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Bisacodyl

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Bisacodyl ist ein bewährtes Abführmittel, das bei Verstopfung hilft. Es unterstützt die natürliche Darmbewegung und sorgt dafür, dass der Stuhlgang erleichtert wird. Bisacodyl wirkt meist innerhalb weniger Stunden und ist gut verträglich. Die Einnahme ist einfach und die Wirkung gezielt. Bitte wenden Sie Bisacodyl nur kurzfristig an und achten Sie auf die Dosierungsanleitung. Bei Fragen sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Bisacodyl – Umfassende Patienteninformation für Österreich

Basisinformationen zum Produkt

Internationaler Freiname (INN) Bisacodyl
Handelsnamen in Österreich Dulcolax®, Bekunis® Dragees, bisacodyl Generika
ATC-Code A06AB02
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Dragees (5 mg), Zäpfchen (10 mg), Tabletten (5 mg), Tropfen (7,5 mg/ml), Rektallösung (10 mg/Einzeldosis)
Hersteller Boehringer Ingelheim, Sanova Pharma GesmbH, diverse Generikahersteller
Verschreibungsstatus Rezeptfrei (OTC) für kurzzeitigen Gebrauch; bei chronischer Anwendung ärztliche Überwachung empfohlen

Wirkmechanismus

  • Für Patienten: Bisacodyl ist ein Abführmittel, das im Dickdarm wirkt. Es regt die Darmbewegung an und fördert so den Stuhlgang. Dabei wird auch die Wasserausscheidung in den Darm erhöht, was den Stuhl weicher macht.
  • Für medizinisches Fachpersonal: Bisacodyl ist ein Diphenylmethan-Derivat. Es wirkt als Kontaktlaxans, indem es die Motilität des Kolons durch direkte Stimulation des Plexus myentericus erhöht sowie die Sekretion von Wasser und Elektrolyten in das Darmlumen fördert.

Pharmakokinetik

  • Absorption: Nach oraler Einnahme minimale Resorption im Gastrointestinaltrakt. Bisacodyl wird hydrolytisch im Dickdarm zum aktiven Desacetylderivat umgewandelt.
  • Metabolismus: Umfangreicher First-Pass-Metabolismus in der Leber sowie enzymatische Aktivierung im Kolon.
  • Elimination: Über Stuhl und in geringem Maße über Urin als Metabolite.
  • Wirkdauer: Oral: ca. 6–12 Stunden; rektal: 10–30 Minuten.

Anwendung im Alltag & Best Practices

  • Typische Dosierung: Erwachsene: 1–2 Dragees (5–10 mg) abends bzw. 1 Zäpfchen (10 mg) morgens bei Bedarf.
  • Anwendung: Tabletten/Dragees mit reichlich Flüssigkeit unzerkaut einnehmen. Zäpfchen werden rektal eingeführt.
  • Dauer der Anwendung: Für kurzfristigen Gebrauch. Bei längerem Gebrauch Rücksprache mit Ärztin oder Arzt halten!
  • Hinweis bei deutscher/österreichischer Ernährung: Ergänzend ballaststoffreiche Kost und ausreichend Flüssigkeit aufnehmen.

Bisacodyl morgens oder abends einnehmen?

  • Morgens: Zäpfchen wirken schnell (10–30 Minuten) und ermöglichen eine rasche Darmentleerung, etwa vor geplanten Aktivitäten.
  • Abends: Orale Formen (Dragees/Tabletten) abends vor dem Schlafengehen einnehmen, da die Wirkung (nach ca. 6–12 Stunden) meistens am nächsten Morgen eintritt. Das unterstützt die regelmäßige Morgenroutine.
  • Tipp: Durch die Einnahme zu festen Zeiten kann ein regelmäßiger Stuhlgang gefördert werden.
  • Nachteil der abendlichen Einnahme: Selten nächtlicher Stuhldrang.

Mit oder ohne Nahrung?

  • Bisacodyl sollte am besten nüchtern (auf leeren Magen) oder mindestens 30 Minuten vor/nach einer Mahlzeit eingenommen werden.
  • Fetthaltige Speisen oder Milchprodukte können die Wirkung beeinflussen bzw. verzögern.
  • Österreichische Essgewohnheiten: Nach klassischer Kost (z.B. Mehlspeisen, Fleischgerichte) ist eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr und Ballaststoffaufnahme sinnvoll.

Wechselwirkungen

Interaktionspartner Risiko / Hinweis
Antazida, Milch, alkalische Getränke Können die magensaftresistente Hülle zerstören – erhöhtes Nebenwirkungsrisiko im oberen GI-Trakt
Thiazide, Diuretika, Kortikosteroide Erhöhtes Risiko für Elektrolytstörungen (vor allem Hypokaliämie)
Digoxin und Herzglykoside Wirkungsverstärkung durch Kaliumverlust möglich
Alkohol Sollte vermieden werden, da Durchfall und Elektrolytverluste verstärkt werden können
Quetiapin, trizyklische Antidepressiva Verstärkte Obstipation möglich, Wirkung von Bisacodyl kann abgeschwächt werden

Indikationen

Indikation Bemerkungen
Obstipation (Verstopfung) Akut, kurzzeitig, symptomatisch
Darmvorbereitung vor operativen/diagnostischen Eingriffen (z.B. Koloskopie) In Kombination mit anderen Maßnahmen
Off-Label: Neurogene Darmstörungen Bei bestimmten neurologischen Erkrankungen
Off-Label: Medikamenteninduzierte Obstipation Nur nach ärztlicher Anweisung

Dosierung nach Indikation, Alter und Patientengruppe

Patientengruppe Dosierung oral Dosierung rektal (Zäpfchen)
Erwachsene/Jugendliche ab 10 Jahre 5–10 mg abends 10 mg morgens bei Bedarf
Kinder 4–10 Jahre 5 mg abends 5 mg morgens bei Bedarf (nur nach ärztlicher Anweisung)
Ältere Patienten 5 mg abends, individuell anpassen 5–10 mg, individuell nach Verträglichkeit

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

  • Sehr häufig/häufig (≥1/10, ≥1/100):
    • Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe
    • Durchfall (Diarrhoe)
    • Übelkeit
    • Blähungen
  • Gelegentlich (≥1/1.000):
    • Rektale Beschwerden (bei Zäpfchen)
    • Schwächegefühl, Schwindel
    • Störung des Elektrolythaushalts (Hypokaliämie)
  • Selten:
    • Allergische Reaktionen (Hautausschlag, Juckreiz, angioneurotisches Ödem)
    • Blut im Stuhl
  • Warnhinweise:
    • Bei chronischer Anwendung Risiko für Elektrolytverschiebungen, Gewöhnungsentwicklung, Wassermangel (Dehydration)
    • Längere Anwendung (>1 Woche) und höhere Dosen nur unter ärztlicher Kontrolle!

Hinweise zur richtigen Anwendung

  • Nur kurzfristig verwenden; bei anhaltender Verstopfung Arzt oder Ärztin aufsuchen.
  • Orientieren Sie sich an den österreichischen Ernährungsempfehlungen (Empfehlung: 30 g Ballaststoffe/Tag, ausreichend Wasser trinken).
  • Tabletten/Dragees unzerkaut mit ausreichend Wasser einnehmen.
  • Mindestens eine halbe Stunde Abstand zu Milchkonsum oder Antazida einhalten.
  • Nicht mit anderen Laxanzien ohne medizinische Rücksprache kombinieren.

Therapieoptionen und Vergleich (Kassen*)

Alternative (INN) Gängig in Österreich? Vorteile Nachteile
Lactulose Ja, erstattungsfähig Langfristige Anwendung, milde Wirkung Blähungen, langsamere Wirkung
Macrogol (PEG) Ja, erstattungsfähig Sehr wirksam, gut verträglich, keine Gewöhnung Große Trinkmengen notwendig, ggf. teuer
Natriumpicosulfat Ja, rezeptfrei Bei Bedarf, ähnliche Wirkweise wie Bisacodyl Ebenso bei Übergebrauch Risiko für Elektrolytstörungen
Flohsamenschalen (Ballaststoffe) Ja, erstattungsfähig Natürlich, wenig Nebenwirkungen Langsame Wirkung, viel Flüssigkeit nötig
*Erstattungsstatus: Stand 2024, Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger (SVS, ÖGK, BVAEB)

Rechtliche & Erstattungsinformationen in Österreich

  • Registrierungsbehörde: Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG)
  • Rezeptstatus: OTC, d.h. apothekenpflichtig und ohne Rezept erhältlich für kurzzeitige Selbstmedikation.
  • Klassifizierung: Nicht erstattungsfähig durch die Sozialversicherungsträger (bei chronischer Anwendung mit Indikation – Ausnahme nach Einzelfallentscheidung möglich.)

Aktuelle Forschung und klinische Empfehlungen (2022–2025)

  • Gemäß aktueller Leitlinien (z.B. Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten, DGVS 2022) bleibt Bisacodyl Mittel der Wahl bei gelegentlicher akuter Verstopfung.
  • Eine Übersichtsarbeit in „Der Gastroenterologe“ (2023) unterstreicht, dass Laxanzien des Diphenylmethan-Typs (wie Bisacodyl) bei intermittierendem Gebrauch sicher sind.
  • Kürzliche Metaanalysen und Studien (NEJM, 2022/23) bestätigen die Unbedenklichkeit für kurzzeitige Anwendungen bei Erwachsenen und Kindern über 4 Jahren.
  • Langzeitgebrauch sollte vermieden werden; initial möglichst nicht länger als 7 Tage ohne ärztliche Aufsicht.

Verfügbarkeit & Lieferung (Packungsgrößen, Preis, Lieferzeiten)

Packungsgröße Form Unverbindlicher Apothekenpreis (€) Lieferzeit Wien Lieferzeit Graz Lieferzeit Innsbruck
20 Dragees oral, 5mg ca. 7,50 € 1 Werktag 1–2 Werktage 1–2 Werktage
50 Dragees oral, 5mg ca. 15,00 € 1 Werktag 1–2 Werktage 1–2 Werktage
6 Zäpfchen rektal, 10mg ca. 6,80 € 1 Werktag 1–2 Werktage 2 Werktage
30 Tabletten oral, 5mg ca. 13,00 € 1 Werktag 1–2 Werktage 2 Werktage
Alle Preise sind unverbindlich, Stand: Juni 2024

Häufige Fragen (FAQ) zu Bisacodyl

  1. Wie schnell wirkt Bisacodyl?
    Oral eingenommen tritt die Wirkung nach 6 bis 12 Stunden ein – ideal für die abendliche Einnahme mit Wirkung am nächsten Morgen. Rektale Formen (Zäpfchen) wirken meist innerhalb von 10 bis 30 Minuten.
  2. Wie lange darf Bisacodyl höchstens verwendet werden?
    Bisacodyl ist für kurzfristigen Gebrauch gedacht, normalerweise maximal 7 Tage. Bei anhaltender Verstopfung sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
  3. Können Schwangere Bisacodyl nehmen?
    Die Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit sollte nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen. Bisacodyl gilt als relativ sicher, eine Nutzen-Risiko-Bewertung ist aber unerlässlich.
  4. Was tun bei ausbleibender Wirkung?
    Erhöhen Sie nicht eigenständig die Dosis! Prüfen Sie, ob Sie ausreichend getrunken haben und ballaststoffreich essen. Halten die Beschwerden an, kontaktieren Sie Ihre/n Ärztin/Arzt oder Apotheke.
  5. Ist Bisacodyl für Kinder geeignet?
    Für Kinder ab 4 Jahren ist Bisacodyl nach ärztlicher Anweisung zugelassen (angepasste Dosierung). Nicht für längeren Gebrauch ohne ärztliche Überwachung!

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

5mg

Paket: No selection

60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill