Advent DT (Amoxicillin/Clavulansäure) – Patientenfreundliche Produktbeschreibung für Österreich
Basisinformationen zum Produkt
| Wirkstoff (INN) | Amoxicillin (als Amoxicillin-Trihydrat) / Clavulansäure (als Kaliumclavulanat) |
|---|---|
| Handelsnamen in Österreich | Advent DT, Augmentin, Clavamox, Co-Amoxi-Mepha, diverse Generika |
| ATC-Code | J01CR02 |
| Verfügbare Darreichungsformen/Stärken | Filmtabletten (250/125 mg, 500/125 mg, 875/125 mg), Dispersible Tabletten (Advent DT), Pulver zur Suspension, Infusionslösung |
| Hersteller | Cipla, Sandoz, GlaxoSmithKline (GSK), und andere zugelassene Anbieter |
| Verschreibungsstatus | Rezeptpflichtig gemäß österreichischem Arzneimittelgesetz (AMG) |
Wirkmechanismus
Für Patient:innen einfach erklärt: Advent DT enthält zwei Wirkstoffe: Amoxicillin, ein weit verbreitetes Antibiotikum, und Clavulansäure, einen sogenannten Beta-Lactamase-Hemmer. Amoxicillin tötet Bakterien ab, indem es deren Zellwandaufbau hemmt. Clavulansäure schützt Amoxicillin vor Abbau durch bestimmte „Abwehrenzyme“ (Beta-Lactamasen) der Bakterien. So werden auch sonst resistente Keime bekämpft.
Für Fachpersonen: Amoxicillin wirkt bakterizid durch Inhibition der bakteriellen Zellwandsynthese. Clavulansäure hemmt kompetitiv Beta-Lactamasen (besonders TEM-, SHV- & Plasmidvermittelte Typen), wodurch das Wirkspektrum auf beta-lactamase-produzierende Stämme von Enterobacteriaceae, H. influenzae und S. aureus erweitert wird.
Pharmakokinetik
- Resorption: Amoxicillin und Clavulansäure werden nach oraler Gabe gut im Dünndarm aufgenommen (Amoxicillin: Bioverfügbarkeit ca. 80-90%, Clavulansäure ca. 60%).
- Metabolisierung: Amoxicillin wird nur geringfügig hepatisch metabolisiert. Clavulansäure wird in der Leber zu inaktiven Metaboliten umgewandelt.
- Ausscheidung: Überwiegend renal (Niere) als unveränderter Wirkstoff. GFR-bei beeinträchtigter Funktion Dosisanpassung nötig!
- Wirkdauer: 6–8 Stunden; daher mehrmals tägliche Anwendung erforderlich.
Anwendung im Alltag & Best Practices (Österreichischer Kontext)
- Advent DT Tabletten werden mit etwas Wasser eingenommen, idealerweise zu oder kurz nach einer Mahlzeit.
- Die übliche Dosierung und Anwendungsdauer richten sich nach Diagnose, Schwere und Alter. Praxisüblich sind 2-3 Gaben pro Tag.
- Wichtig: Die Therapie stets bis zum verordneten Ende fortführen. Ein vorzeitiges Absetzen kann die Wirksamkeit beeinträchtigen und Resistenzen fördern!
- Zerkaute/dispersible Tabletten können im Mund zerkaut oder in einem Glas Wasser (mind. 30 ml) aufgelöst werden—insbesondere bei Kindern und Schluckbeschwerden.
- Kinder erhalten die Dosierung nach Körpergewicht: Ihr:e Apotheker:in oder Arzt/Ärztin berechnet diese individuell.
- Alte Personen und Patient:innen mit Niereninsuffizienz benötigen ggf. eine Dosisanpassung (siehe Dosis-Tabelle).
Dosierung: Morgens vs Abends (Regelmäßigkeit, Tipps)
- Bei 2-mal täglicher Gabe: Im Abstand von ca. 12 Stunden, z. B. 8 Uhr und 20 Uhr.
- Vorteil Morgens: Verbesserte Einnahmetreue, weniger Risiko, abends eine Einnahme zu vergessen.
- Wichtig: Möglichst gleichbleibende Zeiten wählen! Erstellen Sie sich einen Einnahme-Plan (z. B. Erinnerung am Handy).
- Abends eingenommen, kann im Einzelfall (z. B. bei gastrointestinalen Beschwerden) vorteilhaft sein, da der Magen durch die Abendmahlzeit geschützt ist.
- Unregelmäßige Einnahme reduziert die Wirkung und kann Resistenzen fördern.
Einnahme zu den Mahlzeiten oder nüchtern? (Wirkung von Speisen, Österreichische Ernährungsgewohnheiten)
Die Kombination sollte stets zu Beginn einer Mahlzeit eingenommen werden! Dadurch werden Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt (wie Übelkeit und Durchfall) deutlich reduziert und die Bioverfügbarkeit von Clavulansäure verbessert.
Österreichische Speisen (z. B. Brotzeit, Frühstück mit Milchprodukten, traditionelles Mittagessen) beeinflussen die Wirkung nicht negativ.
Wichtig: Kalorienreiche Speisen oder Milchprodukte (z. B. Joghurt) dürfen mit den Tabletten kombiniert werden.
Wechselwirkungen (Nahrungsmittel, Alkohol, Medikamente)
| Interagierender Stoff | Mögliche Auswirkung | Empfehlung |
|---|---|---|
| Allopurinol | Erhöht Risiko für Hautreaktionen | Kombination vermeiden |
| Antikoagulanzien (z. B. Warfarin) | Verlängerte Blutungszeit möglich | Blutgerinnung regelmäßig kontrollieren |
| Orale Kontrazeptiva | Wirksamkeitsminderung möglich | Zusatzeinnahme von Barrieremethoden empfohlen |
| Probenecid | Verlängert Amoxicillin-Spiegel | Kombination vermeiden |
| Alkohol | Verstärkt gastrointestinale Nebenwirkungen | Verzicht auf Alkohol während der Therapie |
| Lebensmittel | Keine relevante Auswirkung | Zu den Mahlzeiten einnehmen |
Indikationen
| Offizielle Indikationen (Österreich) | Off-label Anwendungen |
|---|---|
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Dosierung nach klinischer Indikation
| Indikation | Alter/Dosierung | Typische Tagesdosis | Behandlungsdauer |
|---|---|---|---|
| Akute Sinusitis/Bronchitis | Erwachsene | 875/125 mg 2x täglich | 7–10 Tage |
| Harnwegsinfekte | Erwachsene | 500/125 mg 3x täglich od. 875/125 mg 2x täglich | 5–14 Tage |
| Kinder (Indikation nach kg) | Kind (20–40 kg) | 20/5 mg–40/10 mg pro kg/Tag in 2–3 Dosen | 5–10 Tage |
| Pneumonie | Erwachsene | 875/125 mg 2x–3x täglich | 7–14 Tage |
| Ältere Menschen | ab 65 Jahre | Einzelfallentscheidung, ggf. Dosisreduktion bei Niereninsuffizienz | Nach Anweisung |
Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen
| Häufigkeit | Beispielhafte Nebenwirkungen |
|---|---|
| Sehr häufig (>/=1:10) | Durchfall, Übelkeit, weicher Stuhl |
| Häufig (1:100–1:10) | Erbrechen, Kopfschmerzen, Hautausschlag |
| Gelegentlich (1:1.000–1:100) | Schwindel, Juckreiz, Nesselsucht, Candidiasis |
| Selten (<1:1.000) | Leberfunktionsstörungen, Gelbsucht, Krampfanfälle |
| Sehr selten (<1:10.000) | Anaphylaxie, schwere Hautreaktionen (z. B. Stevens-Johnson-Syndrom), pseudomembranöse Kolitis |
Warnhinweise: Bei Anzeichen einer allergischen Reaktion (Atemnot, Hautschwellung, starker Hautausschlag) sofort medizinische Hilfe suchen!
Durchfälle nach Antibiotikagabe können auf eine gefährliche Darmentzündung (Clostridioides difficile) hindeuten – Rücksprache mit Arzt oder Apotheker!
Hinweise zur richtigen Anwendung
- Vor Licht, Feuchtigkeit und Hitze geschützt bei max. 25°C lagern. Nicht im Badezimmer aufbewahren.
- Nie eigenmächtig die Dosierung ändern oder Therapie ohne Absprache abbrechen!
- Kinderarzneimittel stets unzugänglich für Kinder aufbewahren.
- Entsorgen Sie nicht benötigte Tabletten umweltgerecht – Rückgabe bei Ihrer Apotheke möglich.
- Bei unerwünschten Wirkungen oder Fragen immer zuerst Arzt / Apotheker konsultieren.
- Bedenken Sie: Antibiotika wirken nur bei bakteriellen (nicht bei viralen) Infektionen.
Alternativen (Erstattungsfähige Antibiotika in Österreich, Vor- & Nachteile)
- Cefuroxim (z. B. Zinnat®): Gute Alternative, besonders bei Penicillinallergie (CEFA-Resistenzrate aber lokal variabel!)
- Amoxicillin (Mono): Bei unkomplizierten Infekten ohne Beta-Lactamase-Verdacht ausreichend und günstiger
- Makrolide (Azithromycin, Clarithromycin): Bei Penicillinallergie, allerdings zunehmend Resistenzen und Interaktionen
- Kotrimoxazol (Trimethoprim/Sulfamethoxazol): Hauptsächlich bei Harnwegsinfekten – Cave: lokale Resistenzlage prüfen!
Ihr Arzt/Ihre Ärztin entscheidet individuell anhand Erregerlage, Verträglichkeit, und Erstattungsbedingungen. Alle genannten Substanzen sind in Österreich von der Sozialversicherung (ÖGK) erstattungsfähig.
Rechtliche, Registrierung- und Erstattungsinformationen (Österreich)
- Zulassung durch das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG/AGES Medizinsprodukte)
- Auf der „Rezeptpflichtigen Liste“ gemäß Arzneimittelgesetz (AMG, § 1 Z 2 lit. b)
- Erstattung im „Erstattungsverzeichnis des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger“ (ÖGK, BVAEB, SVS etc.)
- Verschreibung ausschließlich durch berechtigte Ärzte/Ärztinnen; Ausgabe nur über Apotheken
- Apothekenpflichtig (§ 53 AMG)
Neueste Forschung/Leitlinien (Stand 2022–2025)
- Österreichische Leitlinie der Gesellschaft für Infektionskrankheiten empfiehlt Amoxicillin/Clavulansäure als Mittel der 1. Wahl bei begleitender Beta-Lactamase-Bildung oder gravierenden Vorerkrankungen bei Atemwegsinfekten (siehe ÖGI-Leitlinie 2023).
- Deutsche S3-Leitlinie (AWMF) rät zu restriktiver Verordnung – Spiegelbestimmung empfohlen bei Niereninsuffizienz.
- Internationale Studien (Lancet Infect Dis. 2022; 22(2):175-185) betonen die Bedeutung der Einnahme bei/nach den Mahlzeiten zur Reduktion gastrointestinaler Nebenwirkungen.
- Verstärkte Überwachung zur Vermeidung von Resistenzen laut ECDC/EMA-Joint Technical Report (2024).
- Engmaschige Kontrolle bei Kindern gemäß aktueller Pädiatrie-Leitlinie (2024, DGPI).
Verfügbarkeit, Packungsgrößen & Lieferzeiten in Österreich
| Packungsgröße (Filmtabletten/dt) | Preis (Apotheken-VK, € Richtwert) | Lieferzeit (Graz) | Lieferzeit (Wien) | Lieferzeit (Innsbruck) |
|---|---|---|---|---|
| 10 Stück | 500/125 mg | ca. 11-14 € | 1-2 Werktage | 1 Werktag | 2 Werktage |
| 20 Stück | 875/125 mg | ca. 24-28 € | 1-2 Werktage | 1 Werktag | 2 Werktage |
| Kindersuspension (70 ml) | ca. 9-12 € | 1-2 Werktage | 1-2 Werktage | 2 Werktage |
| Dispersible Tabletten (Advent DT, 10 St.) | ca. 12-15 € | 1-2 Werktage | 1 Werktag | 2 Werktage |
Alle Angaben sind Richtwerte – aktuelle Preise und Verfügbarkeit prüfen Sie bitte bei Ihrer Apotheke! Lieferung durch Landesapotheken kann in nördlichen/westlichen Regionen (z. B. Vorarlberg) ggf. einen Werktag länger dauern.
FAQ – Häufig gestellte Patientenfragen
- Was mache ich, wenn ich eine Dosis vergessen habe?
Nehmen Sie die vergessene Dosis ein, sobald Sie daran denken. Ist es fast Zeit für die nächste Dosis, lassen Sie die vergessene aus und fahren Sie im Schema fort. Niemals die doppelte Menge einnehmen! - Ist Advent DT auch während der Schwangerschaft erlaubt?
Die Einnahme ist unter ärztlicher Kontrolle in Schwangerschaft und Stillzeit möglich (FDA/BfArM-Kategorie B). Im Einzelfall entscheidet der Arzt nach Risiko-Nutzen-Abwägung. - Kann ich Alkohol während der Therapie trinken?
Vermeiden Sie Alkohol während der Einnahme. Alkohol kann Magen-Darm-Beschwerden verstärken und die Genesung verzögern. - Wie lange dauert die Therapie in der Regel?
Die Behandlungsdauer beträgt je nach Infektion zwischen 5 und 14 Tagen. Ihr Arzt legt die individuell erforderliche Dauer fest. Die Einnahme sollte immer vollständig nach Anweisung erfolgen. - Darf ich mit einer bekannten Penicillin-Allergie Advent DT einnehmen?
Nein! Bei bekannter Penicillin- oder Cephalosporinallergie dürfen Sie Advent DT NICHT nehmen. Ihr Arzt empfiehlt Ihnen eine passende Alternative.

