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Lanoxin (Digoxin)

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Lanoxin mit dem Wirkstoff Digoxin wird zur Behandlung bestimmter Herzprobleme eingesetzt, wie Vorhofflimmern und Herzinsuffizienz. Es hilft, die Herzleistung zu verbessern und den Herzschlag zu regulieren. Die Dosierung wird individuell vom Arzt festgelegt. Lanoxin sollte regelmäßig und genau nach Anweisung eingenommen werden. Bei Fragen oder Nebenwirkungen kontaktieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

Digoxin – Umfassende Patienteninformation

Grundlegende Produktinformationen

  • Wirkstoff (International Nonproprietary Name, INN): Digoxin
  • Handelsnamen in Österreich: Digoxin Sandoz®, Digoxin GEROT LANNACH®
  • ATC-Code: C01AA05
  • Verfügbare Darreichungsformen und Stärken:
    • Tabletten: 0,125 mg, 0,25 mg
    • Trinklösung/Tropfen: 0,05 mg/ml
  • Hersteller & Zulassungsinhaber in Österreich: Sandoz GmbH, GEROT LANNACH GmbH
  • Verschreibungsstatus: Rezeptpflichtig (ärztliche Verordnung notwendig)

Wirkmechanismus

Für Patienten einfach erklärt:
Digoxin ist ein pflanzlicher Wirkstoff, der aus dem Fingerhut (Digitalis purpurea) gewonnen wird. Er sorgt dafür, dass das Herz kräftiger und regelmäßiger schlägt. Dies geschieht, indem Digoxin die Menge an Kalzium in den Herzzellen erhöht – dadurch wird die Herzmuskelleistung verbessert und der Herzschlag verlangsamt.

Für interessierte Fachleute:
Digoxin hemmt die Na+/K+-ATPase der Herzmuskelzellen, was sekundär zu erhöhtem intrazellulären Kalzium führt. Dadurch steigen die positive inotrope Wirkung und die vagale Stimulationswirkung, was eine negative chronotrope Wirkung zur Folge hat und so die Herzfrequenz senkt.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Nach oraler Einnahme wird Digoxin gut (ca. 70–80%) im Dünndarm aufgenommen.
  • Verteilung: Es verteilt sich im Gewebe, besonders im Herzmuskel.
  • Stoffwechsel: Nur geringer Anteil wird in der Leber metabolisiert.
  • Ausscheidung: Hauptsächlich unverändert über die Nieren (renal).
  • Halbwertszeit: Ca. 36–48 Stunden (bei schwerer Niereninsuffizienz deutlich verlängert).
  • Wirkdauer: Ca. 2–5 Tage nach Absetzen bemerkbar.

Alltag und Anwendungspraktiken

  • Übliche Dosierungen:
    • Erwachsene: 0,125 mg bis 0,25 mg einmal täglich (individuell angepasst!)
    • Kinder: Dosis alters- und gewichtsabhängig, stets nach ärztlicher Vorgabe
    • Ältere Menschen und Nierenkranke: Oft niedrigere Dosen!
  • Anwendung: Tablette mit einem Glas Wasser schlucken, möglichst zur gleichen Tageszeit einnehmen. Tropfen können ggf. mit etwas Wasser verdünnt werden.
  • Kontext Österreich: Die Therapie muss regelmäßig ärztlich kontrolliert und der Digoxinspiegel im Blut bestimmt werden, v. a. bei Dosisänderung oder Auftreten von Nebenwirkungen.

Einnahme am Morgen vs. am Abend

  • Vorteile morgens: Leichtere Einhaltung der regelmäßigen Einnahme, bessere Kontrolle im Alltag, geringeres Risiko, eine Einnahme zu vergessen.
  • Vorteile abends: Ggf. bei bestimmten Nebenwirkungen tagsüber (z. B. Müdigkeit) sinnvoll.
  • Achtung: Eine feste Einnahmezeit beibehalten! Bei Vergessen NICHT die doppelte Dosis einnehmen, sondern ärztlichen Rat einholen.

Mit oder ohne Mahlzeit einnehmen?

  • Mit Speisen: Kann mit oder unabhängig von Mahlzeiten eingenommen werden; die Aufnahme wird durch Essen kaum beeinflusst.
  • Spezielle Hinweise für Österreich: Bei ballaststoffreicher Kost (z. B. Vollkornbrot, Hülsenfrüchte) kann die Resorption etwas vermindert sein. Gleichzeitige Einnahme mit Milchprodukten oder Antazida vermeiden.

Wechselwirkungen (Nahrungsmittel, Alkohol, Medikamente)

Kategorie Beispiele Empfohlene Maßnahme
Nahrungsmittel Ballaststoffe, Milchprodukte, Lakritze Zeitversetzt einnehmen, Milchprodukte meiden, keine Lakritze
Alkohol Alle Alkoholika Reduzieren/vermeiden (Steigerung der Nebenwirkungsgefahr)
Arzneimittel Diuretika, Amiodaron, Verapamil, Makrolidantibiotika, Ciclosporin Arzt oder Apotheker informieren; Blutspiegelkontrolle!
Antazida z. B. Aluminium/Magnesium-Verbindungen Mindestens 2 Stunden Abstand halten

Indikationen

Indikation Status
Chronische Herzinsuffizienz (besonders mit reduzierter Auswurffraktion und Vorhofflimmern) Offiziell zugelassen
Vorhofflimmern (zur Frequenzkontrolle, v. a. bei älteren Patienten oder Komorbidität) Offiziell zugelassen
Kinder mit supraventrikulärer Tachykardie Off-label (nach individueller ärztlicher Einschätzung)
Andere supraventrikuläre Tachyarrhythmien Off-label

Dosierung nach Indikationen und Patientengruppen

Patientengruppe Indikation Dosierung (Richtwert)
Erwachsene Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern 0,125–0,25 mg/Tag
Ältere (>70 Jahre), Niereninsuffizienz Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern 0,0625–0,125 mg/Tag (individuelle Anpassung!)
Kinder Supraventrikuläre Tachykardien Alter- und gewichtsspezifisch, streng nach ärztlicher Vorgabe

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

  • Häufig (≥1/100, <1/10):
    • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit
    • Kopfschmerz, Schwindel, Müdigkeit, Sehstörungen (z. B. „Gelbsehen“)
  • Gelegentlich (≥1/1.000, <1/100):
    • Herzrhythmusstörungen, Verwirrtheitszustände, Halluzinationen
  • Selten (<1/1.000):
    • Allergische Reaktionen, Hautausschläge, schwere Herzrhythmusstörungen
  • Achtung: Erste Anzeichen einer Überdosierung (z. B. Übelkeit, Sehstörungen, Rhythmusstörungen) sind sofort ärztlich oder durch die Gesundheitsnummer 1450 zu melden!

Hinweise zur richtigen Anwendung (Apotheken-/Klinikberatung)

  • Tabletten dürfen nicht zerkleinert werden (außer nach Rücksprache mit Arzt/Apotheke).
  • Stets zur gleichen Uhrzeit einnehmen und nie eigenmächtig die Dosis verändern!
  • Regelmäßige ärztliche Kontrollen & Blutspiegelmessung, v. a. bei Nierenfunktionsstörungen.
  • Medikationsplan führen; bei Verwirrtheit/Begleiterkrankungen (z. B. Demenz) Angehörige einbinden.
  • Andere neue Medikamente, Krankheiten oder Nahrungsumstellung mit dem Arzt/der Apotheke besprechen.
  • Kinder sicher aufbewahren (Vergiftungsgefahr!).

Alternative Therapieoptionen (Erstattung durch Österreichische Sozialversicherung/NFZ)

  • Beta-Blocker (z. B. Bisoprolol, Metoprolol):
    • Vorteile: Effektiv zur Frequenzkontrolle, besonders bei Herzinsuffizienz; oft gut verträglich.
    • Nachteile: Nicht bei Asthma, AV-Block geeignet; Ausschleichen notwendig.
  • Kalziumantagonisten (Verapamil, Diltiazem):
    • Vorteile: Alternative bei Unverträglichkeit anderer Mittel.
    • Nachteile: Nicht bei Herzinsuffizienz mit reduzierter Auswurffraktion.
  • Amiodaron:
    • Vorteile: Sehr effektiv bei schweren rhythmologischen Störungen.
    • Nachteile: Viele Nebenwirkungen, regelmäßige Kontrollen notwendig.
  • Alle genannten Alternativen werden von der Österreichischen Sozialversicherung (NFZ/Kasse) grundsätzlich erstattet, wenn entsprechend medizinisch begründet.

Rechtlicher Status, Zulassung, Erstattung (Österreich)

  • Zulassungsbehörde: Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES)
  • Verschreibungspflicht: Ja; keine Abgabe als OTC (freiverkäuflich) erlaubt.
  • Erstattung: Alle Indikationen werden bei medizinischer Begründung von der Österreichischen Sozialversicherung (GKV, SVS, Sozialkassen) übernommen (erstattungsfähig laut EKO).
  • Arzneimittelkonto Österreich (AMK): Erfasst Verordnungen und Wechselwirkungen zur Sicherheit.

Neueste Forschung & Leitlinien (2022–2025)

  • Die aktualisierte Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK 2023) sowie die ESC-Leitlinien 2023 empfehlen Digoxin bevorzugt zur Frequenzkontrolle bei Vorhofflimmern bei Herzinsuffizienz, vor allem bei älteren Patienten (European Heart Journal, 2023).
  • Empfohlene Zielbereiche für den Digoxinserumspiegel liegen laut aktueller Studien (z. B. J Am Coll Cardiol 2022) bei 0,5–0,9 ng/mL zur Minimierung von Nebenwirkungen.
  • Für Kinder und spezielle Arrhythmien empfehlen internationale Reviews weiterhin die selektive Anwendung unter strenger Überwachung (Pediatric Cardiology, 2024).
  • Forschungsergebnisse bestätigen: Niedrigere Dosen zeigen bei alten und nierenkranken Patienten eine bessere Sicherheit (vgl. ESC/EHRA-Update 2024).

Verfügbarkeit & Lieferung

  • Beliebte Packungsgrößen: 50 und 100 Tabletten (je nach Stärke 0,125 mg oder 0,25 mg), Tropfenflasche 50 ml
  • Richtpreise: 50 Tabletten ca. €11–14; 100 Tabletten ca. €18–23 (Stand: Q1/2024)
Stadt Geschätzte Lieferzeit (werktags)
Wien 24–48 Stunden
Graz 24–48 Stunden
Linz 24–72 Stunden
Salzburg 24–72 Stunden
Innsbruck 48–72 Stunden
Klagenfurt 48–72 Stunden

FAQ – Häufige Patientenfragen zu Digoxin

  1. Muss ich Digoxin immer zur selben Tageszeit einnehmen?
    Ja, idealerweise immer zur gleichen Uhrzeit (morgens oder abends) einnehmen, um konstante Blutspiegel zu gewährleisten und das Vergessen zu minimieren.
  2. Darf ich mit Digoxin Alkohol trinken?
    Alkohol sollte gemieden oder zumindest erheblich reduziert werden, da Wechselwirkungen und Nebenwirkungen verstärkt auftreten können.
  3. Was passiert, wenn ich eine Einnahme vergesse?
    Nehmen Sie die vergessene Dosis nach, sofern es nicht kurz vor der nächsten regulären Einnahme ist. Niemals die doppelte Menge einnehmen. Bei Unsicherheit den Arzt oder die Apotheken-Hotline kontaktieren.
  4. Welche Symptome deuten auf eine Überdosierung hin?
    Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen (Gelbsehen), Herzrhythmusstörungen, Schwindel – bei diesen Anzeichen sofort ärztliche Hilfe suchen oder Gesundheitsnummer 1450 anrufen!
  5. Gibt es verträglichere Alternativen?
    Ja, je nach Indikation stehen Beta-Blocker, Kalziumantagonisten oder Amiodaron zur Verfügung. Lassen Sie sich hierzu ärztlich/Apotheken-gerecht beraten.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

0,25mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill