Cyclophosphamide

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Cyclophosphamid ist ein Arzneimittel, das zur Behandlung verschiedener Krebsarten sowie bestimmter Autoimmunerkrankungen eingesetzt wird. Es wirkt, indem es das Wachstum abnormaler Zellen im Körper hemmt. Die Anwendung erfolgt nach ärztlicher Anweisung, meist in Tablettenform oder als Infusion. Regelmäßige Kontrollen sind während der Therapie wichtig. Bitte wenden Sie Cyclophosphamid nur nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an.

Cyclophosphamid – Ausführliche Patienteninformation für Österreich

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN) Cyclophosphamid
ATC-Code L01AA01
Handelsnamen in Österreich Endoxan® (Baxter, Baxter Oncology GmbH, AOP Orphan), Generics
Cycloblastin® (teils international)
Andere Präparate je nach Anbieter
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Tabletten/Filmtabletten: 50 mg
Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung: 200 mg, 500 mg, 1 g, 2 g
Hersteller Baxter Oncology GmbH, AOP Orphan, diverse internationale Generikahersteller
Verschreibungspflicht Rezeptpflichtig (Suchtgiftgesetz nicht relevant, aber besonders kontrollpflichtig)
Abgabe Nur in Apotheken nach Vorlage eines aktuellen, gültigen (blauen) Rezeptes; Erstattung i.d.R. im Rahmen bestimmter Indikationen durch die ÖGK/NFZ

Wirkmechanismus

Für Anwender: Cyclophosphamid ist ein sogenanntes Zytostatikum. Es zerstört krankhaft veränderte Zellen, wie sie z.B. bei Krebs oder Autoimmunerkrankungen vorkommen, indem es deren Erbgut (DNA) schädigt und deren Teilung verhindert. Dadurch wird das Wachstum der unerwünschten Zellen gehemmt oder gestoppt.
Für medizinische Fachkreise: Als alkylierendes Agenz der Stickstoff-Lost-Gruppe bindet Cyclophosphamid kovalent an DNA-Basen (v.a. N7-Guanin), fördert DNA-Vernetzungen, führt zu Strangbrüchen und Apoptose, insbesondere in Geweben mit hoher Zellteilungsrate.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Tablettereinnahme führt nach ca. 30–60 Minuten zu maximalen Plasmaspiegeln; Bioverfügbarkeit etwa 75 %; Infusionslösungen umgehen den First-Pass-Effekt.
  • Metabolisierung: Hepatisch durch Cytochrom-P450-Enzyme (CYP2B6, CYP3A4) zu aktiven Metaboliten (4-Hydroxycylophosphamid, Aldophosphamid).
  • Elimination: Hauptsächlich renal, über Urin; Halbwertszeit ca. 4–8 Stunden (kann je nach Nierenfunktion variieren).
  • Dauer der Wirkung: Zellschädigende Auswirkungen halten auch nach Abfall des Plasmaspiegels an; Dosis/Wirkung meist zykliert nach ärztlichem Schema.

Anwendung und Alltag – Praktische Hinweise zur Einnahme

  • Typische Dosierung: Variiert stark je nach Erkrankung, Körpergewicht, Therapieschema – genaue Vorgabe ausschließlich durch Onkologen oder Spezialisten.
  • Meist in festen Zyklen (z.B. 1–5 Tage pro Zyklus, dann Pause); orale Gabe zumeist einmal pro Tag oder nach Schema.
  • Tabletten immer unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit vollständig herunterschlucken.
  • Infusionspräparate dürfen ausschließlich durch medizinisches Fachpersonal verabreicht werden.
  • Trinken Sie während der Behandlung mindestens 2–3 Liter täglich (sofern medizinisch möglich), um die Nieren zu schützen und Nebenwirkungen wie Blasenentzündungen zu vermeiden.
  • Wegen dem immunsuppressiven Effekt sind Kontakte mit Personen mit Infekten möglichst zu meiden.
  • Regelmäßige Blutzellkontrollen und Arztbesuche sind während der Anwendung verpflichtend.

Dosierung morgens oder abends? – Was ist zu beachten?

  • Vorteile Morgendosis: Hierdurch kann das Risiko einer Hämorrhagischen Zystitis (schmerzhafte Harnblasenentzündung) reduziert werden, da der Patient tagsüber mehr Flüssigkeit zu sich nimmt.
  • Nachteil Abenddosis: Weniger Flüssigkeitszufuhr nachts, dadurch erhöhter Kontakt des aktiven Metaboliten mit der Blasenwand.
  • Empfehlung: Einnahme morgens (zwischen 6:00 und 10:00 Uhr) und mit reichlich Flüssigkeit; regelmäßige Einnahme zur gleichen Tageszeit fördert die Wirksamkeit und Verträglichkeit.

Einnahme zu den Mahlzeiten oder nüchtern?

  • Bei Tablettengabe kann die Einnahme zu oder unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen; häufig bevorzugen Patienten eine Einnahme morgens vor oder nach einem leichten Frühstück.
  • Eine Einnahme auf nüchternen Magen ist bei empfindlichen Patienten weniger ratsam, da Übelkeit verstärkt auftreten kann.
  • Österreichischer Ernährungskontext: Ballaststoffreiche, milde Kost; bitte keine Grapefruitprodukte während der Therapie (Enzymhemmung!).
  • Zusätzliche Flüssigkeitszufuhr (z.B. stilles Wasser, Tee, klare Suppe) fördert die Ausscheidung.

Wechselwirkungen & Warnhinweise

Kategorie Beispiele Anmerkungen
Lebensmittel Grapefruit, Grapefruitsaft Kann Enzymabbau hemmen und Konzentrationen von Cyclophosphamid erhöhen
Alkohol Wein, Bier, Spirituosen Erhöht Risiko für Leberschäden und Übelkeit; möglichst meiden
Medikamente Antikoagulanzien, Allopurinol, andere Zytostatika, ACE-Hemmer, Azol-Antimykotika Zahlreiche Wechselwirkungen möglich, Rücksprache mit Arzt/Apotheker vor neuer Medikamenteneinnahme
Impfstoffe Lebendimpfstoffe Gleichzeitige Anwendung vermeiden, da Immunsuppression

Indikationen (offiziell & Off-Label)

Indikation Status Österreich
Maligne Lymphome (z.B. Morbus Hodgkin/Nicht-Hodgkin-Lymphom) Zugelassen
Mammakarzinom (Brustkrebs) Zugelassen
Chronisch lymphatische Leukämie Zugelassen
Autoimmunerkrankungen (z.B. systemischer Lupus erythematodes, Vaskulitis, Multiple Sklerose) Off-Label (nach ärztlicher Prüfung möglich, bezahlt bei ausgewählten Indikationen)
Sarkome, Bronchialkarzinome, Ovarialkarzinom u.a. Zugelassen/Off-Label je nach Schema

Dosierungsempfehlungen (Erwachsene, Kinder, Ältere)

Patientengruppe Typische Dosisspanne Bemerkung
Erwachsene (Onkologie) 500–1500 mg/m2 Körperoberfläche pro Kurs, meist i.v., Wiederholung nach 2–4 Wochen oder gemäß Protokoll Dosis und Intervall je nach Schema genau durch onkologisches Team bestimmt
Erwachsene (Autoimmunerkrankung) 500–1000 mg i.v. alle 2–4 Wochen oder niedrigdosiert oral Genaue Anpassung an die Erkrankung/Patienten
Kinder 200–1000 mg/m2 KOF, i.v./p.o. Kinder benötigen besondere Überwachung und Dosisadaption
Ältere & Patienten mit Nierenstörung Zumeist Reduktion der Standarddosis um 25–50 % Anpassung an individuelle Verträglichkeit zwingend erforderlich

Hinweis: Für jede Indikation existieren besondere Schemata (z.B. CHOP, CMF), stets individuelle ärztliche Vorgabe einhalten!

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen von Cyclophosphamid sind dosisabhängig und können individuell sehr unterschiedlich auftreten. Die regelmäßige Kontrolle durch das Behandlungsteam ist während der gesamten Anwendung unverzichtbar.

Häufigkeit Unerwünschte Wirkungen Hinweis
Sehr häufig & häufig Übelkeit, Erbrechen, Haarausfall, Appetitverlust, Schleimhautentzündung, Blutbildveränderungen (Leukopenie, Anämie, Thrombozytopenie), Hämorrhagische Zystitis Vorübergehende, zum Teil therapiebedingte Erscheinungen
Gelegentlich Hautausschlag, sekundäre Infektionen, Amenorrhö/Menopausensymptome, verringerte Fruchtbarkeit Gynäkologische Beratung ggf. nötig
Selten & sehr selten Schwere Organveränderungen (Blase, Leber, Herz), allergische Reaktionen, sekundäre Malignome Langzeitkontrolle empfohlen
Warnhinweise Risiko für schwere Infekte, irreversible Unfruchtbarkeit, Leberschädigung, Lungenfibrose, Teratogenität (Schwangere/Atenstillende: streng kontraindiziert!) Regelmäßige Kontrollen Pflicht!

Richtlinien zur richtigen Anwendung – Österreichische Besonderheiten

  • Sorgfältige Dokumentation aller Einnahmen im Medikationsplan
  • Tragen Sie eine Notfallkarte (im Krankenhaus häufig verfügbar), die auf die Chemotherapie hinweist
  • Nebenwirkungen immer frühzeitig melden
  • Verwenden Sie nur medizinisch zugelassenes Trinkwasser
  • Bei Fieber, Blut im Urin, Atemnot oder schwerer Übelkeit/Erbrechen sofort Kontakt zu Arzt oder onkologischer Ambulanz aufnehmen
  • Vermeiden Sie Selbstmedikation & informelle Heilmittel parallel zur Therapie
  • Keine Blutspende und keine Lebendimpfstoffe während der Behandlung und bis mindestens 6 Monate danach
  • Frauen und Männer: Zuverlässige Schwangerschaftsverhütung während der Anwendung und bis mind. 6 Monate nach Absetzen
  • Zugriff auf Spezialpflege (z. B. psychoonkologische Beratung, Ernährungsberatung, Lymphdrainage) wird in Österreich oft durch NFZ/ÖGK unterstützt

Alternative Therapien (erstattungsfähig, Vergleich)

  • Methotrexat (MTX): Bei einigen Autoimmunerkrankungen möglich; geringeres Risiko für Hämorrhagische Zystitis, aber eigene Nebenwirkungsprofile.
  • Azathioprin: Einsatz bei milderen Indikationen möglich, geringeres Zellgiftpotenzial; aber weniger wirksam bei schweren Verläufen.
  • Rituximab: Biologikum, besonders bei Lymphomen und rheumatologischen Erkrankungen; sehr zielgerichtet, aber teuer und mit eigenem Nebenwirkungsprofil.
  • Leflunomid, Mycophenolatmofetil: Immunmodulatoren; in der NFZ-Erstattungsliste enthalten.
  • Vergleich: Cyclophosphamid bleibt bei schweren systemischen Erkrankungen oder aggressiven Tumoren oft Standard, Alternativen nach Rücksprache und individuellen Risikofaktoren.

Rechtliche Rahmenbedingungen in Österreich

  • Zulassung durch das BASG (Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen), Eintragung im Österreichischen Arzneispezialitätenregister
  • Rezeptpflichtige Abgabe (§ 8 Arzneimittelgesetz)
  • Kostenerstattung durch die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) / Landeskrankenkassen/NFZ im Rahmen der jeweiligen Therapieprotokolle (nach Indikationsprüfung)
  • Importe und Off-Label-Use (z.B. bei seltenen Erkrankungen) nach gesondertem Antrag beim Hauptverband möglich

Aktuelle Studien und Empfehlungen (2022–2025)

  • Zahlreiche internationale Leitlinien (z.B. ESMO, DGHO, ÖGHO) bestätigen Cyclophosphamid weiterhin als Basismedikation im Rahmen von Polychemotherapien.
  • Neue Ansätze 2022–2025: Individualisierte Dosierungsanpassung basierend auf Pharmakogenomik & Therapieansprechen (Therapeutic Drug Monitoring, Lancet Oncol 2023; 24:725–34).
  • Bedeutung als „Brückenmedikation“ wurde in REGIMEN-Studien ausgebaut (z.B. Brunetti et al., Hämatol Onkol 2024; 2:38–44).
  • Empfehlung: Patientenaufklärung und multidisziplinäre Versorgung steigern Therapiesicherheit & Lebensqualität erheblich.

Verfügbarkeit, Packungsgrößen, Preise & Lieferzeiten

Packungsgröße Apothekenverkaufspreis (Stand 05/2024) Lieferzeit Wien Lieferzeit Graz Lieferzeit Linz/Salzburg/Innsbruck
50 mg Tabletten (20 Stück) ca. € 32,00 innerhalb von 1 Werktag 1–2 Werktage 1–2 Werktage
Infusionspulver 500 mg ca. € 45,00 meist lagernd – 1 Werktag 1–2 Werktage 1–2 Werktage
Infusionspulver 2 g ca. € 145,00 auf Bestellung – 1–2 Werktage 2–3 Werktage 2–3 Werktage

Achtung: Preise und Lieferzeiten schwanken, Krankenkassenvergütung möglich, bei Lieferproblemen individuelle Beratung in der Apotheke.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Cyclophosphamid

  • Kann Cyclophosphamid zu Hause eingenommen werden?
    Tabletten können nach ärztlicher Anordnung zu Hause genommen werden, Infusionen nur in Klinik/Praxis. Strikte Einhaltung des Zeitplans und der Hygieneregeln ist Pflicht.
  • Muss ich auf spezielle Ernährung achten?
    Trinken Sie viel; essen Sie eine abwechslungsreiche, aber schonende Kost; vermeiden Sie Grapefruit. Parallel eingenommene Vitamine und Hausmittel immer mit dem Arzt absprechen.
  • Können Nebenwirkungen dauerhaft sein?
    Manche Nebenwirkungen wie Haarausfall, Übelkeit oder Schleimhautreizungen verschwinden nach Therapieende. Einiges, wie Fruchtbarkeitseinbußen oder Schädigungen an Organen, können selten dauerhaft sein – engmaschige Überwachung ist daher wichtig.
  • Wie lange dauert eine Behandlung mit Cyclophosphamid?
    Die Dauer richtet sich nach Grunderkrankung, Therapieplan und individuellem Therapieansprechen. Häufig 3–12 Monate, bei manchen chronischen Erkrankungen länger.
  • Muss ich nach Therapieende noch etwas beachten?
    Regelmäßige Nachsorge, Blutbildkontrollen und Nachbeobachtung sind essenziell. Bis zu 6 Monate nach Therapieende Nachwirkungen und Einschränkungen beachten.

Ihr Apothekenteam steht Ihnen bei Rückfragen jederzeit beratend zur Seite und begleitet Sie engmaschig während Ihrer Cyclophosphamid-Therapie.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

50mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill