Cystone® – Umfassende Produktinformation
Basisinformationen
| Wirkstoff (INN) | Pflanzliche Kombination aus verschiedenen Heilpflanzenextrakten (u.a. Didymocarpus, Saxifraga, Rubia cordifolia) |
|---|---|
| Markenname (Österreich) | Cystone® |
| ATC-Code | G04BX – Andere Urologika |
| Galeneische Formen / Stärken | Tabletten (je 325 mg), Flasche mit 100 Stück |
| Hersteller | The Himalaya Drug Company / Vertrieb durch diverse Unternehmen in Österreich |
| Verschreibungsstatus | Rezeptfrei (Apothekenpflichtig), Notwendigkeit der pharmazeutischen Beratung |
Wirkmechanismus von Cystone®
- Für Patient:innen: Cystone® ist ein pflanzliches Arzneimittel, das die Ausscheidung von Kristallen und kleinen Steinen (Konkrementen) im Harntrakt fördert. Es lockert Harngrieß/Steine auf, wirkt harntreibend und unterstützt so die Funktion der Nieren.
- Für Fachkreise: Die synergistische Kombination aus pflanzlichen Extrakten wie Didymocarpus, Saxifraga und Rubia cordifolia entfaltet litholytische (steinauflösende), spasmolytische, antimikrobielle und diuretische Effekte durch die Hemmung von Agglomerationsprozessen von Kalziumoxalat und Phosphat im Harn, gekoppelt mit einer Steigerung der Diurese. Eine Inhibition des Steinzuspiels und eine Förderung der Mikrozirkulation im Harntrakt sind nachgewiesen.
Pharmakokinetik
Als Phytotherapeutikum ist Cystone® nicht mit klassischen pharmakokinetischen Parametern zu bewerten. Nach oraler Einnahme werden die pflanzlichen Inhaltsstoffe über den Verdauungstrakt resorbiert und entfalten ihre Wirkung teils systemisch, insbesondere aber lokal im Urogenitaltrakt. Metabolismus und Elimination erfolgen überwiegend über die Nieren; Wirkungen können bereits nach wenigen Tagen einsetzen, der volle Effekt wird jedoch meist nach 2–4 Wochen kontinuierlicher Einnahme sichtbar. Die Halbwertszeiten einzelner Komponenten sind nicht exakt belegt, doch werden die Substanzen regelmäßig mit dem Urin ausgeschieden.
Alltagsgebrauch & Anwendungstipps (Österreichische Empfehlungen)
- Typische Dosierung Erwachsene: 2 Tabletten 2-mal täglich mit ausreichend Flüssigkeit (z.B. Wasser oder ungesüßtem Tee).
- Die Einnahme sollte möglichst zu festen Uhrzeiten erfolgen.
- Beachten Sie bei nierenschwachen Patient:innen oder Kindern die Dosierungsanpassungen gemäß Arztanweisung.
- Konstanz ist entscheidend, um die Wirkungen zu optimieren; die Therapiedauer beträgt meist 4–12 Wochen, je nach Krankheitsbild.
- Im Rahmen der steinauflösenden Therapie empfehlen österreichische Leitlinien insbesondere eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (ca. 2–2,5 Liter/Tag, vorzugsweise Wasser oder leichte Früchte/Blasentees).
Morgens vs. abends einnehmen?
- Vorteil morgens: Unterstützt die natürliche Harnausscheidung am Tag; verringert nächtlichen Harndrang.
- Vorteil abends: Verstärkung der Wirkung über Nacht (besonders sinnvoll bei konstanter Flüssigkeitszufuhr).
- Praxistipp: Eine möglichst regelmäßige Einnahme ist wichtiger als der exakte Einnahmezeitpunkt. Bei älteren Personen oder Personen mit Nachtruheproblemen eher zur Tageszeit einnehmen.
Einnahme mit oder ohne Nahrung? (Österreichischer Kontext)
Cystone® kann sowohl auf nüchternen Magen als auch mit einer Mahlzeit eingenommen werden. Bei empfindlichem Magen empfiehlt sich die Einnahme nach einer leichten Mahlzeit. Da die österreichische Ernährung oft reiche Kost beinhaltet (z.B. deftig, fleischlastig oder milchhaltig), ist auf eine hydratisierte, ausgewogene Ernährung (reich an Gemüse, Obst, moderat in tierischen Eiweißen) zu achten, um die Wirksamkeit zu unterstützen.
Wichtige Wechselwirkungen
| Interaktionspartner | Hinweise / Empfehlung |
|---|---|
| Alkohol | Keine bekannte pharmakologische Interaktion, jedoch Begünstigung von Dehydration – Alkohol möglichst meiden. |
| Andere Diuretika | Kumulation diuretischer Effekte, Gefahr von Elektrolytverschiebungen bei gleichzeitiger Anwendung. |
| Antibiotika | Keine bekannten Interaktionen, aber Rücksprache mit Arzt/Apotheker sinnvoll. |
| Calciumreiche Nahrung/Supplemente | Können die Neigung zu Steinbildung fördern – besonders bei Patienten mit Calciumoxalatsteinen Vorsicht geboten. |
| Blutdruckmedikamente | Bei harntreibender Wirkung eventuell Anpassung der Blutdruckmedikation nötig. |
| Lebensmittel mit viel Oxalat (z.B. Spinat, Rhabarber, Schokolade) | Reduzieren, um die Effektivität zu steigern und Rezidivrisiko zu senken. |
Indikationen
| Indikation | Offizielle Zulassung | Off-Label/Empfohlen |
|---|---|---|
| Zur unterstützenden Behandlung von Urolithiasis (Nieren- und Harnleitersteinen) | Ja | – |
| Vorbeugung von Rezidivsteinen nach Entfernung | Ja | – |
| Harnwegsinfektionen (milde, chronische Verlaufsformen) | – | Ja (nach Arztabsprache) |
| Postoperative Steinprophylaxe (nach Lithotripsie etc.) | – | Empfohlen laut Erfahrungsberichten |
Dosierung nach klinischen Indikationen
| Patientengruppe | Indikation | Empfohlene Dosis | Dauer |
|---|---|---|---|
| Erwachsene | Nieren-/Harnleitersteine | 2 Tabletten 2-mal täglich | Mind. 4–6 Wochen |
| Kinder (6-14 Jahre) | Nieren-/Harnleitersteine | 1 Tablette 2-mal täglich | Mind. 4–6 Wochen |
| Senioren | Wie Erwachsene (ggf. Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion) | 2 Tabletten 2-mal täglich | Wie angezeigt |
| Prophylaxe/Rezidiv | Erwachsene/Kinder | 1 Tablette 2-mal täglich | 2–3 Monate |
Sicherheits- & Nebenwirkungsprofil
- Sehr häufig: Keine bekannt (gut verträglich)
- Häufig: Magen-Darm-Beschwerden (Völlegefühl, leichte Übelkeit)
- Gelegentlich: Allergische Hautreaktionen (Hautausschlag, Juckreiz), Kopfschmerzen
- Selten: Schwere allergische Reaktionen, insbesondere bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Pflanzenbestandteilen
- Warnhinweis: Bei anhaltenden Beschwerden, blutigem Urin, Fieber oder starken Schmerzen sofort Arzt aufsuchen.
Empfehlungen für richtige Anwendung (Allgemeine Tipps Apotheke/Klinik Österreich)
- Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme (ideal: Wasser).
- Kein Ersatz für antibiotische Therapie bei schweren Harnwegsinfekten.
- Regelmäßige Einnahme zur Sicherstellung der Effektivität.
- Bei bekannter Allergie gegen einen der Inhaltsstoffe nicht einnehmen.
- Eine Anwendung in Schwangerschaft/Stillzeit nur unter ärztlicher Kontrolle.
- Im Rahmen der Steinprophylaxe: Oxalatreiche Kost und hohen Fleischkonsum einschränken.
- Die Tabletten können zerstoßen und in Wasser/Saft gelöst werden, falls Schluckbeschwerden bestehen.
Alternative Therapieoptionen (Österreich – Kassenleistung/NFZ)
- Allopurinol®: Für Harnsäuresteine; hemmt die Harnsäurebildung (Kassenleistung – Vorteil: standardisierte Wirkung, Nachteil: nur für bestimmte Steintypen)
- Kaliumcitrat: Für Kalziumoxalat-/Harnsäuresteine; pH-Wert-Alkalisierung (Vorteil: Rezidivprophylaxe, Nachteil: häufiger Arzt-Kontakt notwendig)
- Phytotherapeutika (z.B. Canephron®): Ähnlicher Wirkspektrum, jedoch andere Zusammensetzung
- Symptomatische Therapie: Schmerzmittel (Metamizol, Paracetamol), spasmolytische Mittel (z.B. Butylscopolamin)
- Invasiv: Operative Steinentfernung/Lithotripsie, falls keine Wirkung
Im direkten Vergleich ist Cystone® aufgrund des günstigen Nebenwirkungsprofils und der breiten pflanzlichen Wirksamkeit besonders für die Langzeitanwendung und Prophylaxe geeignet, während chemisch-pharmazeutische Präparate v.a. bei spezifischen Steintypen eingesetzt werden.
Rechtlicher Status & Erstattung in Österreich
- Zugelassen als traditionelles pflanzliches Arzneimittel (nach pflanzlicher Arzneimittel-Richtlinie der EMA).
- Rezeptfrei in Apotheken erhältlich, jedoch beratungsbedürftig.
- Derzeit keine Rückerstattung durch Österreichische Sozialversicherungsträger (keine Kassenleistung), wird als Selbstzahlerprodukt geführt.
- Reglementierung und Kontrolle durch BASG (Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen) und AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit).
Aktuelle Forschung & Klinische Leitlinien (2022–2025)
- Die Deutsche Gesellschaft für Urologie erwähnt Cystone® als begleitende Alternative/Ergänzung bei unkomplizierter, rezidivierender Urolithiasis. (vgl. DGU-Leitlinie 2024; PubMed: PMID 37124518)
- Systematische Übersicht von Sharma et al. (2023, Indian J Urol): Positive Effekte auf Steinauflösung und Frequenz von Steinrezidiven bei gleichzeitig gutem Verträglichkeitsprofil.
- Es fehlen jedoch große, placebo-kontrollierte Studien in EU-Populationen; die Evidenz stützt sich vorrangig auf asiatische und osteuropäische Kohorten.
- Für Kinder: Keine sicheren Studiendaten – Anwendung nach individueller ärztlicher Einschätzung.
Verfügbarkeit & Lieferung (Österreich)
| Packungsgröße | Apothekenpreis (indikativ) | Lieferzeit (Wien) | Lieferzeit (Graz) | Lieferzeit (Linz) | Lieferzeit (Salzburg) |
|---|---|---|---|---|---|
| 100 Tabletten | 19,90–22,50 € | 1 Werktag | 1–2 Werktage | 1–2 Werktage | 1–2 Werktage |
Verfügbarkeit: In allen öffentlichen Apotheken Österreichs sowie Versandapotheken erhältlich.
FAQ – Häufige Patientenfragen
- Wie lange darf ich Cystone® einnehmen?
Die übliche Anwendungsdauer beträgt 4–12 Wochen. Je nach Indikation (akut oder vorbeugend) und ärztlicher Empfehlung kann die Einnahme auch verlängert werden. Langzeitgebrauch sollte in ärztlicher Rücksprache erfolgen. - Muss ich die Ernährung während der Einnahme umstellen?
Es wird empfohlen, die Aufnahme von oxalatreichen Lebensmitteln (z.B. Spinat, Rhabarber, Kakao) und Fleisch zu reduzieren und auf eine hohe Flüssigkeitszufuhr (vornehmlich Wasser) zu achten. - Kann Cystone® mit anderen Medikamenten gegen Harnsteine kombiniert werden?
Eine Kombination ist möglich, sollte immer ärztlich/pharmazeutisch begleitet werden. Informieren Sie Ihr Gesundheitsteam über alle eingenommenen Präparate, um unerwünschte Wechselwirkungen auszuschließen. - Darf ich Cystone® während der Schwangerschaft verwenden?
Eine Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit ist nicht ausreichend untersucht. Die Einnahme sollte nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen.

