Androxal® (Enclomifen) – Patienteninformation für Österreich
Basisinformationen zum Produkt
| Wirkstoff (INN) | Enclomifen |
|---|---|
| Österreichische Handelsnamen | Androxal®, Enclomifen HEXAL®, Enclomifen Hormosan® (je nach Anbieter) |
| ATC-Code | G03XA05 (andere Sexualhormone und Modulatoren des Genitalsystems; selektive Estrogenrezeptor-Modulatoren) |
| Verfügbare Darreichungsformen und Stärken | Tabletten in den Stärken 12,5 mg und 25 mg |
| Hersteller / Zulassungsinhaber | Verschiedene Pharmaunternehmen, u.a. HEXAL AG, Hormosan Pharma GmbH |
| Verschreibungsstatus | Rezeptpflichtig gemäß österreichischem Arzneimittelgesetz |
Wirkmechanismus
Für alle verständlich: Enclomifen gehört zur Gruppe der selektiven Estrogenrezeptor-Modulatoren (SERM). Das bedeutet, der Wirkstoff beeinflusst bestimmte Hormonrezeptoren im Körper so, dass die körpereigene Produktion von Testosteron (bei Männern) gesteigert wird. Im Gegensatz zu extern zugeführtem Testosteron bleibt die eigene Hormonproduktion und Fruchtbarkeit erhalten.
Für Fachkreise: Enclomifen wirkt als ein reiner Estrogenrezeptor-Antagonist, hauptsächlich am Hypothalamus. Durch Blockade von Estrogen-Rezeptoren wird die negative Rückkopplung auf die Gonadotropinfreisetzung verhindert. Dies führt zu einer vermehrten Sekretion von LH und FSH, wodurch die endogene Testosteronproduktion in den Hoden angeregt wird.
Pharmakokinetik
- Absorption: Nach oraler Einnahme rasch resorbiert. Maximale Plasmakonzentration nach etwa 2–3 Stunden.
- Metabolisierung: Hepatische Metabolisierung (Leber), hauptsächlich durch CYP3A4 und CYP2D6.
- Elimination: Überwiegend biliär über den Stuhl, geringe renale Ausscheidung (Urin).
- Wirkdauer: Biologische Halbwertszeit rund 10 Stunden.
Anwendung im Alltag und bewährte Vorgehensweise
Typische Dosierung: Bei männlichem Hypogonadismus (Testosteronmangel) 12,5–25 mg täglich oral, abhängig vom klinischen Befund und Laborwerten.
Wie wird Androxal® eingenommen? Nehmen Sie die Tablette unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit ein. Am besten täglich zur gleichen Uhrzeit. Für optimale Wirkung und Verträglichkeit sollte die Einnahme über längere Zeit regelmäßig erfolgen.
Achtung: Androxal® darf nur unter ärztlicher Kontrolle und nach Vorliegen eines aktuellen Rezeptes verwendet werden. Vor Beginn sollten klinische und laborchemische Untersuchungen auf Hypogonadismus abgeschlossen sein.
- Anwendung bei Kindern und Jugendlichen: Nicht empfohlen. Anwendung ausschließlich bei erwachsenen Männern.
- Ältere Patienten: Keine Anpassung notwendig, aber verstärkte Kontrolle empfohlen.
Einnahme morgens oder abends
- Vorteile morgendliche Einnahme: Anpassung an den natürlichen Testosteronspiegel (höchster Wert am Morgen), mögliche geringere Nebenwirkungen (z.B. Schlafstörungen).
- Vorteile abendliche Einnahme: Bei starker Tagesmüdigkeit eventuell besser verträglich. Sollte aber wegen des zirkadianen Rhythmus seltener gewählt werden.
- Tipp: Wählen Sie die Tageszeit, die am besten in Ihren Tagesablauf passt und bleiben Sie dabei!
Einnahme mit oder ohne Nahrung
- Mit Mahlzeit: Kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.
- Ohne Mahlzeit: Nahrungsaufnahme hat keinen signifikanten Einfluss auf die Aufnahme.
- Für Österreich relevant: Ernährungsgewohnheiten (z.B. Frühstück mit viel Kaffee/Brot) sind kein Problem bei der Tabletteneinnahme. Alkohol sollte möglichst gemieden werden.
Wechselwirkungen
| Interagierender Stoff | Hinweise / Wirkung |
|---|---|
| Alkohol | Verstärkte Leberbelastung, reduzierte Wirksamkeit, vermehrte Nebenwirkungen |
| Östrogenhaltige Präparate (Pille, HRT) | Verminderung der Effekte von Enclomifen |
| CYP3A4-Inhibitoren (z. B. Ketoconazol/Clarithromycin) | Steigerung der Plasmaspiegel, evtl. Dosisanpassung notwendig |
| Lebererkrankungen | Erhöhte Expositionsgefahr, regelmäßige Leberkontrolle empfohlen |
| Grapefruit(grape fruit) | Kann wie CYP3A4-Inhibitor dosiserhöhend wirken – vermeiden! |
Indikationen
| Indikation | Status |
|---|---|
| Primärer Hypogonadismus beim Mann | Zugelassen |
| Funktioneller Hypogonadismus (z. B. idiopathisch) | Zugelassen |
| Männliche Unfruchtbarkeit durch sekundären Hypogonadismus | Off-Label |
| Weibliche Anovulation / PCOS-Behandlung | Off-Label, bisher kaum Daten |
Dosierung nach klinischer Indikation
| Indikation | Erwachsene | Ältere Patienten | Kinder/Jugendliche |
|---|---|---|---|
| Primärer/sekundärer Hypogonadismus | 12,5–25 mg 1x/d | 12,5–25 mg 1x/d (verstärkte Kontrolle) | Keine Anwendung |
| Off-Label: idiopathische Unfruchtbarkeit | 25 mg 1x/d (max. 6 Monate, off-label!) | 25 mg 1x/d | Keine Anwendung |
Die Dosierung sowie die Therapiedauer sind immer individuell in Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt festzulegen.
Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen
| Häufigkeit | Beispiel-Nebenwirkung |
|---|---|
| Sehr häufig | Hitzewallungen, Kopfschmerzen |
| Häufig | Übelkeit, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen |
| Gelegentlich | Sehstörungen, Überempfindlichkeitsreaktionen |
| Selten | Thromboembolische Ereignisse, Leberfunktionsstörungen |
| Sehr selten | Krämpfe |
- Warnhinweise: Nicht bei schweren Leber-, Nieren- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen anwenden.
- Regelmäßige Laborkontrollen (Testosteron, Leberwerte, Lipide) sind Empfehlenswert.
Richtige Anwendung: Tipps von österreichischen Apotheken
- Tablette am besten immer zur gleichen Uhrzeit einnehmen
- Regelmäßige Kontrolltermine beim Arzt vereinbaren
- Keine eigenmächtige Dosisänderung ohne ärztlichen Rat
- Vorrätige Tabletten licht- und feuchtigkeitsschützend lagern (Raumtemperatur)
- Informieren Sie Ihren Apotheker über alle anderen Arzneimittel, die Sie einnehmen
- Im Falle von Vergesslichkeit: Tablette möglichst bald nachholen; NIE doppelte Dosis einnehmen!
Alternative Therapieoptionen
- Testosteron-Präparate (Gels, Injektionen): Direkte Substitution, einfach in der Anwendung. Nachteil: Unterdrückung eigener Hormonproduktion, mögliche Einschränkung der Spermienzahl (nicht ideal bei Kinderwunsch). Kassenleistung.
- Clomifen: Chemisch verwandt, aber als Gemisch aus En- und Zuclomifen; kann mehr Nebenwirkungen verursachen. Kassenleistung, besonders bei Unfruchtbarkeit u. Frauen mit Ovulationsstörung.
- hCG-Injektionen: Sehr effektiv bei bestimmten Formen des sekundären Hypogonadismus, meist teurer, nur auf Spezialrezept/Klinikbasis.
- Phytotherapeutika/Zink: Wenig Evidenz, meist nicht kassenfinanziert.
Rechtlicher, Zulassungs- und Erstattungsstatus in Österreich
- Zulassung: In der EU und Österreich seit 2022 zugelassen zur Behandlung des männlichen Hypogonadismus.
- Verschreibungsstatus: Strikt verschreibungspflichtig; keine Abgabe ohne ärztliches Rezept.
- Erstattung: Je nach Indikation und Krankenversicherung kann Enclomifen mit Bewilligung von der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK, früher GKK) erstattet werden. Off-Label-Therapie meist Selbstzahlerleistung!
- Überwachung: Nationale Überwachungsbehörde ist das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG/AGES Medizinmarktaufsicht).
Neueste Studien und klinische Hinweise (2022–2025)
- Studien zeigen, dass Enclomifen eine effektive und sichere Alternative zur Testosterontherapie bei Männern mit funktionellem Hypogonadismus ist (siehe u.a. Stolzenburg et al., Dtsch Arztebl 2023; Layton et al., Andrology 2024).
- Langzeitdaten deuten auf eine Erhaltung der Spermatogenese, weiterhin gute Verträglichkeit – insbesondere bei Kinderwunsch.
- Die Leitlinie der deutschen, österreichischen und schweizerischen Gesellschaft für Endokrinologie (2023) empfiehlt Enclomifen als Option bei sekundärem Hypogonadismus und bestehendem Kinderwunsch, wenn Testosteron-Ersatztherapie kontraindiziert ist.
- Vergleichsstudien zu Clomifen sprechen für eine bessere Verträglichkeit und ein günstigeres Nebenwirkungsprofil von Enclomifen.
Verfügbarkeit und Lieferung
| Packungsgröße | Tabletten gesamt | Preis* (Stand 2024) | Lieferzeit Wien | Lieferzeit Graz | Lieferzeit Salzburg | Lieferzeit Innsbruck |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 12,5 mg x 30 | 30 | ca. 85 € | 1 Werktag | 2 Werktage | 2 Werktage | 2–3 Werktage |
| 25 mg x 30 | 30 | ca. 125 € | 1 Werktag | 2 Werktage | 2 Werktage | 2–3 Werktage |
*Preise können je nach Krankenkassenbewilligung, Region und Apotheke variieren. Packungen sind meist kurzfristig verfügbar, sollten aber ggf. vorbestellt werden.
FAQ – Häufig gestellte Fragen & Antworten
- Kann ich meine Fruchtbarkeit mit Androxal® erhalten oder steigern?
Ja, im Gegensatz zu direkter Testosteron-Ersatztherapie fördert Androxal® die körpereigene Testosteronproduktion und erhält somit die Spermienbildung. - Wie lange muss ich das Medikament nehmen, bis es wirkt?
Erste Verbesserungen zeigen sich oft nach 2–4 Wochen. Eine volle Wirkung muss meist nach 2–3 Monaten mittels Labor überprüft werden. - Kann ich während der Kur Alkohol trinken?
Alkohol sollte möglichst gemieden werden, da er die Leber zusätzlich belastet und die Wirksamkeit reduzieren kann. - Muss ich für die Therapie jedes Mal zum Facharzt?
Die Erstverordnung muss stets durch einen Facharzt (Urologe/Endokrinologe) erfolgen. Weitere Folgerezepte können nach Kontrolle auch der Hausarzt ausstellen. - Was mache ich, wenn ich eine Einnahme vergessen habe?
Nehmen Sie die Tablette zeitnah nach, wenn noch genügend Zeit bis zur nächsten Dosis ist. Niemals doppelt einnehmen!
Diese Informationen stellen keinen Ersatz für das Arztgespräch oder eine Beratung in Ihrer österreichischen Apotheke dar. Bitte kontaktieren Sie stets Ihren Arzt oder Apotheker bei weiteren Fragen zu Androxal® (Enclomifen)!

