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Liothyronine

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Liothyronin ist ein Medikament, das zur Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion eingesetzt wird. Es enthält das Hormon Trijodthyronin (T3), das im Körper natürlicherweise von der Schilddrüse produziert wird. Liothyronin hilft, den Stoffwechsel zu regulieren und Symptome wie Müdigkeit, Gewichtszunahme oder Konzentrationsprobleme zu lindern. Die Dosierung wird individuell vom Arzt festgelegt. Bitte nehmen Sie Liothyronin immer genau nach ärztlicher Anweisung ein.

Liothyronin – Umfassende Patienteninformation für Österreich

Basisinformationen zum Produkt

Wirkstoff (INN) Liothyronin
Handelsnamen (Austria) Thybon Henning®, L-Triiodthyronin
ATC-Code H03AA02
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Tabletten: 20 µg, selten auch 5 µg, 10 µg, 50 µg
Hersteller Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, diverse Apothekenrezepturen
Verschreibungsstatus Verschreibungspflichtig gemäß AMG/Österreich

Wirkungsmechanismus

Für Patienten einfach erklärt: Liothyronin ist ein künstlich hergestelltes Hormon und entspricht dem natürlichen Schilddrüsenhormon Triiodthyronin (T3). Es hilft dem Körper dabei, Energieverbrauch und Stoffwechsel zu regulieren. Insbesondere wird es eingesetzt, wenn dem Körper zu wenig eigenes T3 zur Verfügung steht.

Fachinformation: Liothyronin bindet intrazellulär an spezifische nukleäre Rezeptoren und regt die Transkription von Genen sowie die Synthese von Eiweiß an, um physiologische Schilddrüsenfunktionen sicherzustellen (z. B. Wachstum, Energiehaushalt, Thermogenese).

Pharmakokinetik (Absorption, Metabolismus, Elimination, Wirkungsdauer)

  • Absorption: Gut resorbiert nach oraler Einnahme, Bioverfügbarkeit etwa 95%
  • Metabolismus: Hauptsächlich hepatisch durch Deiodierung zu inaktiven Metaboliten
  • Elimination: Renal und biliär, Halbwertszeit 1-2 Tage
  • Wirkungsdauer: Wirkungseintritt nach ca. 2-4 Stunden, Maximaleffekte nach 1-2 Tagen

Anwendung im Alltag & Best Practices (Deutschland/Österreich)

  • Typische Dosis: Erwachsene starten meist mit 5–10 µg/Tag, langsame Steigerung bis zur Erhaltungsdosis (20–60 µg/Tag), angepasst an Laborwerte und klinische Reaktion
  • Anwendung: Tablette unzerkaut mit Wasser schlucken, idealerweise morgens auf leeren Magen
  • Kontext Österreich: Regelmäßige Kontrollen beim Hausarzt oder Endokrinologen (TSH, T3, T4 alle 3–6 Monate empfohlen)
  • Besondere Gruppen: Kinder, ältere Menschen oder Patienten mit Herzerkrankungen erhalten meist eine geringere Anfangsdosis

Einnehmen morgens oder abends?

  • Morgens (empfohlen): Liothyronin wird meist direkt nach dem Aufstehen eingenommen. Vorteil: Maximale Wirksamkeit, da Nahrungsaufnahme die Aufnahme verringern kann. Gelenkte Tagesleistung, geringeres Risiko für Ein- und Durchschlafstörungen.
  • Abends: Nicht Standard, kann bei bestimmten Schlafstörungen diskutiert werden, aber erhöhtes Risiko für Schlafprobleme durch höhere Stoffwechselaktivität.
  • Tipp: Immer zur selben Uhrzeit einnehmen, um gleichbleibende Blutspiegel zu erzielen.

Einnahme zu den Mahlzeiten oder nüchtern?

  • Nüchtern (empfohlen): Mindestens 30–60 Minuten vor dem Frühstück, da Speisen – insbesondere kalzium- und eisenreiche österreichische Frühstücke (z.B. Milchprodukte, Wurst, Vollkornbrot) – die Aufnahme hemmen können.
  • Essen nach Einnahme: Nach frühestens 30 Minuten, um Resorptionshemmung zu vermeiden.
  • Zusätzliche Hinweise: Kaffee, Soja-Produkte, bestimmte Mineralwässer und hochballaststoffreiche Kost können die Absorption mindern.

Wechselwirkungen (Nahrungsmittel, Alkohol, Medikamente)

Kategorie Beispiel Wechselwirkung & Empfehlung
Lebensmittel Milchprodukte, Soja, Kaffee, Ballaststoffe Beeinträchtigen die Aufnahme – Abstand von mind. 30–60 Minuten zur Einnahme halten
Medikamente Eisenpräparate, Kalziumprodukte, Aluminiumhaltige Antazida Binden Liothyronin – Einnahme im Abstand von mind. 4 Stunden
Blutverdünner Phenprocoumon, Warfarin Potenzierung der Wirkung möglich – engmaschige INR-Kontrolle nötig
Herzglykoside Digoxin Dosisanpassung notwendig
Alkohol Spirituosen, Bier, Wein Wirkung kann von Alkohol beeinflusst werden; mäßiger Konsum ist tolerabel, Missbrauch vermeiden

Indikationen

Indikation Offiziell zugelassen Off-Label
Schwere Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) Ja -
Myxödemkoma Ja -
Suppressionstherapie bei Schilddrüsenkarzinom Nein Ja
Kombinationstherapie mit Levothyroxin (T4) Nein Ja, bei unzureichendem Therapieerfolg mit T4-Monotherapie
Diagnostische Tests (TRH-Test, Suppressions-Tests) Ja -

Dosierungen nach Indikationen

Indikation / Patientengruppe Startdosis Erhaltungsdosis Hinweise
Erwachsene (Hypothyreose) 5–10 µg/Tag 20–60 µg/Tag Langsam steigern, engmaschige Kontrolle
Pädiatrie 0,8–5 µg/kg/Tag s. individuelle Anpassung Regelmäßige Dosis- und Laboranpassung
Senioren/Frauen > 65 Jahre 5 µg/Tag Individuell, meist ≤ 20 µg/Tag Langsame Steigerung, wegen erhöhter kardiovaskulärer Risiken
Myxödemkoma (stationär) 10–20 µg alle 8 Stunden i.v. nach klinischem Zustand Nur unter intensivmedizinischer Überwachung

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

Häufigkeit Beispiele Vorsichtsmaßnahmen
Sehr häufig / häufig Tachykardie, Unruhe, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Wärmeintoleranz, Zittern, Durchfall, Gewichtsverlust Dosisreduktion; Arzt informieren
Gelegentlich Herzrhythmusstörungen, Schwitzen, Angina pectoris, Menstruationsstörungen Kardiologische Kontrolle
Selten Osteoporose bei Langzeiteinnahme, Überempfindlichkeitsreaktionen Längere Einnahmedauer: DEXA-Messung, Allergietestung
Warnhinweise Bei bekannter KHK, Bluthochdruck, schwerer Lebererkrankung, Schwangerschaft und Stillzeit nur nach Rücksprache Strikte Überwachung und individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung nötig

Richtlinien für die richtige Anwendung

  • Tabletten immer zur gleichen Tageszeit, bevorzugt morgens, mindestens 30 Minuten vor Frühstück/warmen Getränken
  • Keine Dosisänderung ohne ärztliche Rücksprache
  • Bei Auslandsreisen ausreichend Tabletten und ein aktuelles Rezept mitnehmen
  • Regelmäßige Blutuntersuchungen (TSH, T3, T4), insbesondere zu Behandlungsbeginn und bei Dosiserhöhung
  • In der Schwangerschaft häufig engmaschigere Kontrollen und oft Dosiserhöhung nötig
  • Bei Kindern Kontrolle von Wachstum und Entwicklung
  • Apotheker beraten gerne zur Handhabung bei Problemen wie vergessener Einnahme

Alternative Therapieoptionen (Rückerstattung durch Krankenkassen)

  • Levothyroxin (T4; Euthyrox®, L-Thyroxin®): Standard in Österreich, für die meisten Hypothyreose-Patienten ausreichend; weniger Schwankungen im Blut. Vorteil: Bewährte Wirkung, günstiger Preis, breite Verfügbarkeit, Krankenkassen erstattungsfähig. Nachteil: Manchmal unspezifische Beschwerden trotz “normwertiger” Blutwerte.
  • Kombinationspräparate Liothyronin + Levothyroxin: Für Patienten mit anhaltenden Symptomen unter T4-Monotherapie; Off-label, Spezialrezept erforderlich.
  • Naturidentische tierische Schilddrüsenextrakte: In Österreich nur als Importprodukt auf Rezept, keine Kassenleistung.
  • Leitfaden: Therapieumstellungen stets in Rücksprache mit dem Arzt!

Rechtlicher Status, Registrierung & Erstattung in Österreich

  • Zulassung: Nationale Zulassung durch Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG)
  • Rezeptpflicht: Strikte Rezeptpflicht gemäß Österreichischem Arzneimittelgesetz (AMG)
  • Erstattung: Verschreibung und Kostenerstattung über den Erstattungskodex (EKO) der Sozialversicherungsträger; Kontrollierter Zugang
  • Apothekenpflicht: Keine Abgabe ohne ärztliches Rezept
  • Arzneimittelregister: Details einsehbar unter www.basg.gv.at

Aktuelle Studien & Leitlinien (2022–2025)

  • Deutsche & Österreichische Leitlinie (AWMF S2k, 2023): T3-Therapie (Liothyronin) empfohlen nur bei besonderen Einzelfällen (anhaltende Symptome trotz optimaler T4-Therapie).
  • ETA-Statement (2023, European Thyroid Association): Individualisierte T3-Beigabe bei dokumentiertem Mangel oder bei Teil der Patienten, die unter T4-Monotherapie persistierende Beschwerden zeigen.
  • Forschung (Lancet Diabetes Endocrinol, 2024): Hinweis, dass Kombitherapie T4/T3 bei ~5–10 % der Hypothyreose-Patienten eine Verbesserung der Lebensqualität erzielen kann.
  • Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE): Einsatz von Liothyronin bleibt Ausnahme, individuell und unter engmaschiger Überwachung.

Verfügbarkeit & Lieferung in Österreich

PZN Packungsgröße Stückzahl Unverbindlicher Apothekenpreis Lieferzeit (Beispiel)
04108799 20 µg Tabletten 100 Stück ab ca. € 48,70 Wien: 1 Tag
Graz, Linz: 2 Tage
Salzburg, Innsbruck, Klagenfurt: 2–3 Tage
04108782 20 µg Tabletten 50 Stück ab ca. € 28,90 Wien: 1 Tag
Rest Österreich: 2–3 Tage

FAQ – Häufig gestellte Fragen

  • Wie lange muss Liothyronin eingenommen werden?
    Die Therapie ist in der Regel dauerhaft, es sei denn, der Arzt entscheidet anderes. Schilddrüsenhormone werden meist lebenslang ersetzt, wenn eine dauerhafte Unterfunktion besteht.
  • Darf Liothyronin in der Schwangerschaft und Stillzeit eingenommen werden?
    In Ausnahmefällen ja, aber unter enger ärztlicher Kontrolle, da eine optimale Schilddrüsenfunktion die gesunde Entwicklung des Babys fördert. Es kann eine Dosisanpassung nötig sein.
  • Was tun bei vergessener Tabletteneinnahme?
    Die nächste Tablette zur üblichen Zeit einnehmen; nicht doppelt einnehmen. Falls mehrere Tabletten vergessen wurden, den Arzt informieren.
  • Kann ich meine Liothyronin-Tablette teilen oder mörsern?
    Viele Tabletten sind teilbar, jedoch nicht alle zerstoßbar. Die Apotheke gibt Auskunft zur speziellen Packung. Idealerweise unzerkaut und mit Wasser einnehmen.
  • Darf ich mit Liothyronin Nahrungsergänzungen einnehmen?
    Ja, jedoch sollte ein Abstand zu kalzium-, eisen- oder magnesiumhaltigen Präparaten eingehalten werden (mindestens 4 Stunden) wegen Wechselwirkungen.

Für weitere Fragen stehen unsere ApothekerInnen und Ihr behandelnder Arzt gerne zur Verfügung.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

20mcg, 25mcg

Paket: No selection

100 pill