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Clomipramine

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Clomipramin ist ein Arzneimittel, das zur Behandlung von depressiven Erkrankungen und Zwangsstörungen eingesetzt wird. Es wirkt, indem es das Gleichgewicht bestimmter Botenstoffe im Gehirn verbessert. Die Einnahme erfolgt meist unter ärztlicher Aufsicht. Häufige Nebenwirkungen können Mundtrockenheit, Schläfrigkeit und Schwindel sein. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie Fragen zur Einnahme oder möglichen Nebenwirkungen haben.

Clomipramin – Umfassende Patienteninformation für Österreich

Basisinformationen zum Produkt

Wirkstoff (INN)Clomipramin
Handelsnamen in ÖsterreichAnafranil®, Clomipramin Generika
ATC-CodeN06AA04
Verfügbare Darreichungsformen und Wirkstärken
  • Filmtabletten: 10 mg, 25 mg, 50 mg, 75 mg
  • Retardkapseln: 75 mg, 100 mg
  • Injektionslösung: 25 mg/2 ml (vorwiegend stationär)
Hersteller (Beispiele)Novartis Pharma GmbH, Sandoz GmbH, diverse Generikahersteller
VerschreibungsstatusRezeptpflichtig gemäß Arzneimittelgesetz (Österreich)

Wirkmechanismus (in einfachen und fachlichen Worten)

Für Patient:innen: Clomipramin gehört zur Gruppe der trizyklischen Antidepressiva. Es wirkt, indem es die Wirkung von bestimmten Botenstoffen (Serotonin und Noradrenalin) im Gehirn verstärkt. Dadurch werden Stimmungen verbessert und Ängste gemindert.

Für Fachpersonal: Clomipramin hemmt hauptsächlich die Wiederaufnahme von Serotonin, aber auch Noradrenalin, an präsynaptischen Membranen. Zusätzlich blockiert es verschiedene Rezeptoren (z.B. Histamin, muskarinisch, adrenerg), was zu therapeutischen, aber auch unerwünschten Wirkungen führen kann.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Nach oraler Gabe schnelle und nahezu vollständige Aufnahme aus dem Magen-Darm-Trakt (Bioverfügbarkeit ca. 50%).
  • Metabolisierung: Hepatische Umwandlung über CYP2D6 und CYP3A4 zu aktivem Metaboliten Desmethylclomipramin.
  • Elimination: Hauptsächlich renal (Urin). Elimationshalbwertszeit: 19–37 Stunden (Elternsubstanz), 54–77 Stunden (Metabolit).
  • Wirkeintritt und Wirkungsdauer: Erste Effekte oft nach 1–2 Wochen spürbar, vollständige Wirkung meist nach 3–6 Wochen. Lang anhaltende Wirkung bei regelmäßiger Einnahme.

Anwendung im Alltag & Praktische Tipps

Clomipramin sollte stets regelmäßig zur selben Tageszeit eingenommen werden. Die Einnahme erfolgt üblicherweise als Tablette, Retardkapsel oder gelegentlich als Injektion (letzteres nur im Spital).

  • Empfohlene Dosierung:
    • Bei Erwachsenen initial 25 mg/Tag, langsame Steigerung je nach Verträglichkeit, üblich sind 75–150 mg/Tag (maximal 250 mg/Tag, selten notwendig).
    • Kinder (ab 5–17 J.): Die Dosierung beginnt meist mit 10 mg/Tag und wird behutsam gesteigert. Höchstdosis und Anpassung ausschließlich durch Fachärzt:innen.
    • Ältere Menschen (>65 J.): Startdosen niedriger (10–25 mg), vorsichtige Steigerung, da Nebenwirkungen häufiger auftreten.
  • Dauertherapie: Die Therapie dauert häufig mindestens 6 bis 12 Monate, manchmal auch länger.
  • Nie plötzlich absetzen: Das Medikament sollte nicht abrupt gestoppt werden, um Absetzsymptome zu vermeiden; langsames Ausschleichen nach Rücksprache mit dem Arzt/der Ärztin.

Einnahme morgens vs. abends

  • Morgens: Vorteilhaft, wenn Müdigkeit unter Clomipramin kein Problem ist und Antriebssteigerung gewünscht wird.
  • Abends: Günstig bei Müdigkeit als Nebenwirkung; Schlaf fördernde Wirkung kann genutzt werden.
  • Tipp: Die Einnahme muss regelmäßig erfolgen; die Uhrzeit ist weniger entscheidend als die konsequente tägliche Einnahme. Bei Umstellung der Tageszeit immer medizinisches Fachpersonal befragen.

Einnahme zu den Mahlzeiten oder nüchtern?

  • Mit oder nach der Mahlzeit: Günstig, um Magenbeschwerden vorzubeugen. Österreichische Ernährungsgewohnheiten (z.B. reichhaltiges Frühstück, Mittagessen) eignen sich.
  • Nüchtern: Ebenfalls möglich, jedoch können Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Magenunwohlsein dann häufiger auftreten.
  • Tipp: Ein Glas Wasser genügt für die Einnahme. Starke, fettige Mahlzeiten verändern die Wirkung nicht wesentlich, aber Alkohol sollte vermieden werden (siehe Interaktionen).

Wichtige Wechselwirkungen und Warnhinweise

Mittel/KategorieInteraktionspotenzialEmpfohlene Maßnahme
Alkohol Verstärkte ZNS-Dämpfung, erhöhte Unfallgefahr Alkoholkonsum vermeiden
MAO-Hemmer Schwere Wechselwirkungen (Serotoninsyndrom, Hypertoniekrisen) Gleichzeitige Einnahme streng verboten, 14 Tage Abstand einhalten
SSRIs/SNRIs Serotoninsyndrom möglich Nicht ohne enge ärztliche Kontrolle kombinieren
Anticholinergika (z.B. Antihistaminika) Additive Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Obstipation Dosisanpassung oder Wechsel erwägen
Antihypertensiva Abgeschwächte Wirksamkeit möglich Blutdruckkontrolle erforderlich
Zytokine, Johanniskraut Metabolismus-Veränderung (verminderte Wirkung möglich) Kombination vermeiden

Indikationen (Zulassung in Österreich und Off-label-Anwendungen)

IndikationZugelassen (AT)Off-label
Depressionen mit und ohne Angst Ja -
Zwangsstörungen (OCD) Ja -
Panikstörungen Nein Ja
Chronische Schmerzen/Neuropathien Nein Ja (sorgfältige Indikationsstellung)
Enuresis nocturna bei Kindern Ja (ab 5 Jahre, als Reservemittel) -

Dosierung nach klinischer Indikation

Patientengruppe Dosis (Depression/Zwangsstörung) Maximaldosis Bemerkungen
Erwachsene Initial 25 mg abends, langsame Steigerung auf 75–150 mg/Tag in 2–3 Einzeldosen 250 mg/Tag Sorgfältiges Eindosieren & Kontrolle erforderlich
Ältere Menschen (>65 J.) Initial 10–25 mg, langsame Steigerung, Erhaltung meist 50–75 mg/Tag 150 mg/Tag Verstärktes Risiko für Nebenwirkungen!
Kinder ab 5 J. (Enuresis nocturna) 10–25 mg; langsame Steigerung, max. 75 mg/Tag 75 mg/Tag Nur unter Facharztaufsicht; Therapie begrenzt auf Mindestdauer!

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

HäufigkeitBeispielhafte NebenwirkungenWichtige Hinweise
Sehr häufig (>10%) Mundtrockenheit, Schläfrigkeit/Müdigkeit, Schwitzen, Gewichtszunahme, Tremor Meist milde Ausprägung, Anpassung der Dosis oft hilfreich
Häufig (1–10%) Verstopfung, Sehstörungen, Herzrasen, niedriger Blutdruck, sexuelle Funktionsstörungen, Harnverhalt Regelmäßige ärztliche Kontrolle empfohlen
Gelegentlich (0,1–1%) Unruhe, Muskelzuckungen, allergische Hautreaktionen, Verwirrtheit Ärztliche Rücksprache notwendig
Selten (<0,1%) Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle, Leberfunktionsstörungen Sofort ärztliche Hilfe bei Symptomen!
Warnungen Suizidgedanken zu Therapiebeginn, vor allem bei jungen Erwachsenen Sorgfältige Überwachung zu Beginn (erste 2–4 Wochen)

Richtlinien zur richtigen Anwendung und Tipps aus der Apotheke

  • Einnahme möglichst zu einer festen Tageszeit, ideal nach dem Frühstück oder Abendessen
  • Tabletten oder Kapseln stets mit ausreichend Flüssigkeit schlucken, nicht zerkauen
  • Keine plötzliche Unterbrechung der Therapie; alle Änderungen mit Arzt/Ärztin oder Apotheker/in absprechen
  • Auf gleichzeitigen Alkoholgenuss verzichten
  • Bei geplanten Operationen oder Narkosen rechtzeitig das Behandlungsteam informieren
  • Bei Anzeichen ungewöhnlicher Müdigkeit, Herzbeschwerden oder Verwirrtheit: sofort Arzt/Ärztin verständigen
  • Regelmäßige Labor- und EKG-Kontrollen können sinnvoll sein (besonders bei älteren Menschen und Risikopatient:innen)
  • Fahrtüchtigkeit und Maschinenbedienung können beeinträchtigt sein, besonders zu Therapiebeginn

Alternative Therapieoptionen (NFZ-Erstattung, Übersicht).

  • SSRI (z. B. Sertralin, Escitalopram): Meist besser verträglich, jedoch bei Therapieresistenz oder Zwangsstörungen oft weniger wirksam als Clomipramin. NFZ erstattet zahlreiche Präparate bei Depressionen und Zwangsstörungen.
  • SNRIs (z. B. Venlafaxin, Duloxetin): Speziell bei Depressionen oder Angststörungen zugelassen und gut erstattungsfähig.
  • Andere trizyklische Antidepressiva (z. B. Amitriptylin): Ebenfalls wirksam, andere Nebenwirkungsprofile.
  • Kognitive Verhaltenstherapie: Laut aktuellen Leitlinien stets ergänzende oder sogar bevorzugte Therapie (‘first line’) bei leichten bis mittelschweren Zwangsstörungen.

