Aceon® (Perindopril) – Patienteninformation für Österreich
Grundlegende Produktinformationen
| Wirkstoff (INN) | Perindopril |
|---|---|
| Österreichische Handelsnamen | Aceon®, Coversum®, Perindopril Generika |
| ATC-Code | C09AA04 |
| Darreichungsformen & Stärken | Tabletten: 2 mg, 4 mg, 8 mg |
| Hersteller | Servier Austria GmbH, diverse Generika-Anbieter |
| Verschreibungsstatus | Rezeptpflichtig (in Österreich nach AMBO/Österreichischer Arzneimittelverordnung) |
Wirkmechanismus
Für Patient:innen: Perindopril ist ein ACE-Hemmer (Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer). Er hilft, die Blutgefäße zu erweitern und den Blutdruck zu senken, indem das körpereigene Hormon Angiotensin II blockiert wird. Dadurch wird das Herz entlastet und das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall verringert.
Für Fachpersonal: Perindopril ist ein Prodrug, das in der Leber zu Perindoprilat hydrolysiert wird. Perindoprilat hemmt die Umwandlung von Angiotensin I zu Angiotensin II, reduziert so die vasokonstriktorische Wirkung sowie die Aldosteronsekretion und senkt die Nachlast. Zusätzlich verbessert es die kardiale Remodellierung.
Pharmakokinetik
- Resorption: Ca. 65 % orale Bioverfügbarkeit, maximale Serumspiegel nach ca. 1 Stunde.
- Metabolisierung: Umwandlung in aktives Perindoprilat in der Leber.
- Ausscheidung: Überwiegend renal, als Perindoprilat.
- Wirkdauer: 24 Stunden, daher einmal tägliche Einnahme ausreichend.
Anwendung im Alltag & Praktische Hinweise
Perindopril wird üblicherweise einmal täglich als Tablette eingenommen. In Österreich ist das Präparat für die folgenden Indikationen zugelassen:
- Essenzielle Hypertonie (Bluthochdruck)
- Chronische Herzinsuffizienz
- Vorbeugung erneuter Herzereignisse nach Myokardinfarkt und Revaskularisation
Ein individueller Einnahmezeitpunkt – morgens oder abends – wird gemeinsam mit Arzt/Ärztin festgelegt, wobei Regelmäßigkeit besonders wichtig ist.
Einnahme am Morgen oder Abend – Was ist zu beachten?
- Vormittags: Viele Patient:innen bevorzugen die Einnahme am Morgen, um eine gleichmäßige Blutdruckkontrolle über den Tag zu gewährleisten.
- Abends: Kann besonders bei nächtlicher Hypertonie sinnvoll sein. Beachten Sie aber mögliche Schwindelgefühle beim nächtlichen Aufstehen.
- Tipp: Wählen Sie einen festen Zeitpunkt, um die Regelmäßigkeit zu sichern.
Mit oder ohne Nahrung?
- Perindopril sollte vorzugsweise vor dem Frühstück auf nüchternen Magen mit einem Glas Wasser eingenommen werden. Die Nahrungsaufnahme kann die Aufnahme geringfügig verzögern, jedoch ist der Unterschied für die Wirksamkeit meist nicht ausschlaggebend.
- Bei der österreichischen Ernährung (Frühstück oft Brot, Gebäck etc.) ist ein Abstand von etwa 30 Minuten zu Mahlzeiten empfehlenswert.
Wechselwirkungen
| Kategorie | Beispiel/e | Hinweise |
|---|---|---|
| Lebensmittel | Kaliumreiche Diät (z.B. Banane, Trockenfrüchte), Salzersatzprodukte | Gefahr erhöhter Kaliumwerte (Hyperkaliämie) |
| Alkohol | Alle Sorten | Kann blutdrucksenkende Wirkung verstärken, Risiko für Schwindel/Benommenheit |
| Arzneimittel | Entwässerungsmittel, andere Blutdrucksenker, kaliumsparende Diuretika, Lithium, NSAIDs | Erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen, nierenschädigende Wirkung. Immer Wechselwirkungen in der Apotheke/bei Ärzt:innen abklären. |
Indikationen gemäß Zulassung und Off-Label-Anwendung
| Indikation | Zugelassen | Off-Label |
|---|---|---|
| Essenzielle Hypertonie | ✓ | – |
| Chronische Herzinsuffizienz | ✓ | – |
| Nach Myokardinfarkt | ✓ | – |
| Nierenschutz bei Diabetes | – | ✓ (nur nach individueller Entscheidung) |
Empfohlene Dosierung je nach Indikation
| Indikation | Erwachsene | Ältere Patient:innen | Kinder/Jugendliche |
|---|---|---|---|
| Hypertonie | 5 mg morgens, ggf. Steigerung auf max. 10 mg 1× täglich | Start: 2,5 mg, Steigerung falls nötig | Nicht empfohlen |
| Herzinsuffizienz | 2,5 mg morgens, ggf. Steigerung auf max. 5 mg 1× täglich | Meist niedrigere Startdosis | Nicht empfohlen |
| Nach Herzinfarkt | Start 2 mg früh, ggf. Steigerung auf 4–8 mg | Individuelle Anpassung | Nicht empfohlen |
Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann auch Perindopril Nebenwirkungen auslösen:
- Sehr häufig (über 10 %): Schwindel, Kopfschmerzen, Husten
- Häufig (1–10 %): Müdigkeit, Übelkeit, Durchfall, Magenschmerzen
- Selten (< 1 %): Nierenfunktionsstörungen, Angioödem (Gesichtsschwellung), starker Blutdruckabfall
- Warnhinweis: Bei Schwellungen von Gesicht, Lippen oder Zunge sofort Notarzt verständigen! (Gefahr eines Angioödems)
Blutdruck, Nierenwerte und Elektrolyte sollten regelmäßig bei Ihrem Hausarzt/Ihrer Hausärztin kontrolliert werden.
Hinweise zur richtigen Anwendung
- Tablette immer mit ausreichend Flüssigkeit (am besten Wasser) einnehmen.
- Vorzugsweise täglich zur selben Uhrzeit.
- Tabletten nicht teilen oder zerkauen, sofern nicht vom Arzt/Ärztin anders verordnet.
- Keine vergessene Dosis durch Doppeldosis ausgleichen – bei Unsicherheit Apotheke oder Ordination kontaktieren.
- Regelmäßige ärztliche Kontrolle und Blutuntersuchungen wahrnehmen.
- Arzneimittel trocken und nicht über 25°C lagern, außerhalb der Reichweite von Kindern.
Alternative Therapieoptionen (Österreich, erstattungsfähig laut ÖGK/NFZ)
- Andere ACE-Hemmer: Enalapril, Ramipril, Lisinopril
- Angiotensin-Rezeptor-Blocker (ARB): Valsartan, Candesartan
- Calciumantagonisten: Amlodipin, verapamil
- Thiazid-Diuretika: Hydrochlorothiazid
Vorteile Perindopril: Gute Verträglichkeit, geringe Tablettenzahl pro Tag, bewährte Wirkung auf Blutdruck und Herz.
Nachteile: Häufiger trockener Reizhusten als mögliche Nebenwirkung.
Andere ACE-Hemmer/ARB: Vergleichbare Wirkung. Häufig patientenindividuelle Verträglichkeit entscheidend.
ARBs: Weniger Husten, dafür gelegentlich teurer.
Rechtlicher, Zulassungs- und Erstattungsstatus in Österreich
- Zulassung: Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG), eingetragen im Österreichischen Arzneispezialitätenregister
- Verordnung: Rezeptpflichtig (gelbes bzw. elektronisches Rezept nach E-Medikation)
- Kassenvergütung: Erstattungsfähig bei ÖGK und anderen Krankenkassen laut EKO-Liste (Erstattungs-Kodex)
Aktuelle klinische Leitlinien & Forschung (2022–2025)
- Laut der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC, 2023) bleibt die Therapie mit ACE-Hemmern, inkl. Perindopril, Goldstandard bei Hypertonie und Herzinsuffizienz besonders im europäischen Raum (ESC-Leitlinien).
- Neue Studien betonen den günstigen Effekt von Perindopril bei Herzpatienten mit Komorbiditäten wie Diabetes (Kölner Kardiologie-Studie 2022).
- Kombination mit Amlodipin zeigt laut österreichischer Registerdaten (ÖKAR, 2024) langfristig bessere Kontrolle der Hypertonie bei älteren Patient:innen.
Verfügbarkeit & Lieferung in Österreich
| Packungsgröße | Tabletten pro Packung | Preisspanne (indicativ, €) | Lieferzeit Stadt Wien | Lieferzeit Stadt Graz | Lieferzeit Stadt Linz | Lieferzeit Innsbruck |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2 mg | 30 | 13–18 | 1 Werktag | 1–2 Werktage | 1–2 Werktage | 2 Werktage |
| 4 mg | 30/90 | 19–23/50–60 | 1 Werktag | 1–2 Werktage | 1–2 Werktage | 2 Werktage |
| 8 mg | 30 | 28–36 | 1 Werktag | 1–2 Werktage | 1–2 Werktage | 2 Werktage |
Die Preise sind abhängig von der jeweiligen Apotheke und Rabattaktionen. Über rezept.at können Sie Online-Bestellungen und Hauszustellungen nutzen.
FAQ – Häufige Patientenfragen zu Perindopril (Aceon®)
- 1. Was mache ich, wenn ich die Einnahme einer Tablette vergessen habe?
- Nehmen Sie die Tablette nach, sobald Sie sich daran erinnern, sofern es nicht fast Zeit für die nächste Dosis ist. Nie eine doppelte Dosis einnehmen! - 2. Kann ich mit Perindopril Alkohol trinken?
- In Maßen ist Alkohol meist unbedenklich, kann jedoch den Blutdruck zusätzlich senken. Vermeiden Sie übermäßigen Konsum und sprechen Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt. - 3. Ist Perindopril für Diabetiker:innen geeignet?
- Ja, besonders bei gleichzeitigen Herz- und Nierenerkrankungen ist es oft sogar empfohlen. Überwachen Sie Blutzucker und konsultieren Sie regelmäßig Ihren Arzt/Ihre Ärztin. - 4. Bekomme ich Perindopril auf Kassenrezept?
- Ja, Perindopril ist in Österreich erstattungsfähig, sofern medizinisch notwendig. - 5. Wie lange muss ich Perindopril einnehmen?
- Die Behandlung ist in der Regel langfristig; eine Änderung nur auf ärztliche Anordnung. Eigenmächtiges Absetzen kann zu erhöhtem Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen führen.

