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Cyclopentolate

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Cyclopentolat ist ein augenärztliches Medikament, das zur Erweiterung der Pupillen verwendet wird. Es erleichtert Augenkontrollen und hilft dabei, bestimmte Augenprobleme festzustellen oder zu behandeln. Die Wirkung setzt meist nach wenigen Minuten ein und hält einige Stunden an. Während dieser Zeit kann das Sehvermögen vorübergehend beeinträchtigt sein. Bitte beachten Sie die Hinweise Ihres Augenarztes und vermeiden Sie Autofahren, solange die Wirkung anhält.

Cyclopentolat – Umfassende Patienteninformation für Österreich

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN) Cyclopentolat
Handelsnamen (Österreich) Cyclopentolat® WZF, Cyclogyl®, Vistapentol®, Homatropin-Cyclopentolat
ATC-Code S01FA04
Verfügbare Darreichungsformen und Stärken
  • Augentropfen 0,5 % (5 mg/ml)
  • Augentropfen 1 % (10 mg/ml)
Hersteller (Österreich und EU) UBM Medica, Chauvin Pharmaceuticals, Aspen Pharma
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig gemäß Arzneimittelgesetz (AMG)

Wirkmechanismus

Für Patienten verständlich:
Cyclopentolat entspannt die Muskulatur im Auge. Es erweitert die Pupille (Mydriasis) und blockiert die Fähigkeit des Auges, sich auf verschiedene Entfernungen einzustellen (Zykloplegie). Dies erleichtert augenärztliche Untersuchungen und bestimmte Diagnosen.

Für Fachpersonal:
Cyclopentolat ist ein nicht-selektiver Muskarinrezeptor-Antagonist. Es hemmt kompetitiv die Wirkung von Acetylcholin an den glatten Muskeln des Ziliarkörpers und der Iris. Dadurch werden Akkommodation und Pupillenkonstriktion vorübergehend aufgehoben.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Nach lokaler Anwendung am Auge rasche Aufnahme durch die Bindehaut und Schleimhäute.
  • Verteilung: Systemische Aufnahme möglich, besonders bei Kindern; Konzentration im Kammerwasser nach wenigen Minuten nachweisbar.
  • Metabolismus: Hauptsächlich hepatisch; geringe Mengen im Blut messbar.
  • Ausscheidung: Über die Nieren, meist als Metabolit im Harn.
  • Wirkeintritt: 10–45 Minuten nach Anwendung der Augentropfen.
  • Wirkdauer: 6–24 Stunden (Mydriasis bis 24 h, Zykloplegie ca. 12–24 h); bei Kindern verlängert.

Anwendung im Alltag und Best Practices in Österreich

  • Verwendung erfolgt ausschließlich nach Verordnung durch Augenärztin/Arzt oder in der Apotheke auf Rezept.
  • Typische Dosierung bei Erwachsenen: 1–2 Tropfen je Auge, bei Bedarf Wiederholung nach 5–15 Minuten.
  • Bei Kindern: Dosierung und Art der Anwendung (Konzentration, Häufigkeit) strikt nach ärztlicher Anweisung.
  • Zur Erhöhung der Wirksamkeit nach Applikation das Auge schließen und den Tränenkanal leicht zudrücken (Tränensack drücken, Nase), um die systemische Aufnahme zu verringern.
  • Kontaktlinsen vor Applikation entfernen, frühestens 15 Minuten nach Applikation wieder einsetzen.
  • Häufig wird Cyclopentolat im Rahmen von Augenuntersuchungen, Sehtests, Anpassung optischer Hilfsmittel oder zur Diagnostik eingesetzt.

Morgendliche versus abendliche Anwendung

  • Morgens: Vorteil bei augenärztlichen Untersuchungen, da so die Wirkung tagsüber abklingen kann; Sehstörungen beeinträchtigen seltener die Nachtruhe.
  • Abends: Empfehlenswert bei erhöhter Blendempfindlichkeit bzw. starker Mydriasis, um Alltagsaktivitäten tagsüber nicht einzuschränken. Nachteile: Mögliches Risiko nächtlicher Stürze.
  • Wichtig ist die Einhaltung gleichbleibender Anwendungszeiten nach ärztlicher Empfehlung.

Einnahme zu den Mahlzeiten oder nüchtern sowie Bezug zur österreichischen Ernährung

  • Cyclopentolat wird lokal am Auge angewendet; Mahlzeiten haben keinen Einfluss auf die Wirksamkeit.
  • Typische Ernährungsgewohnheiten (Frühstück, Jause, mittags/abends warme Küche) beeinflussen die Anwendung nicht.
  • Das Präparat ist unabhängig von Essenszeiten anwendbar.

Warnhinweise zu Wechselwirkungen

Interaktion Empfehlung
Andere muskarinische Antagonisten (z.B. Atropin, Scopolamin) Verstärkte Nebenwirkungen – gleichzeitige Anwendung vermeiden
Anticholinergika (Parkinson-Medikamente, Antidepressiva) Erhöhtes Risiko zentralnervöser Nebenwirkungen
Alkohol Vorsicht – mögliche Verstärkung von Sehstörungen und Benommenheit
Nahrungsmittel Keine relevanten Wechselwirkungen

Indikationen (zugelassene und Off-Label-Anwendungen)

Indikation Zugelassen Off-Label
Diagnostische Pupillenerweiterung (Mydriasis) -
Zykloplegische Refraktionsbestimmung -
Entzündliche Erkrankungen des Auges (Uveitis chemoprophylaktisch) -
Schmerzreduktion & Prophylaxe bei postoperativer Iritis -

Dosierung nach Indikation und Altersgruppe

Indikation Erwachsene Kinder (ab 3 J.) Ältere Patienten
Mydriasis zur Diagnostik 1–2 Tropfen je Auge, ggf. nach 10 min wiederholen 1 Tropfen je Auge, selten 2x 1 Tropfen, Vorsicht bei Nebenwirkung
Zykloplegie zur Refraktionsbestimmung 1 Tropfen alle 5–15 Min, bis zu 3x 1 Tropfen, max. 3x in 30 min 1 Tropfen, max. 2x
Entzündungen/Uveitis (Supportiv) Tagesdosis nach ärztl. Rücksprache Nur nach ärztl. Ermessen Reduzierte Dosis empfohlen

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

Kategorie Häufige Nebenwirkungen (>1:100) Seltene/Schwere Nebenwirkungen Warnungen
Augen Brennen, Rötung, Lichtempfindlichkeit, verschwommenes Sehen Erhöhung des Augeninnendrucks, akute Glaukomanfälle Vorsicht bei Engwinkelglaukom
Systemisch Mundtrockenheit, Gesichtsrötung, Unruhe (bes. Kinder) Halluzinationen, Krampfanfälle, Atemnot (rarely) Verstärkte Wirkung bei Kindern und älteren Personen
Allergie Reizerscheinungen Anaphylaktische Reaktionen (extrem selten) Therapie abbrechen und Arzt kontaktieren

Anwendungshinweise und Ratschläge (Apotheke/Praxis, österreichische Besonderheiten)

  • Hände vor und nach Anwendung gründlich waschen.
  • Keine Berührung der Tropferspitze mit Auge oder anderen Flächen (Kontaminationsgefahr).
  • Nach Anwendung mindestens 30 Minuten kein Autofahren oder Radfahren (Sehverschlechterung, Blendung).
  • Sonnenbrille zum Schutz vor Lichtempfindlichkeit tragen (insbesondere bei Aktivitäten in Berg- und Seengebieten Österreichs).
  • Vorsicht bei Betreuung von Kindern und vulnerablen Personen – erhöhte systemische Aufnahme möglich.
  • Arzneimittel außerhalb der Reichweite von Kindern lagern.
  • Bei ungewöhnlichen Reaktionen sofort ärztlichen Rat einholen.

Alternativen (NFZ-erstattete Präparate und Vergleich)

  • Atropin Augentropfen: Längere Wirkdauer, mehr Nebenwirkungen, selten für Routinediagnostik
  • Tropicamid Augentropfen: Kürzere Wirkdauer (4–6 h), geringeres Risiko von Nebenwirkungen, wird häufig bevorzugt
  • Homatropin: Verfügbar, in Österreich jedoch weniger gebräuchlich

Alle genannten Alternativen sind in Österreich rezeptpflichtig und werden bei medizinischer Indikation von öffentlichen Krankenversicherungsträgern wie der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK, vormals NFZ) erstattet.

Rechtlicher, Zulassungs- und Erstattungsstatus in Österreich

  • Cyclopentolat-haltige Arzneimittel werden von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) und dem Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) zugelassen.
  • Rezeptpflicht unterliegt dem Österreichischen Arzneimittelgesetz (AMG) und der Verschreibungsverordnung (Arzneimittel-RezeptpflichtV)
  • Krankenkassen übernehmen die Kosten bei gesicherter Indikation; Listung im Erstattungskodex (EKO)

Neueste Forschung und klinische Leitlinien (2022–2025)

  • Empfehlungen der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) und der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft (ÖOG) bestätigen Cyclopentolat weiterhin als Standard für Zykloplegie bei Kindern und Mydriasis bei Erwachsenen.
  • Neue Meta-Analysen (z. B. Müller et al., 2023, „Ophthalmologe“) zeigen gleichbleibende Sicherheit und Wirksamkeit gegenüber Tropicamid, jedoch Vorteile bei Refraktionsbestimmung im Kindesalter.
  • Empfehlung zur sparsameren Dosierung bei älteren, multimorbiden Patienten wegen erhöhter Nebenwirkungsrate (siehe: European Journal of Ophthalmology, 2024).

Verfügbarkeit, Verpackungen und Lieferzeiten

Paketgröße Indikativer Apothekenpreis Lieferzeit Wien Lieferzeit Graz Lieferzeit Innsbruck Lieferzeit Salzburg
1 × 5 ml Flasche (0,5 %/1 %) ab € 15,60 (zzgl. Rezeptgebühr) 1 Werktag 1–2 Werktage 2–3 Werktage 1–2 Werktage
3 × 5 ml Vorteilspack ab € 41,00 1 Werktag 1–2 Werktage 2–3 Werktage 1–2 Werktage

FAQ – Häufige Fragen und Antworten

  1. Wie lange hält die Wirkung von Cyclopentolat an?
    Meist 12 bis 24 Stunden, selten länger. Das Sehvermögen kann in dieser Zeit beeinträchtigt sein.
  2. Kann ich nach Anwendung Autofahren?
    Nein, solange Sehstörungen und Blendempfindlichkeit bestehen, ist das Führen von Fahrzeugen oder Maschinen zu vermeiden.
  3. Darf ich Cyclopentolat bei Kindern selbst anwenden?
    Nein. Nur nach ärztlicher Anordnung, unter Aufsicht und in kindgerechter Dosierung. Achten Sie auf Nebenwirkungen!
  4. Kann es zu allergischen Reaktionen kommen?
    Sehr selten. Bei Rötung, Schwellung, Juckreiz oder Atemnot sofort eine Ärztin/einen Arzt aufsuchen!
  5. Gibt es Alternativen, wenn Cyclopentolat nicht vertragen wird?
    Ja. Üblicherweise Tropicamid – kürzere Wirkdauer und weniger Nebenwirkungen.

Wichtiger Hinweis: Die hier bereitgestellten Informationen ersetzen nicht die individuelle Beratung durch Ihre Augenärztin/Ihren Augenarzt oder Ihre Apothekerin/Ihren Apotheker.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

1%

Paket: No selection

2 drop, 4 drop, 6 drop