Die Auswahl erfolgt immer individuell und unter ärztlicher Beratung. Ein Vorteil von Clomipramin ist die spezielle Eignung bei therapieresistenten Zwangserkrankungen.
Nachteil: Erhöhtes Risiko für anticholinerge Nebenwirkungen und Wechselwirkungen.

Rechtliches, Registrierung & Erstattung in Österreich

  • Clomipramin ist in Österreich zentral durch die AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) zugelassen.
  • Verordnung streng rezeptpflichtig (psychotrope Substanz).
  • Erstattung durch die Krankenkassen (NFZ) bei zugelassenen Indikationen, vor allem als Zweitlinientherapie – individuell je nach Kassenvertrag.
  • Keine Übernahme für Off-label-Indikationen ohne Sonderantrag.
  • Registrierung nach AMG, Einhaltung der österreichischen und EU-weiten Pharmakovigilanz- und Sicherheitsanforderungen.

Aktuelle Studienlage & Fachliche Empfehlungen (2022–2025)

  • Leitlinien der Deutschen, Österreichischen und Schweizer Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (S3-Leitlinie 2023): Clomipramin wird weiterhin als eine der effektivsten Substanzen bei schweren Zwangsstörungen empfohlen, insbesondere, wenn SSRIs nicht ausreichen bzw. bei Komorbidität mit Depressionen.
  • Metaanalysen (z. B. Salas et al., 2023/BMC Psychiatry): Höhere Wirksamkeit als viele SSRIs bei Zwangsstörungen, jedoch mehr Nebenwirkungen.
  • Empfehlung zur schrittweisen Eindosierung und striktem Nebenwirkungsmonitoring, insbesondere bei älteren Menschen und Kindern.
  • Neue Daten zu CYP2D6-Genotypisierung helfen dabei, das individuelle Nebenwirkungsrisiko abzuschätzen.
  • Internationale Studien legen nahe, Clomipramin weiterhin erst nach Versagen modernerer Antidepressiva einzusetzen.

Quellen: Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (DGPPN), AGES Fachinformation, aktuelle Fachartikel (2022–2025).

Verfügbarkeit, Packungsgrößen und Lieferzeiten (Österreich)

Packungsgröße Stückzahl Preis (ca., €) Verfügbarkeit (Versandapotheken) Lieferzeit (Wien/Graz/Linz/Innsbruck)
Filmtabletten 25 mg 20 / 50 / 100 12–49 Sofort ab Lager (meist vorrätig) 1–2 Werktage (Städte), 2–4 Werktage (ländlich)
Retardkapseln 75 mg 20 / 50 38–72 Lieferbar 1–3 Werktage
Injektionslösung 5 / 20 Ampullen 55–180 Auf Bestellung unverzüglich lieferbar 2–5 Werktage (Apothekenverbund möglich)

FAQ – Häufig gestellte Patientenfragen zu Clomipramin

  1. Wie lange muss ich Clomipramin einnehmen, bis eine Wirkung spürbar ist?
    Die Wirkung tritt meist nach etwa 14 Tagen deutlich ein, bei Zwangsstörungen kann es bis zu 4–6 Wochen dauern. Geduld ist wichtig; setzen Sie das Medikament nicht vorzeitig ab.
  2. Kann ich Clomipramin dauerhaft nehmen?
    Ja, viele Patient:innen nehmen Clomipramin über Monate oder Jahre ein. Die optimale Behandlungsdauer legt Ihre Ärztin/Ihr Arzt fest. Regelmäßige Kontrollen sind dabei wichtig.
  3. Darf ich unter Clomipramin Autofahren?
    Gerade zu Beginn oder bei Dosiserhöhung kann die Fahrtüchtigkeit eingeschränkt sein (Müdigkeit, Konzentrationsstörungen). Fahren Sie nur, wenn Sie sich sicher fühlen und keine beeinträchtigenden Nebenwirkungen merken.
  4. Was mache ich, wenn ich eine Dosis vergessen habe?
    Nehmen Sie die vergessene Dosis sobald wie möglich ein. Falls es fast Zeit für die nächste Dosis ist, lassen Sie die vergessene einfach aus – niemals die doppelte Menge einnehmen.
  5. Gibt es Wechselwirkungen mit pflanzlichen Präparaten?
    Ja, insbesondere Johanniskraut und bestimmte Nahrungsergänzungsmittel können zu Wechselwirkungen führen und die Wirksamkeit von Clomipramin beeinflussen. Konsultieren Sie vor Einnahme solcher Präparate immer Ihre Apotheke oder Ihren Arzt/Ihre Ärztin.

Ihre österreichische Apotheke informiert Sie individuell und umfassend zur Therapie mit Clomipramin. Für weitere Fragen und Anliegen stehen Ihnen unsere Expert:innen gerne beratend zur Seite!

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

10mg, 25mg, 50mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill