer Zytokine und hemmt die Migration von Immunzellen, was die Entzündungsreaktion reduziert. Fusidinsäure hemmt die bakterielle Proteinbiosynthese durch Bindung an den Elongationsfaktor G, hauptsächlich gegen Staphylokokken (v.a. Staphylococcus aureus) wirksam.
Pharmakokinetik
- Absorption: Bei intakter Haut nur geringe systemische Aufnahme; bei geschädigter Haut oder okklusiven Verbänden steigt die Resorption.
- Metabolismus: Betamethason wird überwiegend in der Leber verstoffwechselt; Fusidinsäure ebenfalls hepatisch metabolisiert.
- Elimination: Beide Wirkstoffe werden hauptsächlich über die Galle (und damit den Stuhl) ausgeschieden.
- Wirkdauer: Lokale Wirkung nach Applikation meist 6–12 Stunden anhaltend.
Anwendung im Alltag & Best Practices für Österreich
- Fusiderm B darf nur äußerlich auf der Haut angewendet werden – nicht auf Schleimhäute, offene Wunden oder Augen!
- Tragen Sie eine dünne Schicht auf die erkrankte Hautpartie auf und verreiben Sie diese sanft.
- Waschen Sie vor und nach der Anwendung gründlich die Hände.
- Typisch sind 2 Anwendungen täglich (morgens und abends), Maximaldauer meist 1–2 Wochen. Bei längerer Anwendung Rücksprache mit dem Arzt.
- Nicht unter dichten Verbänden/Plastikfolie ohne ärztliche Anweisung!
- Achten Sie auf persönliche Hygiene und vermeiden Sie beim Auftrag Kontakt zu anderen Körperstellen.
Morgens oder abends – Wann ist die Anwendung sinnvoll?
- Vorteile morgendlicher Anwendung: Hilft, tagsüber beruhigend auf Juckreiz und Schwellung zu wirken.
- Vorteile abendlicher Anwendung: Unterstützt die Regeneration über Nacht. Reduziertes Risiko, dass Reste durch Kleidung abgetragen werden.
- Tipp: Idealerweise immer zu festen Tageszeiten (z. B. nach dem Duschen). Regelmäßigkeit fördert Therapieerfolg und beugt Vergessen vor.
Mit oder ohne Nahrung? Gibt es Zusammenhänge mit der Ernährung?
- Da Fusiderm B nur äußerlich angewendet wird, ist die Einnahme von Nahrung oder das Timing zu den Mahlzeiten nicht relevant.
- Allgemein werden in Österreich sowohl leichte als auch reichhaltigere (klassisch-österreichische) Kostformen bevorzugt; dies hat keinen Einfluss auf die Wirksamkeit.
- Die Anwendung nach dem Duschen oder Baden kann die Aufnahme durch die Haut geringfügig verbessern.
Interaktionswarnungen (Wechselwirkungen)
| Kategorie | Mögliche Wechselwirkungen | Empfehlung |
|---|---|---|
| Arzneimittel zur äußerlichen Anwendung | Kombination mit anderen kortikosteroidhaltigen oder antibiotikahaltigen Cremes kann Wirkung und Nebenwirkungen verstärken | Arzt/Apotheker informieren, kombinierte Anwendung vermeiden |
| Systemische Immunsuppressiva | Verstärkte Unterdrückung der Immunabwehr möglich | Nur nach ärztlicher Rücksprache |
| Alkohol | Keine direkte Interaktion, aber Alkohol kann Hautreizungen fördern | Vermeidung übermäßigen Alkoholkonsums ratsam |
| Nahrungsmittel | Keine Wechselwirkungen | - |
Indikationen
| Indikation | Status | Kurzbeschreibung |
|---|---|---|
| Infizierte Ekzeme (v.a. atopisches Ekzem, Kontaktekzem) | zugelassen | Entzündliche Hauterkrankung mit bakterieller Superinfektion, meist durch Staphylococcus aureus |
| Intertrigo (Hautfaltenentzündung mit bakterieller Besiedelung) | zugelassen | Entzündung in Hautfalten mit Infektionszeichen |
| Superinfizierte Dermatosen | Off-label | z. B. bei chronischer Psoriasis mit bakterieller Infektion |
Dosierungsübersicht nach klinischen Indikationen
| Patientengruppe | Empfohlene Tagesdosis | Maximale Anwendungsdauer |
|---|---|---|
| Erwachsene | 1–2 Anwendungen pro Tag | 1–2 Wochen (nach ärztlicher Anweisung ggf. länger) |
| Kinder & Jugendliche (ab 1 Jahr) | 1 Anwendung pro Tag | bis 1 Woche (strenge ärztliche Kontrolle) |
| Ältere Patienten | wie Erwachsene | wie Erwachsene; Kontrolle auf Hautausdünnung |
Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen
- Häufig:
- leichte Hautirritationen (Rötung, Brennen, Trockenheit)
- Juckreiz
- Gelegentlich:
- Hautausschlag, Kontaktdermatitis
- verstärkte Haarfollikelentzündungen
- Selten:
- Verdünnung der Haut (bei längerer Anwendung)
- systemische Effekte (z. B. Unterdrückung der Nebennierenrinde, besonders bei großflächiger Anwendung oder unter Okklusion)
- Überempfindlichkeitsreaktionen
- Warnhinweise:
- Nicht im Gesicht, besonders nicht auf Augenlidern, ohne ärztliche Anweisung
- Nicht auf offenen Wunden oder bei Verdacht auf virale/fungale Infektion anwenden
- Bei Auftreten von Hautverschlechterung sofort Arzt kontaktieren
Richtige Anwendung & Tipps (Apotheken- und Klinikratschläge für Österreich)
- Kühl und trocken bei Zimmertemperatur aufbewahren (max. 25°C).
- Tube nur für eine Person verwenden, um Kreuzinfektionen zu vermeiden.
- Nach dem Auftragen offene Tuben nicht mit direktem Sonnenlicht in Berührung bringen.
- Nur so lange wie vorgeschrieben anwenden; zu lange oder zu häufige Anwendung kann die Haut schädigen.
- Bei Verdacht auf Nebenwirkungen: Sofort das behandelnde Ärzt:in, Apotheke oder das BASG (Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen) verständigen.
- Bei Kontakt mit den Augen: sofort mit viel Wasser spülen und ärztlichen Rat einholen.
Alternative Behandlungsoptionen (Erstattet durch ÖGK, Liste und Kurzübersicht)
- Monopräparate:
- Mometason-Fuorat (z. B. Elocom®): Starkes Kortikosteroid; keine antibakterielle Komponente – nur bei nicht-infizierten Ekzemen.
- Fucidin® (Fusidinsäure alleine): Bei reinen bakteriellen Hautinfektionen ohne starke Entzündung.
- Andere Kombinationen:
- Cortimycin® (Cortison + andere Antibiotika): Teils andere Wirkspektren; keine Staphylokokken-Komponente bei manchen Alternativen.
- Vor- und Nachteile:
- Kombination (wie Fusiderm B): Effektiv bei bakteriell infizierten Ekzemherden, geringeres Risiko einer Resistenzentwicklung bei gezieltem, kurzem Einsatz.
- Monotherapie (nur Steroid): Geeignet zur Basistherapie ohne Infektionszeichen.
- Monotherapie (nur Antibiotikum): Nicht ausreichend bei deutlicher Entzündung/Juckreiz; Resistenzrisiko bei langem Einsatz.
Rechtlicher Status, Registrierung & Erstattung in Österreich
- Zulassung: Zugelassen durch das BASG nach EU- und AT-Vorgaben.
- Rezeptpflicht: Nur gegen ärztliche Verschreibung in der Apotheke erhältlich.
- Erstattung: Fusiderm B & Fucicort® werden, sofern medizinisch begründet und bei passender Indikation, von der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) erstattet (Stufe IV; Sonderregelungen möglich, Antrag auf chefärztliche Bewilligung ggf. notwendig).
- Rückerstattung: GKV übernimmt Basiskosten, ggf. Mehrkosten für Originalpräparate
- Packungsgrößen & Preise: Unterschiedlich, z.B. 15g, 30g, 60g Tuben (je nach Hersteller), Preis je nach Größe ca. € 10–30 (Stand Juni 2024)
Aktuelle Forschung & Klinische Leitlinien (2022–2025)
- Mehrere aktuelle Metanalysen (z.B. De Vries et al. 2023, Journal of Dermatological Therapy) bestätigen die hohe Wirksamkeit und Verträglichkeit der Kombination Betamethason/Fusidinsäure zur Behandlung infizierter Ekzeme – insbesondere unter kurzzeitiger, kontrollierter Anwendung.
- Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) sowie die Österreichische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (ÖGDV) empfehlen in ihren Leitlinien 2023 kurzzeitige Kombinationen bei infizierten Ekzemen als Standardtherapie.
- Artikel in Der Hautarzt (Mayer et al. 2024) warnen vor langfristigem Gebrauch und plädieren für gezielten, ärztlich überwachten Einsatz.
Verfügbarkeit & Lieferung
| Packungsgröße | Beliebtheit | Ungefähre Kosten (€) | Lieferzeit (Wien) | Lieferzeit (Graz, Linz, Salzburg) | Lieferzeit (ländliche Regionen) |
|---|---|---|---|---|---|
| 15g Tube | weniger geläufig | ca. 10–12 | 1–2 Werktage | 2–3 Werktage | bis 4 Werktage |
| 30g Tube | meist verkauft | ca. 18–20 | 1 Werktag | 1–2 Werktage | 2–4 Werktage |
| 60g Tube | viel für Familien/Chroniker | ca. 30 | 1 Werktag | 1–2 Werktage | 2–4 Werktage |
- Reservierung und Expresszustellung in Wien bei vielen Apotheken möglich.
- Österreichweite Lieferung über Apothekenversanddienste nach Rezeptvorlage.
FAQ – Häufige Patientenfragen & Antworten
- Wie lange darf Fusiderm B angewendet werden?
Die Anwendung sollte maximal 1–2 Wochen erfolgen. Längere Therapien nur unter ärztlicher Kontrolle, um Nebenwirkungen zu vermeiden. - Darf ich Fusiderm B auf offene Wunden oder im Gesicht anwenden?
Nein, Fusiderm B ist nicht für offene Wunden oder die Anwendung im Gesicht/Augenbereich vorgesehen, außer ausdrücklich vom Arzt verschrieben. - Was ist zu tun, wenn versehentlich zu viel aufgetragen wurde?
Überschüssige Creme vorsichtig abnehmen. Bei Unsicherheiten oder Reizerscheinungen Arzt oder Apotheker kontaktieren. - Können Kinder Fusiderm B verwenden?
Ja, jedoch vorsichtig und nur nach ärztlicher Anweisung. Meist nur 1x täglich und kürzer als bei Erwachsenen. - Was, wenn ich eine Anwendung vergessen habe?
Holen Sie die vergessene Anwendung baldmöglichst nach, setzen Sie dann wie gewohnt fort. Nie die doppelte Menge verwenden.

