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Vfend (Voriconazole)

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Vfend enthält den Wirkstoff Voriconazol und wird zur Behandlung bestimmter Pilzinfektionen eingesetzt. Es hilft insbesondere bei Infektionen, die durch Schimmelpilze oder Hefen verursacht werden, zum Beispiel Aspergillose oder Candida-Infektionen. Vfend wird nach ärztlicher Verordnung angewendet und ist in Tabletten- oder Infusionsform erhältlich. Vor der Einnahme sollten Sie Ihren Arzt über bestehende Erkrankungen und andere Medikamente informieren. Nebenwirkungen sind möglich.

Vfend (Voriconazol): Umfassende Patienteninformation für Österreich

Grundlegende Produktinformationen

Internationaler Freiname (INN) Voriconazol
Handelsnamen in Österreich Vfend®
ATC-Code J02AC03
Verfügbare Darreichungsformen und Stärken Filmtabletten (50 mg, 200 mg)
Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung (200 mg)
Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen (40 mg/ml)
Hersteller Pfizer Europe MA EEIG
Verschreibungsstatus Verschreibungspflichtig (Rezeptpflichtig nach österreichischem Arzneimittelgesetz)

Wirkmechanismus

Für Patient:innen erklärt: Voriconazol ist ein sogenanntes Antimykotikum, das gezielt Pilze in Ihrem Körper bekämpft. Es wirkt, indem es die Produktion eines wichtigen Bestandteils der Pilzzellmembran hemmt, sodass der Pilz abgetötet wird oder in seinem Wachstum gehemmt wird.
Für Fachkreise: Voriconazol hemmt selektiv die Enzyme der Pilz-CYP450-Familie (vor allem 14α-Demethylase), die an der Umwandlung von Lanosterol zu Ergosterol beteiligt sind – ein essenzieller Bestandteil der Pilzzellmembran. Damit wird die Membranstabilität gestört und der Pilz stirbt ab.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Nach oraler Einnahme rasche und nahezu vollständige Aufnahme (Bioverfügbarkeit ca. 96 %).
  • Metabolismus: Größtenteils hepatisch (Leber, primär durch CYP2C19, CYP2C9 und CYP3A4 Isoenzyme).
  • Elimination: Überwiegend über den Urin (<2 % unverändert), als Metaboliten ausgeschieden.
  • Plasmahalbwertszeit: Durchschnittlich 6 Stunden (stark interindividuelle Schwankungen möglich).

Anwendung im Alltag und empfohlene Vorgehensweise

Typische Dosierungen: Dosierung und Therapiedauer richten sich nach Infektionsart, Alter und Gesundheitsstatus. Meistens erfolgt zu Beginn eine sogenannte "Ladedosis", gefolgt von einer Erhaltungsdosis.
Anwendung in Österreich: Vfend ist meist für schwer oder lebensbedrohlich erkrankte Patient:innen (z. B. bei Aspergillose) vorgesehen. Die Einnahme erfolgt in der Regel oral - Tabletten werden bevorzugt eingesetzt, falls keine Kontraindikationen bestehen.

  • Verschreiben Sie Vfend niemals in Eigenregie.
  • Empfohlene Einnahmezeiten (siehe nachfolgend).
  • Regelmäßige Spiegelbestimmung kann insbesondere bei längerer Therapie erforderlich sein.
  • Niemals abrupt absetzen – Rücksprache mit der behandelnden Ärztin/dem behandelnden Arzt ist stets notwendig.

Morgendliche vs. abendliche Einnahme

  • Morgen: Einnahme am Morgen kann helfen, einen stabilen Blutspiegel zu gewährleisten, besonders bei 2x täglicher Dosierung.
  • Abend: Bei Nebenwirkungen wie Müdigkeit kann der abendliche Einnahmezeitpunkt günstiger sein.
  • Wichtige Hinweise:
    • Immer im Abstand von etwa 12 Stunden zu einer weiteren Dosis, um einen gleichmäßigen Wirkstoffspiegel zu erreichen.
    • Am besten feste Einnahmezeiten (z. B. 8:00 Uhr & 20:00 Uhr) wählen.
    • Wird eine Einnahme vergessen, möglichst bald nachholen, sofern der nächste Einnahmezeitpunkt nicht unmittelbar bevorsteht.

Einnahme mit oder ohne Nahrung (Hinweise für die österreichische Ernährung)

Die Einnahme von Voriconazol sollte mindestens eine Stunde vor oder nach einer Mahlzeit erfolgen, da fettreiche Nahrung (beispielsweise Butterbrot, Käsebrezen oder üppige Menüs wie Schnitzel mit Kartoffelsalat) die Aufnahme verlangsamen oder verringern kann.
Tipp: Planen Sie die Medikamenteneinnahme möglichst außerhalb der Hauptmahlzeiten (z. B. vor dem Frühstück oder vor dem Abendessen).

Warnhinweise zu Wechselwirkungen (Nahrungsmittel, Alkohol, Arzneimittel)

Wechselwirkungsprodukt Empfehlung/Warnung
Grapefruitsaft Vermeiden, da CYP3A4 gehemmt werden kann und der Blutspiegel steigt
Alkohol Möglichst vermeiden; Steigerung hepatischer Nebenwirkungen, z. B. Leberwerte
Immunsuppressiva (z. B. Ciclosporin, Tacrolimus) Spiegelkontrolle und ggf. Dosisanpassung erforderlich
Bestimmte Antibiotika (z. B. Rifampicin) Wirkverlust oder verstärkte Wirkung; nur unter ärztlicher Kontrolle anwenden
Statine, orale Antikoagulanzien (Warfarin) Erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen – engmaschige Kontrolle nötig
Andere Antimykotika oder Antiepileptika Mögliche gegenseitige Wirkungsverstärkung oder -abschwächung – Rücksprache erforderlich

Indikationen

Indikation Status Kurzbeschreibung
Invasive Aspergillose Zugelassen Therapie der invasiven (lebensbedrohlichen) Infektionen mit Schimmelpilzen (Aspergillus)
Candidämie (bei nicht-neutropenischen erwachsenen Patienten) Zugelassen Behandlung schwerer Hefepilzinfektionen im Blut
Schwere invasive Candida-Infektionen Zugelassen Insbesondere, wenn Erstlinientherapien nicht ansprechen
Scharfe Schimmelpilzinfektionen (Scedosporium, Fusarium) Zugelassen Seltene, schwer therapierbare Infektionen
Off-Label: Z.B. Prophylaxe bei Hochrisikopatient:innen (Transplantation) Off-label Nicht regulär zugelassen, Einsatz nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung

Dosierung nach Indikation und Patientenklientel

Klientel Indikation Ladedosis Erhaltungsdosis
Erwachsene Invasive Aspergillose 2 x 400 mg (innerhalb 24h) 2 x 200 mg
Jugendliche (12–<18 Jahre) Aspergillose, Candida 2 x 400 mg (innerhalb 24h; je nach Gewicht) 2 x 200 mg (bei >50kg: Erwachsenendosis)
Kinder (2–11 Jahre) Aspergillose, schwere Mykosen 9 mg/kg Körpergewicht alle 12 Stunden (max. 350 mg) 8 mg/kg Körpergewicht alle 12 Stunden (max. 350 mg)
Ältere (>65 Jahre) Individuell Wie Erwachsene, ggf. Dosisreduktion bei Nieren-/Leberinsuffizienz Wie Erwachsene – Verträglichkeit beachten

Wichtige Hinweise: Die Dosis kann je nach Organstatus, Nebenwirkungen oder Medikamenteninteraktionen individuell angepasst werden.

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

Häufigkeit Nebenwirkung Risikohinweis
Sehr häufig (≥10%) Sehstörungen (verschwommenes Sehen, Farbveränderungen) Reversibel, meist während der Einnahme
Häufig (1–10%) Fieber, Ausschlag, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Atemnot, Leberfunktionsstörungen, Hautreaktionen, Schwellungen, Juckreiz Ärztliche Kontrolle notwendig, ggf. Abbruch der Therapie
Gelegentlich (0,1–1%) Allergische Reaktionen, Lichtempfindlichkeit, Blutbildveränderungen, Herzrhythmusstörungen Therapieabbrüche bei Blutzellenveränderungen in Erwägung ziehen
Selten (<0,1%) Lebertoxizität, schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom), akutes Nierenversagen Sofortige ärztliche Behandlung erforderlich

Richtige Anwendung: Praktische Tipps für Österreich

  • Voriconazol stets zur gleichen Tageszeit einnehmen.
  • Regelmäßig Leberwerte und ggf. Medikamentenspiegel beim Arzt kontrollieren lassen.
  • Vermeiden Sie intensive Sonneneinstrahlung – Lichtempfindlichkeit ist möglich.
  • Vfend nie absetzen, ohne zuvor den behandelnden Arzt zu konsultieren.
  • Halbierte Tabletten sollten sofort eingenommen oder sachgemäß entsorgt werden.
  • Parallel eingenommene Medikamente müssen mit Ihrer Apothekerin/Ihrem Apotheker abgestimmt werden.

Alternative Behandlungsoptionen (erstattungsfähige NFZ-Präparate)

  • Posaconazol (z. B. Noxafil®): Breites Wirkspektrum, als Tabletten/Saft verfügbar; häufig bei Unverträglichkeit von Voriconazol eingesetzt. Nachteil: teurer, ggf. andere Nebenwirkungen.
  • Isavuconazol (z. B. Cresemba®): Neue Generation; insbesondere bei schweren Schimmelpilzinfektionen. Gute Verträglichkeit, Wechselwirkungen seltener – aber auch hoher Preis.
  • Liposomales Amphotericin B: Alternative bei Unwirksamkeit oder Unverträglichkeit von Azol-Antimykotika; intravenös, teils schwere Nebenwirkungen.
  • Caspofungin/Anidulafungin/Micafungin: Echinocandine – besonders bei Candida-Infektionen.

Rechtliche, Registrierungs- und Erstattungsdetails (Österreich)

  • Verkehrsfähigkeit in Österreich: Vfend ist durch das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG/AGES) zugelassen.
  • Rezeptpflicht: Nur nach ärztlicher Verschreibung erhältlich (Arzneimittelgesetz § 1).
  • Kassenleistung: Erstattungsfähig bei entsprechender Diagnose, Aufnahme im Erstattungskodex (EKO) der Sozialversicherungsträger, Zuzahlungen je nach Rezeptart möglich.
  • Pharmazentralnummer (PZN): Je nach Packungsgröße unterschiedlich – genaue Angabe durch Apotheke.

Neueste Forschung und klinische Empfehlungen (2022–2025)

  • Die deutschsprachigen Fachgesellschaften, wie die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO), empfehlen Vfend nach wie vor als Mittel der ersten Wahl bei invasiven Aspergillosen (DGHO-Leitlinien 2023).
  • Die österreichische Gesellschaft für Infektiologie (ÖGIT) bestätigt einen Stellenwert für Hochrisiko-Patient:innen, z. B. nach Transplantation.
  • Wichtige internationale Studien (Lancet, NEJM, 2022–2024) belegen die Überlegenheit von Voriconazol bei frühen Therapiebeginn sowie die Relevanz von Therapeutic Drug Monitoring (TDM).
  • Neue Richtlinien raten zu regelmäßigen Blutspiegelbestimmungen, um Unter- oder Überdosierungen zu vermeiden.

Verfügbarkeit & Lieferung (Packungsgrößen, Preise, Lieferzeiten)

Packungsgröße Preisspanne (UVP) Lieferzeit Wien Lieferzeit Graz Lieferzeit Linz Lieferzeit Innsbruck
14 x 50 mg Filmtabletten ca. 390–420 € 24–48 Std. 24–72 Std. 24–48 Std. 24–72 Std.
28 x 200 mg Filmtabletten ca. 1.350–1.430 € 24–48 Std. 24–72 Std. 24–48 Std. 24–72 Std.
1 x 200 mg Infusionspulver ca. 150–200 € 24–48 Std. 24–72 Std. 24–48 Std. 24–72 Std.

Preise können variieren. Bei speziellen, seltenen Packungsgrößen bis zu 7 Tage Vorbestellzeit verfügbar.

FAQ – Häufige Patientenfragen zu Vfend (Voriconazol)

  1. Wie lange muss ich Vfend einnehmen?
    Die Therapiedauer hängt von Ihrer Diagnose und dem Ansprechen auf die Therapie ab. In der Regel dauert sie mehrere Wochen bis Monate – die endgültige Dauer bestimmt Ihre behandelnde Ärztin/Ihr behandelnder Arzt nach Ihren individuellen Befunden.
  2. Was tun, wenn ich eine Einnahme vergessen habe?
    Nehmen Sie die vergessene Dosis so bald wie möglich ein, sofern zum nächsten Einnahmezeitpunkt noch mehr als 6 Stunden verbleiben. Liegt der nächste Einnahmezeitpunkt bereits näher, setzen Sie einfach mit der regulären Einnahme fort – nie eine doppelte Dosis anwenden.
  3. Darf ich während der Therapie Alkohol trinken?
    Es wird empfohlen, während der Behandlung mit Voriconazol auf Alkohol zu verzichten, da die Leber stärker belastet und Nebenwirkungen verstärkt werden können.
  4. Kann ich mit Vfend arbeiten, Auto fahren oder Maschinen bedienen?
    Anfangs können Sehstörungen oder Schwindel auftreten. Bedienen Sie keine Maschinen und fahren Sie kein Auto, bis Sie wissen, wie Sie auf Vfend reagieren.
  5. Was tun bei Nebenwirkungen?
    Leichte Nebenwirkungen sollten Sie zeitnah Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt mitteilen. Bei schweren Symptomen wie Atemnot, starken Hautausschlägen oder Gelbfärbung der Haut (Hinweis auf Leberprobleme) kontaktieren Sie sofort medizinisches Fachpersonal.

Zusammenfassung

Vfend ist ein hochwirksames Antimykotikum für schwerwiegende Pilzinfektionen und unterliegt strengen österreichischen Verschreibungs- und Kontrollrichtlinien. Der Einsatz erfolgt ausschließlich nach ärztlicher Verordnung – Ihre Apotheke unterstützt Sie gerne zuverlässig in der sicheren, termingerechten Versorgung und bei Fragen zur richtigen Anwendung und zu Nebenwirkungen.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

200mg

Paket: No selection

4 pill, 12 pill, 20 pill