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Requip (Ropinirole)

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Requip (Ropinirol) ist ein Arzneimittel zur Behandlung der Parkinson-Krankheit und des Restless-Legs-Syndroms (RLS). Es hilft, Bewegungsstörungen zu lindern, indem es das Gleichgewicht bestimmter Botenstoffe im Gehirn beeinflusst. Die Einnahme erfolgt meist in Tablettenform und wird individuell vom Arzt angepasst. Bei Fragen oder Nebenwirkungen wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihr Apothekenteam.

Requip® (Ropinirol) – Umfassende Patienteninformation

1. Basisinformationen zum Produkt

Wirkstoff (INN) Ropinirol
Handelsnamen in Österreich Requip®, Ropinirol Generika (z.B. Ropinirol Biogaran, Ropinirol Sandoz)
ATC-Code N04BC04
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Tabletten (0,25 mg, 0,5 mg, 1 mg, 2 mg, 5 mg)
Retardtabletten (2 mg, 4 mg, 8 mg)
Hersteller GlaxoSmithKline, Sandoz, diverse Generikahersteller
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (Abgabe nur gegen ärztliche Verschreibung in Österreich)

2. Wirkmechanismus (Laien- und Fachinformation)

Für Patienten erklärt:
Ropinirol wirkt, indem es bestimmte natürliche Stoffe im Gehirn nachahmt, die für die Steuerung der Bewegung verantwortlich sind (vor allem das sogenannte Dopamin). Bei Menschen mit Parkinson-Krankheit ist Dopamin vermindert – Ropinirol gleicht diesen Mangel teilweise aus und kann so Bewegungsstörungen lindern.
Für Fachkreise:
Ropinirol ist ein Dopaminagonist mit hoher Selektivität auf D2- und D3-Rezeptoren. Die Funktion besteht darin, dopaminerge Aktivität in den Basalganglien zu stimulieren, was insbesondere bei idiopathischem Morbus Parkinson und Restless-Legs-Syndrom Bewegungsstörungen entgegenwirkt.

3. Pharmakokinetik

  • Resorption: Ropinirol wird nach oraler Gabe rasch resorbiert (maximale Plasmakonzentration nach ca. 1–2 Stunden bei Tabletten bzw. 6 Stunden bei Retardpräparaten).
  • Metabolismus: Hauptsächlich hepatisch über CYP1A2, Metabolite weitgehend inaktiv.
  • Elimination: Überwiegend renal als Metabolite. Eliminationshalbwertszeit ca. 6 Stunden (konventionelle Tabletten), bis zu 8 Stunden (Retardform).
  • Dauer der Wirkung: 12–24 Stunden, abhängig von galenischer Form und individueller Clearance.

4. Anwendung im Alltag & Best Practices (AT-Kontext)

  • Typische Dosierungsbereiche (Erwachsene): Dosis wird individuell eingestellt. Bei Parkinson meist einschleichend beginnend mit 0,25 mg/Tag, Steigerung in wöchentlichen Abständen je nach Verträglichkeit und Wirksamkeit.
  • Restless-Legs-Syndrom (RLS): Anfangsdosis 0,25 mg pro Tag, abends eingenommen, schrittweise Steigerung bis max. 4 mg.
  • Tipp: Die Tabletten sollten möglichst zur gleichen Tageszeit eingenommen werden. Eine Einnahmehilfe wie ein Medikamentendispenser kann im Alltag helfen.
  • Parkinson: Kombination mit L-Dopa ist möglich; oft bei fortgeschrittenem Verlauf eingesetzt.
  • Reise- und Berufstätigkeit: Bei Reisen oder Schichtarbeit mit dem behandelnden Arzt das Einnahmeschema besprechen.
  • Schwangere und Stillende: Anwendung nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt!

5. Einnahme morgens vs. abends

  • Morgeneinnahme: Besonders empfohlen bei Patienten mit tagsüber stärker ausgeprägter Symptomatik oder bei Retardpräparaten. Vorteil: gleichmäßiger Wirkspiegel, weniger Schwankungen.
  • Abendeinnahme: Insbesondere beim Restless-Legs-Syndrom bewährt, da Symptome meist nachts auftreten. Nachteil: Bei sensibler Dosierung auftretende Tagesmüdigkeit.
  • Tipp: Tabletten immer zur gleichen Zeit einnehmen; nie die Dosis ohne Rücksprache mit dem Arzt verändern.

6. Einnahme zu den Mahlzeiten oder nüchtern (und Ernährung in Österreich)

  • Mit Nahrung: Kann Magen-Darm-Beschwerden (z.B. Übelkeit) verringern, empfehlenswert bei empfindlichem Magen. In Österreich übliche Frühstücksgewohnheiten (Brot, Marmelade, Käse) beeinflussen die Wirkung nicht relevant.
  • Nüchtern: Raschere Wirkung, aber höhere Nebenwirkungsrate (Übelkeit, Schwindel).
  • Alkoholkonsum: Nach Möglichkeit vermeiden, da Alkohol zentrale Nebenwirkungen verstärken kann.

7. Wechselwirkungen (Nahrungsmittel, Alkohol, Medikamente)

Interaktionspartner Empfohlene Vorsichtsmaßnahmen
Antipsychotika (z.B. Risperidon) Wirkungsabschwächung gegenseitig – Kombination vermeiden oder engmaschig überwachen
Östrogene (Hormonpräparate) Ropinirol-Spiegel kann steigen – ggf. Dosisanpassung nötig
Rauchen Senkt Ropinirol-Spiegel (indem CYP1A2 aktiviert wird) – evtl. Dosisanpassung
Makrolidantibiotika (z.B. Clarithromycin) Können Spiegel erhöhen – erhöhte Nebenwirkungsgefahr
Alkohol Kann Müdigkeit und Schwindel verstärken – vermeiden!
Mahlzeiten, Kaffee Nur geringer bis kein Einfluss auf die Pharmakokinetik

8. Anwendungsgebiete (Indikationen: zugelassen & Off-Label)

Indikation Zulassungsstatus in Österreich
Morbus Parkinson (idiopathisch, alle Stadien) Zugelassen (EMEA, BASG)
Restless-Legs-Syndrom (RLS, moderat bis schwer) Zugelassen
Off-Label: SSRI-induzierte Störungen, periodische Gliedmaßenbewegungen Nur nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt (Off-Label-Use)

9. Dosierungsempfehlungen nach Indikation

Indikation Erwachsene Kinder/Jugendliche Ältere Patienten
Morbus Parkinson Start: 0,25 mg 3x tgl., wöchentlich Steigerung, Erhaltungsdosis: 4–24 mg/Tag Nicht empfohlen Wie Erwachsene, ggf. langsamere Dosissteigerung
Restless-Legs-Syndrom Start: 0,25 mg abends, wöchentliche Steigerung, Erhaltungsdosis: 1–4 mg/Tag Nicht empfohlen Wie Erwachsene, jedoch auf beeinträchtigte Nierenfunktion achten

10. Nebenwirkungen und Sicherheitsprofil

Häufigkeit Typische Nebenwirkungen
Sehr häufig (>10%) Übelkeit, Schläfrigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen
Häufig (1–10%) Magen-Darm-Beschwerden, Blutdruckabfall, Halluzinationen, Verwirrtheit, Beinödeme
Selten (<1%) Impulskontrollstörungen, plötzliche Schlafattacken, schwere allergische Reaktionen
Warnhinweise Bei plötzlichem Einschlafen oder ungewöhnlichem Verhalten sofort Arztkontakt!

11. Richtige Anwendung (Apotheken- und Arzthinweise für Österreich)

  • Arzneimittel immer nach ärztlicher Anweisung einnehmen.
  • Tabletten ganz, mit etwas Wasser einnehmen – nicht zerkauen oder teilen (außer Bruchrille laut Packungsbeilage).
  • Bei vergessener Dosis nicht doppelt nachholen.
  • Regelmäßig ärztliche Kontrolluntersuchungen (Leberwerte, Kreislauf, neurologischer Status).
  • Vor geplanten Operationen/Spitalsaufenthalten auf Medikamenteneinnahme hinweisen.
  • Entsorgung alter Medikamente über Apothekenrücknahme oder kommunale Stellen!

12. Alternativen zu Ropinirol (Österreich, NFZ-Erstattung)

  • Pramipexol (z.B. Sifrol®) – ähnlich wirksam, v.a. für jüngere Patienten; mehr Tagesmüdigkeit
  • Rotigotin (z.B. Neupro® Pflaster) – transdermale Gabe, gut verträglich bei Schluckstörungen
  • Levodopa/Carbidopa – Standardtherapie bei älteren Patienten, weniger Impulskontrollstörungen
  • Cabergolin (Dopaminagonist, aber teilweise abgesetzt wegen Fibrose-Gefahr)
  • Vorteile von Ropinirol: Flexibel dosierbar, oral anwendbar, geringe Interaktionsgefahr
  • Nachteile: Risiko für Schlafattacken, Impulskontrollstörungen bei Langzeitanwendung

13. Rechtliche Informationen & Erstattung in Österreich

Registrierung/Überwachung Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG; Österreichisches Arzneimittelregister);
EU-weit nach EMA-Standards zugelassen
Erstattung Im Erstattungskodex (EKO) gelistet, Kostenerstattung über Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) nach Indikation. Zuzahlung je nach Sozialversicherungsstatus.
Verschreibungspflicht Nur mit gültigem Kassen- oder Wahlarztrezept in Apotheken erhältlich (keine OTC-Abgabe!).

14. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse (2022–2025)

  • Laut EMA und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (Leitlinie 2023) bleibt Ropinirol ein wichtiges Mittel bei therapierefraktärem RLS und jungen Parkinson-Patienten.
  • Neue Studien (z.B. Müller T. et al., 2024, in "Der Nervenarzt") zeigen weiterhin eine gute Wirksamkeit bei motorischen Komplikationen in frühen Parkinsonstadien.
  • Empfohlen wird in internationalen Leitlinien insbesondere die Kombination mit L-Dopa und die individuelle Anpassung bei geriatrischen Patienten zur Minimierung von Nebenwirkungen wie Halluzinationen.
  • Langzeitdaten bestätigen das insgesamt günstige Nutzen-Risiko-Verhältnis.

15. Verfügbarkeit, Packungsgrößen und Preisinformationen (Beispiel für 2024)

Packungsgröße Stärke Apothekenverkaufspreis (UVP, ca.) Erstattung über ÖGK
21 Tabletten 0,25 mg ca. 22 € ja
84 Tabletten 1 mg ca. 92 € ja
28 Retardtabletten 2 mg ca. 35 € ja

Lieferzeiten nach Bestellung:
Stadt Verfügbarkeit Standard-Lieferzeit
Wien Meist Lagerware 1 Werktag
Salzburg Sehr häufig vorrätig 1–2 Werktage
Graz Häufig vorrätig 1–2 Werktage
Innsbruck Meist innerhalb 2 Werktagen lieferbar 2 Werktage
Klagenfurt, Linz Bestellartikel, falls nicht lagernd 2–3 Werktage

16. Häufige Patientenfragen (FAQ)

  1. Wie lange dauert es, bis Ropinirol wirkt?
    Die Wirkung beginnt in der Regel innerhalb von 1–2 Stunden nach Einnahme, der volle Therapieeffekt zeigt sich jedoch oft nach einigen Tagen bis Wochen regelmäßiger Einnahme.
  2. Muss ich Ropinirol lebenslang einnehmen?
    Die Behandlungsdauer hängt von Ihrer Grunderkrankung und Ihrem individuellen Verlauf ab. Ropinirol wird meist längerfristig verschrieben, Änderungen immer in Absprache mit Ihrem Arzt!
  3. Kann ich das Medikament eigenständig absetzen?
    Setzen Sie Ropinirol niemals eigenständig ab, da Entzugserscheinungen oder eine Verschlechterung der Beschwerden auftreten können. Sprechen Sie immer mit Ihrer behandelnden Ärztin/Ihrem Arzt.
  4. Was mache ich, wenn ich eine Dosis vergessen habe?
    Nehmen Sie die vergessene Dosis ein, sobald Sie es bemerken, aber holen Sie verpasste Einnahmen nicht mit einer doppelten Dosis nach. Setzen Sie den Einnahmeplan dann wie gewohnt fort.
  5. Kann ich Ropinirol auch während Reisen sicher nehmen?
    Ja, achten Sie besonders auf die Zeitverschiebung und Ihren individuellen Einnahmesplan. Bei längeren Reisen empfiehlt sich eine vorherige Rücksprache mit Ihrer Arztpraxis.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

0,25mg, 0,5mg, 1mg, 2mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill