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Tricor (Fenofibrate)

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Tricor enthält den Wirkstoff Fenofibrat und wird zur Senkung erhöhter Cholesterin- und Fettwerte im Blut angewendet. Es hilft, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall zu verringern. Tricor eignet sich besonders für Patientinnen und Patienten, bei denen eine fettbewusste Ernährung und Bewegung allein nicht ausreichen. Die Einnahme erfolgt nach ärztlicher Anweisung und wird oft ergänzend zu anderen Maßnahmen eingesetzt.

Tricor® (Fenofibrat): Umfassende Patienteninformation für Österreich

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN) Fenofibrat
Markenname(n) in Österreich Tricor®, Lipanthyl®, Fenogal®
ATC-Code C10AB05
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Tabletten 145 mg, Kapseln 200 mg (retard), Tabletten 160 mg (nano-formuliert)
Hersteller Abbott, Mylan, Teva u.a.
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig - Abgabe nur nach ärztlicher Verordnung möglich

Wirkmechanismus von Fenofibrat

Laienverständlich: Fenofibrat senkt erhöhte Blutfettwerte, insbesondere Triglyzeride und sogenanntes „schlechtes“ LDL-Cholesterin. Es verbessert auch das „gute“ HDL-Cholesterin. Der Wirkstoff sorgt dafür, dass Ihr Körper Blutfette schneller abbaut und über die Leber ausscheidet.

Für Fachkundige: Fenofibrat ist ein Agonist des Peroxisom-Proliferator-aktivierten Rezeptors Alpha (PPARα). Die Aktivierung steigert die Lipolyse und den Katabolismus der mit Triglyzeriden beladenen Lipoproteine durch verstärkte Synthese der Lipoproteinlipase und vermindert die Apoprotein C-III-Produktion. Es fördert zudem die Expression des Apolipoproteins A-I, was zu einer Erhöhung des HDL führt.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Nach oraler Einnahme werden Tabletten und Kapseln nahezu vollständig im Dünndarm resorbiert. Maximale Plasmaspiegel nach ca. 4-8 Stunden.
  • Metabolisierung: Fenofibrat ist ein Prodrug und wird in der Leber zu Fenofibrinsäure umgewandelt.
  • Ausscheidung: Hauptsächlich renal, zu etwa 60% als fenofibrinsäurehaltige Metaboliten.
  • Halbwertszeit: Ca. 20 Stunden, sodass eine tägliche Einnahme ausreichend ist.

Alltagsgebrauch und Anwendung

  • Typische Dosis für Erwachsene: 145 mg/Tag, vorzugsweise als Tablette oder Kapsel mit einer Hauptmahlzeit. Niemals die Tageshöchstdosis überschreiten.
  • Verwendung zur Begleittherapie: Fenofibrat ersetzt keine cholesterinarme Ernährung oder andere nicht-medikamentöse Maßnahmen (regelmäßige Bewegung, Reduktion gesättigter Fette, Rauchstopp, Gewichtsnormalisierung).
  • Regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen (Lipidwerte, Leber- und Nierenfunktion) sind erforderlich.
  • Tablette immer unzerkaut schlucken und ausreichend Wasser trinken.

Einnahme: Morgens oder Abends?

  • Morgens: Viele Patient:innen bevorzugen die morgendliche Einnahme mit dem Frühstück, da dies die Regelmäßigkeit fördert.
  • Abends: Möglich, insbesondere bei Patienten mit festen Essgewohnheiten am Abend. Wichtig ist die Aufnahme mit einer Mahlzeit, um Resorption zu optimieren.
  • Tipp: Die wichtigste Regel: Immer in etwa zur gleichen Zeit und zu einer Hauptmahlzeit einnehmen, um stabile Blutspiegel zu gewährleisten.

Einnahme zu den Mahlzeiten oder auf nüchternen Magen?

Fenofibrat sollte stets mit dem Essen eingenommen werden, idealerweise mit einer fettreduzierten Hauptmahlzeit. In Österreich, wo traditionell mittags oder abends warme Mahlzeiten mit moderatem Fettanteil üblich sind, empfehlen wir die Einnahme zur jeweiligen Hauptmahlzeit. Dies verbessert die Aufnahme und Wirksamkeit des Wirkstoffs.

Wechselwirkungen

Interaktionspartner Empfohlene Maßnahmen
Warfarin (Gerinnungshemmer) INR regelmäßig kontrollieren, evtl. Dosisanpassung erforderlich
Statine (Cholesterinsenker) Erhöhtes Risiko für Muskelschäden (Rhabdomyolyse); ärztliche Überwachung notwendig
Andere lipidsenkende Arzneimittel Verstärkte Wirkung und Nebenwirkungen möglich
Alkohol Erhöht das Risiko von Leberschäden und Muskelerkrankungen; Alkohol möglichst vermeiden
Colchicin Erhöhtes Risiko für Myopathie; Kombination nicht empfohlen
Grapefruitsaft Derzeit keine bedeutenden Wechselwirkungen bekannt, jedoch generell Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme von CYP-3A4-Inhibitoren

Indikationen

Indikation Zulassung
Primäre Hypercholesterinämie (Typ IIa) und gemischte Dyslipidämien, wenn Diät oder andere Maßnahmen nicht ausreichen Offiziell zugelassen
Schwere Hypertriglyzeridämie (Typ IV, V) Offiziell zugelassen
Kombinationstherapie mit Statinen bei hohem kardiovaskulärem Risiko Off-label, aber empfohlen bei besonderer Indikation und fachärztlicher Rücksprache
Prävention diabetischer Mikroangiopathie (nur experimentell) Off-label

Dosierung nach Indikation

Klinische Situation Erwachsene Kinder/Jugendliche Ältere Menschen
Primäre Hypercholesterinämie 145 mg/Tag Meist nicht empfohlen
off-label: 5mg/kg KG Tag max. 200 mg
Reduzierte Startdosis (z.B. 100 mg/Tag) erwägen, Nierenfunktion beachten
Schwere Hypertriglyzeridämie 145-200 mg/Tag - Siehe oben, ggf. engmaschige Überwachung
Leichte bis mäßige Niereninsuffizienz Max. 100 mg/Tag - Maximal 100 mg/Tag, strenge Kontrolle

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Erhöhte Leberenzyme, leichte Magen-Darm-Beschwerden
  • Häufig: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Hautausschlag
  • Gelegentlich: Muskel- oder Gelenkschmerzen, erhöhte Kreatininwerte, Müdigkeit
  • Selten bis sehr selten: Starke Muskelschmerzen/Muskelzerfall (Rhabdomyolyse), Pankreatitis, Gallensteine, schwere allergische Reaktionen, Leberversagen

Warnhinweise: Sofort ärztliche Hilfe bei Muskelschwäche/-schmerzen, dunklem Urin, Gelbfärbung der Haut oder Augen, schweren Bauchschmerzen. Regelmäßige Laborwerte-Kontrollen sind unerlässlich.

Richtige Anwendung – Tipps aus der österreichischen Apotheke

  • Fenofibrat nie ohne Rücksprache absetzen!
  • Regelmäßig zum Arzt zur Überwachung (Blutfette, Leber, Niere, Muskelenzyme)
  • Niemals doppelt dosieren, falls eine Einnahme vergessen wurde – die Dosis wie gewohnt zum nächsten Zeitpunkt fortsetzen.
  • Auf Alkoholkonsum weitgehend verzichten.
  • Zur Mahlzeit einnehmen (z. B. Hauptmahlzeit mittags oder abends in Österreich).
  • Lebensstilmaßnahmen weiterführen: gesunde, fettarme Ernährung (z. B. gemäß Österreichischer Lebensmittelpyramide), ausreichende Bewegung, keine Raucherprodukte.

Alternative Therapieoptionen (NFZ erstattungsfähig)

  • Statine (z. B. Simvastatin, Atorvastatin): Sehr effektiv bei LDL-Senkung, ggf. weniger wirksam bei reinen Triglyzerid-Erhöhungen. Vorteil: breite Studienlage, Erstlinienmedikation. Nachteil: Muskel-Nebenwirkungen.
  • Ezetimib: Hemmt Cholesterinaufnahme, besonders bei Statinunverträglichkeit geeignet.
  • PCSK9-Inhibitoren (Evolocumab, Alirocumab): Sehr hohe Wirksamkeit, v.a. bei schwer einstellbaren Patienten. Nachteilig: subkutane Anwendung, höherer Preis.
  • Bempedoinsäure: Alternative bei Kontraindikation gegen Statine.
  • Omega-3-Fettsäuren: Ergänzung bei schweren Hypertriglyzeridämien, jedoch geringere Wirksamkeit in Bezug auf LDL.

Rechtlicher Status und Erstattung in Österreich

  • Fenofibrat ist in Österreich durch die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES/BASG) zugelassen.
  • Rezeptpflichtige Abgabe: Nur gegen gültige ärztliche Verschreibung erhältlich.
  • Erstattung durch die österreichischen Krankenkassen (z.B. ÖGK, SVS) je nach Lipidwerten und medizinischer Notwendigkeit möglich (Hauptmolekularverzeichnis, HMV).
  • Pharmakodynamik und Indikationen im Österreichischen Arzneimittelverzeichnis (ÖAM) gelistet.

Neueste Forschung / Leitlinien (2022–2025)

  • Die ESC/EAS-Leitlinie von 2023 empfiehlt Fenofibrat weiterhin bei Hypertriglyzeridämie, insbesondere als Zusatz zu Statinen, bei anhaltenden Risikofaktoren.
  • Laut der Österreichischen Gesellschaft für Kardiologie (ÖKG) und Diabetes (ÖDG) wird Fenofibrat bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 und erhöhten Triglyzeriden vorgeschlagen, um makrovaskuläre Komplikationen zu reduzieren.
  • Neue Studien zeigen, dass fenofibrathaltige Medikamente bei geeigneten Patientenprofilen das kardiovaskuläre Risiko um ca. 15–18% senken können.
    Wichtige Literaturhints: ESC/EAS Guidelines on dyslipidemia (2023), ÖDG Leitlinie Lipidmanagement (2024), Deutsche Herzstiftung „Neues zur Triglyzeridsenkung“ (2022).

Verfügbarkeit und Lieferung

Packungsgröße (Tab./Kapseln) Preis (UVP, ca.) Verfügbare Versandzeiten (Werktage)
30 (145 mg Tabletten) ca. 39 € Wien: 1–2, Graz: 2–3, Linz: 2–3, Salzburg: 2–4, Innsbruck: 2–4
90 (145 mg Tabletten) ca. 95 € Schnellversand in Ballungsräumen oft möglich
30 (200 mg Kapseln retard) ca. 43 € Verfügbarkeit bundesweit
  • Fenofibrat ist in österreichischen Apotheken vorrätig und kann österreichweit per Versandapotheke bestellt werden.
  • Rezeptpflichtige Abgabe: Bitte Rezept bereithalten (E-Rezept oder Papierrezept akzeptiert).

FAQ – Häufig gestellte Fragen von Patient:innen

  1. Wie lange muss ich Tricor® (Fenofibrat) einnehmen?
    Die Behandlung ist meist langfristig und dauert so lange, bis Ihr Arzt sie absetzt. Regelmäßige Kontrolltermine und Labortests sind notwendig.
  2. Darf ich während der Therapie Alkohol trinken?
    Es wird dringend empfohlen, Alkohol auf ein Minimum zu reduzieren, da Leberschäden und Muskelprobleme gefördert werden können.
  3. Was mache ich, wenn ich eine Einnahme vergesse?
    Nehmen Sie die nächste Dosis zur üblichen Zeit ein. Nehmen Sie keinesfalls die doppelte Menge!
  4. Muss ich auch meine Ernährung umstellen?
    Ja, eine fettarme, ballaststoffreiche Ernährung verbessert die Wirksamkeit von Fenofibrat deutlich. Nutzen Sie z.B. die österreichische Ernährungspyramide als Orientierung.
  5. Kann ich Fenofibrat mit meinen anderen Medikamenten kombinieren?
    Viele Medikamente können interagieren. Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker immer über alle Präparate, die Sie einnehmen.

Stand: Juni 2024 | Für ausführlichere Informationen oder Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Ihre Apotheke vor Ort.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

160mg, 200mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill